Übungsaufgaben zur Datensicherung und Archivierung

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Datensicherung, Backup, Restore, inkrementell, differenziell, Archivbit, Generationenprinzip, 3-2-1-Regel, Sicherungsdauer, Archivierung, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 112 min, mehrere Aufgaben): Fünf Übungsaufgaben zur Datensicherung: Ursachen für Datenverlust, Voll-, inkrementelle und differenzielle Sicherung mit Archivbit, Wiederherstellung aus Sicherungsplänen, Generationenprinzip, 3-2-1-Regel, Speichermedien und Cloud, Sicherungszeiten berechnen, RPO und RTO, Backup-Konzept sowie Archivierung von E-Rechnungen. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Datensicherung und Archivierung. Weitere kurze Aufgaben findest Du in den Übungsaufgaben zu Backup und Restore.

Hinweise zur Bearbeitung: Bis zur Teil-1-Prüfung der IT-Berufe solltest Du die Basiskompetenz beherrschen, also Aufgabe 1.1 und Aufgabe 1.2. Als FISY, FIDP, FIDV, ISE, IKS oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2 und Aufgabe 2.3. Achte auf den Operator: „Nennen“ verlangt Begriffe, „Beschreiben“ einen zusammenhängenden Sachverhalt, „Erläutern“ zusätzlich Gründe oder ein Beispiel. Bei Rechenaufgaben gehört der Rechenweg dazu. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.

Aufgabe 1.1: Die Orga-Daten eines Barcamps sichern (Basiskompetenz)

(ca. 15 min Bearbeitungszeit)

Du bist Auszubildende*r FISY und hilfst im Technikteam des Barcamps „Lernen.Digital.Leben 2027“ am Ratz und Rübe Berufskolleg in Bielefeld. Informatiklehrer Dimitrios Papadopoulos leitet die Organisation. Alle Orga-Dateien (Sessionplanung, Anmeldelisten, Sponsorenverträge) liegen auf seinem Notebook. Jeden Freitagabend kopiert er sie von Laufwerk C: auf die zweite Partition D: derselben SSD.

a) Nenne drei Ursachen für Datenverlust, vor denen eine Datensicherung schützen soll. (3 Punkte)

Drei aus (je 1 P): versehentliches Löschen oder Überschreiben; absichtliches Löschen, Sabotage oder Verschlüsselung durch Ransomware; technischer Defekt (SSD, Dateisystem, Update); Diebstahl oder Verlust des Geräts; Brand, Wasser, Überspannung.

b) Beschreibe zwei Risiken der bisherigen Sicherung von Dimitrios Papadopoulos. (2 Punkte)

Je 1 P:

  • Keine räumliche Trennung: Original und Kopie liegen auf derselben SSD im selben Gerät. Fällt die SSD aus oder wird das Notebook gestohlen, sind beide weg; Ransomware verschlüsselt beide Partitionen.
  • Zu seltene Sicherung: Bei wöchentlicher Sicherung kann die Arbeit von bis zu einer Woche verloren gehen, und es gibt immer nur einen (alten) Stand.

c) Unterbreite einen konkreten Verbesserungsvorschlag. (2 Punkte)

Z. B.: Die Orga-Dateien täglich automatisch auf ein getrenntes Ziel sichern – das Schul-Netzlaufwerk der Schul-IT, das selbst gesichert wird, oder abwechselnd auf zwei verschlüsselte externe Festplatten, von denen eine nicht im selben Raum liegt (1 P Trennung vom Gerät, 1 P häufigere Sicherung bzw. mehrere Stände). Andere schlüssige Vorschläge sind richtig.

d) Das Technikteam schlägt vor, die Orga-Daten auf mehreren nummerierten externen Festplatten zu sichern. Nenne drei Punkte, die dabei zu beachten sind, damit die Sicherung möglichst zuverlässig und sicher ist. (3 Punkte)

Drei aus (je 1 P): Festplatten verschlüsseln (Anmeldelisten enthalten personenbezogene Daten); Festplatten in fester Reihenfolge wechseln, damit ältere Stände erhalten bleiben (Rotation bzw. Generationenprinzip); nach der Sicherung abstecken und getrennt vom Notebook, möglichst an einem anderen Ort aufbewahren; Sicherung regelmäßig durch eine Testwiederherstellung prüfen; beschriften und Sicherungen protokollieren.

