Übungsaufgaben zur linearen Regression
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lineare Regression, Regressionsgerade, Prognose, Residuen, Residuendiagramm, Ausreißer, Methode der kleinsten Quadrate, Bestimmtheitsmaß, Extrapolation, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 44 min, mehrere Aufgaben): Zwei Übungsaufgaben zur linearen Regression: Du prüfst eine fertige Trendlinie mit Residuen und Residuendiagramm, beurteilst ein hohes Bestimmtheitsmaß kritisch und triffst eine Planungsentscheidung aus Gerade und Messwerten. Außerdem findest Du einen Fehler in Tabellenkalkulationsformeln, berechnest die Koeffizienten nach der Methode der kleinsten Quadrate ohne Ausreißer, prüfst Aussagen zur Deutung des Modells und leitest aus den Residuen einen Zeitpuffer ab. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 29.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Prognosen mit linearer Regression. Grundlagen zu Mittelwert, Streuung und Diagrammen findest Du im Artikel Daten auswerten und visualisieren.
Hinweise zur Bearbeitung: Von FIDP wird erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1 und Aufgabe 3.2) keine Probleme bereiten. Für das Residuendiagramm brauchst Du Kästchen- oder Millimeterpapier. Rechne mit Einheiten und runde Endergebnisse auf drei Nachkommastellen, sofern nichts anderes verlangt ist. Schreib Deine Lösung zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.
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Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.
Erstelle neue Übungsaufgaben zum Thema „Prognosen mit linearer
Regression“.
Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.
Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/regression
- https://oer-informatik.de/datenauswertung-statistik
- https://oer-informatik.de/maschinelles-lernen
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/regression-uebungsaufgaben
Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- lineare Regression
- Regressionsgerade
- Prognose
- Residuen
- Residuendiagramm
- Ausreißer
- Methode der kleinsten Quadrate
- Bestimmtheitsmaß
- Extrapolation
Kompetenzstufe: Profilkompetenz (alternativ: Basiskompetenz, Kernkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan
Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
danach frage.
Aufgabe 3.1: Wartezeiten am Check-in des Barcamps prüfen (Profilkompetenz)
(ca. 22 min Bearbeitungszeit)
Beim Barcamp am Ratz und Rübe Berufskolleg checken die Teilnehmenden an zwei Tablets mit Badge-Druckern ein. Emre Aksoy leitet das Technikteam und hat beim Projekttag im Herbst 2026 einen Probe-Check-in organisiert: Klassen kamen gestaffelt an, und das Team hat für verschiedene Ankunftsraten die mittlere Wartezeit in der Schlange gestoppt.
| ankommende Personen je 10 Minuten x | 10 | 20 | 30 | 40 | 50 | 60 | 70 | 80 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| mittlere Wartezeit y (in min) | 1,0 | 1,5 | 2,0 | 2,5 | 3,5 | 5,0 | 7,5 | 12,0 |
Emre hat die Werte in eine Tabellenkalkulation eingegeben und eine Trendlinie berechnen lassen (Koeffizienten gerundet): ŷ = −1,9 min + 0,14 min/Person · x mit R² ≈ 0,83. Seine Nachricht an die Orga: „R² über 0,8, das Modell passt. Bis 10 Minuten Wartezeit – länger soll niemand anstehen – schaffen zwei Terminals laut Gerade 85 Ankünfte je 10 Minuten. Ein drittes Terminal brauchen wir nicht.“
Du sollst Emres Auswertung überprüfen, bevor die Orga entscheidet.
a) Lege eine Tabelle an, in der Du für jeden der acht Messwerte die Prognose ŷ der Geraden und das Residuum ε = y − ŷ berechnest. Erkläre an einem Beispiel aus Deiner Tabelle, was ein positives Residuum hier bedeutet. (6 Punkte)
Rechenweg am Beispiel x = 50: ŷ = −1,9 min + 0,14 min/Person · 50 Personen = 5,1 min; ε = 3,5 min − 5,1 min = −1,6 min.
| x (Personen je 10 min) | y (in min) | ŷ (in min) | ε = y − ŷ (in min) |
|---|---|---|---|
| 10 | 1,0 | −0,5 | +1,5 |
| 20 | 1,5 | 0,9 | +0,6 |
| 30 | 2,0 | 2,3 | −0,3 |
| 40 | 2,5 | 3,7 | −1,2 |
| 50 | 3,5 | 5,1 | −1,6 |
| 60 | 5,0 | 6,5 | −1,5 |
| 70 | 7,5 | 7,9 | −0,4 |
| 80 | 12,0 | 9,3 | +2,7 |
Ein positives Residuum heißt: Die gemessene Wartezeit war länger, als die Gerade vorhersagt. Bei 80 Ankünften standen die Gäste im Schnitt 2,7 Minuten länger an, als das Modell behauptet – die Gerade unterschätzt dort die Wartezeit.
