Übungsaufgaben zur Prozessanalyse: Schwachstellen, Ishikawa, SWOT, FMEA und PDCA
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https://oer-informatik.de/prozessanalyse-uebungsaufgaben
Prozessanalyse, Schwachstellenanalyse, Ishikawa-Diagramm, SWOT-Analyse, FMEA, Risikoprioritätszahl, PDCA-Zyklus, Bottom-up, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 57 min, mehrere Aufgaben): Drei Übungsaufgaben zur Analyse und Verbesserung von Geschäftsprozessen. In der Kernstufe sortierst Du die Tätigkeiten eines PDCA-Zyklus für die digitalen Türschilder eines Barcamps, wertest eine Testmessung aus und ordnest Ursachen den Kategorien eines Ishikawa-Diagramms zu. In der Profilstufe wertest Du eine Zeitstichprobe aus dem Reparaturablauf einer Fahrradwerkstatt aus, korrigierst ein fehlerhaftes Ishikawa-Diagramm, rechnest die Wirkung zweier Maßnahmen nach und leitest aus einer SWOT-Matrix Strategien ab; außerdem prüfst Du eine FMEA für die Moderation einer Freizeit-App, planst Maßnahmen mit neuer Risikoprioritätszahl und entscheidest zwischen einem Bottom-up- und einem Top-down-Vorschlag. Alle Lösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Ist-Analyse und Prozessanalyse von Geschäftsprozessen.
Hinweise zur Bearbeitung: Als FIDP oder FIDV musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das ist Aufgabe 2.1. Von FIDP wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1 und Aufgabe 3.2) keine Probleme bereiten. Bei „nennen“ genügen Stichworte, bei „beschreiben“, „erläutern“ und „begründen“ erwartet die Aufgabe ganze Sätze mit Bezug zur Situation. Schreib Deine Lösung zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst; andere sachlich richtige Antworten sind ebenfalls richtig.
Du möchtest eigene Aufgaben zum Üben von einem KI-Sprachmodell generieren lassen?
Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.
Erstelle neue Übungsaufgaben zum Thema „Prozessanalyse: Schwachstellen,
Ishikawa, SWOT, FMEA und PDCA“.
Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.
Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/geschaeftsprozess-ist-analyse
- https://oer-informatik.de/epk
- https://oer-informatik.de/bpmn
- https://oer-informatik.de/nutzwertanalyse-make-or-buy
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/prozessanalyse-uebungsaufgaben
Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Prozessanalyse
- Schwachstellenanalyse
- Ishikawa-Diagramm
- SWOT-Analyse
- FMEA
- Risikoprioritätszahl
- PDCA-Zyklus
- Bottom-up
Kompetenzstufe: Profilkompetenz (alternativ: Basiskompetenz, Kernkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan
Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
danach frage.
Aufgabe 2.1: Digitale Türschilder für ein Barcamp zuverlässig machen (Kernkompetenz)
(ca. 17 min Bearbeitungszeit)
Am Ratz und Rübe Berufskolleg (RRB) in Bielefeld findet am 13.03.2027 das Barcamp „Lernen.Digital.Leben 2027“ statt. Vor jedem der acht Räume hängt ein E-Ink-Türschild, das über das Netz (MQTT) die aktuelle Session anzeigt; im Gebäude hängen 12 Schilder. Beim Probelauf im Januar zeigten drei Schilder nach einer Raumänderung noch stundenlang die alte Session an, ein Schild hatte einen leeren Akku. Svenja Krämer von der Schul-IT OWL will die Türschilder bis zum Barcamp nach dem PDCA-Zyklus verbessern. Ziel: Alle Türschilder zeigen am Barcamptag spätestens zwei Minuten nach einer Änderung die richtige Session an. Du gehörst als Auszubildende*r zum Technikteam.