e) Ordne den Beschreibungen die passende Sicherungsart zu: Vollsicherung (V), inkrementelle (I) oder differenzielle Sicherung (D). (4 Punkte)

Beschreibung Sicherungsart
Es werden alle ausgewählten Dateien gesichert, egal ob sie sich geändert haben.
Es werden die Dateien gesichert, die sich seit der letzten Sicherung – gleich welcher Art – geändert haben.
Es werden die Dateien gesichert, die sich seit der letzten Vollsicherung geändert haben.
Zur Wiederherstellung braucht man die Vollsicherung und alle Sicherungen dieser Art danach.

V · I · D · I (je 1 P)

f) Welche Aussage zur Archivierung trifft zu? Wähle eine aus. (2 Punkte)

    1. Eine Archivierung ist eine tägliche Kopie aller Daten, die nach einer Woche überschrieben wird.
  • B) Archivierte Daten werden langfristig, unveränderbar und auffindbar aufbewahrt, oft wegen gesetzlicher Fristen.
  • C) Ein RAID 1 ist eine Archivierung, weil alle Daten doppelt vorhanden sind.
  • D) Archivierte Daten müssen täglich geändert werden, damit sie aktuell bleiben.

B (2 P). A beschreibt eine Datensicherung mit Rotation, C eine Spiegelung (keine Sicherung, keine Archivierung), D widerspricht der Unveränderbarkeit.

  1. 3 · b) 2 · c) 2 · d) 3 · e) 4 · f) 2 · Summe 16 Punkte

Aufgabe 1.2: Die Datenbank einer Mitfahr-App sichern (Basiskompetenz)

(ca. 13 min Bearbeitungszeit)

Du bist Auszubildende*r im Projektteam der Mitfahr-App „RatzFahrt“. Die Datenbank der App läuft auf einem Server der Schul-IT OWL. Svenja Krämer (Schul-IT) schlägt vor: sonntags um 22 Uhr eine Vollsicherung, montags bis samstags jeweils um 22 Uhr eine inkrementelle Sicherung.

a) Beschreibe je einen Vorteil und einen Nachteil der inkrementellen Sicherung gegenüber einer täglichen Vollsicherung. (2 Punkte)

Vorteil: viel weniger Speicherplatz und kürzere Sicherungsdauer, weil nur die Änderungen seit der letzten Sicherung gesichert werden (1 P). Nachteil: Für die Wiederherstellung braucht man die Vollsicherung und alle inkrementellen Sicherungen danach – das dauert länger, und fehlt eine, fehlen deren Änderungen (1 P).

b) Am Donnerstag um 9 Uhr fällt die Festplatte des Servers aus. Gib an, welche Sicherungen in welcher Reihenfolge zurückgespielt werden müssen. (3 Punkte)

  1. Vollsicherung vom Sonntag
  2. inkrementelle Sicherung vom Montag
  3. inkrementelle Sicherung vom Dienstag
  4. inkrementelle Sicherung vom Mittwoch

Die Donnerstagssicherung gibt es noch nicht (22 Uhr). Bewertung: Vollsicherung als Start (1 P), alle drei inkrementellen (1 P), richtige Reihenfolge (1 P). Die Änderungen vom Donnerstag bis 9 Uhr sind verloren.

c) Gib an, welche Sicherungen nötig wären, wenn statt inkrementell differenziell gesichert würde. (2 Punkte)

Vollsicherung vom Sonntag und die differenzielle Sicherung vom Mittwoch (je 1 P).

d) Nenne die drei Bestandteile der 3-2-1-Regel. (3 Punkte)

Mindestens 3 Exemplare der Daten (Original und zwei Kopien), auf 2 verschiedenen Medientypen, davon 1 Kopie an einem anderen Ort (je 1 P).

e) Die Vollsicherung umfasst 120 GB und wird mit 200 MB/s auf das Sicherungssystem geschrieben. Berechne die Dauer in Minuten. (3 Punkte)

Geg.: D = 120\ \text{GB} = 120\,000\ \text{MB}, r = 200\ \tfrac{\text{MB}}{\text{s}}

