Übungsaufgaben zur Netzwerkdiagnose: ping, tracert, nslookup und Paketmitschnitt
https://bildung.social/@oerinformatik/
https://oer-informatik.de/netzwerkdiagnose-uebungsaufgaben
Fehlersuche, Netzwerkdiagnose, ping, tracert, nslookup, ipconfig, TTL, APIPA, Wireshark, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 151 min, mehrere Aufgaben): Sieben Übungsaufgaben zur Fehlersuche im Netzwerk: In der Basisstufe ordnest Du Beobachtungen an Desk-Sharing-Plätzen Ursachen zu und berechnest den Jitter eines ruckelnden Livestreams. In der Kernstufe findest Du heraus, warum ein Flurmonitor nie online war, und prüfst Vermutungen zu einem neuen Werkstatt-PC ohne Internet. In der Profilstufe klärst Du DNS-Probleme nach einem Serverumzug und HTTP-Statuscodes einer API, wertest einen TCP-Mitschnitt und eine
mtr-Messung zu einem langsamen Check-in aus und untersuchst ausbleibende Fertigungsrückmeldungen zwischen zwei Standorten. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Netzwerkfehler analysieren: ping, tracert, nslookup und Paketmitschnitt.
Hinweise zur Bearbeitung: Bis zur Teil-1-Prüfung der IT-Berufe solltest Du die Basiskompetenz beherrschen, also Aufgabe 1.1 und Aufgabe 1.2. Als FISY, FIDV oder ISE musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1 und Aufgabe 2.2. Von FISY und FIDV wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1, Aufgabe 3.2 und Aufgabe 3.3) keine Probleme bereiten. Bei „nennen“ und „angeben“ genügen Stichworte, bei „beschreiben“, „erläutern“ und „begründen“ erwartet die Aufgabe ganze Sätze mit Bezug zur Situation. Alle Konsolenausgaben sind gekürzt. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst; andere sachlich richtige Antworten sind ebenfalls richtig.
Du möchtest eigene Aufgaben zum Üben von einem KI-Sprachmodell generieren lassen?
Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.
Erstelle neue Übungsaufgaben zum Thema „Netzwerkdiagnose: ping, tracert,
nslookup und Paketmitschnitt“.
Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.
Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/netzwerkdiagnose
- https://oer-informatik.de/dhcp-dns-arp
- https://oer-informatik.de/vlan
- https://oer-informatik.de/switches
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/netzwerkdiagnose-uebungsaufgaben
Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Fehlersuche
- Netzwerkdiagnose
- ping
- tracert
- nslookup
- ipconfig
- TTL
- APIPA
- Wireshark
Kompetenzstufe: Profilkompetenz (alternativ: Basiskompetenz, Kernkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan
Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
danach frage.
Aufgabe 1.1: Ein freier Platz ohne Netz (Basiskompetenz)
(ca. 16 min Bearbeitungszeit)
Du bist Auszubildende*r bei der Let’s Meet GmbH in Bielefeld. Im Büro am Jahnplatz gibt es Desk-Sharing: Wer kommt, steckt das Notebook an einem freien Platz an die Dockingstation. Das Büronetz ist 172.18.4.0/23, das Gateway hat die Adresse 172.18.5.254, der interne DNS-Server 172.18.4.10. Für Besuch gibt es ein getrenntes Gästenetz 192.168.50.0/24. Am Montagmorgen sammelt Jonas Weber mehrere Meldungen und bittet Dich, sie mit ihm abzuarbeiten.
a) An der Dockingstation am Platz 3 leuchtet die linke LED der Netzwerkbuchse dauerhaft orange, die rechte flackert gelb. Laut Handbuch der Dockingstation gilt:
| LED | Anzeige | Bedeutung |
|---|---|---|
| links | grün, dauerhaft | Verbindung mit 1 Gbit/s |
| links | orange, dauerhaft | Verbindung mit 10 oder 100 Mbit/s |
| links | aus | keine Verbindung |
| rechts | gelb, flackernd | Daten werden übertragen |
Deute die Anzeige und nenne eine Stelle, an der Du nachsiehst, mit welcher Geschwindigkeit die Gegenstelle verbunden ist. (2 Punkte)
Deutung (1 Punkt): Die Dockingstation ist mit dem Switch verbunden, aber nur mit 10 oder 100 Mbit/s; Daten fließen. Stelle (1 Punkt), z. B.: Portübersicht des Switches (ausgehandelte Geschwindigkeit des Ports bzw. per LLDP gemeldete Gegenstelle) oder auf dem Notebook Get-NetAdapter (Spalte LinkSpeed).
b) Jonas hat fünf Beobachtungen notiert:
- B1: Ein Notebook zeigt in
ipconfignur eine IPv6-Adresse2001:db8:4c:4::1a7, aber keine IPv4-Adresse. Webseiten im Internet laden, das Ticketsystem auf172.18.4.25nicht. - B2: Am Platz 14 bleibt die linke LED aus. Mit demselben Notebook und demselben Kabel leuchtet sie am Platz 15 sofort grün. In der Portübersicht des Switches steht beim Port zu Platz 14 „err-disabled (port security)“.
- B3: Ein Notebook am Platz 9 bekommt per DHCP die Adresse
192.168.50.23. Webseiten im Internet laden, das Ticketsystem ist nicht erreichbar. - B4:
ping 172.18.5.254undping 10.99.4.20(App-Server) gelingen.nslookup api.letsmeet.examplemeldetServer: UnKnown,Address: 172.18.4.99und eine Zeitüberschreitung. - B5: Der Browser meldet „Der Proxyserver antwortet nicht“.
Test-NetConnection www.example.com -Port 443meldetTcpTestSucceeded : True.
Ordne jeder Beobachtung die wahrscheinlichste Ursache zu. Zwei Ursachen bleiben übrig. (5 Punkte)
- Der Switch-Port wurde wegen einer Sicherheitsregel gesperrt.
- Die Netzwerkkarte des Notebooks ist defekt.
- Im Browser ist noch ein Proxy eingetragen, den es nicht gibt.
- IPv4 ist in den Adaptereinstellungen deaktiviert.
- Der DHCP-Bereich des Büronetzes ist erschöpft.
- Die Dose ist auf einen Switch-Port im falschen VLAN gepatcht.
- Als DNS-Server ist eine falsche Adresse eingetragen.
Je Beobachtung 1 Punkt: B1 → 4, B2 → 1, B3 → 6, B4 → 7, B5 → 3. Übrig bleiben 2 (das Notebook funktioniert an Platz 15) und 5 (ein erschöpfter Bereich erklärt weder die Adresse aus dem Gästenetz bei B3 noch die ganz fehlende IPv4-Adresse bei B1; dort stünde eine APIPA-Adresse).
c) Wähle zwei der Beobachtungen B1, B3, B4 und B5. Beschreibe jeweils, wie Du die Ursache behebst und wie Du anschließend kontrollierst, dass der Fehler beseitigt ist. (4 Punkte)
Je Beobachtung 1 Punkt für die Behebung und 1 Punkt für die Kontrolle, z. B.:
- B1: In den Eigenschaften des Adapters „Internetprotokoll, Version 4“ wieder aktivieren. Kontrolle:
ipconfigzeigt eine IPv4-Adresse aus172.18.4.0/23, das Ticketsystem öffnet sich (es ist nur per IPv4 erreichbar). - B3: Im Patchfeld bzw. Patchplan nachsehen und die Dose auf einen Port im Büro-VLAN patchen oder die VLAN-Zuordnung des Ports ändern (lassen). Kontrolle: Nach
ipconfig /renewstammt die Adresse aus dem Büronetz, das Ticketsystem öffnet sich. - B4: DNS-Server
172.18.4.10eintragen, DNS-Cache leeren. Kontrolle:Resolve-DnsName api.letsmeet.exampleliefert ohne Zeitüberschreitung eine Adresse;Get-DnsClientServerAddresszeigt172.18.4.10. - B5: In den Proxy-Einstellungen von System bzw. Browser den Eintrag entfernen oder „automatisch erkennen“ wählen. Kontrolle: Eine Webseite lädt im Browser.