Auf dem Whiteboard des Technikteams stehen ungeordnet acht Karten:
| Karte | Tätigkeit |
|---|---|
| K1 | neue Firmware mit kürzerem Abfrageintervall auf zwei Testschilder in C.110 und B.204 spielen |
| K2 | Protokolle des Probelaufs auswerten: Wann hat welches Schild zuletzt Daten empfangen? |
| K3 | Checkliste „Akkus laden, Funktionstest“ für den Vorabend des Barcamps verbindlich festlegen |
| K4 | an einem Testtag Raumänderungen auslösen und die Sekunden bis zur Anzeige stoppen |
| K5 | messbares Ziel und Termin für die Verbesserung mit Svenja Krämer abstimmen |
| K6 | Akkustand der Testschilder 24 Stunden lang mitschreiben und mit dem Verbrauch der alten Firmware vergleichen |
| K7 | einen zusätzlichen Access Point leihweise im Flur vor C.110 aufhängen |
| K8 | bewährte Firmware auf alle 12 Schilder übertragen |
a) Ordne jede Karte einer Phase des PDCA-Zyklus zu und gib die Phasen in der Reihenfolge an, in der das Team sie durchläuft. (4 Punkte)
Je zwei richtig zugeordnete Karten 1 Punkt:
| Phase (Reihenfolge) | Karten | kurze Begründung |
|---|---|---|
| 1. Plan | K2, K5 | Ursachen untersuchen, messbares Ziel festlegen |
| 2. Do | K1, K7 | Maßnahmen im kleinen Rahmen ausprobieren |
| 3. Check | K4, K6 | Wirkung messen und mit dem Ziel vergleichen |
| 4. Act | K3, K8 | Bewährtes zum Standard machen und überall einführen |
K7 ist auch als Plan vertretbar, wenn sie als Vorbereitung eines Tests begründet wird.
Am Testtag hat das Team fünf Raumänderungen ausgelöst und gemessen, nach wie vielen Sekunden die beiden Testschilder die neue Session zeigten:
| Änderung | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Schild C.110 (s) | 35 | 48 | 180 | 41 | 210 |
| Schild B.204 (s) | 22 | 30 | 28 | 25 | 31 |
b) Werte die Messung aus. Entscheide, ob das Team in der Act-Phase die neue Firmware auf alle Schilder überträgt, und begründe, wie es weitergeht. (5 Punkte)
Auswertung (2 Punkte): B.204 braucht höchstens 31 s (Mittel 27,2 s) und erfüllt das Ziel sicher. C.110 liegt im Mittel bei 102,8 s, zweimal aber über 120 s (180 s und 210 s). Der Mittelwert allein würde das verdecken; das Ziel „spätestens zwei Minuten“ bezieht sich auf jede einzelne Änderung.
Entscheidung (1 Punkt): Das Ziel ist nicht für alle Schilder erreicht. Die neue Firmware darf noch nicht als Standard auf alle Schilder.
Weiteres Vorgehen (2 Punkte): Die Firmware wirkt offenbar (B.204), das Problem in C.110 liegt eher an der Funkverbindung. Das Team startet einen neuen, kleinen Zyklus nur für C.110: Signalstärke messen, Access Point anders platzieren oder einen festen Platz dafür planen (Plan), erneut testen (Do) und messen (Check). Vertretbar ist auch, die Firmware schon auf alle Schilder außer C.110 zu übertragen, wenn das begründet wird.
c) Ein Kollege möchte Zeit sparen und die neue Firmware sofort auf alle 12 Schilder spielen, statt erst zwei Testschilder zu nutzen. Erläutere, welche Phase dabei wegfällt und welches Risiko das Team damit eingeht. (3 Punkte)
Es entfällt die Erprobung im kleinen Rahmen in der Do-Phase und damit die Check-Phase vor der Einführung (1 Punkt). Ohne Vergleich mit dem Ziel weiß das Team nicht, ob die Firmware wirkt oder sogar neue Fehler bringt, z. B. leere Akkus durch häufigeres Abfragen (1 Punkt). Geht etwas schief, sind alle 12 Schilder betroffen und müssen zurückgesetzt werden; kurz vor dem Barcamp bleibt dafür kaum Zeit (1 Punkt).
d) Nenne zwei weitere Kennzahlen, mit denen das Technikteam in der Check-Phase den Erfolg messen kann. (2 Punkte)
Je Kennzahl 1 Punkt, z. B.: Anteil der Änderungen, die innerhalb von zwei Minuten angezeigt werden; Anzahl der Verbindungsabbrüche pro Stunde; Akkustand nach einem 8-Stunden-Tag; Signalstärke des WLANs je Raum; Zeitpunkt des letzten Datenempfangs je Schild.