Ges.: t in min

\begin{aligned} r &= \frac{D}{t} &&\quad | \cdot t \quad | : r \\ t &= \frac{D}{r} = \frac{120\,000\ \text{MB}}{200\ \tfrac{\text{MB}}{\text{s}}} = 600\ \text{s} \\ t &= \frac{600\ \text{s}}{60\ \tfrac{\text{s}}{\text{min}}} = \underline{\underline{10{,}000\ \text{min}}} \end{aligned}

Bewertung: Ansatz (1 P), Einheiten (1 P), Ergebnis (1 P).

f) Für den Fall, dass ein Fehler erst nach zwei Wochen bemerkt wird, möchte Svenja Krämer ältere Stände aufbewahren. Nenne das passende Rotationsschema. (1 Punkt)

Generationenprinzip (Großvater-Vater-Sohn).

  1. 2 · b) 3 · c) 2 · d) 3 · e) 3 · f) 1 · Summe 14 Punkte

Aufgabe 2.1: Bandsicherung im Fahrrad-Onlineshop (Kernkompetenz)

(ca. 27 min Bearbeitungszeit)

Du bist Auszubildende*r im IT-Team der CSB-Rad GmbH in Bielefeld. Der Fileserver und die Datenbank des Onlineshops werden jeden Abend um 23 Uhr auf LTO-Bänder gesichert. Der Plan für Oktober 2026 (Ausschnitt):

Tag So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So
Datum 11.10. 12.10. 13.10. 14.10. 15.10. 16.10. 17.10. 18.10. 19.10. 20.10. 21.10. 22.10. 23.10. 24.10. 25.10.
Band V1 D1 D2 D3 D4 D5 D6 V2 D7 D8 D9 D10 D11 D12 V3
Art voll diff. diff. diff. diff. diff. diff. voll diff. diff. diff. diff. diff. diff. voll

a) Am Freitag, 23.10.2026, um 14 Uhr meldet das Dateisystem schwere Fehler; die Daten müssen zurückgespielt werden. Gib die benötigten Bänder in der richtigen Reihenfolge an und erläutere Deine Auswahl. (4 Punkte)

V2, D10 (je 1 P). Erläuterung (2 P): Ausgangspunkt ist immer die letzte Vollsicherung vor dem Schaden (V2 vom 18.10.). Eine differenzielle Sicherung enthält alle Änderungen seit dieser Vollsicherung, also genügt die letzte vor dem Schaden – das ist D10 vom Donnerstag, 22.10., denn D11 vom Freitag läuft erst um 23 Uhr.

b) Bei der Wiederherstellung stellst Du fest, dass am Mittwoch, 21.10., wegen einer falschen Einstellung eine inkrementelle statt einer differenziellen Sicherung auf Band D9 geschrieben wurde. Das Sicherungsprogramm arbeitet mit dem Archivbit.

ba) Erläutere, wie Voll-, inkrementelle und differenzielle Sicherung mit dem Archivbit umgehen. (3 Punkte)

bb) Gib die jetzt benötigten Bänder in der richtigen Reihenfolge an und begründe. (4 Punkte)

ba) Das Betriebssystem setzt das Archivbit, wenn eine Datei neu ist oder geändert wird. Die Vollsicherung sichert alle Dateien und setzt das Bit zurück (1 P). Die inkrementelle sichert Dateien mit gesetztem Bit und setzt es zurück (1 P). Die differenzielle sichert Dateien mit gesetztem Bit und lässt es gesetzt – deshalb wächst sie bis zur nächsten Vollsicherung (1 P).

bb) V2, D9, D10 (2 P). Begründung (2 P): Die inkrementelle Sicherung D9 hat alle seit V2 geänderten Dateien gesichert (die differenziellen Läufe davor hatten die Bits nicht zurückgesetzt) und danach die Archivbits zurückgesetzt. D10 enthält deshalb nur noch die Änderungen von Mittwochnacht bis Donnerstagabend. Man braucht also V2, D9 (Änderungen So–Mi) und D10 (Änderungen Do); D7 und D8 sind in D9 enthalten.