d) Ein Notebook ohne Auffälligkeiten an den LEDs erreicht den App-Server api.letsmeet.example (10.99.4.20, HTTPS) nicht. Lege eine Reihenfolge von vier Prüfbefehlen fest, mit der Du vom eigenen Rechner bis zum Dienst auf dem App-Server vorgehst, und gib jeweils an, was ein erfolgreiches Ergebnis ausschließt. (4 Punkte)
Je Befehl mit Aussage 1 Punkt, z. B.:
ping 127.0.0.1(oderping ::1): Der eigene TCP/IP-Stack funktioniert.ping 172.18.5.254: Adresse, Maske und Verbindung im Büronetz bis zum Gateway sind in Ordnung; Schicht 1 bis 3 im lokalen Netz scheiden aus.Resolve-DnsName api.letsmeet.example: Die Namensauflösung funktioniert und liefert die erwartete Adresse.Test-NetConnection 10.99.4.20 -Port 443: Routing zum Rechenzentrum und Firewall lassen HTTPS durch, der Dienst nimmt Verbindungen an; ein verbleibender Fehler liegt in der Anwendung oder im Browser.
Andere sinnvolle Reihenfolgen (z. B. mit tracert als Zwischenschritt) sind ebenfalls richtig.
e) Jonas will herausfinden, an welchem Switch-Port ein Notebook gerade steckt; die Dose ist nicht beschriftet. ipconfig /all zeigt Physische Adresse . . . : 3C-22-FB-41-07-1E. Beschreibe, wie ihm diese Angabe weiterhilft. (2 Punkte)
Die Angabe ist die MAC-Adresse der Netzwerkkarte (1 Punkt). Der Switch lernt, hinter welchem Port welche MAC-Adresse liegt; Jonas sucht 3c22.fb41.071e bzw. 3C-22-FB-41-07-1E in der MAC-Adresstabelle des Switches (Weboberfläche oder Konsole) und liest dort den Port ab (1 Punkt).
Aufgabe 1.2: Ein ruckelnder Livestream (Basiskompetenz)
(ca. 17 min Bearbeitungszeit)
Du hilfst im Technikteam des Barcamps am Ratz und Rübe Berufskolleg. Bei der Generalprobe ruckelt der Livestream aus der Aula. Der Encoder schickt das Video über das Protokoll SRT an den Streaming-Server; SRT puffert dabei 120 ms, damit verspätete Pakete noch eingeordnet werden können. Emre Aksoy pingt vom Streaming-Server (Linux) aus die Kamera und den Encoder je zehnmal an:
$ ping -c 10 10.130.0.21
...
--- 10.130.0.21 ping statistics ---
10 packets transmitted, 10 received, 0% packet loss, time 9012ms
rtt min/avg/max/mdev = 0.412/0.587/0.903/0.141 ms
$ ping -c 10 10.130.0.20
PING 10.130.0.20 (10.130.0.20) 56(84) bytes of data.
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=1 ttl=64 time=2.8 ms
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=2 ttl=64 time=3.1 ms
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=3 ttl=64 time=148.6 ms
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=5 ttl=64 time=4.0 ms
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=6 ttl=64 time=211.3 ms
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=7 ttl=64 time=3.5 ms
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=9 ttl=64 time=176.9 ms
64 bytes from 10.130.0.20: icmp_seq=10 ttl=64 time=2.9 ms
--- 10.130.0.20 ping statistics ---
10 packets transmitted, 8 received, 20% packet loss, time 9034ms
rtt min/avg/max/mdev = 2.800/69.138/211.300/86.485 ms
a) Lies für Kamera (.21) und Encoder (.20) jeweils den Paketverlust und die mittlere Antwortzeit ab und vergleiche die beiden Geräte. (2 Punkte)
Kamera: 0 % Verlust, im Mittel 0,587 ms; Encoder: 20 % Verlust (Antworten 4 und 8 fehlen), im Mittel 69,138 ms (1 Punkt). Die Kamera verhält sich wie im LAN üblich, der Encoder antwortet unregelmäßig und teils gar nicht (1 Punkt).
b) Ein einfaches Maß für die Schwankung (Jitter) ist der Mittelwert der Beträge der Differenzen zwischen aufeinanderfolgenden empfangenen Antwortzeiten. Berechne den Jitter des Encoders. (3 Punkte)
Differenzen der acht empfangenen Antworten (1 Punkt): 0,3; 145,5; 144,6; 207,3; 207,8; 173,4; 174,0 ms. Summe 1.052,9 ms (1 Punkt), geteilt durch 7 Differenzen: Jitter ≈ 150,4 ms (1 Punkt).
c) Bewerte, ob der Encoder mit diesen Werten einen störungsfreien Stream liefern kann, und schlage einen nächsten Schritt zur Eingrenzung vor. Beziehe den Puffer von 120 ms ein. (4 Punkte)
Bewertung (3 Punkte): Nein. Der Jitter von rund 150 ms ist größer als der Puffer von 120 ms; drei der acht Antworten kamen erst nach mehr als 120 ms. SRT verwirft Pakete, die nach Ablauf des Puffers eintreffen, weil sie für die Wiedergabe zu spät sind. Zusammen mit den 20 % tatsächlich verlorenen Paketen fehlen dem Server so regelmäßig Teile des Videostroms; es entstehen Bildfehler und Aussetzer.
Nächster Schritt (1 Punkt), z. B.: Da die Kamera am selben Netz unauffällig ist, liegt das Problem eher beim Encoder oder seinem Anschluss: Auslastung (CPU, Temperatur) des Encoders prüfen, Fehlerzähler und Geschwindigkeit seines Switch-Ports ansehen, Kabel tauschen.
d) Ein Orga-Notebook meldet im WLAN „Kein Netzwerkzugriff“ für das Orga-Tool auf 10.140.0.10. Laut Netzwerkplan gehören Orga-Notebooks in das VLAN 110 (10.110.0.0/24), erreichbar über das WLAN BC27-ORGA; das Gäste-VLAN 200 (10.200.0.0/22) darf nur ins Internet. Statusfenster und ipconfig /all zeigen unter anderem:
SSID . . . . . . . . . . . . . . : BC27-GAST
Signalqualität . . . . . . . . . : 92 %
IPv4-Adresse . . . . . . . . . . : 10.200.1.57(Bevorzugt)
Subnetzmaske . . . . . . . . . . : 255.255.252.0
Standardgateway . . . . . . . . . : 10.200.0.1
Gib an, welche Angabe dem Netzwerkplan widerspricht, und begründe, welche Schicht als Ursache ausscheidet. (2 Punkte)
Die SSID BC27-GAST widerspricht dem Netzwerkplan; Adresse und Gateway aus dem Gästenetz sind die Folge davon (1 Punkt). Schicht 1 scheidet aus, denn die Signalqualität ist sehr gut und das Notebook hat eine Adresse erhalten (1 Punkt).
e) Erläutere, warum das Notebook zwar Webseiten im Internet öffnen kann, das Orga-Tool aber nicht erreicht, und beschreibe, wie Du den Fehler behebst und das Ergebnis kontrollierst. (5 Punkte)
Erklärung (3 Punkte): Das Notebook ist mit dem Gäste-WLAN verbunden und liegt deshalb im VLAN 200; per DHCP hat es eine Adresse aus 10.200.0.0/22 bekommen. Für dieses VLAN lässt die Firewall nur Verbindungen ins Internet zu; Ziele im Servernetz wie 10.140.0.10 sind gesperrt.