Um die Ursachen der Probleme beim Probelauf zu sammeln, legt das Team ein Ishikawa-Diagramm an. Vier Ursachen stehen schon auf Notizzetteln.
e) Ordne die folgenden Ursachen jeweils einer Hauptursachen-Kategorie (Mensch, Maschine, Methode, Material, Mitwelt, Messung) zu. (4 Punkte)
Die Funkverbindung wird in Raum C.110 durch die Metallwände der Werkstatt gedämpft.
Es gibt keine Regel, wer die Akkus vor einer Veranstaltung lädt.
Ein Mitglied des Orga-Teams ändert Räume in der Tabelle, ohne den Sessionplan neu zu veröffentlichen.
Niemand sieht, wann ein Schild zuletzt Daten empfangen hat.
Je richtiger Zuordnung 1 Punkt:
Mitwelt (bauliches Umfeld, auf das das Team kaum Einfluss hat); vertretbar auch Maschine, wenn mit der Funktechnik der Schilder begründet.
Methode (fehlende Regel, Zuständigkeit).
Mensch (Bedienfehler); vertretbar auch Methode, wenn mit einem fehlenden festgelegten Ablauf begründet.
Messung (fehlende Überwachung bzw. Kennzahl).
Aufgabe 3.1: Reparaturen in einer Fahrradwerkstatt beschleunigen (Profilkompetenz)
(ca. 20 min Bearbeitungszeit)
Du bist Auszubildende*r bei der CSB-Rad GmbH in Bielefeld-Sennestadt. In der Werkstatt häufen sich Beschwerden: Reparaturen mit Kostenvoranschlag (rund 150 pro Monat) dauern fast sechs Arbeitstage, zugesagt sind drei. Werkstattleiter Bastian Ludwig beschreibt den Ablauf in fünf Abschnitten:
A – Annahme bis Befund: Die Kundschaft gibt das Rad ab, eine Mechanikerin oder ein Mechaniker prüft es und schreibt den Befund auf einen Zettel am Lenker.
B – Befund bis Kostenvoranschlag: Bastian Ludwig sammelt die Zettel zweimal täglich ein und erstellt den Kostenvoranschlag in der Werkstattsoftware.
C – Kostenvoranschlag bis Freigabe: Er ruft die Kundschaft an; erreicht er niemanden, versucht er es am nächsten Tag erneut.
D – Freigabe bis Teile da: Fehlende Teile bestellt er erst nach der Freigabe beim Großhändler.
E – Reparatur bis abholbereit: Das Rad wird repariert, Probe gefahren und die Kundschaft per SMS benachrichtigt.
Du hast aus den Zeitstempeln der Werkstattsoftware eine Stichprobe von fünf Aufträgen gezogen (Angaben in Arbeitstagen):
| Auftrag | A | B | C | D | E | Betrag Kostenvoranschlag | benötigtes Teil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| R-2611 | 0,5 | 0,5 | 1,5 | 2,5 | 0,5 | 95 € | Standardteil |
| R-2617 | 1,0 | 0,5 | 2,5 | 3,0 | 0,5 | 240 € | Sonderteil |
| R-2624 | 0,5 | 1,0 | 0,5 | 0,0 | 0,5 | 110 € | kein Teil nötig |
| R-2630 | 0,5 | 0,5 | 3,0 | 2,0 | 1,0 | 185 € | Sonderteil |
| R-2642 | 1,0 | 0,5 | 2,0 | 2,5 | 0,5 | 105 € | Standardteil |
Laut Arbeitszeiterfassung arbeiten die Beschäftigten an einem solchen Auftrag insgesamt im Mittel 2,75 Stunden (ein Arbeitstag hat 8 Stunden).
