Übungsaufgaben zu Speichersystemen: DAS, NAS, SAN, Deduplizierung und Zuordnungseinheiten

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Speichersystem, DAS, NAS, SAN, iSCSI, IQN, Zuordnungseinheit, Deduplizierung, Kompression, Snapshot, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 93 min, mehrere Aufgaben): Drei Übungsaufgaben: Bei einem Fahrradhersteller löst Du zwei USB-Speicher durch ein NAS ab, wählst die passende Zuordnungseinheit und baust das NAS energieeffizient auf. Für das Rechenzentrum eines Schul-IT-Dienstleisters vergleichst Du NAS und SAN, ordnest den iSCSI-Protokollstapel zu, bildest einen IQN-Namen, ergänzt eine SAN-Skizze und berechnest Kapazität und Reichweite. Für den Sicherungsspeicher einer Freizeit-App erläuterst Du Deduplizierung anhand eines englischen Textes, berechnest die Ersparnis und grenzt Kompression, Replikation, Snapshot und WORM-Speicher ab. Alle Lösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Speichersysteme: DAS, NAS und SAN, Deduplizierung, Kompression und Zuordnungseinheiten.

Hinweise zur Bearbeitung: Als FISY oder FIDV musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2 und Aufgabe 2.3. Gib bei jeder Rechnung den Rechenweg mit Einheiten an und runde erst das Endergebnis. Schreib Deine Lösung zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.

Aufgabe 2.1: Vom USB-Speicher zum NAS in der Rahmenkonstruktion (Kernkompetenz)

(ca. 31 min Bearbeitungszeit)

Die CSB-Rad GmbH in Bielefeld verkauft Fahrräder über einen Onlineshop und lässt Rahmen nach Maß fertigen. Du bist Auszubildende*r der Fachinformatik und arbeitest mit Deinem Mit-Azubi Jonas für den Geschäftsführer Technik und IT, Cem Sarıkaya.

Im Büro stehen zwei Server: srv-cad speichert die Konstruktionsdaten der Rahmen und die Steuerdateien für die Biegemaschinen, srv-foto die Produktfotos für den Shop. An jedem Server hängt per USB 3.2 Gen 1 (brutto 5 Gbit/s) ein externes Speichergehäuse mit vier Festplatten zu je 6 TB (Herstellerangabe), konfiguriert als RAID 5. Beide Server sind mit 1 Gbit/s ans LAN angeschlossen. Seit der Rahmen-Konfigurator online ist, ist der Speicher von srv-foto fast voll, während auf srv-cad noch viel frei ist.

a) Berechne die nutzbare Gesamtkapazität beider Speichergehäuse in TB und in TiB. (3 Punkte)

Geg.: 2 Gehäuse mit je 4 Platten zu 6\,\mathrm{TB}, RAID 5 (eine Platte für Parität)

Ges.: Nettokapazität gesamt

C_{netto} = 2 \cdot (4 - 1) \cdot 6\,\mathrm{TB} = \underline{\underline{36\,\mathrm{TB}}}

C_{netto} = \frac{36 \cdot 10^{12}\,\mathrm{Byte}}{2^{40}\,\frac{\mathrm{Byte}}{\mathrm{TiB}}} \approx \underline{\underline{32{,}742\,\mathrm{TiB}}}

Bewertung: Plattenzahl RAID 5 richtig (1 P), Ergebnis in TB (1 P), Umrechnung in TiB (1 P).

b) Cem Sarıkaya überlegt, die beiden Speichergehäuse, die auch eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle haben, künftig als NAS direkt ans LAN anzuschließen. Bewerte die beiden Anschlussarten in einer Tabelle hinsichtlich Übertragungsrate, möglicher Entfernung zwischen Server und Speicher und gemeinsamer Nutzung durch beide Server. (6 Punkte)

Kriterium DAS (USB) NAS (Ethernet)
Übertragungsrate
Entfernung
Gemeinsame Nutzung
Kriterium DAS (USB) NAS (Ethernet)
Übertragungsrate schneller: USB 3.2 Gen 1 mit 5 Gbit/s brutto (in der Praxis rund 400 MB/s) langsamer: 1 Gbit/s (rund 115 MB/s), teilt sich das LAN mit dem übrigen Verkehr
Entfernung nur kurz, passives USB-Kabel etwa 3 m; der Speicher muss neben dem Server stehen bis 100 m je Kupferstrecke, über Switches im ganzen Gebäude; Speicher kann z. B. im abschließbaren Serverschrank stehen
Gemeinsame Nutzung nicht möglich, nur der angeschlossene Server greift direkt zu möglich, beide Server (und berechtigte Clients) greifen gleichzeitig zu; freier Platz lässt sich gemeinsam nutzen

