Übungsaufgaben zu Ticketsystem und IT-Service

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Ticketsystem, IT-Service-Management, ITIL, Incident, Service Request, Support-Level, Eskalation, Service Level Agreement, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 180 min, mehrere Aufgaben): Eine umfangreiche Übungsaufgabe und vier weitere Aufgaben: Für den Support einer Freizeit-App erläuterst Du Vor- und Nachteile eines Ticketsystems, ordnest Meldungen als Incident, Service Request oder Major Incident ein und priorisierst sie, beschreibst Support-Level und Eskalation, wertest englische Texte zu ITIL und einem SLA aus, berechnest zulässige Ausfallzeiten, entscheidest zwischen SaaS und On-Premises und wendest Datenschutz und aktives Zuhören an. In den weiteren Aufgaben wertest Du die Ticketzahlen einer Schul-IT aus, bereitest ein SLA für einen Onlineshop vor, richtest einen Support nach ITIL aus und prüfst einen SLA-Bericht nach. Alle Lösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgabe gehört zum Artikel Ticketsystem und IT-Service.

Hinweise zur Bearbeitung: Als FIA, FIDP, FIDV, ISE oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1 und Aufgabe 2.2. Von IKD wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1, Aufgabe 3.2 und Aufgabe 3.3) keine Probleme bereiten. Bei „erläutern“ genügt kein Stichwort: Schreibe ganze Sätze mit Bezug zur Situation. Gib bei Rechnungen den Rechenweg mit Einheiten an. Schreib Deine Lösung zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.

Aufgabe 2.1: Ein Ticketsystem für den Support einer Freizeit-App (Kernkompetenz)

(ca. 77 min Bearbeitungszeit)

Die Let’s Meet GmbH in Bielefeld, ein Start-up mit 24 Beschäftigten, betreibt die App „Let’s Meet“, mit der rund 18.200 monatlich aktive Nutzende Gleichgesinnte für gemeinsame Freizeitaktivitäten finden. Das zweiköpfige Support-Team – Birgit Sommer (Teamleitung Support und Moderation) und Amir Rahimi – bekommt Meldungen bisher über eine E-Mail-Sammeladresse und per Telefon und verwaltet sie auf einem Kanban-Board. Immer wieder bleiben Meldungen tagelang liegen. Die Geschäftsführerin Clara Neumann hat deshalb die Einführung eines Ticketsystems beschlossen: Meldungen aus der App sollen künftig über eine REST-Schnittstelle direkt als Ticket ankommen. Du bist Auszubildende*r der Fachinformatik für Anwendungsentwicklung im Team von Yusuf Demir (Leiter Entwicklung) und arbeitest gemeinsam mit Jonas Weber in diesem Projekt mit. Das Entwicklungsteam baut derzeit Backend und Datenbank der App mit Spring Boot und Docker neu auf und ist damit stark ausgelastet.

a) Clara Neumann bittet Dich, die Einführung im nächsten Teammeeting zu begründen, aber auch ehrlich auf Schwierigkeiten hinzuweisen. Erläutere drei Vorteile und einen Nachteil, die der Einsatz eines Ticketsystems für den Support der Let’s Meet GmbH hat. (12 Punkte)

Je Vorteil bzw. Nachteil 3 Punkte (1 Punkt Merkmal, 2 Punkte Erläuterung von Wirkung und Nutzen mit Bezug zu Let’s Meet). Drei Vorteile aus z. B.:

  • Nachvollziehbarkeit: Jede Meldung erhält eine Ticketnummer und einen Verlauf. Anders als im Sammelpostfach geht keine Meldung mehr verloren oder bleibt unbemerkt liegen; auch wenn Birgit Sommer im Urlaub ist, sieht Amir Rahimi, was bereits passiert ist.

  • Transparenz über den Status: Support, Entwicklung und Nutzende sehen den Bearbeitungsstand. Doppelarbeit (beide antworten auf dieselbe Mail) und Nachfragen „Was ist mit meiner Meldung?“ entfallen.

  • Automatisierung: Eingangsbestätigung, Zuweisung nach Kategorie und Benachrichtigung bei Statuswechsel laufen automatisch. Die App übermittelt App-Version und Gerät gleich mit, das spart dem kleinen Team Zeit und Rückfragen.

  • Priorisierung: Tickets werden nach Auswirkung und Dringlichkeit geordnet. Sicherheitsrelevante Meldungen (z. B. Fake-Profile) oder Ausfälle werden zuerst bearbeitet statt in der Reihenfolge des Eingangs.

  • Auswertungen: Ticketaufkommen je Kategorie, Reaktions- und Lösungszeiten lassen sich auswerten. Clara Neumann erkennt, ob das Team ausreicht, und die Entwicklung sieht, welche Funktionen die meisten Probleme machen.

  • Wissensdatenbank: Lösungen werden gespeichert und wiederverwendet; häufige Fragen können als Hilfeartikel in der App erscheinen (Self-Service), das entlastet das Team.

  • Einhaltung von Zusagen (SLA): Das System misst Fristen und warnt rechtzeitig, z. B. bei Datenauskünften mit gesetzlicher Frist.

Ein Nachteil aus z. B.:

  • Kosten: Abo-Gebühren oder Lizenz, Einrichtung, Anpassung und Anbindung an die App kosten Geld und Arbeitszeit des Entwicklungsteams – für ein Start-up mit 24 Beschäftigten ein spürbarer Posten.

  • Überwachungsverdacht: Das System protokolliert, wer wie lange an welchem Ticket gearbeitet hat. Birgit Sommer und Amir Rahimi könnten das als Leistungskontrolle empfinden; das gefährdet die Akzeptanz (bei einem Betriebsrat: Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).

  • Datenschutz: Tickets enthalten personenbezogene Daten, ggf. Screenshots von Chats; Zugriffsrechte, Löschfristen und ggf. ein Auftragsverarbeitungsvertrag sind nötig.

  • Schulung und Umstellung: Das Team muss Kategorien, Regeln und Bedienung lernen; Nutzende, die lieber anrufen, empfinden ein Formular als Hürde.

Bewertungshinweis: Reine Stichworte („Übersicht“) höchstens 1 Punkt. Zwei Vorteile mit gleichem Kern (z. B. „Zeitersparnis“ und „schnellere Bearbeitung“) zählen nur einmal.

b) Für die REST-Schnittstelle legt Jonas Weber fest, welche Daten ein Ticket enthält.

ba) Nenne sechs Angaben, die ein Ticket enthalten sollte. Kennzeichne drei davon, die die App automatisch mitsenden kann, ohne dass die Nutzenden sie eintippen müssen. (3 Punkte)

Sechs Angaben (2 Punkte, je drei richtige Angaben 1 Punkt), z. B.:

  • Ticketnummer (vergibt das Ticketsystem)

  • meldende Person bzw. Benutzerkonto (benutzer_id) und Kontakt (E-Mail) – automatisch, weil die Person angemeldet ist

  • Zeitpunkt des Eingangs – automatisch

  • App-Version, Betriebssystem und Gerätetyp – automatisch

  • Kanal (App, E-Mail, Telefon) – automatisch

  • Kategorie (z. B. Anmeldung, Aktivitäten, Chat, Konto, Meldung über eine Person)

  • Beschreibung, ggf. Screenshot

  • Typ (Incident, Service Request), Priorität, Status, zuständige Person

1 Punkt für drei sinnvoll gekennzeichnete automatische Angaben. Nicht automatisch erfassbar sind Beschreibung und (in der Regel) Kategorie, Priorität setzt der Support.

bb) Ein Ticket durchläuft im neuen System die Status gelöst, neu, geschlossen, in Bearbeitung, zugewiesen und wartend. Bring die Status in eine sinnvolle Reihenfolge und beschreibe, wann ein Ticket in den Status wartend wechselt und warum die Frist für die Lösungszeit in diesem Status meist angehalten wird. (4 Punkte)

Reihenfolge (2 Punkte): neu → zugewiesen → in Bearbeitung → (wartend → in Bearbeitung) → gelöst → geschlossen. wartend darf auch zwischen in Bearbeitung und gelöst stehen, wenn deutlich wird, dass es danach zurück in die Bearbeitung geht. Bei gelöst kann das Ticket wiedereröffnet werden.