Behebung und Kontrolle (2 Punkte): Das Gäste-WLAN auf dem Notebook „vergessen“ bzw. die automatische Verbindung abschalten und mit BC27-ORGA verbinden. Kontrolle: ipconfig zeigt eine Adresse aus 10.110.0.0/24, das Orga-Tool öffnet sich.
f) Welche Aussage zur Ausgabe von ping trifft zu? Wähle die zutreffende Aussage aus. (2 Punkte)
- „time“ gibt an, wie lange das Paket nur für den Hinweg zum Ziel benötigt.
- „time“ ist die Zeit für Hin- und Rückweg (Round Trip Time).
- „ttl=64“ bedeutet, dass die Antwort nach 64 Millisekunden ankam.
- „0% packet loss“ beweist, dass auch Webseiten auf dem Ziel erreichbar sind.
- „56(84) bytes“ ist die Größe der gesamten Ethernet-Frames.
Richtig ist 2 (2 Punkte). Die TTL zählt Router-Stationen, nicht Millisekunden (3); ein erfolgreicher Ping sagt nichts über Dienste auf Schicht 4 bis 7 (4); 56 Byte sind die Nutzdaten des Testpakets, 84 Byte das IP-Paket mit ICMP- und IP-Header, ohne Ethernet-Rahmen (5).
Aufgabe 2.1: Der Flurmonitor am Parkplatz bleibt dunkel (Kernkompetenz)
(ca. 24 min Bearbeitungszeit)
Am Ratz und Rübe Berufskolleg zeigen vier Flurmonitore die offenen Fahrtangebote der Mitfahr-App „RatzFahrt“. Die Monitore hängen an kleinen Linux-Playern im VLAN 520 (10.50.20.0/24, Gateway 10.50.20.1). Der Player am Ausgang Parkplatz C bezieht seinen Strom per PoE+ über das Netzwerkkabel; dieser Monitor war noch nie online. Svenja Krämer von der Schul-IT hat bei einer ersten Begehung Notizen gemacht und bittet Dich, die Fehlersuche fortzusetzen.
- N1: Am Player am Parkplatz leuchtet keine LED, auch die Betriebs-LED nicht.
- N2: Switch SW-A1, Port 14: Status „down“, PoE-Status „denied (power budget exceeded)“.
- N3: Der DHCP-Server hat für VLAN 520 den Bereich
10.50.20.10bis10.50.20.14. - N4: Der Server der App erreicht die anderen drei Player per
ping. - N5: Laut Patchplan ist die Dose am Parkplatz auf Port 14 von SW-A1 gepatcht.
a) Ordne die Notizen N1 bis N5 je einer OSI-Schicht zu. Entscheide, auf welcher Schicht Du weitersuchst, und begründe Deine Entscheidung. (4 Punkte)
Zuordnung (2 Punkte): N1, N2 und N5 betreffen Schicht 1 (Stromversorgung über das Kabel, Link, Patchung); N3 die Adressvergabe (DHCP als Dienst der Anwendungsschicht, vergeben werden Adressen der Schicht 3); N4 Schicht 3.
Entscheidung (2 Punkte): Weiter auf Schicht 1. Der Player hat keinen Strom und der Switch verweigert ausdrücklich die PoE-Versorgung; solange das Gerät nicht läuft, lassen sich höhere Schichten gar nicht prüfen. N4 zeigt, dass Server, Routing und VLAN 520 grundsätzlich funktionieren.
b) Der Switch SW-A1 hat ein PoE-Budget von 185 W. Er reserviert für jedes Gerät die Höchstleistung seiner PoE-Klasse. An den Ports 1 bis 6 hängen Access Points der Klasse 4, am Port 14 der Player, ebenfalls Klasse 4 (je 30 W reserviert). Tatsächlich nehmen die Access Points im Betrieb je etwa 13,5 W auf, der Player etwa 9 W.
Zeige rechnerisch, warum Port 14 keinen Strom bekommt, und nenne zwei Möglichkeiten, den Player zu versorgen. (5 Punkte)
Rechnung (2 Punkte): Reserviert sind 6 × 30 W = 180 W; frei bleiben 185 W − 180 W = 5 W. Der Player bräuchte 30 W Reserve, deshalb verweigert der Switch die Versorgung (1 Punkt), obwohl tatsächlich nur 6 × 13,5 W + 9 W = 90 W gebraucht würden.
Möglichkeiten (je 1 Punkt), zwei aus: Zuteilung am Switch auf den tatsächlichen bzw. per LLDP ausgehandelten Bedarf umstellen; für den Player eine niedrigere Leistungsgrenze am Port festlegen; einen Access Point auf einen anderen Switch legen; einen PoE-Injektor oder ein Netzteil für den Player verwenden; einen Switch mit größerem Budget einsetzen.
c) Nach der Umstellung startet der Player, Port 14 ist „up“ – aber nur mit 100 Mbit/s. Der Kabeltester zeigt für die Leitung zum Parkplatz (Ader am Anfang → Ader am Ende): 1→1, 2→2, 3→3, 4→4, 5→5, 6→6, 7→–, 8→–, Schirm→Schirm.
Erkläre, warum trotz des Befunds eine Verbindung zustande kommt, und bewerte, ob die Leitung so bleiben kann. (4 Punkte)
Erklärung (2 Punkte): Das Adernpaar 7/8 ist am Ende nicht angeschlossen bzw. unterbrochen. 100 Mbit/s nutzen nur die Paare 1/2 und 3/6, Gigabit braucht alle vier Paare; die Gegenstellen handeln deshalb automatisch 100 Mbit/s aus. Auch PoE kann über zwei Paare übertragen werden.
Bewertung (2 Punkte): Für einen Anzeige-Player reichen 100 Mbit/s im Betrieb aus. Trotzdem ist die Leitung mangelhaft: Sie erfüllt nicht die Anforderungen der strukturierten Verkabelung, ein späteres Gerät mit Gigabit oder höherer PoE-Leistung über vier Paare würde nicht laufen. Die Leitung sollte neu aufgelegt bzw. repariert und der Befund dokumentiert werden.
d) Der Player läuft, bekommt aber keine IP-Adresse. Im Log des DHCP-Servers steht:
Nov 09 07:52:13 srv-dhcp dhcpd[811]: DHCPDISCOVER from b8:27:eb:5c:21:9e via 10.50.20.1: network 10.50.20.0/24: no free leases
Die Lease-Übersicht zeigt 10.50.20.10 bis .12 für die drei anderen Player und 10.50.20.13 und .14 für zwei Testgeräte, die bei der Einrichtung im Sommer kurz angeschlossen waren (Leasedauer 180 Tage).
da) Erläutere die Meldung und nenne die Ursache. (2 Punkte)
Der Player hat per Broadcast eine Adresse angefragt (DHCPDISCOVER); die Anfrage kam über die Weiterleitung des Gateways 10.50.20.1 beim Server an (1 Punkt). Der Server hat im Bereich keine freie Adresse mehr, weil die beiden Testgeräte ihre Adressen wegen der sehr langen Leasedauer noch belegen (1 Punkt).
db) Nenne zwei Abhilfen. (2 Punkte)
Je 1 Punkt, zwei aus: die Leases der Testgeräte löschen; den Bereich vergrößern; die Leasedauer verkürzen (z. B. auf einen Tag); für die vier Player Reservierungen anhand der MAC-Adresse anlegen.
e) Nach dem Löschen der Leases ist der Player online. Svenja pingt vom Windows-Server der App aus mehrere Ziele an und notiert die TTL der Antworten. Ein Praktikant schreibt daneben: „Player A antwortet nach 63 ms.“
| Ziel | TTL der Antwort |
|---|---|
| Player A (Linux) | 63 |
Gateway 10.50.20.1 |
255 |
| Dateiserver der Schul-IT | 126 |
| externer Webserver | 52 |
Korrigiere die Notiz des Praktikanten und schätze für jedes Ziel den Startwert der TTL, die Art des Systems und die Zahl der Router auf dem Rückweg. (5 Punkte)
Korrektur (1 Punkt): 63 ist keine Zeit, sondern der Stand des TTL-Zählers bei der Ankunft; jeder Router hat ihn um 1 verringert. Die Antwortzeit steht unter „Zeit“.