a) Werte die Stichprobe aus: Berechne die mittlere Durchlaufzeit und den Anteil der tatsächlichen Bearbeitungszeit daran. Benenne die beiden Abschnitte, an denen eine Verbesserung am meisten bringt, und begründe Deine Wahl. (5 Punkte)
Durchlaufzeit (2 Punkte): Je Auftrag 5,5 / 7,5 / 2,5 / 7,0 / 6,5 Arbeitstage, im Mittel \frac{29}{5} = \underline{\underline{5{,}8 \text{ Arbeitstage}}}.
Bearbeitungsanteil (1 Punkt): 2{,}75 \text{ h} : 8 \text{ h} \approx 0{,}34 Arbeitstage; das sind 0{,}34 : 5{,}8 \approx 5{,}9\,\%. Rund 94 % der Zeit wartet das Rad.
Engpässe (2 Punkte): Die Mittelwerte je Abschnitt sind A 0,7, B 0,6, C 1,9 und D 2,0, E 0,6 Arbeitstage. C (Warten auf die Freigabe) und D (Warten auf Teile) machen zusammen etwa zwei Drittel (67 %) der Durchlaufzeit aus. Beides sind reine Liegezeiten; hier lässt sich viel gewinnen, ohne dass jemand schneller arbeiten muss.
b) Die Stichprobe zeigt, wie lange Abschnitt C dauert, aber nicht, warum. Beschreibe ein qualitatives Vorgehen, mit dem Du die Gründe für die langen Wartezeiten in Abschnitt C herausfindest. (2 Punkte)
Z. B. Bastian Ludwig einen Vormittag bei den Rückrufen begleiten und notieren, wann und wie oft niemand erreichbar ist, ob Nummern fehlen oder falsch sind und wie lange die Gespräche dauern (1 Punkt). Ergänzend fünf bis zehn Kund*innen bei der Abholung kurz befragen, wann und auf welchem Weg sie am liebsten erreicht werden möchten (1 Punkt). Auch ein Interview mit der Annahme ist möglich.
Ein Praktikant hat die Ursachen der langen Reparaturdauer in einem Ishikawa-Diagramm gesammelt. Beim Durchsehen fallen Dir vier Fehler auf:
c) Finde die vier Fehler im Entwurf und gib jeweils an, wie er zu korrigieren ist. (4 Punkte)
Je Fehler mit passender Korrektur 1 Punkt:
| Eintrag im Entwurf | Fehler | Korrektur |
|---|---|---|
| „Großhändler liefert erst nach 2–3 Tagen“ unter Mensch | liegt außerhalb von CSB-Rad | nach Mitwelt verschieben |
| „Befund wird unvollständig notiert“ unter Mitwelt | Verhalten der eigenen Beschäftigten | nach Mensch verschieben |
| „Zettel werden nur zweimal täglich eingesammelt“ unter Material | beschreibt einen festgelegten Ablauf, nicht das Material | nach Methode verschieben |
| „Kundschaft beschwert sich über Wartezeit“ unter Maschine | ist eine Folge der Wirkung, keine Ursache | streichen (gehört nicht ins Diagramm) |
Bastian Ludwig schlägt zwei Maßnahmen vor:
M1 Freigabegrenze: Bei der Annahme unterschreibt die Kundschaft, dass Reparaturen bis 120 € ohne Rückfrage ausgeführt werden. Abschnitt C entfällt dann für diese Aufträge.
M2 Standardteile auf Lager: Häufig benötigte Standardteile (Schläuche, Bremsbeläge, Ketten) werden vorrätig gehalten. Abschnitt D entfällt dann für Aufträge mit Standardteil.
d) Berechne mit der Stichprobe, wie sich die mittlere Durchlaufzeit durch M1, durch M2 und durch beide Maßnahmen zusammen ändert. Beurteile, ob das Ziel von drei Arbeitstagen damit erreicht wird, und nenne je einen Nachteil der beiden Maßnahmen. (6 Punkte)
M1 (1 Punkt): Betroffen sind R-2611, R-2624 und R-2642 (höchstens 120 €). Es entfallen 1{,}5 + 0{,}5 + 2{,}0 = 4{,}0 Arbeitstage, im Mittel 4{,}0 : 5 = 0{,}8. Neue Durchlaufzeit: 5{,}8 - 0{,}8 = 5{,}0 Arbeitstage.