Bewertung: je Zelle 1 P. Andere sinnvolle Angaben sind möglich (z. B. 10-Gbit/s-NAS wäre schneller als USB).

c) Nenne drei Vorteile, die für ein zentrales Speichersystem anstelle der beiden einzelnen Speichergehäuse sprechen. (6 Punkte)

Drei der folgenden, je 2 P:

  • Bessere Ausnutzung: Freier Speicher wird dort zugeteilt, wo er gebraucht wird; srv-foto läuft nicht voll, während auf srv-cad Platz frei ist.

  • Einfache Erweiterung an einer Stelle (weitere Platten oder Erweiterungsgehäuse), ohne die Server anzufassen.

  • Zentrale Verwaltung von Rechten, Kontingenten und Überwachung; nur ein System muss gesichert werden.

  • Beide Server und weitere Systeme können auf dieselben Daten zugreifen; fällt ein Server aus, bleiben die Daten erreichbar.

  • Redundanz (Netzteile, Netzwerkanschlüsse, USV) lohnt sich für ein System eher als für mehrere.

d) Werkstattleiter Bastian Ludwig schlägt vor, statt eines NAS einen ausgemusterten Büro-PC mit großen Platten als Dateiserver einzusetzen. Nenne drei Vorteile eines NAS gegenüber dieser Lösung. (3 Punkte)

Drei der folgenden, je 1 P:

  • geringerer Stromverbrauch, kompakter, für Dauerbetrieb ausgelegt,

  • vorkonfiguriert: RAID, Freigaben, Benutzerverwaltung und Sicherungsfunktionen über eine Weboberfläche, kein Server-Betriebssystem nötig,

  • Platteneinschübe mit Hot Swap, Plattenüberwachung und Benachrichtigung,

  • weniger Wartung und kleinere Angriffsfläche (nur benötigte Dienste),

  • keine Lizenzkosten für ein Server-Betriebssystem; neue, für den Dauerbetrieb vorgesehene Hardware statt eines Altgeräts.

e) Ihr entscheidet Euch für ein NAS. Jonas soll das RAID einrichten, weiß aber nicht, wie er auf das Gerät zugreift. Beschreibe ihm eine Möglichkeit für den administrativen Zugriff. (3 Punkte)

Zugriff über die Weboberfläche: Jonas ermittelt die IP-Adresse des NAS (Hersteller-App/Suchprogramm, DHCP-Tabelle des Routers oder Display) (1 P), ruft sie in einem Browser auf, möglichst über HTTPS (z. B. https://192.168.10.30:5001) (1 P), und meldet sich mit einem Administrationskonto an; bei der Ersteinrichtung ändert er das Standardkennwort und richtet dann RAID und Freigaben ein (1 P).

Alternativ: SSH-Zugang über die Kommandozeile oder die Verwaltungs-App des Herstellers.

f) Das NAS läuft rund um die Uhr. Erläutere zwei Aspekte, wie es durch seinen Aufbau möglichst energieeffizient betrieben werden kann. (4 Punkte)

Zwei der folgenden, je 2 P (Maßnahme 1 P, Begründung 1 P):

  • Platten mit niedriger Drehzahl (5.400 min⁻¹) oder 2,5″-Platten bzw. SSDs verwenden, weil sie weniger Leistung aufnehmen.

  • Wenige große statt vieler kleiner Platten und ein RAID-Level mit gutem Verhältnis von Netto- zu Bruttokapazität wählen; jede Platte weniger spart Dauerleistung.

  • Ruhezustand der Platten (Spin-down) bei Inaktivität, z. B. nachts und am Wochenende, bzw. zeitgesteuertes Herunterfahren.

  • Hot-Spare-Platte erst bei Bedarf hochfahren lassen.