c) Die Bänder werden nach dem Generationenprinzip aufbewahrt. Nimm an, die Vollsicherung V3 vom 25.10. ist der „Sohn“ der Vollsicherungen. Nenne „Vater“ und „Großvater“. (2 Punkte)

Vater: V2 (18.10.), Großvater: V1 (11.10.) – je 1 P.

d) Cem Sarıkaya überlegt, auf inkrementelle Tagessicherungen umzustellen. In der Woche vom 12. bis 17.10. wurden an jedem Tag andere Dateien geändert; die inkrementellen Sicherungen hätten folgende Volumen gehabt:

Mo Di Mi Do Fr Sa
inkrementell 4 GB 6 GB 3 GB 5 GB 8 GB 2 GB

Ermittle die Volumen der tatsächlich gelaufenen differenziellen Sicherungen D1 bis D6 und die Summe beider Varianten über die Woche. (5 Punkte)

Jede differenzielle Sicherung enthält alle Änderungen seit der Vollsicherung, also die Summe der bisherigen Tagesänderungen:

Mo Di Mi Do Fr Sa Summe
inkrementell 4 GB 6 GB 3 GB 5 GB 8 GB 2 GB 28 GB
differenziell 4 GB 10 GB 13 GB 18 GB 26 GB 28 GB 99 GB

Bewertung: sechs differenzielle Werte (3 P, ab dem zweiten Fehler 0), beide Summen (2 P). Die Rechnung gilt nur, weil an jedem Tag andere Dateien geändert wurden; sonst wären die differenziellen Volumen kleiner.

e) Für die Entscheidung über ein neues Bandlaufwerk legt der Händler folgendes Datenblatt vor:

„Why tape? – Tape cartridges are kept offline when they are not in the drive, so malware on the network cannot reach them. An LTO-9 cartridge stores 18 TB natively and is specified for an archival life of 30 years when stored correctly. Per terabyte, tape media cost only a fraction of hard disk storage, and a cartridge on a shelf consumes no power at all. With LTFS, a cartridge can be mounted like a removable drive, and files can be copied by drag and drop.“

Nenne auf Deutsch drei Gründe aus dem Text, die für den Einsatz eines Bandlaufwerks sprechen. (3 Punkte)

Drei aus (je 1 P): Bänder liegen offline und sind vor Schadsoftware im Netz geschützt; hohe Kapazität (18 TB je Band); lange Haltbarkeit (30 Jahre bei richtiger Lagerung); geringe Kosten je TB; kein Stromverbrauch im Regal; mit LTFS einfacher Zugriff wie auf ein Wechsellaufwerk.

f) Nach einem Ausfall dauerte die Wiederherstellung vom Band neun Stunden, und die Bestellungen des Tages seit der letzten Sicherung waren verloren. In der Notfallplanung sollen deshalb die Zielgrößen RPO und RTO festgelegt werden.

fa) Erläutere die beiden Begriffe. (4 Punkte)

fb) Erläutere je eine Maßnahme, die die Wiederherstellungszeit verkürzt und die den Verlust noch nicht gesicherter Daten verringert. (4 Punkte)

fa) RPO (Recovery Point Objective): der größte Zeitraum, für den Datenverlust hingenommen wird – er bestimmt, wie oft gesichert werden muss (hier bisher bis zu 24 Stunden) (2 P). RTO (Recovery Time Objective): die längste erlaubte Zeit vom Ausfall bis zum wiederhergestellten Betrieb, einschließlich Fehlersuche und Rückspielen (2 P).

fb) Je 2 P, z. B.:

  • Wiederherstellungszeit: zuerst auf ein schnelles Festplattensystem sichern und erst danach auf Band kopieren (Disk-to-Disk-to-Tape); aktuelle Stände liegen dann für einen schnellen Restore auf Platte bereit. Auch möglich: Ersatzserver bzw. virtuelle Maschine direkt aus der Sicherung starten.
  • Datenverlust: in kurzen Abständen zusätzlich sichern, z. B. stündliche Snapshots bzw. inkrementelle Sicherungen auf Festplatte oder fortlaufende Sicherung der Transaktionsprotokolle der Shop-Datenbank.
  1. 4 · b) 7 (3 + 4) · c) 2 · d) 5 · e) 3 · f) 8 (4 + 4) · Summe 29 Punkte