UML-Zustandsdiagramm: Lebenszyklus eines Tickets von neu über zugewiesen, in Bearbeitung, wartend und gelöst bis geschlossen (mit KI erstellt)

wartend (1 Punkt): Das Ticket wechselt dorthin, wenn die Bearbeitung von einer Zuarbeit von außen abhängt, z. B. wenn der Support eine Rückfrage an die meldende Person stellt („Welche App-Version nutzt Du?“) oder auf einen externen Dienstleister wartet.

Frist angehalten (1 Punkt): Der Support kann die Wartezeit nicht beeinflussen. Würde die Uhr weiterlaufen, würde eine späte Antwort der Nutzenden als Verstoß gegen die vereinbarte Lösungszeit gezählt.

c) Im Probebetrieb gehen die ersten Meldungen ein.

ca) Beschreibe den Unterschied zwischen einem Incident und einem Service Request. (2 Punkte)

Ein Incident ist eine ungeplante Unterbrechung oder Beeinträchtigung eines Services (etwas funktioniert nicht wie vorgesehen); Ziel ist die schnelle Wiederherstellung. Ein Service Request ist eine Anfrage nach einer vereinbarten Standardleistung (z. B. Datenexport, Kontoänderung); nichts ist gestört, die Anfrage wird nach einem festgelegten Ablauf erfüllt. 1 Punkt je zutreffender Beschreibung.

cb) Ordne die vier Meldungen jeweils als Incident, Major Incident oder Service Request ein, begründe kurz und bestimme die Priorität mit der Matrix des Support-Teams. Übertrage dazu die Tabelle. (8 Punkte)

Prioritätsmatrix des Support-Teams
Auswirkung \ Dringlichkeit hoch mittel gering
hoch (viele Nutzende, Kernfunktion, Sicherheit) 1 – kritisch 2 – hoch 3 – mittel
mittel (Teil der Nutzenden, einzelne Funktion) 2 – hoch 3 – mittel 4 – niedrig
gering (eine Person, kein Funktionsverlust) 3 – mittel 4 – niedrig 5 – planbar
Eingegangene Meldungen
Nr. Meldung Einordnung mit Begründung Priorität
1 Lea Schmitt (App, Mo 08:40 Uhr): „Der Filter ‚barrierefreier Treffpunkt‘ zeigt seit dem Update gestern auch das Café am Kesselbrink an, das drei Stufen am Eingang hat. Ich will heute Abend zum Brettspielabend.“
2 Rainer Krause (E-Mail): „Bitte schicken Sie mir eine Kopie aller Daten, die Sie über mich gespeichert haben.“
3 Monitoring (So 15:05 Uhr): Der Anmeldedienst antwortet seit 10 Minuten nicht, niemand kann sich in App oder Web-App anmelden.
4 Malik Haddad (App): „Die Android-App stürzt ab, sobald ich einen Chat öffne.“ Seit gestern gibt es 30 gleichartige Tickets; in der Web-App funktioniert der Chat.
Beispiellösung zur Einordnung
Nr. Einordnung mit Begründung Priorität
1 Incident: Eine Funktion arbeitet fehlerhaft (Filter liefert falsche Treffer). Auswirkung mittel: alle, die den Filter nutzen, sind betroffen, die App funktioniert sonst. Dringlichkeit hoch: Das Treffen ist heute Abend; Personen im Rollstuhl würden zu einem unzugänglichen Ort geschickt. 2 – hoch
2 Service Request: Nichts ist gestört, Rainer Krause möchte eine Standardleistung (Auskunft nach Art. 15 DSGVO). Auswirkung gering: eine Person. Dringlichkeit mittel: gesetzliche Frist von einem Monat. 4 – niedrig (auch 5 mit Begründung „Frist ist lang“)
3 Major Incident: Ausfall einer Kernfunktion für alle Nutzenden. Auswirkung hoch, Dringlichkeit hoch (Sonntagnachmittag, viele Aktivitäten). Sofortige Bearbeitung, Leitung informieren. 1 – kritisch
4 Incident (je Meldung); die 30 gleichartigen Tickets deuten auf ein gemeinsames Problem (Ursache, z. B. das Update). Auswirkung hoch: viele Nutzende der Android-App. Dringlichkeit mittel: Mit der Web-App gibt es eine Umgehungslösung. 2 – hoch

Bewertung: je Meldung 1 Punkt für Einordnung mit Begründung, 1 Punkt für eine zur Begründung passende Priorität. Andere Einschätzungen von Auswirkung oder Dringlichkeit sind richtig, wenn sie begründet sind und die Matrix korrekt angewendet wird. Meldung 4 als „Problem“ statt Incident einzuordnen, ist nur mit dem Hinweis richtig, dass die einzelnen Meldungen Incidents sind.

d) Das Support-Team soll mehrstufig arbeiten. Die Teutoburger Rechenzentrum GmbH betreibt die Server der Let’s Meet GmbH, der Hersteller des Ticketsystems liefert Updates und Fehlerkorrekturen.

da) Beschreibe für die Let’s Meet GmbH, wer jeweils den First-, Second- und Third-Level-Support übernimmt und welche Aufgaben die Ebene hat. Übertrage dazu die Tabelle. (6 Punkte)

Ebene Wer bei Let’s Meet? Aufgaben
First-Level-Support
Second-Level-Support
Third-Level-Support
Support-Ebenen bei Let’s Meet
Ebene Wer bei Let’s Meet? Aufgaben
First-Level-Support Support-Team (Birgit Sommer, Amir Rahimi) erste Anlaufstelle für alle Meldungen; vollständig erfassen, klassifizieren, priorisieren; Standardfälle (Passwort, Kontofragen, Bedienung, Datenauskunft) mit der Wissensdatenbank selbst lösen; Rest weiterleiten, Kontakt zu den Nutzenden halten
Second-Level-Support Entwicklungsteam (Yusuf Demir, Jonas Weber, Auszubildende) komplexe Fälle mit Fachwissen und mehr Berechtigungen: Logs und Datenbank analysieren, Fehler im Code beheben, Konfiguration ändern; neue Lösungen in die Wissensdatenbank eintragen, First Level schulen
Third-Level-Support Teutoburger Rechenzentrum GmbH (Infrastruktur) bzw. Hersteller des Ticketsystems Spezialfälle, die Eingriffe in Server, Netz oder Produkt des Herstellers erfordern, z. B. Ausfall im Rechenzentrum, Fehler im Ticketsystem selbst

Je Ebene 2 Punkte (1 Punkt Zuordnung, 1 Punkt Aufgaben). Bei Third Level sind auch andere externe Spezialist*innen richtig (z. B. Anbieter eingesetzter Bibliotheken oder des Kartendienstes).

db) Lea Schmitts Meldung (Nr. 1) kann Amir Rahimi nicht lösen und gibt sie an die Entwicklung weiter. Um 16 Uhr ist der Fehler noch nicht behoben, und es haben sich weitere Betroffene gemeldet. Birgit Sommer informiert Clara Neumann, die entscheidet, den Filter vorübergehend abzuschalten und alle Nutzenden zu benachrichtigen. Erläutere an diesem Beispiel den Unterschied zwischen funktionaler und hierarchischer Eskalation. (4 Punkte)

Funktionale Eskalation (2 Punkte): Das Ticket wird an eine höhere Support-Ebene mit mehr Fachwissen oder Berechtigungen übergeben – hier von Amir Rahimi (First Level) an die Entwicklung (Second Level), weil nur sie den Fehler im Filter analysieren und beheben kann.