M2 (1 Punkt): Betroffen sind R-2611 und R-2642 (Standardteil). Es entfallen 2{,}5 + 2{,}5 = 5{,}0 Arbeitstage, im Mittel 1{,}0. Neue Durchlaufzeit: 4{,}8 Arbeitstage.
Beide (1 Punkt): Die Maßnahmen betreffen verschiedene Abschnitte und addieren sich: 5{,}8 - 0{,}8 - 1{,}0 = \underline{\underline{4{,}0 \text{ Arbeitstage}}}.
Beurteilung (1 Punkt): Das Ziel von drei Arbeitstagen wird auch mit beiden Maßnahmen verfehlt. Teure Reparaturen mit Sonderteilen (R-2617, R-2630) bleiben lang; dafür braucht es eine weitere Maßnahme, z. B. Freigabe per Link statt Anruf. Die Stichprobe ist mit fünf Aufträgen außerdem klein.
Nachteile (2 Punkte): M1: Kund*innen erleben eine höhere Rechnung als erwartet, wenn sie die Freigabe bei der Annahme vergessen haben; Ärger und Reklamationen sind möglich. M2: Lagerbestand bindet Geld und Platz; Teile können veralten, wenn sie selten gebraucht werden.
Ab Januar 2027 soll ein Werkstattportal Abschnitt C weiter verkürzen: Die Kundschaft sieht den Auftragsstatus und gibt Kostenvoranschläge per Klick frei. Das Team hat dazu eine SWOT-Matrix erstellt:
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| erfahrenes Werkstattteam; Kundendaten liegen schon in der Werkstattsoftware | nur eine Person erstellt Kostenvoranschläge; keine Erfahrung mit dem Betrieb eines Portals |
| Chancen | Risiken |
| Kundschaft kennt Statusanzeigen von Paketdiensten; Werkstattteam kennt die Werkstattsoftware gut | ein Mitbewerber in Bielefeld bietet schon Online-Termine an; öffentlich erreichbare Portale werden häufig angegriffen |
e) Ein Eintrag steht im falschen Feld. Nenne ihn und begründe, wohin er gehört. Leite anschließend aus der Matrix je eine SO-Strategie (Stärke nutzen, um eine Chance zu ergreifen) und eine WT-Strategie (Schwäche abbauen, damit ein Risiko nicht eintritt) für die Einführung ab. (5 Punkte)
Falscher Eintrag (1 Punkt): „Werkstattteam kennt die Werkstattsoftware gut“ betrifft CSB-Rad selbst (intern) und gehört zu den Stärken, nicht zu den Chancen. Chancen und Risiken kommen aus dem Umfeld.
SO-Strategie (2 Punkte): Weil die Kundendaten schon in der Werkstattsoftware liegen und die Kundschaft Statusanzeigen gewohnt ist, startet das Portal zuerst mit einer einfachen Statusseite samt Freigabe-Link per SMS, die direkt aus der vorhandenen Software gespeist wird; so ist der Nutzen schnell sichtbar.
WT-Strategie (2 Punkte): Weil das Team keine Erfahrung mit dem Betrieb eines Portals hat, Angriffe aber wahrscheinlich sind, wird der Betrieb an einen Dienstleister mit Sicherheitsupdates und Datensicherung vergeben (Auftragsverarbeitung nach DSGVO vereinbaren); intern werden zwei Beschäftigte für die Freigaben eingewiesen, damit der Engpass nicht ins Portal wandert.
Andere Strategien sind richtig, wenn sie ein Feldpaar sinnvoll verbinden.