Aufgabe 2.2: Ein Backup-Konzept für eine Freizeit-App (Kernkompetenz)

(ca. 29 min Bearbeitungszeit)

Du bist Auszubildende*r bei der Let’s Meet GmbH in Bielefeld. Die App-Server (Backend, MariaDB-Datenbank, Speicher für Profilbilder) stehen in einem gemieteten Serverschrank in einem Rechenzentrum in Bielefeld. Bisher sichert ein Skript jede Nacht die Daten auf ein NAS im selben Serverschrank. Nach einem Ransomware-Vorfall bei einem befreundeten Start-up möchte Leiter Entwicklung Yusuf Demir das Konzept überarbeiten.

Ausgangslage bei der Let’s Meet GmbH: App-Server mit Backend, MariaDB-Datenbank und Profilbildern sichern jede Nacht per Skript auf ein NAS im selben gemieteten Serverschrank im Rechenzentrum (mit KI erstellt)

a) Erläutere, warum die bisherige Lösung die 3-2-1-Regel nicht erfüllt, und entwickle einen Vorschlag, der ihr entspricht. (5 Punkte)

Bisher gibt es nur zwei Exemplare (Original und NAS), beide auf Festplatten und am selben Ort; ein Brand im Rechenzentrum oder Ransomware mit Zugriff auf das NAS trifft beide (2 P).

Vorschlag (3 P): Original auf den Servern (1), nächtliche Sicherung auf das NAS für schnelle Wiederherstellung (2), zusätzlich verschlüsselte Kopie an einem anderen Ort und auf anderem Medientyp, z. B. bei einem Cloud-Anbieter mit Rechenzentrum in der EU mit unveränderbarem Speicher (Objekt-Sperre) oder auf LTO-Bänder, die wöchentlich ins Büro am Jahnplatz gebracht werden (3).

b) Für die Kopie an einem anderen Ort stehen ein Cloud-Backup-Dienst (Backup as a Service) und eigene LTO-Bänder im Büro zur Wahl. Nenne je zwei Vorteile beider Lösungen. (4 Punkte)

  • Cloud/BaaS (2 P): automatisch an einem anderen Ort, kein Transport; keine eigene Hardware und Wartung; Anbieter übernimmt Betrieb und Überwachung; skalierbar.
  • Eigene Bänder, On-Premises (2 P): volle Kontrolle über die Daten (Datenschutz), keine laufenden Gebühren je TB, Wiederherstellung unabhängig von der Internetbandbreite, offline und damit vor Ransomware geschützt.

c) Eine Vollsicherung umfasst 800 GiB. Berechne die Dauer der Übertragung

ca) in die Cloud über einen Upload von netto 500 Mbit/s in Stunden, (4 Punkte)

cb) auf ein LTO-Laufwerk mit 300 MB/s in Minuten. (3 Punkte)

Geg.: D = 800\ \text{GiB} = 800 \cdot 2^{30}\ \text{Byte} = 858\,993\,459\,200\ \text{Byte}, r_{\text{Cloud}} = 500\ \tfrac{\text{Mbit}}{\text{s}}, r_{\text{LTO}} = 300\ \tfrac{\text{MB}}{\text{s}}

ca) Ges.: t_{\text{Cloud}} in h

\begin{aligned} r &= \frac{D}{t} &&\quad | \cdot t \quad | : r \\ t &= \frac{D}{r} \\ t_{\text{Cloud}} &= \frac{858\,993\,459\,200 \cdot 8\ \text{bit}}{500 \cdot 10^{6}\ \tfrac{\text{bit}}{\text{s}}} \approx 13\,743{,}895\ \text{s} \\ &= \frac{13\,743{,}895\ \text{s}}{3600\ \tfrac{\text{s}}{\text{h}}} \approx \underline{\underline{3{,}818\ \text{h}}} \end{aligned}

Bewertung: Umrechnung GiB in Byte (1 P), Byte in Bit (1 P), Division (1 P), Ergebnis in h (1 P).