  • Effizientes Netzteil und stromsparende Plattform wählen.

g) Beim Formatieren des Volumes für die Konstruktionsdaten bietet das NAS Zuordnungseinheiten von 4 KiB bis 64 KiB an. Auf dem Volume sollen unter anderem 18.000 Steuerdateien für die Biegemaschinen mit durchschnittlich 1.300 Byte liegen.

ga) Erläutere, welchen Einfluss die Größe der Zuordnungseinheit auf den belegten Speicherplatz hat. (2 Punkte)

gb) Ermittle den Speicherplatz, den die Steuerdateien bei einer Zuordnungseinheit von 4 KiB und von 64 KiB belegen, in MiB. (3 Punkte)

gc) Erläutere je einen Anwendungsfall bei CSB-Rad, in dem kleine bzw. große Zuordnungseinheiten sinnvoll sind. (4 Punkte)

ga) Die Zuordnungseinheit (Cluster) ist der kleinste Speicherplatz, den eine Datei belegen kann. Eine Datei belegt immer ganze Zuordnungseinheiten; ist sie kein Vielfaches davon, bleibt der Rest der letzten Einheit ungenutzt (1 P). Je größer die Zuordnungseinheit, desto mehr Platz geht bei vielen kleinen Dateien verloren (1 P).

gb) Ges.: belegter Speicher

Jede Datei (1.300\,\mathrm{Byte} < 4\,\mathrm{KiB}) belegt genau eine Zuordnungseinheit:

S_{4} = 18.000 \cdot 4\,\mathrm{KiB} = \frac{72.000\,\mathrm{KiB}}{1.024\,\frac{\mathrm{KiB}}{\mathrm{MiB}}} \approx \underline{\underline{70{,}313\,\mathrm{MiB}}}

S_{64} = 18.000 \cdot 64\,\mathrm{KiB} = \frac{1.152.000\,\mathrm{KiB}}{1.024\,\frac{\mathrm{KiB}}{\mathrm{MiB}}} = \underline{\underline{1.125\,\mathrm{MiB}}}

Bewertung: Erkenntnis „eine Einheit je Datei“ (1 P), je Ergebnis 1 P. Zum Vergleich: Die Nutzdaten sind nur rund 22,3 MiB groß.

gc) Je 2 P:

  • Kleine Zuordnungseinheiten (z. B. 4 KiB) für das Volume mit vielen kleinen Dateien wie den Steuerdateien, Konfigurations- und Office-Dateien: wenig Verschnitt, der Speicher wird effizient genutzt.

  • Große Zuordnungseinheiten (z. B. 64 KiB) für ein Volume mit den Produktfotos, Videos oder Sicherungsdateien: Der Verschnitt fällt bei großen Dateien kaum ins Gewicht, die Dateien liegen zusammenhängend, und der Verwaltungsaufwand sinkt.

Aufgabe 2.2: Ein SAN für das Rechenzentrum der Schul-IT (Kernkompetenz)

(ca. 30 min Bearbeitungszeit)

Die Schul-IT OWL betreibt für alle Bielefelder Schulen ein Rechenzentrum mit Virtualisierungsservern. Netzwerkadministratorin Svenja Krämer plant mit ihrem Auszubildenden Emre Aksoy und Dir die Ablösung des alten Speichersystems. Das alte SAN hat eine Nettokapazität von 24 TiB und ist zu 85 % belegt; der Datenbestand wächst jährlich um 1.200 GiB. Neu beschafft wird das Speichersystem SX-24 mit 24 Einschüben. Die Verwaltung des Ratz und Rübe Berufskollegs fragt, ob nicht ein großes NAS genügen würde.

a) Ergänze die Tabelle so, dass der prinzipielle Unterschied zwischen einem NAS und einem SAN deutlich wird. (6 Punkte)

Kriterium NAS SAN
Anbindung an die Server
Zugriffsebene
Protokoll (je ein Beispiel)
Adressierung
Kriterium NAS SAN
Anbindung an die Server direkt am vorhandenen LAN (Ethernet-Switch) eigenes Speichernetz; Server über Host-Bus-Adapter an SAN-Switches, daran die Speichersysteme
Zugriffsebene Dateien (Freigaben); das Dateisystem verwaltet das NAS Blöcke (LUNs); das Dateisystem legt der Server an
Protokoll (je ein Beispiel) SMB/CIFS oder NFS Fibre Channel oder iSCSI
Adressierung IP-Adresse bzw. Hostname und Freigabename WWN (Fibre Channel) bzw. IQN und IP-Adresse (iSCSI)

Bewertung: Anbindung 2 P, Zugriffsebene 2 P, Protokoll 1 P, Adressierung 1 P.

b) Erläutere die beiden am Markt verbreiteten SAN-Techniken. (4 Punkte)

  • Fibre Channel (FC): eigenes Übertragungsverfahren mit eigenen FC-Switches und HBAs, meist über Lichtwellenleiter; sehr schnell (z. B. 32 oder 64 Gbit/s) und latenzarm, aber teuer und mit Spezialwissen verbunden (2 P).