Hierarchische Eskalation (2 Punkte): Vorgesetzte bzw. die Leitung werden eingeschaltet, weil eine Entscheidung oder Befugnis nötig ist, die die Bearbeitenden nicht haben – hier informiert Birgit Sommer die Geschäftsführerin, die über das Abschalten einer Funktion und die Information aller Nutzenden entscheidet.

dc) Künftig sollen sich Nutzende ausschließlich an den Support wenden; das Entwicklungsteam beantwortet keine direkten Anfragen mehr. Erläutere je einen Vorteil dieses Single Point of Contact für die Nutzenden und für das Entwicklungsteam. (4 Punkte)

Je 2 Punkte, z. B.:

  • Nutzende: Sie haben eine einzige, bekannte Anlaufstelle für alle Anliegen und müssen nicht herausfinden, wer zuständig ist; sie erhalten verlässlich eine Eingangsbestätigung und Rückmeldungen aus einer Hand.

  • Entwicklungsteam: Es erhält nur vorsortierte, vollständig erfasste Tickets, die wirklich einen Eingriff der Entwicklung erfordern, und wird nicht durch Anrufe und Standardfragen bei der Arbeit (z. B. im Sprint) unterbrochen.

Ebenfalls richtig: Der Support behält den Überblick über alle Probleme und erkennt Häufungen.

e) Yusuf Demir hat im englischsprachigen Team-Wiki beschrieben, wie Let’s Meet künftig nach ITIL arbeiten soll.

How we run our service

  1. We get a disrupted service back to normal for our users as fast as possible – even if we do not know the root cause yet.
  2. We analyse recurring or serious disruptions, look for their root cause and record known errors and workarounds.
  3. We take care of predefined, low-risk requests from users, for example a data export or a change of e-mail address.
  4. We make sure that only authorised people can use a service, for example by creating and removing moderator accounts.
  5. We continuously observe our servers and apps, filter alerts and decide which ones need a reaction.
Kennbuchstabe Praktik
A Access Management (in ITIL 4 Teil des Information Security Management)
B Change Enablement
C Incident Management
D Monitoring and Event Management
E Problem Management
F Service Request Management (Request Fulfilment)

ea) Ordne den Beschreibungen 1 bis 5 jeweils den Kennbuchstaben der passenden Praktik zu. Eine Praktik bleibt übrig. (5 Punkte)

Beschreibung Kennbuchstabe
1 – Service schnell wiederherstellen C (Incident Management)
2 – Ursachen wiederkehrender Störungen, Known Errors E (Problem Management)
3 – vordefinierte Standardanfragen F (Service Request Management)
4 – nur berechtigte Personen, Konten anlegen/entfernen A (Access Management)
5 – Server und Apps überwachen, Alarme filtern D (Monitoring and Event Management)

Übrig bleibt B (Change Enablement: Änderungen planen, genehmigen und kontrolliert umsetzen). Je richtiger Zuordnung 1 Punkt.

eb) Zu den 30 Absturzmeldungen aus der Android-App (Meldung 4) beschreibt Yusuf Demir das weitere Vorgehen. Beschreibe, wie dabei eine Grundursachenanalyse (Root Cause Analysis) und die Wissensdatenbank helfen. (4 Punkte)

Grundursachenanalyse (2 Punkte): Statt jeden Absturz einzeln zu behandeln, werden die gleichartigen Tickets zu einem Problem zusammengefasst und systematisch untersucht, warum die App abstürzt (z. B. Absturzprotokolle vergleichen, Gemeinsamkeiten wie App-Version oder Android-Version suchen, mit 5-Why fragen, was sich mit dem Update geändert hat). Aus der gefundenen Ursache wird eine dauerhafte Korrektur abgeleitet (z. B. Fehlerbehebung in Version 3.4.2), damit der Fehler nicht wieder auftritt.

Wissensdatenbank (2 Punkte): Der bekannte Fehler wird mit Umgehungslösung als Artikel erfasst („Absturz beim Öffnen des Chats in Android-Version …: bis zum Update die Web-App nutzen“). Der First Level kann weitere Meldungen sofort beantworten und mit dem Problem verknüpfen, ohne die Entwicklung erneut zu fragen; nach der Korrektur wird der Artikel aktualisiert. Ein Hinweis in der App kann neue Tickets ganz vermeiden.

f) Zur Auswahl stehen zwei Ticketsysteme. Die Lippe Software AG aus Lemgo bietet „TicketLotse“ als SaaS an. Aus dem Vertragsentwurf liegt Dir dieser Auszug vor:

TicketLotse – Service Level Agreement (excerpt)

  1. Availability: The service will be available 99.5 % of the time per calendar year, excluding announced maintenance windows (Sundays 02:00–04:00).
  2. Service hours: Support requests are accepted and processed Monday to Friday, 08:00–18:00, except public holidays in North Rhine-Westphalia.
  3. Response time: A qualified support engineer starts working on a priority 1 ticket within 1 hour and on all other tickets within 8 service hours.
  4. Resolution time: Priority 1 incidents are resolved within 4 service hours.
  5. Service credits: If an agreed value is missed, the customer receives a credit of 5 % of the monthly fee.

fa) Erläutere anhand des Auszugs, was man unter einem Service Level Agreement versteht. (3 Punkte)

Ein Service Level Agreement (SLA) ist Teil des Servicevertrags zwischen einem Dienstleister (hier Lippe Software AG) und dem Kunden (Let’s Meet GmbH) (1 Punkt). Darin wird messbar festgelegt, in welchem Umfang und in welcher Qualität (Servicelevel) die Leistung erbracht wird, z. B. Verfügbarkeit von 99,5 %, Servicezeiten, Reaktions- und Lösungszeiten (1 Punkt). Außerdem regelt es die Folgen bei Nichteinhaltung, hier eine Gutschrift von 5 % der Monatsgebühr (1 Punkt).

fb) Beschreibe neben der Verfügbarkeit zwei weitere zeitbezogene Größen aus dem Auszug und gib jeweils den vereinbarten Wert an. (4 Punkte)

Zwei aus (je 1 Punkt Nennung mit Wert, 1 Punkt Beschreibung):

  • Servicezeit (Supportzeit): Zeitraum, in dem der Anbieter Supportanfragen entgegennimmt und bearbeitet – Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, außer an Feiertagen in NRW.

  • Reaktionszeit: Zeit vom Eingang des Tickets bis zum Beginn der Bearbeitung durch qualifiziertes Personal – bei Priorität 1 eine Stunde, sonst acht Servicestunden (eine automatische Eingangsbestätigung zählt nicht).

  • Lösungszeit (Wiederherstellungszeit): Zeit, bis der Service wieder vollständig nutzbar ist – bei Priorität 1 vier Servicestunden.