cb) Ges.: t_{\text{LTO}} in min

\begin{aligned} t_{\text{LTO}} &= \frac{858\,993\,459\,200\ \text{Byte}}{300 \cdot 10^{6}\ \tfrac{\text{Byte}}{\text{s}}} \approx 2\,863{,}312\ \text{s} \\ &= \frac{2\,863{,}312\ \text{s}}{60\ \tfrac{\text{s}}{\text{min}}} \approx \underline{\underline{47{,}722\ \text{min}}} \end{aligned}

Bewertung: Ansatz (1 P), Rechnung (1 P), Ergebnis in min (1 P).

d) Beschreibe zwei Maßnahmen, mit denen sich die Dauer der täglichen Sicherungen verkürzen lässt. (4 Punkte)

Zwei aus (je 2 P): werktags nur inkrementell oder differenziell, Vollsicherung am Wochenende; Kompression und Deduplizierung (gleiche Blöcke, z. B. unveränderte Profilbilder, nur einmal); höhere Bandbreite bzw. eigenes Sicherungsnetz; erste Vollsicherung per Datenträger zum Cloud-Anbieter schicken; nicht benötigte Daten (Caches, temporäre Dateien) ausschließen.

e) Jonas Weber meint: „Wir machen doch stündlich Snapshots der virtuellen Maschinen – das reicht als Backup.“ Nimm Stellung. (3 Punkte)

Die Snapshots sind nützlich, um schnell einen Stand der letzten Stunden zurückzuholen (z. B. nach einem fehlerhaften Update) (1 P). Sie liegen aber auf demselben Speichersystem wie die VMs: Fällt dieses aus, brennt der Serverschrank oder verschlüsselt ein Angreifer den Speicher, sind sie mit verloren (1 P). Sie ersetzen also keine Sicherung auf einem getrennten Medium an einem anderen Ort, sondern ergänzen sie (1 P).

f) Die MariaDB-Datenbank läuft rund um die Uhr. Erläutere, worauf bei ihrer Sicherung geachtet werden muss. (3 Punkte)

Die Dateien einer laufenden Datenbank einfach zu kopieren, kann einen inkonsistenten, halb geschriebenen Stand ergeben, der sich nicht wiederherstellen lässt (1 P). Deshalb mit den Werkzeugen des DBMS sichern, z. B. mariadb-dump mit konsistentem Lesen bzw. ein Backup-Werkzeug der Datenbank, oder Schreibzugriffe kurz anhalten und einen Snapshot erstellen (1 P). Zusätzlich die Transaktionsprotokolle (Binärlog) sichern, um Änderungen bis kurz vor einem Ausfall nachspielen zu können (1 P).

g) Nenne drei organisatorische Maßnahmen, die in das Backup-Konzept gehören. (3 Punkte)

Drei aus (je 1 P): Verantwortliche und Vertretung benennen; Sicherungsplan und Wiederherstellungsanleitung dokumentieren; regelmäßige Wiederherstellungstests; Sicherungsprotokolle täglich kontrollieren; Aufbewahrung und Transport der Medien regeln; Sicherungen verschlüsseln und Schlüssel getrennt verwahren; Mitarbeitende schulen.

h) Für die Sicherung werden drei Konten eingerichtet. Gib jeweils die mindestens nötigen Rechte am Sicherungsziel an. (3 Punkte)

Konto Aufgabe Rechte am Sicherungsziel
backup-job führt die nächtliche Sicherung aus
restore-op spielt bei Bedarf Daten zurück
backup-admin verwaltet Pläne, Aufbewahrung und alte Sicherungen
Konto Rechte
backup-job Lesen und Schreiben bzw. neue Sicherungen anlegen, kein Löschen oder Ändern älterer Sicherungen
restore-op nur Lesen
backup-admin Vollzugriff einschließlich Löschen (wenige Personen, eigenes Konto, möglichst mit zweitem Faktor)

Je Zeile 1 P. Hintergrund: Ein kompromittiertes Sicherungskonto soll die vorhandenen Sicherungen nicht löschen oder verschlüsseln können (Minimalprinzip).