  • iSCSI: überträgt SCSI-Befehle in TCP/IP-Paketen über normales Ethernet; nutzt vorhandene, preiswerte Netzwerktechnik und vertrautes Know-how, ist aber von der Ethernet-Geschwindigkeit abhängig und sollte in einem eigenen Netz bzw. VLAN laufen (2 P).

c) Für das Backup-System soll iSCSI verwendet werden. Ergänze den Protokollstapel des Servers in der Tabelle. (3 Punkte)

OSI-Schicht Server (Initiator) Speichersystem (Target)
7 Anwendung Dateisystem (Blöcke auf den Platten)
6 Darstellung SCSI
5 Sitzung iSCSI
4 Transport TCP
3 Vermittlung IP
2 Sicherung Ethernet (MAC/LLC)
1 Bitübertragung Netzwerk-Hardware Netzwerk-Hardware

Server-Spalte von oben nach unten: SCSI, iSCSI, TCP, IP, Ethernet (MAC/LLC) – je Feld 0,5 P, also 2,5 P; 0,5 P für die Erkenntnis, dass beide Seiten den gleichen Stapel nutzen (Schicht 6 bis 2 identisch).

d) Das iSCSI-Target soll einen Namen im IQN-Format erhalten. Die Schul-IT OWL besitzt die Domäne schul-it-owl.example seit März 2019. Das Target heißt backup-01. Aufbau laut Namensregel: Präfix iqn., Jahr und Monat (JJJJ-MM), in dem die Domäne bereits im Besitz war, Punkt, Domänenname in umgekehrter Reihenfolge, Doppelpunkt, frei wählbarer eindeutiger Name.

Erstelle den IQN-Namen. (4 Punkte)

iqn.2019-03.example.schul-it-owl:backup-01

Bewertung: Präfix iqn. (1 P), Datum 2019-03 (1 P), umgekehrte Domäne example.schul-it-owl (1 P), :backup-01 (1 P).

e) Die beiden Virtualisierungsserver vh01 und vh02 sollen über das SAN auf das SX-24 und auf den Backup-Speicher zugreifen. Weil alle Schulen von diesen Servern abhängen, darf der Ausfall eines Switches, Kabels oder Adapters den Zugriff nicht unterbrechen. Ergänze die Skizze um das Speichernetz (im gestrichelten Bereich und mit Verbindungen). (4 Punkte)

Skizze: oben Clients und Verwaltung an einem Ethernet-Switch, darunter die beiden Virtualisierungsserver vh01 und vh02. Darunter ein leerer, gestrichelter Bereich und ganz unten die Speichersysteme SX-24 und Backup-Speicher, noch ohne Verbindung. (mit KI erstellt)
Beispiellösung: Zwischen den Servern und den Speichersystemen liegen zwei SAN-Switches (Fabric A und Fabric B). Jeder Server ist mit HBA 1 an Fabric A und mit HBA 2 an Fabric B angeschlossen, beide Speichersysteme sind mit beiden Fabrics verbunden. (mit KI erstellt)

Bewertung: SAN-Switch(es) als eigenes Netz zwischen Servern und Speicher (1 P), beide Server an das SAN angeschlossen (1 P), beide Speichersysteme angeschlossen (1 P), Redundanz durch zwei getrennte Fabrics bzw. doppelte Anbindung (1 P). Das LAN bleibt unverändert.

f) Nenne der Verwaltung zwei Argumente für und zwei Argumente gegen ein SAN anstelle eines NAS. (4 Punkte)

Je 1 P, z. B.:

  • dafür: eigenes Netz, daher hohe Übertragungsrate und keine Beeinflussung durch den übrigen LAN-Verkehr; Blockzugriff, wie ihn Virtualisierungs-Cluster und Datenbanken brauchen; mehrere Server greifen auf mehrere Speichersysteme zu (gut skalierbar); große Entfernungen bzw. Standortspiegelung möglich.