Aufgabe 3.2: Risiken in der Moderation einer Freizeit-App bewerten (Profilkompetenz)
(ca. 20 min Bearbeitungszeit)
Du bist Auszubildende*r bei der Let’s Meet GmbH in Bielefeld, die eine App für gemeinsame Freizeitaktivitäten betreibt. Nutzer*innen können Profile und Aktivitäten melden, etwa bei Belästigung oder gefährlichen Treffpunkten. Das Support-Team um Birgit Sommer prüft jede Meldung und sperrt bei Bedarf Konten. Weil die App auch von 16- und 17-Jährigen genutzt wird, hat eine Praktikantin den Meldeprozess mit einer FMEA bewertet. Bedeutung (B), Auftreten (A) und Entdeckung (E) werden mit 1 bis 10 bewertet; bei der Entdeckung heißt 1 „wird sicher vor dem Schaden entdeckt“, 10 „wird kaum entdeckt“.
| Nr. | Prozessschritt | möglicher Fehler | Fehlerursache | B | A | E | RPZ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Meldung prüfen | Meldung bleibt am Wochenende liegen, gemeldete gefährliche Aktivität findet statt | keine Rufbereitschaft am Wochenende | 9 | 4 | 3 | 108 |
| 2 | Meldung erfassen | Meldung wird der falschen Aktivität zugeordnet | Meldung kommt per E-Mail, Aktivität wird von Hand gesucht | 5 | 6 | 4 | 130 |
| 3 | Konto sperren | Konto einer unbeteiligten Person wird gesperrt | Konto wird über den Namen statt über die Kontonummer gesucht | 10 | 2 | 6 | 120 |
| 4 | meldende Person informieren | Name der meldenden Person geht an die gemeldete Person | Platzhalter in der Antwortvorlage falsch befüllt; Antwort geht ohne zweite Kontrolle raus | 9 | 2 | 2 | 36 |
a) Prüfe den Entwurf. Er enthält einen Rechenfehler und eine Bewertung, die nicht zur eingetragenen Fehlerursache passt. Benenne beide, korrigiere sie und gib die richtigen RPZ an. (4 Punkte)
Rechenfehler (2 Punkte): Zeile 2: RPZ = 5 \cdot 6 \cdot 4 = \underline{\underline{120}}, nicht 130.
Unplausible Bewertung (2 Punkte): Zeile 4: E = 2 behauptet, der Fehler werde fast sicher entdeckt. Laut Ursache geht die Antwort aber ohne zweite Kontrolle raus; der Fehler fällt erst auf, wenn die gemeldete Person reagiert. Angemessen ist z. B. E = 8, damit RPZ = 9 \cdot 2 \cdot 8 = \underline{\underline{144}}. Werte von 7 bis 9 sind mit Begründung ebenfalls richtig (RPZ 126 bzw. 162).
b) Let’s Meet arbeitet Maßnahmen nach der RPZ ab, behandelt aber jede Bedeutung ab 9 vorrangig. Lege mit den korrigierten Werten die Reihenfolge der Zeilen fest und erläutere am Beispiel der Zeilen 2 und 3, warum die Zusatzregel nötig ist. (4 Punkte)
Reihenfolge (2 Punkte): Zuerst alle Zeilen mit B ≥ 9, darin nach RPZ: Zeile 4 (144), Zeile 3 (120), Zeile 1 (108); danach Zeile 2 (120).
Zusatzregel (2 Punkte): Zeile 2 und Zeile 3 haben dieselbe RPZ von 120. Eine falsch zugeordnete Meldung lässt sich nachträglich korrigieren (B = 5), die Sperre einer unbeteiligten Person schließt sie aus der Gemeinschaft aus und kann zu einem Rechtsstreit führen (B = 10). Die RPZ multipliziert alle drei Werte gleich gewichtet; dadurch kann ein häufiger, aber harmloser Fehler genauso dringend wirken wie ein seltener, schwerer. Die Zusatzregel verhindert, dass schwere Folgen hinten anstehen.
c) Plane für Zeile 3 zwei Maßnahmen, bewerte die Zeile nach den Maßnahmen neu und berechne die neue RPZ. Erläutere, warum sich einer der drei Werte durch Deine Maßnahmen nicht ändert. (5 Punkte)
Maßnahmen (2 Punkte): Die Sperrmaske lässt nur noch die Kontonummer aus der Meldung zu, eine Namenssuche ist nicht mehr möglich (senkt das Auftreten). Vor jeder Sperre bestätigt eine zweite Person aus dem Support-Team, dass Konto und Meldung zusammenpassen (verbessert die Entdeckung).