  1. 5 · b) 4 · c) 7 (4 + 3) · d) 4 · e) 3 · f) 3 · g) 3 · h) 3 · Summe 32 Punkte

Aufgabe 2.3: E-Rechnungen archivieren und den Fileserver sichern (Kernkompetenz)

(ca. 28 min Bearbeitungszeit)

Du bist Auszubildende*r im IT-Team der CSB-Rad GmbH. Natalia Wróbel aus Buchhaltung und Controlling stellt den Rechnungsversand vollständig auf E-Rechnungen (ZUGFeRD und XRechnung) um. Die Rechnungen sollen aus dem Shop-System heraus archiviert werden.

a) Natalia Wróbel fragt, ob die tägliche Datensicherung nicht schon eine Archivierung sei. Beschreibe je einen Unterschied zwischen Datensicherung und Archivierung. (4 Punkte)

Datensicherung (2 P): Kopie der aktuellen Betriebsdaten für die Wiederherstellung nach Datenverlust; alte Stände werden nach Tagen bis Monaten überschrieben; das Original bleibt im Produktivsystem.

Archivierung (2 P): abgeschlossene Daten werden langfristig (Jahre) und unveränderbar aufbewahrt und aus dem Produktivsystem ausgelagert, um gesetzliche Aufbewahrungspflichten zu erfüllen; sie müssen auffindbar bleiben und werden nach Fristende gelöscht.

b) Nenne drei Merkmale einer revisionssicheren Archivierung. (3 Punkte)

Drei aus (je 1 P): vollständig; richtig; unveränderbar bzw. Änderungen protokolliert (z. B. WORM); geordnet und jederzeit auffindbar; nachvollziehbar (Protokollierung, Verfahrensdokumentation); verfügbar und lesbar bis zum Ende der Aufbewahrungsfrist.

c) Erläutere zwei Maßnahmen, mit denen aus den gesicherten Rechnungsdaten ein Archiv wird. (4 Punkte)

Zwei aus (je 2 P): auf ein Medium bzw. einen Speicher mit Unveränderbarkeit schreiben (WORM, Aufbewahrungssperre), damit nichts gelöscht oder geändert werden kann; Index und Metadaten (Rechnungsnummer, Kunde, Datum) anlegen, damit jede Rechnung auffindbar ist; Aufbewahrungsfrist festlegen und nach Ablauf löschen; im Originalformat (XML bzw. ZUGFeRD-PDF) und in einem langfristig lesbaren Format speichern; Medien regelmäßig auf Lesbarkeit prüfen und Archiv selbst sichern.

d) CSB-Rad verschickt rund 12.000 Rechnungen pro Jahr, im Mittel 350 kB je Rechnung (1 kB = 1.000 Byte). Die Rechnungen müssen acht Jahre aufbewahrt werden. Für Index und Protokolle kommen 20 % hinzu. Berechne den Speicherbedarf des Archivs in GiB (aufgerundet auf volle GiB). (5 Punkte)

Geg.: n = 12\,000\ \tfrac{\text{Rechnungen}}{\text{a}}, g = 350\ \text{kB} = 350\,000\ \text{Byte}, j = 8\ \text{a}, Zuschlag 20\ \%

Ges.: Speicherbedarf S in GiB

\begin{aligned} \text{I:}\quad S_{\text{Rechn}} &= n \cdot j \cdot g = 12\,000 \cdot 8 \cdot 350\,000\ \text{Byte} = 33\,600\,000\,000\ \text{Byte} \\ \text{II:}\quad S &= S_{\text{Rechn}} \cdot 1{,}2 \\ \text{I in II:}\quad S &= 33\,600\,000\,000\ \text{Byte} \cdot 1{,}2 = 40\,320\,000\,000\ \text{Byte} \\ S &= \frac{40\,320\,000\,000\ \text{Byte}}{2^{30}\ \tfrac{\text{Byte}}{\text{GiB}}} \approx 37{,}551\ \text{GiB} \approx \underline{\underline{38\ \text{GiB}}} \end{aligned}

Bewertung: Rechnungen gesamt (1 P), Byte (1 P), Zuschlag (1 P), Umrechnung mit 2^{30} (1 P), Rundung (1 P). Wer die 20 % erst nach der Umrechnung aufschlägt, kommt auf dasselbe Ergebnis.

e) Der Fileserver der Verwaltung hat 48 GB Daten und wird mit 120 MB/s gesichert. Täglich ändern sich 2 GB, jeden Tag andere Dateien. Ermittle die Sicherungszeit pro Woche (So bis Sa) für

  • ea) tägliche Vollsicherung,
  • eb) Vollsicherung am Sonntag und differenzielle Sicherung montags bis samstags,
  • ec) Vollsicherung am Sonntag und inkrementelle Sicherung montags bis samstags.