  • dagegen: hohe Kosten für Switches, HBAs und Speichersysteme; höherer Planungs- und Verwaltungsaufwand und Spezialwissen; für eine reine Dateiablage der Verwaltung nicht nötig.

g) Das SX-24 wird zunächst mit fünf Festplatten „20 TB“ bestückt: vier bilden ein RAID 6, eine dient als Hot Spare. Die Schul-IT belegt Speichersysteme höchstens zu 80 %.

ga) Berechne die Nettokapazität des SX-24 in TiB. (3 Punkte)

gb) Berechne, wie viele volle Jahre das SX-24 bei Übernahme des Altbestands und gleichbleibendem Zuwachs ausreicht. (5 Punkte)

Geg.: 4 Platten zu 20\,\mathrm{TB} im RAID 6 (+ Hot Spare); Auslastung höchstens 80\,\%; Altbestand 24\,\mathrm{TiB} \cdot 0{,}85; Zuwachs 1.200\,\mathrm{GiB/Jahr}

ga) Ges.: Nettokapazität

C_{netto} = (4 - 2) \cdot 20\,\mathrm{TB} = 40\,\mathrm{TB} = \frac{40 \cdot 10^{12}\,\mathrm{Byte}}{2^{40}\,\frac{\mathrm{Byte}}{\mathrm{TiB}}} \approx \underline{\underline{36{,}380\,\mathrm{TiB}}}

Bewertung: RAID 6 mit zwei Paritätsplatten und ohne Hot Spare (1 P), 40 TB (1 P), Umrechnung (1 P).

gb) Ges.: Reichweite in vollen Jahren

S_{nutzbar} = 36{,}380\,\mathrm{TiB} \cdot 0{,}8 \cdot 1.024\,\frac{\mathrm{GiB}}{\mathrm{TiB}} \approx 29.802{,}3\,\mathrm{GiB}

S_{Bestand} = 24\,\mathrm{TiB} \cdot 0{,}85 \cdot 1.024\,\frac{\mathrm{GiB}}{\mathrm{TiB}} = 20.889{,}6\,\mathrm{GiB}

\text{Jahre} = \frac{S_{nutzbar} - S_{Bestand}}{\text{Zuwachs}} = \frac{29.802{,}3\,\mathrm{GiB} - 20.889{,}6\,\mathrm{GiB}}{1.200\,\frac{\mathrm{GiB}}{\mathrm{Jahr}}} \approx 7{,}427\,\mathrm{Jahre}

Das SX-24 reicht \underline{\underline{7\ \text{volle Jahre}}} (abgerundet, im 8. Jahr wird die 80-%-Grenze überschritten).

Bewertung: nutzbare Kapazität (1 P), Altbestand (1 P), Differenz (1 P), Division (1 P), Abrunden mit Begründung (1 P). Folgefehler aus ga) werden nicht erneut abgezogen.

Aufgabe 2.3: Sicherungsspeicher für eine Freizeit-App (Kernkompetenz)

(ca. 32 min Bearbeitungszeit)

Die Let’s Meet GmbH betreibt ihre Kennenlern-App für gemeinsame Freizeitaktivitäten auf einem App-Server, der in einem gemieteten Serverschrank eines Bielefelder Rechenzentrums steht. Bisher wird jede Nacht eine Vollsicherung (rund 800 GiB) auf ein NAS im selben Schrank geschrieben, zusätzlich legt die Virtualisierung stündlich einen Snapshot an. Entwicklungsleiter Yusuf Demir möchte einen neuen Sicherungsspeicher mit Deduplizierung beschaffen und eine Kopie in ein zweites Rechenzentrum replizieren. Aus dem Datenblatt des Herstellers liegt Dir dieser Auszug vor:

Our backup appliance stores more backups in less space by using inline data deduplication. Incoming data streams are split into variable-sized chunks of 8 to 64 KiB. For every chunk, a SHA-256 fingerprint is calculated and compared with an index of all fingerprints already stored. A new chunk is compressed and written to disk; a chunk that already exists is not written again but replaced by a pointer to the stored copy. Because only unique chunks are stored and transferred, backups finish faster and replication to a second site needs much less WAN bandwidth. Typical deduplication ratios for daily full backups range from 10:1 to 30:1.