Bewertung: Rechenweg 1 P, Prognosen 2 P, Residuen 2 P, Deutung des Vorzeichens 1 P. Die Summe der Residuen ist hier −0,2 min statt genau 0, weil Emre die Koeffizienten gerundet hat.
b) Zeichne ein Residuendiagramm (x waagerecht, Residuum senkrecht, mit Nulllinie) auf Kästchen- oder Millimeterpapier und beschreibe das Muster, das Du erkennst. (5 Punkte)
Muster: Bei wenigen Ankünften (10, 20) und bei 80 Ankünften liegen die Residuen über der Nulllinie, dazwischen alle darunter. Die Punkte bilden ein U. Die Abweichungen sind also nicht zufällig verteilt, sondern hängen systematisch von x ab: Die Wartezeit wächst nicht gleichmäßig, sondern immer schneller, je mehr Personen ankommen.
Bewertung: Achsen mit Beschriftung und Nulllinie 1 P, Residuen richtig eingetragen 2 P, Muster beschrieben 1 P, Schluss „systematisch, nicht linear“ 1 P.
c) Emre argumentiert mit R² ≈ 0,83. Beurteile, ob dieser Wert seine Aussage „das Modell passt“ stützt. Ziehe dazu Dein Ergebnis aus b) und die Prognose für 10 Ankünfte heran. (4 Punkte)
R² gibt an, welcher Anteil der Streuung der Wartezeiten durch die Gerade erklärt wird. Ein hoher Wert entsteht schon, wenn die Werte insgesamt steigen – er sagt nicht, ob eine Gerade die richtige Form ist (1 P).
Das U-förmige Residuenmuster zeigt einen systematischen Fehler: Der Zusammenhang ist gekrümmt, die Gerade liegt im mittleren Bereich zu hoch und an den Rändern zu niedrig (1 P).
Für 10 Ankünfte sagt die Gerade −0,5 min Wartezeit voraus. Eine negative Wartezeit ist unmöglich – ein weiteres Zeichen, dass das Modell am Rand nicht trägt (1 P).
Urteil: R² ≈ 0,83 stützt Emres Aussage nicht. Für eine Planung gerade am oberen Rand der Messwerte ist die Gerade ungeeignet (1 P).
d) Die Orga erwartet zwischen 9:30 und 9:50 Uhr etwa 80 Ankünfte je 10 Minuten. Bestimme, bis zu welcher Ankunftsrate die Wartezeit höchstens 10 Minuten beträgt – einmal mit der Geraden, einmal aus den Messwerten (lineare Interpolation zwischen den benachbarten Messpunkten). Entscheide, ob zwei Terminals für den Andrang reichen. (5 Punkte)
Mit der Geraden (2 P): ŷ = β₀ + β₁ · x nach x umstellen:
x = \frac{\hat{y} - \beta_0}{\beta_1} = \frac{10\ \text{min} - (-1{,}9\ \text{min})}{0{,}14\ \frac{\text{min}}{\text{Person}}} = \underline{\underline{85\ \text{Personen}}}\ \text{je 10 min}
Aus den Messwerten (1 P): Die 10 Minuten liegen zwischen (70 | 7,5) und (80 | 12,0):
x = 70 + 10 \cdot \frac{10{,}0 - 7{,}5}{12{,}0 - 7{,}5} \approx 75{,}6 \quad\Rightarrow\quad \underline{\underline{\text{etwa 75 Personen}}}\ \text{je 10 min}
Entscheidung (2 P): Nach der Geraden wären 80 Ankünfte unkritisch (ŷ = 9,3 min). Gemessen wurden bei genau dieser Rate aber 12 Minuten Wartezeit – die Grenze von 10 Minuten wird schon ab etwa 75 Ankünften überschritten. Maßgeblich sind die Messwerte, denn die Gerade unterschätzt die Wartezeit gerade dort, wo es eng wird. Zwei Terminals reichen also nicht; die Orga sollte ein drittes Terminal (mit Badge-Drucker) einplanen oder die Ankünfte entzerren, z. B. durch Zeitfenster auf dem Ticket.