Gib die Ergebnisse in Minuten und Sekunden an. (6 Punkte)

Geg.: D_{\text{voll}} = 48\ \text{GB} = 48\,000\ \text{MB}, Tagesänderung \Delta = 2\ \text{GB} = 2\,000\ \text{MB}, r = 120\ \tfrac{\text{MB}}{\text{s}}

Eine Vollsicherung dauert t_{\text{voll}} = \frac{48\,000\ \text{MB}}{120\ \tfrac{\text{MB}}{\text{s}}} = 400\ \text{s}, ein Tag Änderungen t_{\Delta} = \frac{2\,000\ \text{MB}}{120\ \tfrac{\text{MB}}{\text{s}}} \approx 16{,}667\ \text{s}.

ea) Ges.: t_{\text{a}}

t_{\text{a}} = 7 \cdot 400\ \text{s} = 2\,800\ \text{s} = \underline{\underline{46\ \text{min}\ 40\ \text{s}}}

eb) Ges.: t_{\text{b}} – die differenziellen Sicherungen wachsen von 2 GB auf 12 GB:

t_{\text{b}} = 400\ \text{s} + (1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6) \cdot 16{,}667\ \text{s} = 400\ \text{s} + 21 \cdot 16{,}667\ \text{s} \approx 750\ \text{s} = \underline{\underline{12\ \text{min}\ 30\ \text{s}}}

ec) Ges.: t_{\text{c}}

t_{\text{c}} = 400\ \text{s} + 6 \cdot 16{,}667\ \text{s} \approx 500\ \text{s} = \underline{\underline{8\ \text{min}\ 20\ \text{s}}}

Je Teil 2 P (Ansatz 1 P, Ergebnis 1 P).

f) Für das Archiv-Backup auf Band ist folgender Generationenplan vorgesehen. Ermittle, wie viele Bänder je Generation in zwölf Monaten mindestens benötigt werden, wenn jedes Band erst nach Ablauf seiner Aufbewahrungszeit wiederverwendet wird. (3 Punkte)

Generation Rhythmus Aufbewahrung Bänder
Sohn montags bis donnerstags eine Woche
Vater freitags, außer am letzten Freitag des Monats einen Monat
Großvater am letzten Freitag des Monats ein Jahr

Sohn: 4 Bänder (Mo–Do, wöchentlich wiederverwendet); Vater: 4 Bänder (ein Monat hat höchstens fünf Freitage, der letzte ist der Großvater); Großvater: 12 Bänder (je Monat eines, ein Jahr aufbewahrt). Zusammen 20 Bänder. Je Generation 1 P.

g) Für die Archivdaten soll ein Kompressionsprogramm eingesetzt werden. Erläutere zwei Kriterien für die Auswahl. (4 Punkte)

Zwei aus (je 2 P): verlustfreie Kompression (Rechnungen dürfen sich nicht verändern); Kompressionsrate (bei bereits komprimierten PDF-Dateien gering); Geschwindigkeit beim Packen und Entpacken; offenes, langfristig lesbares Format und Unterstützung auf allen Plattformen; Verschlüsselung und Prüfsummen zur Integritätskontrolle; Lizenz und Kosten.

h) Nach acht Jahren werden die alten Archivbänder ausgesondert. Beschreibe, wie sichergestellt wird, dass die Rechnungsdaten nicht wiederhergestellt werden können. (2 Punkte)

Die Bänder werden nicht nur „gelöscht“, sondern sicher vernichtet: physische Zerstörung bzw. Entmagnetisierung durch einen zertifizierten Dienstleister nach DIN 66399 oder, bei vollständig verschlüsselten Bändern, Löschen aller Schlüssel (1 P); die Vernichtung wird protokolliert (1 P).

  1. 4 · b) 3 · c) 4 · d) 5 · e) 6 · f) 3 · g) 4 · h) 2 · Summe 31 Punkte

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