Je Ziel 1 Punkt:
| Ziel | Startwert | System | Router |
|---|---|---|---|
| Player A | 64 | Linux | 1 (das Gateway zwischen den VLANs) |
| Gateway | 255 | Router bzw. Netzwerkgerät | 0 |
| Dateiserver | 128 | vermutlich Windows | 2 |
| externer Webserver | 64 | vermutlich Linux oder ein ähnliches System | 12 |
Die Startwerte sind nur typische Voreinstellungen; sie lassen sich ändern.
f) Auf dem Player ruft Svenja tracepath zum externen Webserver auf:
user@player-c:~$ tracepath -n 203.0.113.45
1?: [LOCALHOST] pmtu 1500
1: 10.50.20.1 0.611ms
2: 10.0.0.2 1.204ms
3: 192.0.2.1 4.832ms asymm 4
3: 192.0.2.1 4.790ms pmtu 1492
4: 198.51.100.17 9.115ms
5: 203.0.113.45 10.402ms reached
Resume: pmtu 1492 hops 5 back 6
Deute die Angaben pmtu 1492, asymm 4 und back 6 und nenne eine mögliche Erklärung für den pmtu-Wert. (4 Punkte)
Je 1 Punkt: pmtu 1492 – ab Station 3 passen nur noch Pakete bis 1.492 Byte unzerlegt durch, tracepath hat die Pfad-MTU entsprechend verkleinert. asymm 4 – die Antwort von Station 3 kam über 4 statt über 3 Stationen zurück; Hin- und Rückweg sind unterschiedlich. back 6 – vom Ziel zurück liegen 6 Stationen, auf dem Hinweg 5. Erklärung: Die Strecke hinter 192.0.2.1 ist z. B. ein DSL-Anschluss mit PPPoE, das 8 Byte je Paket für seinen eigenen Header braucht (1.500 − 8 = 1.492).
Aufgabe 2.2: Der neue Diagnose-PC in der Werkstatt (Kernkompetenz)
(ca. 20 min Bearbeitungszeit)
Du bist Auszubildende*r bei der CSB-Rad GmbH. Im Werk in Sennestadt liegt die Werkstatt im VLAN 40 (10.16.40.0/24); der Router R-SEN hat dort die Adresse 10.16.40.254. Der DNS- und DHCP-Server srv-sen steht im Büro-VLAN 10 und hat die Adresse 10.16.10.53. Ein externer Dienstleister hat einen neuen PC für die Diagnose von E-Bike-Motoren geliefert und eingerichtet. Der Browser zeigt „Keine Internetverbindung“, die übrigen Werkstatt-PCs arbeiten normal.
a) Bastian Ludwig sagt: „Fang beim Kabel an, das ist bestimmt wieder locker.“ Cem Sarıkaya meint: „Schau Dir erst an, was der Browser genau meldet.“ Entscheide, welcher Vorschlag hier sinnvoller ist, und begründe mit der Situation. (3 Punkte)
Entscheidung (1 Punkt): Cems Vorschlag, also von der Anwendung aus nach unten (Top-down) bzw. in der Mitte einsteigen. Begründung (2 Punkte): Die anderen PCs am selben Netz funktionieren, zentrale Komponenten sind also in Ordnung; neu ist nur der fremd eingerichtete PC. Ein Konfigurationsfehler (Gateway, DNS, Proxy) ist deshalb wahrscheinlicher als ein Kabelfehler. Der Blick auf die Link-LED dauert trotzdem nur Sekunden.
Für die weitere Suche notierst Du vier Vermutungen:
- V1: Kabel oder Switch-Port des PCs sind defekt.
- V2: Das Standardgateway ist falsch eingetragen.
- V3: Der PC fragt einen DNS-Server, der nicht antwortet.
- V4: Eine Firewall sperrt DNS-Anfragen aus dem VLAN 40 zu
srv-sen.
b) Nenne zu jeder Vermutung einen Befehl oder eine Prüfung, mit der Du sie gezielt testest. (4 Punkte)
Je Vermutung 1 Punkt, z. B.: V1 – Link-LED, Portstatus am Switch bzw. Get-NetAdapter (Status, LinkSpeed), Kabeltester; V2 – ipconfig bzw. route print mit dem Netzwerkplan vergleichen und tracert -d auf eine externe Adresse (erste Station muss R-SEN sein); V3 – Get-DnsClientServerAddress bzw. ipconfig /all ansehen und Resolve-DnsName ausführen; V4 – Resolve-DnsName <Name> -Server 10.16.10.53 oder Test-NetConnection 10.16.10.53 -Port 53.
c) Am neuen PC erhältst Du diese Ausgaben:
C:\>ipconfig /all
IPv4-Adresse . . . . . . . . . . : 10.16.40.71(Bevorzugt)
Subnetzmaske . . . . . . . . . . : 255.255.255.0
Standardgateway . . . . . . . . . : 10.16.40.254
DNS-Server . . . . . . . . . . . : 10.16.10.5
C:\>tracert -d 203.0.113.45
Routenverfolgung zu 203.0.113.45 über maximal 30 Hops
1 <1 ms <1 ms <1 ms 10.16.40.254
2 4 ms 3 ms 4 ms 192.0.2.1
3 9 ms 8 ms 9 ms 198.51.100.17
4 10 ms 10 ms 11 ms 203.0.113.45
Ablaufverfolgung beendet.
PS C:\> Resolve-DnsName www.example.com
Resolve-DnsName : www.example.com : Dieser Vorgang wurde wegen Zeitüberschreitung zurückgegeben
PS C:\> Resolve-DnsName www.example.com -Server 10.16.10.53
Name Type TTL Section IPAddress
---- ---- --- ------- ---------
www.example.com A 3240 Answer 203.0.113.45
Entscheide für jede Vermutung V1 bis V4, ob sie bestätigt oder widerlegt ist, und nenne den Beleg aus den Ausgaben. (8 Punkte)
Je Vermutung 1 Punkt für die Einordnung und 1 Punkt für den Beleg:
- V1 widerlegt:
tracerterreicht über mehrere Router ein Ziel im Internet; Leitung und Port funktionieren. - V2 widerlegt: Die erste Station ist
10.16.40.254, der Router R-SEN, und er leitet weiter. - V3 bestätigt: Eingetragen ist
10.16.10.5; die Anfrage ohne Angabe eines Servers läuft in eine Zeitüberschreitung, während10.16.10.53sofort antwortet. - V4 widerlegt: Dieselbe Anfrage desselben PCs an
10.16.10.53wird beantwortet.
d) Laut Unterlagen hatte srv-sen früher die Adresse 10.16.10.5. Beschreibe die Korrektur, eine Kontrolle und eine Maßnahme, damit der Fehler bei weiteren Geräten des Dienstleisters nicht wieder auftritt. (3 Punkte)
Je 1 Punkt: Korrektur – in den Adaptereinstellungen den DNS-Server 10.16.10.53 eintragen. Kontrolle – Resolve-DnsName www.example.com ohne Server-Angabe liefert eine Adresse, eine Webseite lädt. Vorbeugung – dem Dienstleister aktuelle Netzdaten geben bzw. eine Konfigurationsvorgabe mitliefern; alte Adressen aus Unterlagen und Vorlagen entfernen; neue Geräte vor der Übergabe gegen den Netzwerkplan prüfen.
e) Am selben Tag meldet sich eine Auszubildende: Ihr Notebook druckt auf dem Werkstattdrucker 10.16.40.20, erreicht aber nichts außerhalb der Werkstatt. Ein Auszug aus route print:
Netzwerkziel Netzwerkmaske Gateway Schnittstelle Metrik
0.0.0.0 0.0.0.0 10.16.4.254 10.16.40.88 281
10.16.40.0 255.255.255.0 Auf Verbindung 10.16.40.88 281
Erkläre mithilfe der Routingtabelle, warum lokale Ziele funktionieren und andere nicht, und gib die Korrektur an. (4 Punkte)
Ziele im Netz 10.16.40.0/24 erreicht das Notebook direkt („Auf Verbindung“), dafür braucht es kein Gateway – deshalb funktioniert der Drucker (1 Punkt). Alle anderen Ziele schickt es über die Standardroute 0.0.0.0 an das Gateway 10.16.4.254 (1 Punkt). Diese Adresse liegt nicht im eigenen Netz, das Notebook kann sie per ARP nicht erreichen; die Pakete verlassen die Werkstatt nicht (Tippfehler: 4 statt 40) (1 Punkt). Korrektur: Gateway 10.16.40.254 eintragen bzw. die Konfiguration per DHCP beziehen (1 Punkt).