Neubewertung (2 Punkte): B = 10, A = 1, E = 3, also RPZ = 10 \cdot 1 \cdot 3 = \underline{\underline{30}} statt 120.
Unveränderter Wert (1 Punkt): Die Bedeutung bleibt 10. Die Maßnahmen machen den Fehler seltener und früher sichtbar, aber wenn er doch passiert, ist die Folge für die betroffene Person genauso schwer.
Clara Neumann hat eine interne Ideenplattform eingerichtet. Für den Meldeprozess liegen zwei Vorschläge vor:
V1 reicht Birgit Sommer über die Ideenplattform ein: eine Wochenend-Rufbereitschaft im Wechsel im Support-Team. Kosten: rund 600 € Zulage pro Monat. Erwartung: Auftreten in Zeile 1 sinkt von 4 auf 1.
V2 gibt die Geschäftsführung nach einem Strategietreffen an das Entwicklungsteam weiter: ein Meldeknopf direkt an jeder Aktivität, der die Aktivität automatisch in die Meldung übernimmt. Kosten: einmalig 4 Entwicklertage. Erwartung: Auftreten in Zeile 2 sinkt von 6 auf 1.
d) Ordne beide Vorschläge einem Top-down- oder Bottom-up-Innovationsprozess zu und beschreibe je einen Vorteil, den die jeweilige Entstehungsweise in diesem Fall hat. (4 Punkte)
V1 – Bottom-up (2 Punkte): Die Idee kommt aus dem Support-Team, das die Meldungen täglich bearbeitet. Vorteil: Birgit Sommer kennt die Lücke am Wochenende aus eigener Erfahrung, und das Team trägt eine Rufbereitschaft eher mit, wenn es sie selbst vorgeschlagen hat.
V2 – Top-down (2 Punkte): Die Leitung legt die Lösung fest und gibt sie zur Umsetzung weiter. Vorteil: Die Entscheidung fällt schnell, passt zur Produktstrategie, und die nötigen Entwicklertage sind von der Geschäftsführung gleich mit eingeplant.
e) Für die nächsten Wochen ist nur einer der beiden Vorschläge finanzierbar. Entscheide, welcher zuerst umgesetzt wird. Ziehe dafür mindestens drei Kriterien heran und rechne die erwartete Wirkung auf die RPZ nach. (5 Punkte)
Wirkung (2 Punkte): V1: Zeile 1 sinkt auf 9 \cdot 1 \cdot 3 = 27 (−81). V2: Zeile 2 sinkt auf 5 \cdot 1 \cdot 4 = 20 (−100).
Kriterien (2 Punkte), z. B.: Senkung der RPZ spricht knapp für V2. Schwere der verhinderten Folge spricht für V1: Dort geht es um eine gefährliche Aktivität, an der auch Minderjährige teilnehmen könnten (B = 9), bei V2 um eine korrigierbare Zuordnung (B = 5). Kosten: V1 verursacht laufende Kosten, V2 nur einmalige. Umsetzungsdauer: V1 ist ab dem nächsten Wochenende möglich, V2 braucht einen Entwicklungstermin.
Entscheidung (1 Punkt): z. B. V1 zuerst, weil der Schutz vor einer schweren Folge mit B = 9 Vorrang hat (siehe Zusatzregel aus b) und die Maßnahme sofort wirkt; V2 wird für die nächste Planungsrunde vorgemerkt. Die Entscheidung für V2 ist ebenfalls richtig, wenn sie mit niedrigeren Gesamtkosten und der größeren RPZ-Senkung begründet und das Wochenendrisiko übergangsweise anders abgefangen wird.
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