Typischer Fehler: Reaktionszeit und Lösungszeit gleichsetzen.

fc) Unabhängig vom Ticketsystem garantiert die Teutoburger Rechenzentrum GmbH für die Server der App eine Verfügbarkeit von 99,9 % je Kalendermonat im 24/7-Betrieb. Yusuf Demir hat dafür „höchstens 43,2 min Ausfall“ notiert. Berechne die zulässige Ausfallzeit für den Oktober 2026 in Minuten. (2 Punkte)

Geg.: Verfügbarkeit V = 99{,}9\,\% = 0{,}999, Oktober: T = 31\,\mathrm{d}, 24/7-Betrieb

Ges.: zulässige Ausfallzeit t_A im Oktober in Minuten

V = \frac{T - t_A}{T} \quad | \cdot T

t_A = (1 - V) \cdot T

t_A = (1 - 0{,}999) \cdot 31\,\mathrm{d} \cdot 24\,\frac{\mathrm{h}}{\mathrm{d}} \cdot 60\,\frac{\mathrm{min}}{\mathrm{h}} = 0{,}001 \cdot 44.640\,\mathrm{min} = \underline{\underline{44{,}640\,\mathrm{min}}}

Im Oktober darf der Server insgesamt 44,64 Minuten ausfallen. Yusufs 43,2 Minuten gelten für einen Monat mit 30 Tagen.

Bewertung: Ansatz (1 - V) \cdot T 1 Punkt, Minuten des Oktobers und Ergebnis 1 Punkt. Mit 30 Tagen gerechnet (43,2 min): 1 Punkt.

fd) Jonas Weber sagt: „Bei 99,9 % je Monat darf der Server im ganzen Jahr höchstens etwa vier Stunden ausfallen.“ Nimm rechnerisch begründet Stellung zu dieser Aussage. (3 Punkte)

Geg.: V = 0{,}999 je Kalendermonat, Jahr 2026: T_J = 365\,\mathrm{d}

Ges.: höchstmögliche Ausfallzeit t_J im Jahr, wenn jeder Monat ausgeschöpft wird

Die zulässigen Ausfallzeiten der zwölf Monate addieren sich; zusammen umfassen die Monate alle 365 Tage:

t_J = (1 - V) \cdot T_J = 0{,}001 \cdot 365\,\mathrm{d} \cdot 24\,\frac{\mathrm{h}}{\mathrm{d}} = \underline{\underline{8{,}760\,\mathrm{h}}}

Stellungnahme: Die Aussage ist falsch. Der Server darf im Jahr insgesamt bis zu 8,76 Stunden (525,6 Minuten) ausfallen, also mehr als doppelt so lange wie von Jonas angenommen – allerdings höchstens 40,32 Minuten (Februar, 28 Tage) bis 44,64 Minuten (Monate mit 31 Tagen) in jedem einzelnen Monat, ein Ausgleich zwischen den Monaten ist nicht erlaubt.

Zulässige Ausfallzeit je Monat 2026 bei 99,9 % Verfügbarkeit: 40,32 bis 44,64 Minuten, zusammen 525,6 Minuten, gegenüber den angenommenen 20 Minuten je Monat (mit KI erstellt)

Bewertung: Rechnung 2 Punkte, Urteil mit Begründung 1 Punkt. Ebenfalls richtig: 12 \cdot 43{,}2\,\mathrm{min} = 518{,}4\,\mathrm{min} \approx 8{,}64\,\mathrm{h} (mit 30-Tage-Monaten).

g) Als Alternative zu „TicketLotse“ schlägt Yusuf Demir ein Open-Source-Ticketsystem vor, das auf einem eigenen Server im Büro am Jahnplatz installiert und selbst betrieben würde. Die Kosten über drei Jahre sind ähnlich hoch.

ga) Erläutere das Betriebsmodell Software as a Service (SaaS). (2 Punkte)

SaaS ist ein Modell des Cloud-Computings: Der Anbieter (Lippe Software AG) betreibt die Software samt Servern, Updates und Backups in seinem Rechenzentrum (1 Punkt). Let’s Meet nutzt das Ticketsystem als Dienstleistung über das Internet im Browser bzw. per App und zahlt eine laufende Gebühr, ohne sich um die Infrastruktur zu kümmern; die Daten liegen beim Anbieter (1 Punkt).

gb) Erläutere die Bedeutung von „On-Premises“ und einen Grund, der für Yusufs Vorschlag sprechen kann. (3 Punkte)

Bedeutung (1 Punkt): Die Software läuft auf eigener Hardware in den eigenen Räumen (hier Server im Büro am Jahnplatz) und wird vom Unternehmen selbst installiert, betrieben und gewartet.

Grund (2 Punkte), z. B.:

  • Datenschutz und Kontrolle: Alle Tickets mit personenbezogenen Daten bleiben im eigenen Haus; kein Auftragsverarbeiter, keine Fragen zum Serverstandort – wichtig für eine App, bei der Vertrauen und Datenschutz zentral sind.

  • Anpassbarkeit: Das Open-Source-System kann an die eigenen Abläufe und die REST-Schnittstelle der App angepasst werden, der Quellcode ist einsehbar.

  • Keine Lizenzgebühren und keine Anbieterbindung: kein Abo, kein Risiko von Preiserhöhungen oder Einstellung des Dienstes.

  • Updates in eigener Verantwortung: Updates können vorher getestet werden.

gc) Clara Neumann bittet Dich um eine Empfehlung. Entscheide Dich für eine der beiden Varianten und begründe Deine Entscheidung mit zwei Argumenten, die sich auf die Situation der Let’s Meet GmbH beziehen. (4 Punkte)

Beide Entscheidungen sind möglich; je Argument mit Situationsbezug 2 Punkte. Eine Entscheidung ohne Festlegung („beides hat Vor- und Nachteile“) erhält höchstens 2 Punkte.

Für SaaS („TicketLotse“), z. B.:

  • Das Entwicklungsteam ist mit dem Neuaufbau von Backend und Datenbank ausgelastet; Betrieb, Updates und Backups übernimmt der Anbieter, das schont knappe Personalkapazität.

  • Die App läuft rund um die Uhr; ein einzelner Server im Büro ohne Redundanz und ohne Rufbereitschaft wäre weniger verfügbar als ein Anbieter mit SLA (99,5 % je Jahr, Gutschrift bei Verstoß).

  • Schnell einsatzbereit, da Meldungen bisher tagelang liegen bleiben.

  • Der Datenschutz lässt sich mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag und einem Rechenzentrum in Deutschland bzw. der EU absichern.

Für On-Premises (Open Source), z. B.:

  • Tickets enthalten sensible Daten (Meldungen über Personen, Screenshots von Chats); im eigenen Haus behält Let’s Meet die volle Kontrolle, was das Vertrauen der Nutzenden stärkt.

  • Das Team hat mit Docker und Spring Boot bereits Know-how im Serverbetrieb; das System lässt sich an die eigene REST-Schnittstelle und Moderationsabläufe anpassen.

  • Keine Abhängigkeit von einem Anbieter und keine laufenden Lizenzkosten für ein Start-up.

Gegenargument, das bei On-Premises erkannt werden sollte: Fällt die Internetverbindung des Büros aus, kommen auch keine Tickets aus der App an.

h) Die externe Datenschutzbeauftragte Dr. Marta Kowalczyk prüft das Vorhaben.

ha) Nach Art. 5 Abs. 1 lit. e DSGVO dürfen personenbezogene Daten nur so lange in einer Form gespeichert werden, die die Identifizierung der betroffenen Personen ermöglicht, wie es für den Zweck der Verarbeitung erforderlich ist. Beschreibe die Konsequenzen dieses Grundsatzes für das Ticketsystem. (3 Punkte)

  • Für Tickets muss eine Löschfrist festgelegt werden (Löschkonzept), z. B. eine bestimmte Zeit nach dem Schließen des Tickets (1 Punkt).