e) Im Orga-Chat kommen vier Vorschläge. Beurteile jeden Vorschlag kurz. (4 Punkte)
„Wir löschen den Wert bei 80, das ist ein Ausreißer – dann passt die Gerade besser.“
„Wir rechnen die Gerade nur mit den Werten von 10 bis 50 Ankünften neu.“
„Wir passen eine gekrümmte Kurve an, z. B. eine quadratische Funktion, und schauen uns wieder das Residuendiagramm an.“
„Beim nächsten Probelauf messen wir mit drei Terminals und lassen auch einmal mehr als 80 Personen in 10 Minuten ankommen.“
Nicht sinnvoll: Für den Wert gibt es keinen Hinweis auf einen Messfehler, er setzt den Trend der vorherigen Werte fort. Er liegt außerdem genau im Bereich, für den geplant wird. Wer ihn löscht, schönt die Daten (1 P).
Nicht sinnvoll für diese Frage: Die neue Gerade beschreibt den unteren Bereich besser, wird aber flacher. Für 80 Ankünfte wäre das eine Extrapolation, die die Wartezeit noch stärker unterschätzt (1 P).
Sinnvoll: Ein gekrümmtes Modell (Polynomregression) kann das immer schnellere Wachstum abbilden. Ob es passt, zeigt ein Residuendiagramm ohne erkennbares Muster. Bei nur acht Werten bleibt das Modell aber unsicher (1 P).
Sinnvoll: Gemessen wird dann genau in der Situation und dem Bereich, für die geplant wird; zusätzlich zeigt sich, wie viel ein drittes Terminal bringt. Daten aus dem relevanten Bereich ersetzen jede Extrapolation (1 P).
Aufgabe 3.2: Montagezeiten im Fahrradshop kalkulieren (Profilkompetenz)
(ca. 22 min Bearbeitungszeit)
Die CSB-Rad GmbH in Bielefeld montiert individuell konfigurierte Lastenräder. Werkstattleiter Bastian Ludwig möchte die Montagezeit eines Rads aus der Zahl der im Konfigurator gewählten Sonderoptionen (z. B. Regenverdeck, Kindersitz, gleichschließende Schlösser) abschätzen. Natalia Wróbel aus dem Controlling hat die letzten neun Lastenräder in einer Tabellenkalkulation erfasst: die Sonderoptionen in B2:B10, die Montagezeiten in C2:C10.
| Rad | Sonderoptionen x | Montagezeit y (in min) | Bemerkung im Werkstattauftrag |
|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 95 | |
| 2 | 3 | 105 | |
| 3 | 3 | 115 | |
| 4 | 4 | 120 | |
| 5 | 4 | 190 | Rahmen mit Transportschaden, während der Montage getauscht |
| 6 | 5 | 140 | |
| 7 | 6 | 145 | |
| 8 | 7 | 160 | |
| 9 | 8 | 170 |
Natalias Auswertung enthält folgende Formeln und Ergebnisse:
| Zelle | Formel | Ergebnis |
|---|---|---|
| F2 | =STEIGUNG(B2:B10; C2:C10) |
0,044 |
| F3 | =ACHSENABSCHNITT(B2:B10; C2:C10) |
−1,377 |
| F4 | =BESTIMMTHEITSMASS(B2:B10; C2:C10) |
0,484 |
a) Bastian stutzt: „Ein Rad ohne Optionen soll minus 1,4 Minuten dauern?“ Finde den Fehler in Natalias Formeln, zeige an den Ergebnissen, dass sie nicht stimmen können, und gib die korrigierten Formeln an. Erkläre auch, warum der Wert in F4 trotz des Fehlers stimmt. (4 Punkte)
Fehler: Die Argumente sind vertauscht.