a) Erläutere Yusuf Demir anhand des Textes die prinzipielle Arbeitsweise der Deduplizierung. (5 Punkte)

Die eingehenden Daten werden in Abschnitte (Chunks) variabler Größe von 8 bis 64 KiB zerlegt (1 P). Für jeden Abschnitt wird ein Hashwert (Fingerabdruck, SHA-256) berechnet (1 P) und mit einem Index der bereits gespeicherten Hashwerte verglichen (1 P). Ist der Abschnitt neu, wird er (komprimiert) gespeichert (1 P); ist er schon vorhanden, wird er nicht erneut geschrieben, sondern nur ein Verweis auf die vorhandene Kopie abgelegt (1 P). Dies geschieht „inline“, also bevor die Daten auf die Platten geschrieben werden.

b) Nenne anhand des Textes zwei Vorteile, die für den Einsatz sprechen. (4 Punkte)

Zwei der folgenden, je 2 P:

  • mehr Sicherungsstände auf weniger Speicherplatz (geringere Kosten für Platten),

  • Sicherungen sind schneller fertig, weil nur neue Abschnitte geschrieben werden,

  • die Replikation in das zweite Rechenzentrum braucht deutlich weniger WAN-Bandbreite,

  • hohe Einsparung bei täglichen Vollsicherungen (Faktor 10 bis 30).

c) Der Sicherungsspeicher soll 14 tägliche Vollsicherungen zu je 800 GiB aufbewahren. Von einer Vollsicherung zur nächsten sind durchschnittlich 2 % der Daten neu oder geändert. Neue Abschnitte werden zusätzlich so komprimiert, dass sie 40 % weniger Platz belegen.

ca) Berechne den Speicherplatz, den die 14 Sicherungen ohne Deduplizierung belegen, und den Speicherplatz mit Deduplizierung (ohne Kompression). (3 Punkte)

cb) Berechne die Deduplizierungsrate und den belegten Speicherplatz mit Deduplizierung und Kompression. (3 Punkte)

Geg.: 14 Vollsicherungen zu 800\,\mathrm{GiB}; täglich 2\,\% neue Daten; Kompression um 40\,\%

ca) Ges.: S_{ohne}, S_{dedup}

S_{ohne} = 14 \cdot 800\,\mathrm{GiB} = \underline{\underline{11.200\,\mathrm{GiB}}}

Die erste Sicherung wird vollständig gespeichert, von den 13 weiteren nur die neuen Abschnitte:

S_{dedup} = 800\,\mathrm{GiB} + 13 \cdot 0{,}02 \cdot 800\,\mathrm{GiB} = 800\,\mathrm{GiB} + 208\,\mathrm{GiB} = \underline{\underline{1.008\,\mathrm{GiB}}}

Bewertung: S_{ohne} (1 P), Ansatz erste Sicherung voll + 13 × Änderungen (1 P), Ergebnis (1 P).

cb) Ges.: Deduplizierungsrate, S_{dedup+komp}

\text{Rate} = \frac{11.200\,\mathrm{GiB}}{1.008\,\mathrm{GiB}} = \frac{100}{9} \approx \underline{\underline{11{,}111 : 1}}

S_{dedup+komp} = 1.008\,\mathrm{GiB} \cdot (1 - 0{,}4) = \underline{\underline{604{,}8\,\mathrm{GiB}}}

Balkendiagramm: 14 Vollsicherungen belegen ohne Deduplizierung 11.200 GiB, mit Deduplizierung 1.008 GiB (Rate 11,111 : 1) und mit Deduplizierung und Kompression 604,8 GiB (mit KI erstellt)

Bewertung: Rate (1 P), Faktor 0,6 statt 0,4 (1 P), Ergebnis (1 P).

d) Jonas Weber, Auszubildender im zweiten Jahr, meint: „Deduplizierung ist doch nur ein anderes Wort für Kompression.“ Erläutere ihm die Begriffe Deduplizierung und Kompression, unterscheide dabei verlustfreie und verlustbehaftete Kompression und nenne je ein Anwendungsbeispiel. (8 Punkte)

  • Deduplizierung (2 P): sucht gleiche Dateien oder Blöcke zwischen verschiedenen Daten und speichert jeden Inhalt nur einmal, alle weiteren Vorkommen als Verweis; immer verlustfrei. Beispiel (1 P): tägliche Vollsicherungen, viele VMs mit gleichem Betriebssystem, derselbe Mailanhang in vielen Postfächern.