Aufgabe 3.1: Ein umgezogenes Wiki und eine streikende API (Profilkompetenz)
(ca. 24 min Bearbeitungszeit)
Du bist Auszubildende*r bei der Let’s Meet GmbH. Der Server srv-buero (172.18.4.10) ist DHCP-Server und zuständiger (autoritativer) DNS-Server für die interne Zone buero.letsmeet.example. Am Montag, 9. November 2026, um 9 Uhr ist das interne Wiki wiki.buero.letsmeet.example von einer alten virtuellen Maschine (172.18.4.31) auf eine neue (172.18.4.47) umgezogen; der A-Eintrag wurde sofort angepasst, seine TTL beträgt 86.400 Sekunden. Yusuf Demir bittet Dich, einige Meldungen zu klären.
a) Jonas Weber landet mit seinem Linux-Rechner dev07 weiterhin auf dem alten Wiki. Er hat zwei Abfragen gemacht:
jonas@dev07:~$ dig wiki.buero.letsmeet.example
;; (…) opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 5121
;; flags: qr rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 1, AUTHORITY: 0, ADDITIONAL: 1
;; ANSWER SECTION:
wiki.buero.letsmeet.example. 61934 IN A 172.18.4.31
;; SERVER: 127.0.0.53#53(127.0.0.53) (UDP)
;; WHEN: Mon Nov 09 10:41:46 CET 2026
jonas@dev07:~$ dig @172.18.4.10 wiki.buero.letsmeet.example
;; (…) opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 33870
;; flags: qr aa rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 1, AUTHORITY: 0, ADDITIONAL: 1
;; ANSWER SECTION:
wiki.buero.letsmeet.example. 86400 IN A 172.18.4.47
;; SERVER: 172.18.4.10#53(172.18.4.10) (UDP)
;; WHEN: Mon Nov 09 10:41:52 CET 2026
Nenne drei Unterschiede zwischen den beiden Antworten und deute sie. (6 Punkte)
Je Unterschied 1 Punkt für das Nennen und 1 Punkt für die Deutung, drei aus:
- Befragter Server: einmal
127.0.0.53, der lokale Zwischenspeicher (Stub-Resolver) des Rechners, einmal direktsrv-buero. - Flag
aa: fehlt bei der ersten Antwort – sie stammt aus einem Cache; die zweite kommt vom zuständigen Server selbst. - Adresse: Der Cache liefert noch die alte Adresse
172.18.4.31, der zuständige Server schon die neue172.18.4.47. - TTL: Der Cache nennt die Restgültigkeit (61.934 s), der zuständige Server die volle TTL des Eintrags (86.400 s).
b) Berechne, ab wann dev07 ohne weiteres Eingreifen spätestens die neue Adresse verwendet. Erläutere außerdem, wie Jonas sofort auf die neue Adresse kommt und wie das Team den nächsten Umzug so plant, dass dieses Problem kaum auftritt. (5 Punkte)
Rechnung (2 Punkte): 61.934 s = 17 h 12 min 14 s. 10:41:46 Uhr + 17:12:14 = Dienstag, 10. November 2026, 03:54:00 Uhr; danach muss der Cache neu fragen.
Sofort (1 Punkt): den Cache leeren, unter Linux mit systemd-resolved resolvectl flush-caches, unter Windows ipconfig /flushdns.
Planung (2 Punkte): Einige Zeit vor dem Umzug – mindestens eine alte TTL lang, hier einen Tag – die TTL des Eintrags herabsetzen (z. B. auf 300 s). Beim Umzug verschwinden die alten Antworten dann innerhalb weniger Minuten aus allen Caches; danach die TTL wieder erhöhen.
c) In den Zugriffsprotokollen des Dateiservers erscheint seit Montag statt des Wikis ein Rechner namens build-test.buero.letsmeet.example. nslookup 172.18.4.47 liefert genau diesen Namen. Erläutere die Ursache und gib an, wie Du sie behebst. (3 Punkte)
Die Abfrage einer IP-Adresse nutzt die Rückwärtsauflösung über einen PTR-Eintrag (1 Punkt). Die Adresse 172.18.4.47 gehörte vorher einer Test-VM; in der Rückwärtszone 4.18.172.in-addr.arpa steht noch ihr alter Name (1 Punkt). Behebung: den PTR-Eintrag für 47 auf wiki.buero.letsmeet.example ändern (und den alten für 31 entfernen bzw. anpassen) (1 Punkt).
d) Im Lauf der Woche sammelt Yusuf vier weitere dig-Ergebnisse. Ordne jedem Ergebnis die passende Erklärung zu. Zwei Erklärungen bleiben übrig. (4 Punkte)
- D1:
dig wikki.buero.letsmeet.example→status: NXDOMAIN - D2:
dig portal.partner.example→status: SERVFAIL - D3:
dig @172.18.4.10 wiki.buero.letsmeet.example→;; communications error to 172.18.4.10#53: timed outundno servers could be reached - D4: Aus dem Homeoffice ohne VPN:
dig @198.51.100.20 www.example.com(öffentliche Adresse des Büros) →status: REFUSED
- Den angefragten Namen gibt es nicht.
- Der befragte Server antwortet überhaupt nicht, z. B. weil der Dienst gestoppt ist oder eine Firewall Port 53 sperrt.
- Der befragte Server lehnt die rekursive Auflösung für diesen Client ab.
- Der Server konnte keine gültige Antwort beschaffen, z. B. weil die zuständigen Server des Partners nicht erreichbar sind.
- Im Cache liegt ein veralteter Eintrag.
- Ein Alias (CNAME) zeigt auf ein falsches Ziel.