  • Sobald ein Ticket abgeschlossen ist und die Daten nicht mehr gebraucht werden (z. B. für Rückfragen, Abrechnung oder Nachweise), müssen die personenbezogenen Daten gelöscht oder anonymisiert werden (Name, E-Mail, Benutzerkonto, Screenshots) (1 Punkt).

  • Die technische Lösung und anonyme Statistiken dürfen für Wissensdatenbank und Auswertungen erhalten bleiben; das System sollte das Löschen bzw. Anonymisieren automatisch durchführen. Wird ein Konto gelöscht, sind auch die zugehörigen Tickets zu berücksichtigen (1 Punkt).

hb) Erläutere, warum für die SaaS-Variante ein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig ist und was er im Wesentlichen regelt. (3 Punkte)

Warum (1 Punkt): Bei SaaS verarbeitet die Lippe Software AG die personenbezogenen Daten der Nutzenden im Auftrag der Let’s Meet GmbH auf ihren Servern. Nach Art. 28 DSGVO ist dafür ein Vertrag über die Auftragsverarbeitung erforderlich; die Verantwortung für die Daten bleibt bei der Let’s Meet GmbH.

Inhalt (2 Punkte), z. B.: Der Anbieter verarbeitet die Daten nur nach Weisung und nur für den vereinbarten Zweck; er setzt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz um; Gegenstand, Dauer, Art der Daten und betroffene Personen sind festgelegt; Unterauftragnehmer nur mit Zustimmung; Vertraulichkeit der Beschäftigten; Unterstützung bei Auskunft und Löschung; Löschung oder Rückgabe der Daten bei Vertragsende; Kontrollrechte des Auftraggebers.

i) Tobias Lange ruft verärgert beim Support an: „Seit dem Update kann ich meiner Laufgruppe nicht mehr absagen! Morgen früh warten die wieder auf mich, und ich steh dann blöd da. Das ist doch alles Mist mit dieser App.“ Amir Rahimi möchte das Gespräch mit aktivem Zuhören führen. Erläutere drei Techniken des aktiven Zuhörens und formuliere zu jeder einen passenden Satz, den Amir in diesem Gespräch sagen könnte. (6 Punkte)

Drei aus (je 1 Punkt Erläuterung, 1 Punkt passender Satz):

Beispiellösung aktives Zuhören
Technik Erläuterung Satz im Gespräch
Paraphrasieren Aussage des Gegenübers mit eigenen Worten wiedergeben „Sie möchten also Ihre Teilnahme an der Laufgruppe morgen absagen, und das klappt seit dem Update nicht mehr?“
Verbalisieren Gefühle des Gegenübers erkennen und aussprechen „Ich verstehe, dass Sie sich ärgern – Sie wollen die Gruppe ja nicht einfach warten lassen.“
Nachfragen durch Fragen Details klären „Was passiert genau, wenn Sie auf ‚Absagen‘ tippen? Erscheint eine Meldung?“
Zusammenfassen mehrere Aussagen bündeln „Ich halte fest: Laufgruppe morgen früh, Absage in der App seit dem Update nicht möglich, Sie nutzen die App auf dem Smartphone.“
Unklares aufklären nachfragen, bis vage Angaben geklärt sind „Sie sagten, alles ist Mist – funktioniert außer dem Absagen noch etwas anderes nicht?“

Bewertung: Sätze, die belehren oder eine Lösung vorwegnehmen („Sie müssen einfach neu installieren“), zählen nicht als aktives Zuhören.

Aufgabe 2.2: Den Support der Schul-IT auswerten (Kernkompetenz)

(ca. 23 min Bearbeitungszeit)

Die Schul-IT OWL betreut die IT des Ratz und Rübe Berufskollegs und mehrerer Nachbarschulen. Alle Anfragen von Lehrkräften, Verwaltung und Schüler*innen laufen über ein Ticketsystem. Vor der Planung des Barcamps „Lernen.Digital.Leben 2027“ bittet Svenja Krämer Dich, die Zahlen des Jahres 2026 auszuwerten.

Neue Tickets der Schul-IT OWL im Jahr 2026
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
neue Tickets 410 395 430 405 420 380 260 690 720 470 480 495

Zusatzinformationen: In diesem Beispiel lagen die Sommerferien im Juli und Anfang August. Mitte August wurden 600 neue Tablets an Schüler*innen ausgegeben, gleichzeitig wurde die Lernplattform auf eine neue Version umgestellt.

a) Beschreibe zwei Vorteile, die das Ticketsystem der Schul-IT für eine solche Auswertung bietet. (4 Punkte)

Je Vorteil 2 Punkte, z. B.:

  • Jede Anfrage ist mit Zeitstempel, Kategorie und Status erfasst; Auswertungen nach Monat, Schule oder Kategorie entstehen auf Knopfdruck statt aus Mails und Notizen.

  • Häufige Ursachen werden sichtbar (z. B. viele Tickets der Kategorie „Lernplattform“) und können gezielt beseitigt werden.

  • Die Einhaltung von Reaktions- und Lösungszeiten lässt sich nachweisen und berichten.

b) Erläutere die Auffälligkeiten im Juli sowie im August und September. (3 Punkte)

Im Juli sinkt die Ticketzahl auf 260, weil in den Sommerferien kaum Unterricht stattfindet und weniger Geräte genutzt werden (1 Punkt). Im August und September steigt sie auf 690 bzw. 720: Zum Schuljahresbeginn kommen neue Schüler*innen, 600 neue Tablets müssen eingerichtet werden, und die neue Version der Lernplattform führt zu Fragen und Störungen (2 Punkte).

c) Erläutere eine Tendenz, die sich aus den Zahlen ableiten lässt, und nenne zwei korrektive Maßnahmen. (4 Punkte)

Ohne die Ausreißer steigt die Ticketzahl: Im ersten Halbjahr kamen im Schnitt rund 407 Tickets im Monat, von Oktober bis Dezember rund 482 – etwa 18 % mehr. Vermutlich erzeugen die zusätzlichen Tablets dauerhaft mehr Anfragen (2 Punkte).

Je Maßnahme 1 Punkt, z. B.: häufige Fragen in der Wissensdatenbank bzw. in einem Self-Service-Portal beantworten (z. B. Passwort selbst zurücksetzen); Lehrkräfte und Schüler*innen zur Tablet-Nutzung schulen; wiederkehrende Ursachen im Problem Management beseitigen; Personal für Spitzenzeiten zum Schuljahresbeginn einplanen.

d) Für Oktober bis Dezember liegen weitere Zahlen vor: 838 Tickets wurden im First Level ohne Weitergabe gelöst, bei 1.372 Tickets wurde die vereinbarte Reaktionszeit eingehalten. Berechne die Erstlösungsquote und die SLA-Erfüllungsquote und beurteile die SLA-Erfüllungsquote, wenn mindestens 95 % vereinbart sind. (5 Punkte)

Geg.: 470 + 480 + 495 = 1.445 Tickets (1 Punkt); 838 im First Level gelöst; 1.372 mit eingehaltener Reaktionszeit

Ges.: Erstlösungsquote, SLA-Erfüllungsquote

\text{Erstlösungsquote} = \dfrac{838}{1.445} \approx \underline{\underline{57{,}993\,\%}} (1 Punkt)

\text{SLA-Erfüllungsquote} = \dfrac{1.372}{1.445} \approx \underline{\underline{94{,}948\,\%}} (1 Punkt)