STEIGUNGundACHSENABSCHNITTerwarten zuerst die y-Werte (Zielgröße), dann die x-Werte. Natalia hat also die Zahl der Optionen aus der Montagezeit vorhergesagt (1 P).Prüfung an den Ergebnissen: Mit 0,044 und −1,377 ergäben 2 Optionen eine Montagezeit von etwa −1,3 min, gemessen wurden 95 min. Die Werte passen nur als „Optionen je Minute“ – eine Steigung von etwa 0,044 Optionen je Minute Montagezeit (1 P).
Korrigiert:
=STEIGUNG(C2:C10; B2:B10)und=ACHSENABSCHNITT(C2:C10; B2:B10). Sie liefern β₁ ≈ 11,042 min/Option und β₀ ≈ 86,250 min (1 P).R² ist das Quadrat des Korrelationskoeffizienten r. Die Formel für r ist in x und y symmetrisch, deshalb ändert das Vertauschen nichts an F4 (1 P).
b) Bastian will Rad 5 aus der Auswertung nehmen. Berechne für die acht übrigen Räder die Koeffizienten β₁ und β₀ der Regressionsgeraden nach der Methode der kleinsten Quadrate. Lege dazu selbst eine Rechentabelle an, aus der Dein Rechenweg hervorgeht. (7 Punkte)
Mittelwerte (1 P): x̄ = 38 / 8 = 4,75 Optionen; ȳ = 1050 min / 8 = 131,25 min
| Rad | xᵢ | yᵢ | xᵢ − x̄ | yᵢ − ȳ | (xᵢ − x̄)(yᵢ − ȳ) | (xᵢ − x̄)² |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 95 | −2,75 | −36,25 | 99,6875 | 7,5625 |
| 2 | 3 | 105 | −1,75 | −26,25 | 45,9375 | 3,0625 |
| 3 | 3 | 115 | −1,75 | −16,25 | 28,4375 | 3,0625 |
| 4 | 4 | 120 | −0,75 | −11,25 | 8,4375 | 0,5625 |
| 6 | 5 | 140 | 0,25 | 8,75 | 2,1875 | 0,0625 |
| 7 | 6 | 145 | 1,25 | 13,75 | 17,1875 | 1,5625 |
| 8 | 7 | 160 | 2,25 | 28,75 | 64,6875 | 5,0625 |
| 9 | 8 | 170 | 3,25 | 38,75 | 125,9375 | 10,5625 |
| Σ | 38 | 1050 | 0 | 0 | 392,5 | 31,5 |
Abweichungen und Produkte 2 P, Summen 1 P. Kontrolle: Die Summen der Abweichungen vom Mittelwert sind 0.
\beta_1 = \frac{\sum (x_i - \bar{x})(y_i - \bar{y})}{\sum (x_i - \bar{x})^2} = \frac{392{,}5\ \text{Option} \cdot \text{min}}{31{,}5\ \text{Option}^2} \approx \underline{\underline{12{,}460\ \frac{\text{min}}{\text{Option}}}}
\beta_0 = \bar{y} - \beta_1 \cdot \bar{x} = 131{,}25\ \text{min} - 12{,}460\ \frac{\text{min}}{\text{Option}} \cdot 4{,}75\ \text{Optionen} \approx \underline{\underline{72{,}063\ \text{min}}}
β₁ 1,5 P, β₀ 1,5 P. Wer mit dem gerundeten β₁ weiterrechnet, erhält β₀ ≈ 72,065 min – ebenfalls richtig. Die Gerade lautet ŷ ≈ 72,063 min + 12,460 min/Option · x.
c) Für die acht Räder liefert die Tabellenkalkulation R² ≈ 0,981. Vergleiche das Modell mit allen neun Rädern (aus a) mit Deinem Modell aus b). Entscheide, welches Modell Bastian für die Montageplanung verwenden sollte, und begründe, warum das Weglassen von Rad 5 hier zulässig ist. (4 Punkte)
Vergleich (2 P): Rad 5 liegt weit über den anderen Rädern mit vier Optionen und zieht die Gerade in der Mitte nach oben. Mit Rad 5 ist sie flacher (11,042 statt 12,460 min/Option) und beginnt höher (86,250 statt 72,063 min). R² sinkt von 0,981 auf 0,484: Mit Rad 5 erklärt das Modell nur noch knapp die Hälfte der Streuung.