Je 1 Punkt: D1 → 1 (Tippfehler im Namen); D2 → 4; D3 → 2; D4 → 3 (der Büro-Server löst nur für interne Clients auf, sonst wäre er ein offener Resolver, der für Angriffe missbraucht werden kann). Übrig bleiben 5 und 6: Bei beiden käme NOERROR mit einer – falschen – Adresse zurück.
e) Die Freizeit-App meldet Fehler beim Laden der Aktivitäten. Jonas Weber schreibt in den Team-Chat: „curl bricht ab, die API ist nicht erreichbar.“ Du lässt Dir von curl Statuscode, Zeit bis zum Verbindungsaufbau und Gesamtzeit in Sekunden ausgeben:
$ F='%{http_code} %{time_connect} %{time_total}\n'
$ curl -m 2 -s -o /dev/null -w "$F" https://api.letsmeet.example/v2/aktivitaeten
000 0.031 2.001
$ curl -m 10 -s -o /dev/null -w "$F" https://api.letsmeet.example/v2/aktivitaeten
503 0.029 6.412
$ curl -m 2 -s -o /dev/null -w "$F" https://api.letsmeet.example/v2/health
200 0.030 0.084
$ curl -m 2 -s -o /dev/null -w "$F" http://api.letsmeet.example/v2/health
301 0.028 0.041
$ curl -m 2 -s -o /dev/null -w "$F" https://api.letsmeet.example/v2/admin/stats
403 0.030 0.052
ea) Widerlege Jonas’ Aussage und grenze mit Belegen aus den Ausgaben ein, wo das Problem liegt. (4 Punkte)
Der Server ist erreichbar: In allen Aufrufen steht die TCP-Verbindung nach rund 30 ms (time_connect), /v2/health antwortet in 84 ms mit 200 (2 Punkte). Jonas’ Aufruf ist nur an seiner eigenen Zeitgrenze von 2 s gescheitert (000 nach 2,001 s). Mit 10 s Zeitgrenze meldet der Server nach 6,4 s mit 503, dass der Dienst für die Aktivitäten überlastet bzw. nicht verfügbar ist (503 Service Unavailable, RFC 9110, Abschnitt 15.6.4). Das Problem liegt also in diesem Dienst bzw. dahinter (z. B. Überlast, langsame Datenbank), nicht im Netz (2 Punkte).
eb) Ordne die Statuscodes 301 und 403 ein und gib jeweils an, ob ein Fehler vorliegt. (4 Punkte)
Je Statuscode 1 Punkt für die Bedeutung und 1 Punkt für die Folgerung:
- 301 Moved Permanently: dauerhafte Weiterleitung, hier von HTTP auf HTTPS. Kein Fehler, sondern gewollt; ein Client folgt der neuen Adresse.
- 403 Forbidden: Der Server kennt die Ressource, verweigert aber den Zugriff, weil die Anfrage keine passende Berechtigung hat (hier ohne Anmeldung bzw. Token). Für einen Admin-Endpunkt erwartet; ein Fehler wäre es nur, wenn ein berechtigter Zugriff abgewiesen würde.
Aufgabe 3.2: Ein langsamer Check-in beim Barcamp (Profilkompetenz)
(ca. 27 min Bearbeitungszeit)
Du unterstützt die Schul-IT OWL am Ratz und Rübe Berufskolleg. Bei der Generalprobe des Barcamps dauert der Check-in an den Terminals im Foyer manchmal mehrere Sekunden pro Person, manchmal geht er sofort. Die Check-in-Terminals (VLAN 110, z. B. 10.110.0.31) senden jeden gescannten QR-Badge per HTTPS an den Info-Server 10.140.0.10 im Server-VLAN 140. Das Terminal hängt am Switch SW-A2 im Foyer, der über einen Uplink mit dem Switch SW-B0 im Serverraum verbunden ist; dort hängt auch der VM-Host vmh01, auf dem der Info-Server läuft. Svenja Krämer gibt Dir mehrere Analyseaufträge.
Das Schema zeigt den Weg vom Terminal zum Info-Server:
a) Du willst den Verkehr des Terminals mitschneiden. Begründe, warum ein Notebook mit Wireshark an einem freien Port von SW-A2 dafür nicht genügt, beschreibe, wie Du den Switch dafür einrichtest, und nenne eine Bedingung, die Du vor dem Mitschnitt klären musst. (4 Punkte)
Begründung (1 Punkt): Ein Switch leitet Unicast-Frames nur an den Port weiter, hinter dem das Ziel liegt; an einem freien Port kommen nur Broadcasts und eigener Verkehr an. Einrichtung (2 Punkte): Port Mirroring (SPAN) konfigurieren – der Port des Terminals (Quelle, beide Richtungen) wird auf den Monitoring-Port gespiegelt, an dem das Notebook hängt. Bedingung (1 Punkt), z. B.: Auftrag bzw. Freigabe durch die Verantwortlichen und Datenschutz klären, weil Badges personenbezogene Daten enthalten; Mitschnitt auf das Nötige beschränken und danach löschen.
b) Der Mitschnitt am gespiegelten Terminal-Port zeigt einen langsamen Check-in (Zeit in Sekunden ab dem ersten Frame, gekürzt):
| Nr. | Zeit | Quelle | Ziel | Info |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 0.000000 | 10.110.0.31 | 10.140.0.10 | 51544 → 443 [SYN] Seq=0 |
| 2 | 0.000912 | 10.140.0.10 | 10.110.0.31 | 443 → 51544 [SYN, ACK] Seq=0 Ack=1 |
| 3 | 0.001034 | 10.110.0.31 | 10.140.0.10 | 51544 → 443 [ACK] Seq=1 Ack=1 |
| 4 | 0.001410 | 10.110.0.31 | 10.140.0.10 | Client Hello, Len=518 |
| 5 | 0.003220 | 10.140.0.10 | 10.110.0.31 | Server Hello, Change Cipher Spec, Application Data, Len=2716 (zusammengefasst) |
| 6 | 0.006950 | 10.110.0.31 | 10.140.0.10 | Application Data, Len=612 |
| 7 | 0.214950 | 10.110.0.31 | 10.140.0.10 | [TCP Retransmission] Application Data, Len=612 |
| 8 | 0.215810 | 10.140.0.10 | 10.110.0.31 | 443 → 51544 [ACK] Ack=1131 |
| 9 | 0.231400 | 10.140.0.10 | 10.110.0.31 | Application Data, Seq=4097, Len=1380 |
| 10 | 0.231470 | 10.110.0.31 | 10.140.0.10 | [TCP Dup ACK] 51544 → 443 [ACK] Ack=2717 |
| 11 | 0.231520 | 10.140.0.10 | 10.110.0.31 | Application Data, Seq=5477, Len=1380 |
| 12 | 0.231600 | 10.110.0.31 | 10.140.0.10 | [TCP Dup ACK] 51544 → 443 [ACK] Ack=2717 |
| 13 | 0.232900 | 10.140.0.10 | 10.110.0.31 | [TCP Fast Retransmission] Application Data, Seq=2717, Len=1380 |
ba) Gib die Frames des Verbindungsaufbaus an und bestimme daraus die Laufzeit zwischen Terminal und Server. (2 Punkte)
Frames 1 bis 3 (SYN, SYN/ACK, ACK) (1 Punkt). Zwischen SYN und SYN/ACK vergehen 0,000912 s, also rund 0,9 ms Round Trip Time – für ein lokales Netz unauffällig (1 Punkt).
bb) Erläutere Frame 7 und berechne, wie lange das Terminal darauf gewartet hat. (3 Punkte)
Das Terminal sendet die Daten aus Frame 6 (den Check-in mit 612 Byte) erneut, weil innerhalb seiner Wartezeit keine Bestätigung kam (1 Punkt). Wartezeit: 0,214950 s − 0,006950 s = 0,208 s (1 Punkt). Das entspricht etwa der Mindestwartezeit für Wiederholungen vieler Betriebssysteme (rund 200 ms) und ist mehr als das 200-Fache der gemessenen Laufzeit; das Segment oder seine Bestätigung ist verloren gegangen (1 Punkt).
bc) Erläutere die Frames 9 bis 13. (3 Punkte)
Die Antwort des Servers beginnt bei Sequenznummer 2717; angekommen sind aber erst die Segmente ab 4097 und 5477 – das Segment 2717 bis 4096 fehlt (1 Punkt). Das Terminal bestätigt deshalb mehrmals nur bis 2717 (doppelte ACKs, Frames 10 und 12) und zeigt so die Lücke an (1 Punkt). Nach den doppelten Bestätigungen sendet der Server das fehlende Segment sofort erneut, ohne den Ablauf seiner Wartezeit abzuwarten (Fast Retransmission, Frame 13) (1 Punkt).