Die vereinbarten 95 % werden knapp verfehlt; es fehlt ein einziges Ticket mit pünktlicher Reaktion (95 % von 1.445 wären 1.373 Tickets). Die Schul-IT sollte prüfen, in welchen Wochen die Reaktionszeiten überschritten wurden (vermutlich zu Spitzenzeiten), und dort nachsteuern. (2 Punkte)

e) Eine Lehrkraft meldet „Der Beamer im Raum A 204 zeigt kein Bild“, eine andere „Ich brauche für meine neue Klasse einen Kursraum auf der Lernplattform“. Beschreibe den Unterschied zwischen beiden Meldungen und ordne sie zu. (2 Punkte)

Der Beamer ist ein Incident: eine ungeplante Störung, die schnell behoben werden muss (1 Punkt). Der Kursraum ist ein Service Request: eine Anfrage nach einer vereinbarten Standardleistung, nichts ist defekt, sie folgt einem festen Ablauf (1 Punkt).

f) Die Schul-IT will den Nachbarschulen die Betreuung künftig je Ticket in Rechnung stellen. 2026 kostete der Service Desk zwei Fachkräfte zu je 62.000 € (einschließlich Arbeitgeberanteil), 4.800 € für das Ticketsystem und 3.600 € anteilige Raumkosten. Berechne den kostendeckenden Preis je Ticket. (3 Punkte)

Ges.: Kosten je Ticket

Kosten: 2 \cdot 62.000\,€ + 4.800\,€ + 3.600\,€ = 132.400\,€ (1 Punkt); Tickets 2026: 5.555 (1 Punkt)

\text{Preis je Ticket} = \dfrac{132.400\,€}{5.555} \approx \underline{\underline{23{,}83\,€}} (1 Punkt)

g) Nenne zwei Leistungsmerkmale, die die Schul-IT den Nachbarschulen in einem SLA zusagen kann, und je eine Maßnahme, mit der sie das Merkmal umsetzt. (4 Punkte)

Je Merkmal mit Maßnahme 2 Punkte, z. B.:

Leistungsmerkmal Maßnahme
Reaktion auf Störungen der Präsentationstechnik innerhalb von 30 Minuten in der Unterrichtszeit Rufbereitschaft im Gebäude, Ersatzbeamer vor Ort
Ticketportal und Hotline Mo–Fr 7–17 Uhr erreichbar Dienstplan mit Vertretung, Portal mit Eingangsbestätigung
Daten einer Schule sind für andere Schulen nicht sichtbar getrennte Mandanten im Ticketsystem und auf der Lernplattform, Rechtevergabe je Schule
Neue Konten für Schüler*innen innerhalb von zwei Schultagen automatischer Import aus der Schulverwaltung

Aufgabe 3.1: Ein SLA für den Onlineshop aushandeln (Profilkompetenz)

(ca. 32 min Bearbeitungszeit)

Der Onlineshop der CSB-Rad GmbH zieht 2027 zu einem neuen Hosting-Dienstleister, der Weserbergland Cloud GmbH in Minden. Neben dem Hostingvertrag soll ein IT-Servicevertrag mit SLA abgeschlossen werden. Cem Sarıkaya bittet Dich, den Vertrag vorzubereiten.

a) Beschreibe zwei Gründe, warum die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister auf eine vertragliche Grundlage gestellt werden soll. (4 Punkte)

Je Grund 2 Punkte, z. B.: klare Rahmenbedingungen und Leistungserwartungen auf beiden Seiten; Rechtssicherheit und Grundlage für Ansprüche, wenn der Shop ausfällt; Planungssicherheit bei Kosten und Leistungen (Vergütung, Zahlungsmodalitäten); geregelte Lösung von Streitigkeiten.

b) Erstelle eine Checkliste mit vier Aspekten, die das SLA neben der Reaktionszeit regeln soll, und beschreibe zwei davon für den Onlineshop. (8 Punkte)

Vier Aspekte je 1 Punkt, z. B.: Verfügbarkeit, Lösungszeit je Schweregrad, Servicezeit/Erreichbarkeit, Datensicherung und Wiederherstellung, Verantwortlichkeiten beider Seiten, Sicherheit und Datenschutz, Berichte und Kennzahlen, Eskalation, Gutschriften bzw. Bonus-Malus, Laufzeit und Kündigung.

Zwei Beschreibungen je 2 Punkte, z. B.:

  • Verfügbarkeit: Der Shop muss rund um die Uhr erreichbar sein, weil Kund*innen auch abends und am Wochenende bestellen; vereinbart wird z. B. 99,9 % je Kalendermonat ohne angekündigte Wartungsfenster, die nachts liegen.

  • Datensicherung: tägliche Sicherung von Datenbank und Bestelldaten an einem zweiten Standort, Aufbewahrung 30 Tage, Wiederherstellung innerhalb von 4 Stunden.

Mindmap: Checkliste für das SLA des Onlineshops mit Verfügbarkeit und Datensicherung als beschriebenen Aspekten (mit KI erstellt)

c) Beschreibe je zwei messbare Kriterien für die Verfügbarkeit des Shops und für Aufgaben, die sich aus den Verantwortlichkeiten der Weserbergland Cloud GmbH ergeben. (8 Punkte)

Je Kriterium 2 Punkte, z. B.:

  • Verfügbarkeit: Shop und Bestell-API zu 99,9 % je Kalendermonat erreichbar (gemessen per externem Monitoring alle 60 Sekunden); Hotline für Störungen 24/7 erreichbar; Antwortzeit der Startseite unter 2 Sekunden bei 95 % der Aufrufe.

  • Verantwortlichkeiten des Dienstleisters: monatlicher Servicebericht mit Verfügbarkeit, Störungen und Ursachen bis zum 5. Werktag; Meldung von Sicherheitsvorfällen innerhalb von 8 Stunden; Einspielen von Sicherheitsupdates innerhalb von 7 Tagen nach Veröffentlichung; monatlicher Test der Datenwiederherstellung mit Protokoll.

d) Im Vertragsentwurf steht der folgende englische Auszug. Erläutere die Begriffe Down Time, Severity 1 incident, 24x7 monitoring und service credit in Bezug auf den Shop. (8 Punkte)

“Down Time” means any period during which the shop front end or the order interface cannot be reached by more than 10 % of requests, excluding scheduled maintenance announced at least 72 hours in advance. A “Severity 1 incident” is an incident causing a complete outage of the shop, the loss of order data or a critical security breach. The provider performs 24x7 monitoring of all servers, databases and network components under its control. If monthly availability falls below 99.9 %, the customer receives a service credit of 10 % of the monthly fee for each started 0.1 percentage point below the target, up to 50 %.

Je Begriff 2 Punkte:

  • Down Time: Ausfallzeit – jeder Zeitraum, in dem Shop oder Bestellschnittstelle für mehr als 10 % der Anfragen nicht erreichbar sind; mindestens 72 Stunden vorher angekündigte Wartung zählt nicht.

  • Severity 1 incident: Störung der höchsten Schwere – kompletter Ausfall des Shops, Verlust von Bestelldaten oder ein schwerer Sicherheitsvorfall; dafür gelten die kürzesten Reaktions- und Lösungszeiten.

  • 24x7 monitoring: Der Dienstleister überwacht rund um die Uhr an allen Tagen alle Server, Datenbanken und Netzkomponenten, für die er verantwortlich ist.

  • Service credit: Gutschrift, wenn die Monatsverfügbarkeit unter 99,9 % fällt: 10 % der Monatsgebühr je angefangenem 0,1-Prozentpunkt darunter, höchstens 50 %.