Entscheidung (2 P): Für die Planung eignet sich das Modell ohne Rad 5. Die lange Montagezeit hat eine dokumentierte Ursache (Rahmentausch nach Transportschaden), die mit den Sonderoptionen nichts zu tun hat und nicht regelmäßig auftritt. Ein Wert darf nicht entfernt werden, nur weil er stört – hier ist der Grund aber belegt. Das Weglassen gehört in die Dokumentation, und für solche Störungen braucht die Werkstatt eine eigene Zeitreserve.
d) In Bastians Entwurf für die Werkstattbesprechung stehen vier Aussagen zum Modell aus b). Entscheide jeweils, ob die Aussage zutrifft, und korrigiere sie gegebenenfalls. (4 Punkte)
„β₀ heißt: Ein Lastenrad ohne Sonderoptionen ist in 72 Minuten montiert.“
„Jede Sonderoption dauert genau 12,46 Minuten. Diesen Wert berechnen wir ab sofort für jede Option als Montagezuschlag.“
„Weil R² bei 0,98 liegt, ist bewiesen, dass die Sonderoptionen die längere Montage verursachen.“
„Für Rad 6 sagt das Modell etwa 134 Minuten voraus; die tatsächliche Montage hat knapp 6 Minuten länger gedauert.“
Nur eingeschränkt richtig: β₀ ist die vom Modell geschätzte Grundmontagezeit für 0 Optionen. Gemessen wurden aber nur Räder mit 2 bis 8 Optionen, der Wert ist also eine Extrapolation und keine zugesicherte Zeit (1 P).
Falsch: β₁ ist ein Durchschnitt über alle Optionsarten. Ein Regenverdeck kostet vermutlich deutlich mehr Zeit als ein zusätzliches Schloss. Ein einheitlicher Zuschlag wäre für manche Optionen zu hoch, für andere zu niedrig. Besser: Montagezeiten je Optionsart erfassen, z. B. für eine multiple Regression (1 P).
Falsch: R² misst nur, wie gut die Gerade zu den Daten passt. Ein Zusammenhang beweist keine Ursache – Räder mit vielen Optionen könnten z. B. auch häufiger eine aufwendige Rahmenform haben (1 P).
Richtig: ŷ = 72,063 min + 12,460 min/Option · 5 Optionen ≈ 134,363 min; Residuum ε = 140 min − 134,363 min ≈ 5,637 min (1 P).
e) Bastian plant künftig je Lastenrad ein Zeitfenster aus Prognose plus Puffer. Der Puffer soll so groß sein, dass jedes der acht regulären Räder in sein Zeitfenster gepasst hätte. Bestimme diesen Puffer, berechne das Zeitfenster für ein Rad mit sechs Sonderoptionen (aufgerundet auf volle 5 Minuten) und beurteile, ob das Verfahren auch für ein Rad mit zwölf Sonderoptionen taugt. (5 Punkte)
Residuen ε = y − ŷ mit ŷ = 72,063 + 12,460 · x (2 P):
| Rad | 1 | 2 | 3 | 4 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ŷ (in min) | 96,983 | 109,443 | 109,443 | 121,903 | 134,363 | 146,823 | 159,283 | 171,743 |
| ε (in min) | −1,983 | −4,443 | 5,557 | −1,903 | 5,637 | −1,823 | 0,717 | −1,743 |
Puffer (1 P): Das größte positive Residuum hat Rad 6 mit 5,637 min. Mit diesem Puffer hätte jedes Rad in sein Zeitfenster gepasst.
Zeitfenster für sechs Optionen (1 P):
\hat{y}(6) + \text{Puffer} = 72{,}063\ \text{min} + 12{,}460\ \frac{\text{min}}{\text{Option}} \cdot 6\ \text{Optionen} + 5{,}637\ \text{min} \approx 152{,}460\ \text{min} \ \Rightarrow\ \underline{\underline{155\ \text{min}}}
Beurteilung für zwölf Optionen (1 P): Das Modell liefert ŷ(12) ≈ 221,583 min. Zwölf Optionen liegen weit außerhalb der gemessenen 2 bis 8 Optionen – das ist eine Extrapolation. Ob der Zusammenhang dort noch linear ist, weiß niemand, und der Puffer stammt aus nur acht Rädern im gemessenen Bereich. Für solche Räder sollte Bastian großzügiger planen und die tatsächliche Zeit erfassen, um das Modell zu erweitern.
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