bd) Gespiegelt wurde der Port des Terminals an SW-A2. Begründe anhand des Mitschnitts, auf welchem Abschnitt des Weges die Pakete verloren gehen. (3 Punkte)
Frame 6 ist am Terminal-Port zu sehen, hat SW-A2 also erreicht; trotzdem kam beim Server nichts an, sonst gäbe es eine Bestätigung vor Frame 7 (1 Punkt). Das Segment 2717 des Servers taucht dagegen beim ersten Senden gar nicht am Terminal-Port auf, es ging also schon vorher verloren (1 Punkt). Verluste in beiden Richtungen liegen damit hinter SW-A2: auf dem Uplink, im Switch SW-B0 oder auf der Verbindung zum VM-Host (1 Punkt).
c) Auch die Abfrage beim externen Ticketdienst ist zeitweise langsam. Svenja lässt auf dem Info-Server mtr laufen:
$ mtr -r -n -c 50 tickets.example.net
HOST: info01 Loss% Snt Last Avg Best Wrst StDev
1.|-- 10.140.0.1 0.0% 50 0.4 0.5 0.3 1.1 0.1
2.|-- 192.0.2.254 0.0% 50 3.9 4.2 3.6 6.8 0.5
3.|-- 198.51.100.9 0.0% 50 9.9 38.4 9.1 212.6 51.7
4.|-- 198.51.100.130 0.0% 50 11.2 11.6 10.9 13.4 0.4
| 198.51.100.134
5.|-- 203.0.113.70 0.0% 50 12.0 12.3 11.7 14.1 0.4
ca) Eine Kollegin folgert: „Station 3 ist der Flaschenhals, dort dauert es im Schnitt 38 ms und bis zu 213 ms.“ Bewerte diese Aussage mithilfe der Spalten Best, Wrst und StDev. (3 Punkte)
Die Aussage ist falsch (1 Punkt). Station 3 streut stark (StDev 51,7, Wrst 212,6 ms), ihre Bestzeit von 9,1 ms passt aber zur Strecke. Die Stationen 4 und 5 liegen dahinter, ihre Pakete laufen also durch Station 3 – trotzdem sind ihre Schlechtestwerte (13,4 bzw. 14,1 ms) und Streuungen (0,4) klein (1 Punkt). Würde Station 3 den Verkehr verzögern, sähe man das auch dort. Nur ihre Antworten an mtr sind langsam, weil der Router sie nachrangig erzeugt; der weitergeleitete Verkehr ist unauffällig. Die Ursache für den langsamen Ticketdienst liegt eher beim Dienst selbst oder im eigenen Netz (1 Punkt).
cb) Auf Station 4 antworten abwechselnd zwei Router. Beschreibe, wie Du mit mtr herausfindest, ob einer der beiden langsamer ist als der andere. (3 Punkte)
Der Anbieter verteilt die Pakete auf zwei gleichwertige Wege; welcher Weg genommen wird, hängt meist von Adressen und Ports des Pakets ab (1 Punkt). mtr im UDP- oder TCP-Modus mit fest eingestellten Ports aufrufen (z. B. mtr -r -n -c 50 --tcp --port 443 --localport 50001 tickets.example.net), sodass alle Pakete denselben Weg nehmen, und die Messung mit einem anderen lokalen Port wiederholen, bis der andere Router erscheint (1 Punkt). Dann die Zeiten der Stationen 4 und 5 beider Messungen vergleichen; maßgeblich sind die Werte am Ziel, nicht nur die Antwort des Routers selbst (1 Punkt).
d) Zurück zum Check-in: Am Switch SW-B0 und am VM-Host findest Du folgende Angaben. Die Zähler zeigen den Zuwachs in fünf Minuten.
SW-B0, Port 3 (zu vmh01): Konfiguration Auto-Negotiation
Status: up, 100 Mbit/s, half duplex
Rx-Frames 418.903, CRC-Fehler 0, Kollisionen 2.904, späte Kollisionen 611
root@vmh01:~# ethtool eno1 | grep -E 'Speed|Duplex|Auto'
Speed: 100Mb/s
Duplex: Full
Auto-negotiation: off
Leite die Ursache für die Paketverluste her und gib die Korrektur an. (5 Punkte)
Ursache (3 Punkte): Am VM-Host sind Geschwindigkeit und Duplex fest auf 100 Mbit/s vollduplex eingestellt, die automatische Aushandlung ist aus. Der Switch-Port bekommt deshalb keine Duplex-Information, erkennt nur die Geschwindigkeit und fällt auf Halbduplex zurück. Der Host sendet, ohne auf Kollisionen zu achten, der Switch erkennt dagegen Kollisionen und bricht Frames ab – sichtbar an den vielen späten Kollisionen. Dadurch gehen Frames in beiden Richtungen verloren, TCP muss wiederholen. Zusätzlich ist die Verbindung mit 100 Mbit/s für einen VM-Host unnötig langsam.
Korrektur (2 Punkte): Auf beiden Seiten Auto-Negotiation einschalten (ethtool -s eno1 autoneg on und dauerhaft in der Netzwerkkonfiguration), danach Status (1000 Mbit/s, full duplex) und Kollisionszähler kontrollieren. Alternativ beide Seiten auf dieselben festen Werte einstellen.
e) Für das Gäste-WLAN des Barcamps soll künftig auch IPv6 freigegeben werden. Ein Kollege schlägt vor, auf der Firewall für das Gäste-VLAN „wie bei IPv4 einfach alles ICMP zu sperren, das braucht man nur für ping“. Bewerte den Vorschlag für IPv6. (3 Punkte)
Der Vorschlag ist für IPv6 ungeeignet (1 Punkt). ICMPv6 ist dort Teil der Grundfunktionen: Über Neighbor Discovery (Neighbor und Router Solicitation/Advertisement) finden Geräte ihr Gateway und die MAC-Adressen ihrer Nachbarn und beziehen Präfix und Adresse; ohne diese Meldungen gibt es keine IPv6-Verbindung (1 Punkt). Außerdem zerlegen Router IPv6-Pakete nicht; die Meldung „Packet Too Big“ ist nötig, damit Absender ihre Paketgröße anpassen, sonst bleiben große Übertragungen hängen. Sperren darf man deshalb höchstens ausgewählte Typen wie Echo Request von außen (1 Punkt).
Aufgabe 3.3: Fertigungsrückmeldungen, die nicht ankommen (Profilkompetenz)
(ca. 23 min Bearbeitungszeit)
Die Rahmenwerk OWL GmbH in Gütersloh fertigt für die CSB-Rad GmbH Fahrradrahmen nach Maß. Ihr Fertigungsleitsystem (MES) meldet Fortschritt und Prüfprotokolle jedes Rahmens per OPC UA (TCP-Port 4840) an den Server opc-gw (10.16.10.80) der CSB-Rad GmbH in Bielefeld. Beide Standorte sind über einen WireGuard-Tunnel verbunden, die Tunnelschnittstelle wg0 hat auf beiden Seiten eine MTU von 1.440 Byte. Du bist Auszubildende*r der CSB-Rad GmbH und unterstützt Ole Petersen (Projektleiter Digitalisierung bei der Rahmenwerk OWL) bei der Fehlersuche.
a) Kurze Statusmeldungen kommen an, die großen Prüfprotokolle bleiben dagegen hängen, bis die Verbindung abbricht. Ole testet vom MES-Server (Linux) aus mit gesetztem DF-Bit:
$ ping -M do -s 1384 -c 4 10.16.10.80
4 packets transmitted, 4 received, 0% packet loss, time 3004ms
$ ping -M do -s 1385 -c 4 10.16.10.80
4 packets transmitted, 0 received, 100% packet loss, time 3071ms
$ ping -M do -s 1412 -c 4 10.16.10.80
4 packets transmitted, 0 received, 100% packet loss, time 3066ms
aa) Bestimme die größte IPv4-Paketgröße, die die Strecke unfragmentiert überträgt. (2 Punkte)
Größte erfolgreiche Nutzdatengröße 1.384 Byte, dazu 8 Byte ICMP-Header und 20 Byte IPv4-Header (1 Punkt): 1.384 + 8 + 20 = 1.412 Byte (1 Punkt).