Staffel der Gutschrift: 10 % der Monatsgebühr je angefangenem 0,1-Prozentpunkt unter 99,9 % Verfügbarkeit, höchstens 50 % (mit KI erstellt)

e) Die Weserbergland Cloud GmbH betreibt auf denselben Servern auch Shops anderer Kunden. Nenne zwei Maßnahmen, mit denen das Leistungsmerkmal „Andere Kunden können nicht auf Daten und Datenverkehr des CSB-Rad-Shops zugreifen“ umgesetzt werden kann. (4 Punkte)

Je Maßnahme 2 Punkte, z. B.: getrennte virtuelle Maschinen bzw. Container und eigene Datenbank je Kunde (Mandantentrennung); eigenes VLAN bzw. Netzsegment mit Firewall-Regeln; Verschlüsselung der Daten im Speicher und bei der Übertragung; strikte Rechtevergabe nach dem Need-to-know-Prinzip mit protokollierten Administratorzugriffen.

f) Der Dienstleister möchte die nächtliche Überwachung an einen Subunternehmer außerhalb der EU vergeben. Beschreibe zwei Punkte, die die CSB-Rad GmbH vor ihrer Zustimmung prüfen muss. (3 Punkte)

Z. B. (1,5 Punkte je Punkt): ob der Vertrag Subunternehmer überhaupt erlaubt und die Zustimmung regelt; ob der Subunternehmer auf personenbezogene Kundendaten zugreifen kann – dann sind Auftragsverarbeitung und die Übermittlung in ein Drittland nach DSGVO (Angemessenheitsbeschluss oder Standardvertragsklauseln) zu klären; ob der Dienstleister für den Subunternehmer haftet und die SLA-Zusagen weiter gelten; Sprache und Erreichbarkeit bei Störungen.

Aufgabe 3.2: Den Support von Let’s Meet nach ITIL ausrichten (Profilkompetenz)

(ca. 26 min Bearbeitungszeit)

Seit 2027 nutzen auch Sportvereine die App der Let’s Meet GmbH über kostenpflichtige Vereinskonten. Clara Neumann will den Support professionalisieren und nach ITIL ausrichten. Du sollst die Geschäftsführung dabei unterstützen.

a) Clara Neumann hat folgenden Text gefunden. Beschreibe zwei Grundgedanken von ITIL, die im Text genannt werden, und leite den Zweck des Service-Level-Managements ab. (6 Punkte)

ITIL is a collection of good practices for managing IT services. It helps organizations to plan, deliver and improve services in a consistent way, so that IT activities and costs are aligned with what the business and its customers actually need. Instead of seeing IT as a technical back office, ITIL treats it as a partner that co-creates value. Service level management sets clear targets for services that are based on business needs and makes sure that the services are measured, reported and reviewed against these targets.

Zwei Grundgedanken je 2 Punkte, z. B.: ITIL sammelt bewährte Vorgehensweisen, mit denen IT-Services einheitlich geplant, erbracht und verbessert werden; IT-Aktivitäten und -Kosten werden an den Anforderungen des Unternehmens und der Kund*innen ausgerichtet; die IT wird als Partner gesehen, der gemeinsam mit dem Geschäft Wert schafft, nicht als technisches Hinterzimmer.

Zweck des Service-Level-Managements (2 Punkte): klare, am Geschäftsbedarf orientierte Ziele für die Services festlegen und sicherstellen, dass die Leistungen daran gemessen, berichtet und überprüft werden.

b) Der Support von Let’s Meet soll einen Service Desk als Single Point of Contact bekommen; dahinter stehen das Entwicklungsteam und externe Dienstleister. Führe je einen Vorteil des SPOC aus Sicht der Vereine und aus Sicht des Entwicklungsteams auf. (4 Punkte)

  • Vereine (2 Punkte): eine Kontaktadresse für alle Anliegen; sie müssen nicht wissen, ob App, Abrechnung oder Server betroffen ist, und erhalten eine einheitliche Rückmeldung.

  • Entwicklungsteam (2 Punkte): Es bekommt nur vorsortierte, vollständig erfasste Tickets, für die es wirklich zuständig ist, und wird nicht ständig durch Anrufe unterbrochen.

c) Der Supportprozess ist so beschrieben: „Der Service Desk erfasst jede Meldung und versucht, sie mit der Wissensdatenbank zu lösen. Gelingt das nicht innerhalb von 30 Minuten, übergibt er das Ticket an das App-Team. Findet das App-Team die Ursache im Rechenzentrum, übergibt es an den Hosting-Dienstleister. Droht die vereinbarte Lösungszeit überschritten zu werden, informiert der Service Desk die Leitung Entwicklung.“ Beschreibe anhand des Prozesses, was funktionale und was hierarchische Eskalation bedeutet. (4 Punkte)

  • Funktionale Eskalation (2 Punkte): Das Ticket wird an eine Ebene mit mehr Fachwissen oder Berechtigungen weitergegeben – vom Service Desk (First Level) an das App-Team (Second Level) und weiter an den Hosting-Dienstleister (Third Level).

  • Hierarchische Eskalation (2 Punkte): Vorgesetzte werden eingebunden, weil eine Entscheidung, mehr Ressourcen oder Kommunikation nötig sind – hier die Information an die Leitung Entwicklung, wenn die Lösungszeit überschritten zu werden droht.

Supportprozess von Let’s Meet: funktionale Eskalation vom Service Desk über das App-Team zum Hosting-Dienstleister, hierarchische Eskalation zur Leitung Entwicklung (mit KI erstellt)

d) Erkläre den Unterschied zwischen einem Incident und einem Major Incident an einem Beispiel aus der App. (3 Punkte)

Ein Incident ist eine ungeplante Störung oder Qualitätsminderung eines Services, z. B. ein Verein kann das Logo seines Vereinskontos nicht hochladen (1 Punkt). Ein Major Incident ist ein Incident mit sehr großer Auswirkung, z. B. die Anmeldung zur App ist für alle Nutzenden ausgefallen (1 Punkt); er bekommt höchste Priorität, einen eigenen Ablauf mit Krisenteam und regelmäßiger Information der Betroffenen (1 Punkt).

e) Das Monitoring der Let’s Meet-Server meldet drei Ereignisse. Ordne jedes einer Ereignisart zu und beschreibe die Folge. (6 Punkte)

  1. „Nächtlicher Export der Aktivitäten für die Vereine erfolgreich abgeschlossen.“

  2. „Antwortzeit der Suche seit 20 Minuten über 1,5 Sekunden (Schwellenwert 1,0 s).“

  3. „Bildspeicher nicht erreichbar – Profilbilder können nicht geladen werden.“

Je Ereignis 2 Punkte (Art 1, Folge 1):

  1. Information: Vorgang im Sollbereich, nur protokollieren, kein Eingreifen nötig.

  2. Warnung: Schwellenwert überschritten, aber noch keine Störung; Ursache prüfen und vorbeugend handeln (z. B. Index der Suche optimieren, Ressourcen erhöhen), bevor Nutzende betroffen sind.