  • Kompression (1 P): codiert Daten innerhalb einer Datei bzw. eines Datenstroms kürzer, indem Redundanz entfernt wird.

  • Verlustfreie Kompression (1 P): Die Originaldaten lassen sich exakt wiederherstellen. Beispiel (1 P): ZIP-Archiv, Datenbank-Dump, Programmdateien, Logdateien.

  • Verlustbehaftete Kompression (1 P): Weniger wichtige Informationen werden weggelassen; das Original ist nicht mehr exakt herstellbar, dafür ist die Ersparnis größer. Beispiel (1 P): Profilfotos als JPEG, Videos als H.264.

e) Ein Kollege schlägt vor, die Sicherungsdateien schon auf dem App-Server zu verschlüsseln und zu packen, bevor sie zum Sicherungsspeicher gehen. Begründe, warum die Deduplizierung dann kaum noch Platz spart. (3 Punkte)

Verschlüsselung und Kompression verändern schon bei kleinen Änderungen am Original große Teile der erzeugten Datei; die Daten wirken wie Zufallsdaten (1 P). Gleiche Inhalte zweier Sicherungen ergeben daher keine gleichen Blöcke mehr und damit keine gleichen Hashwerte (1 P). Die Deduplizierung findet kaum Duplikate. Besser: zuerst deduplizieren, dann komprimieren und verschlüsseln, z. B. durch die Verschlüsselung im Sicherungsspeicher bzw. auf dem Transportweg (1 P).

f) Yusuf Demir möchte außerdem die Sicherungen in ein zweites Rechenzentrum replizieren und die Sicherungen der Rechnungsdaten auf WORM-Speicher ablegen. Erläutere die Begriffe Replikation und WORM-Speicherung und begründe, warum eine Replikation allein keine Datensicherung ersetzt. (6 Punkte)

  • Replikation (2 P): Der Datenbestand wird laufend (synchron oder mit kurzem Zeitversatz asynchron) auf ein zweites System, hier im zweiten Rechenzentrum, übertragen. So bleibt bei Ausfall oder Zerstörung des ersten Standorts eine aktuelle Kopie erhalten, und Datenverlust zwischen zwei Sicherungen wird vermieden.

  • WORM-Speicherung (Write Once Read Many, 2 P): Daten werden einmal geschrieben und können danach bis zum Ablauf einer Frist nur gelesen, aber weder geändert noch gelöscht werden. Das schützt vor Manipulation und Ransomware und erfüllt Anforderungen an revisionssichere Archivierung.

  • Begründung (2 P): Die Replikation überträgt jede Änderung, also auch versehentliches Löschen, logische Fehler oder eine Verschlüsselung durch Ransomware, sofort auf die Kopie. Ältere Stände gibt es nur in einer Datensicherung mit mehreren Generationen.

g) Yusuf Demir fragt, ob man auf die nächtliche Sicherung nicht ganz verzichten könne, weil es ja die stündlichen Snapshots gibt. Erläutere, warum ein Snapshot auf demselben Speichersystem keine verlässliche Datensicherung ist. (3 Punkte)

Ein Snapshot speichert nur Verweise auf die vorhandenen Blöcke und danach die Änderungen; er liegt auf denselben Platten und hängt von denselben Verwaltungstabellen ab wie das Original (1 P). Bei einem Hardwaredefekt des Speichersystems, einem Fehler in den Zuordnungstabellen, Brand oder Diebstahl sind Original und Snapshots gleichzeitig verloren (1 P). Eine Datensicherung muss getrennt vom Original auf einem anderen Medium bzw. an einem anderen Ort liegen (3-2-1-Regel); Snapshots ergänzen sie nur, z. B. für schnelles Zurückholen oder als konsistente Quelle der Sicherung (1 P).


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Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zu Speichersystemen: DAS, NAS, SAN, Deduplizierung und Zuordnungseinheiten” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/speichersysteme-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/it-systeme/hardware-speicher. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 28.10.2026.

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