ab) Erläutere, warum kleine Meldungen ankommen, die großen Protokolle aber hängen bleiben. Gehe darauf ein, was an den Ausgaben bei 1.385 Byte auffällt. (3 Punkte)
wg0 hält Pakete bis 1.440 Byte für zulässig, die Strecke trägt aber nur 1.412 Byte (1 Punkt). Kleine Meldungen passen hinein. Große Protokolle verschickt TCP in Segmenten bis zur MTU von wg0; Pakete zwischen 1.413 und 1.440 Byte gehen verloren, werden immer wieder gleich groß wiederholt und die Übertragung hängt (1 Punkt). Auffällig: Bei 1.385 Byte kommt keine Fehlermeldung „Fragmentation needed“ zurück, die Pakete verschwinden kommentarlos. Die automatische Ermittlung der Pfad-MTU kann deshalb nicht greifen (Black Hole) (1 Punkt).
ac) Schlage zwei Maßnahmen vor. (2 Punkte)
Je 1 Punkt, zwei aus: MTU von wg0 auf beiden Seiten auf 1.412 Byte (oder etwas darunter) setzen; die TCP-MSS im Tunnel auf 1.412 − 40 = 1.372 Byte begrenzen (MSS-Clamping); herausfinden, welche Strecke die Meldungen verschluckt, und dort die nötigen ICMP-Meldungen erlauben.
b) Eine Woche später kommen eine Nacht lang gar keine Rückmeldungen an. Im Log von opc-gw steht (gekürzt):
2026-11-16 23:58:10 INFO session 'rw-mes01' alive, 18 msg/min
2026-11-16 23:59:10 INFO session 'rw-mes01' alive, 17 msg/min
2026-11-17 00:00:02 WARN client certificate 'rw-mes01' expired (valid until 2026-11-16 23:59:59)
2026-11-17 00:00:07 ERROR BadCertificateTimeInvalid: connection from 10.20.0.15 rejected
2026-11-17 00:00:12 ERROR BadCertificateTimeInvalid: connection from 10.20.0.15 rejected
... gleiche Meldung alle 5 Sekunden ...
2026-11-17 06:41:30 INFO trust list updated: 'rw-mes01' valid until 2027-11-16
2026-11-17 06:41:35 INFO session 'rw-mes01' established
Der Hersteller des MES schickt dazu folgende Zusammenfassung:
Incident summary – 17 November 2026. Between midnight and 06:41 no production feedback from Rahmenwerk OWL reached CSB-Rad. Root cause: the VPN tunnel was unstable during the night, so the OPC UA client was unable to connect. Resolution: the tunnel was restarted at 06:40; as a precaution, the client certificate was renewed at the same time.
ba) Bestimme aus dem Log Beginn, Ende und Dauer der Störung. (2 Punkte)
Letzte normale Meldung 23:59:10 Uhr, erste Ablehnung 00:00:07 Uhr, neue Sitzung 06:41:35 Uhr (1 Punkt). Dauer ab der ersten Ablehnung: 6 h 41 min 28 s, also rund 6¾ Stunden (1 Punkt).
bb) Bewerte die im Bericht genannte Ursache anhand des Logs. (4 Punkte)
Die genannte Ursache passt nicht zu den Belegen (1 Punkt). Das Log zeigt alle fünf Sekunden Verbindungsversuche von 10.20.0.15; sie kamen also durch den Tunnel bei opc-gw an – der Tunnel funktionierte (1 Punkt). Abgelehnt wurden sie, weil das Client-Zertifikat um Mitternacht abgelaufen war (BadCertificateTimeInvalid) (1 Punkt). Behoben hat die Störung das erneuerte Zertifikat, das um 06:41:30 Uhr in die Vertrauensliste aufgenommen wurde, nicht der Neustart des Tunnels; der Bericht verwechselt Ursache und Vorsichtsmaßnahme (1 Punkt).
c) Erstelle für das Notfallhandbuch einen Störungseintrag zu diesem Vorfall mit den Feldern Zeitlinie, Auswirkung, Ursache, Beleg, Maßnahme kurzfristig und Maßnahme langfristig. (6 Punkte)
Je Feld 1 Punkt, z. B.:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Zeitlinie | 16.11. 23:59:59 Zertifikat abgelaufen; ab 00:00:07 Ablehnung aller Verbindungen; 06:41:30 neues Zertifikat eingetragen; 06:41:35 Sitzung wieder aufgebaut |
| Auswirkung | Rund 6¾ Stunden keine Fertigungsrückmeldungen der Rahmenwerk OWL; Auftragsstände bei der CSB-Rad veraltet |
| Ursache | Client-Zertifikat rw-mes01 für OPC UA abgelaufen; opc-gw lehnt die Verbindung ab |
| Beleg | Logzeilen expired und BadCertificateTimeInvalid von 10.20.0.15; Verbindungsversuche kamen durch den Tunnel an |
| Maßnahme kurzfristig | Neues Zertifikat ausstellen, in die Vertrauensliste von opc-gw aufnehmen, Verbindung prüfen |
| Maßnahme langfristig | Ablaufdaten im Monitoring überwachen und z. B. 30 Tage vorher warnen; Erneuerung automatisieren; Bericht des Herstellers korrigieren lassen |
d) Die Rohrbiegemaschine RB-2 verliert mehrmals täglich für einige Sekunden ihre OPC-UA-Verbindung; alle anderen Maschinen der Halle laufen ohne Unterbrechung. Ole hat beobachtet:
- Der Hallen-Switch meldet zu genau diesen Zeiten an Port 12 (RB-2) „link down“ und Sekunden später „link up“.
- Das Netzwerkkabel der RB-2 läuft in einer Energiekette, die sich mit dem Biegekopf hin und her bewegt.
- Die Abbrüche treten nur auf, wenn der Biegekopf in die äußerste Position fährt.
- Die Steuerung hat eine feste IP-Adresse; in den ARP-Tabellen taucht diese Adresse nur mit einer MAC-Adresse auf.
Bringe die Vermutungen V1 bis V4 in eine Reihenfolge von „sehr wahrscheinlich“ bis „unwahrscheinlich“, begründe jede Einordnung mit einer Beobachtung und nenne eine Prüfung für die wahrscheinlichste Vermutung. (6 Punkte)
- V1: Ein anderes Gerät benutzt dieselbe IP-Adresse.
- V2: Das Kabel wird durch die Bewegung beschädigt oder hat einen Wackelkontakt.
- V3: Das Zertifikat der Maschine ist abgelaufen.
- V4: Der Hallen-Switch ist überlastet.
Reihenfolge mit Begründung (je Vermutung 1 Punkt):
- V2 sehr wahrscheinlich: Der Link selbst geht verloren (Schicht 1), und zwar nur in einer bestimmten Stellung der Energiekette; ein normales Patchkabel bricht bei ständiger Biegung.
- V4 unwahrscheinlich: Eine Überlast träfe auch andere Maschinen und ließe den Link nicht wegfallen.
- V1 unwahrscheinlich: Die Adresse erscheint nur mit einer MAC-Adresse; ein Adresskonflikt würde außerdem keinen „link down“ am Switch auslösen.
- V3 sehr unwahrscheinlich: Ein abgelaufenes Zertifikat verhindert die Verbindung dauerhaft und nicht nur für Sekunden.
Prüfung (2 Punkte), z. B.: Kabel mit einem Kabeltester prüfen, während der Biegekopf langsam in die äußerste Position fährt, oder die Fehlerzähler des Ports beobachten; danach ein für Energieketten geeignetes (hochflexibles) Kabel verlegen.
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