  3. Ausnahme (Exception): Service gestört; sofort Incident anlegen bzw. automatisch erzeugen lassen und beheben, Betroffene informieren.

f) Erläutere am Beispiel der Warnung aus e), was proaktives Problem Management bedeutet. (3 Punkte)

Proaktives Problem Management sucht Ursachen möglicher Störungen, bevor Incidents entstehen (1 Punkt). Steigt die Antwortzeit der Suche z. B. jede Woche, weil die Zahl der Aktivitäten wächst, wird die Ursache analysiert (fehlender Index, zu kleine Datenbank) und beseitigt, bevor die Suche ausfällt und Vereine Tickets schreiben (2 Punkte).

g) Eine Störung ist bekannt: Seit dem letzten Update stürzt die Android-App beim Hochladen sehr großer Fotos ab; die Korrektur kommt mit der nächsten Version. Erkläre die Begriffe Known Error und Workaround an diesem Beispiel. (2 Punkte)

Known Error: ein Problem, dessen Ursache bekannt und dokumentiert ist – hier der Absturz beim Hochladen großer Fotos (1 Punkt). Workaround: vorläufige Umgehungslösung, bis der Fehler behoben ist, z. B. Fotos verkleinern oder über die Web-App hochladen; der Service Desk gibt sie aus der Wissensdatenbank weiter (1 Punkt).

Aufgabe 3.3: Den SLA-Bericht für die Mitfahr-App prüfen (Profilkompetenz)

(ca. 22 min Bearbeitungszeit)

Die Web-App „RatzFahrt“ läuft auf einer virtuellen Maschine der Schul-IT OWL. Das Ratz und Rübe Berufskolleg zahlt dafür eine Pauschale von 240 € im Monat. Das SLA legt fest:

  • Servicezeit: Montag bis Freitag 7–17 Uhr.

  • Verfügbarkeit: 99,5 % je Kalendermonat, bezogen auf 24 Stunden an 7 Tagen; mindestens 48 Stunden vorher angekündigte Wartungsfenster zählen nicht als Ausfall.

  • Reaktionszeit (in der Servicezeit): Priorität 1 innerhalb von 30 Minuten, Priorität 2 innerhalb von 2 Stunden, Priorität 3 innerhalb von einem Servicetag (10 Stunden Servicezeit).

  • Gutschrift: Liegt die Verfügbarkeit unter 99,5 %, erhält die Schule je angefangene 0,1 Prozentpunkte darunter 5 % der Monatspauschale.

Im November 2026 (30 Tage) gab es folgende Ausfälle:

Ausfälle der Mitfahr-App im November 2026
Datum Zeit Ursache
Di 03.11. 22:10–23:40 Uhr angekündigtes Wartungsfenster (Update des Betriebssystems)
Do 12.11. 08:05–10:41 Uhr Datenbankspeicher voll, App nicht erreichbar
Mi 25.11. 13:20–14:35 Uhr TLS-Zertifikat abgelaufen, Browser verweigern die Verbindung

a) Berechne die Verfügbarkeit im November und beurteile, ob das SLA eingehalten wurde. (6 Punkte)

Geg.: 30 Tage; Ausfälle 156 min (12.11.) und 75 min (25.11.); Wartungsfenster zählt nicht

Ges.: Verfügbarkeit V

Gesamtzeit: t_G = 30 \cdot 24\,\mathrm{h} \cdot 60\,\frac{\mathrm{min}}{\mathrm{h}} = 43.200\,\mathrm{min} (1 Punkt)

Ausfallzeit: t_A = 156\,\mathrm{min} + 75\,\mathrm{min} = 231\,\mathrm{min} (2 Punkte, davon 1 Punkt für das Weglassen des Wartungsfensters)

V = \dfrac{t_G - t_A}{t_G} = \dfrac{43.200\,\mathrm{min} - 231\,\mathrm{min}}{43.200\,\mathrm{min}} \approx \underline{\underline{99{,}465\,\%}} (2 Punkte)

Das SLA wurde nicht eingehalten: Zulässig wären 0{,}5\,\% \cdot 43.200\,\mathrm{min} = 216\,\mathrm{min} Ausfall gewesen, tatsächlich waren es 15 Minuten mehr. (1 Punkt)

b) Berechne die Gutschrift, die der Schule zusteht. (2 Punkte)

Unterschreitung: 99{,}5\,\% - 99{,}465\,\% \approx 0{,}035 Prozentpunkte, also eine angefangene 0,1 (1 Punkt). Gutschrift: 5\,\% \cdot 240\,€ = \underline{\underline{12{,}00\,€}} (1 Punkt)

c) Prüfe für die folgenden Tickets, ob die Reaktionszeit eingehalten wurde, und berechne die Erfüllungsquote. (7 Punkte)

Tickets zur Mitfahr-App im November 2026
Ticket Priorität Eingang Beginn der Bearbeitung
T1 1 Do 12.11., 08:09 Uhr Do 12.11., 08:31 Uhr
T2 2 Fr 13.11., 16:40 Uhr Mo 16.11., 07:50 Uhr
T3 3 Do 19.11., 15:30 Uhr Fr 20.11., 15:00 Uhr
T4 2 Di 24.11., 09:15 Uhr Di 24.11., 11:40 Uhr
T5 1 Mi 25.11., 13:24 Uhr Mi 25.11., 14:02 Uhr

Gerechnet wird nur in der Servicezeit (Mo–Fr 7–17 Uhr). Je Ticket 1 Punkt, Quote 2 Punkte:

Ticket Reaktionszeit in der Servicezeit Vorgabe eingehalten?
T1 22 min 30 min ja
T2 20 min (Fr bis 17 Uhr) + 50 min (Mo ab 7 Uhr) = 70 min 2 h ja (in Kalenderzeit wären es über 63 Stunden)
T3 1,5 h (Do) + 8 h (Fr) = 9,5 h 10 h ja
T4 2 h 25 min 2 h nein
T5 38 min 30 min nein

Erfüllungsquote: \dfrac{3}{5} = \underline{\underline{60\,\%}}

d) Die beiden Ausfälle hatten vermeidbare Ursachen. Beschreibe für jede Ursache eine Maßnahme des proaktiven Problem Managements. (4 Punkte)

  • Datenbankspeicher voll (2 Punkte): Speicherbelegung überwachen und ab z. B. 80 % eine Warnung erzeugen; Wachstum auswerten und Speicher rechtzeitig erweitern; alte Protokolle und abgelaufene Fahrten automatisch löschen.

  • Zertifikat abgelaufen (2 Punkte): Zertifikate automatisch erneuern lassen (z. B. per ACME-Protokoll); Ablaufdatum überwachen und 30 Tage vorher eine Warnung an die Schul-IT senden.

e) Die virtuelle Maschine hängt am Netz des städtischen Rechenzentrums; dieses sagt der Schul-IT eine Lösungszeit von 8 Stunden für Netzstörungen zu. Erläutere, warum diese Zusage zum SLA mit der Schule passen muss, und nenne den Fachbegriff für die Vereinbarung mit dem Rechenzentrum. (3 Punkte)

Die Schul-IT kann der Schule nur zusagen, was ihre Zulieferer ihr zusichern. Fällt das Netz aus und braucht das Rechenzentrum bis zu 8 Stunden, kann die Schul-IT weder kurze Lösungszeiten noch 99,5 % Verfügbarkeit garantieren (8 Stunden allein wären 480 Minuten Ausfall) (2 Punkte). Die Vereinbarung mit einem externen Zulieferer heißt Underpinning Contract (UC); mit internen Teams wäre es ein Operational Level Agreement (OLA) (1 Punkt).

f) Nenne zwei Inhalte, die der monatliche Servicebericht der Schul-IT an die Schule enthalten sollte. (2 Punkte)

Je Inhalt 1 Punkt, z. B.: erreichte Verfügbarkeit mit allen Ausfällen und Ursachen; Anzahl der Tickets nach Priorität; Einhaltung von Reaktions- und Lösungszeiten; Gutschriften; geplante Wartungen und Verbesserungsmaßnahmen.


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Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zu Ticketsystem und IT-Service” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/ticketsystem-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/it-systeme/it-service. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 28.10.2026.

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