Übungsaufgaben zu Firewall, DMZ, Proxy und IDS/IPS
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Firewall, DMZ, Firewall-Regeln, Stateful Packet Inspection, Next Generation Firewall, Reverse Proxy, IDS, IPS, IDMZ, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 104 min, mehrere Aufgaben): Vier Übungsaufgaben zu Firewall-Regeln, DMZ-Planung, Reverse Proxy, Next Generation Firewall, IDS/IPS, Datenblättern, Industrienetzen und zur Auswahl einer Firewall-Lösung. Alle Lösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Firewall, DMZ, Proxy und IDS/IPS.
Hinweise zur Bearbeitung: Als FISY, FIDV, ISE oder IKS musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2 und Aufgabe 2.3. Von IKS wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1) keine Probleme bereiten. Schreib Deine Lösung zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst. Wo nicht anders angegeben, arbeiten die Firewalls mit Stateful Packet Inspection und verarbeiten die Regeln von oben nach unten (erster Treffer gilt).
Aufgabe 2.1: Firewall-Regeln für das Barcamp-Netz (Kernkompetenz)
(ca. 25 min Bearbeitungszeit)
Das Ratz und Rübe Berufskolleg (RRB) in Bielefeld richtet den Barcamp-Kongress „Lernen.Digital.Leben 2027“ aus. Svenja Krämer, Netzwerkadministratorin der Schul-IT OWL, hat für das Barcamp mehrere VLANs eingerichtet. Gateway jedes VLANs ist eine Schnittstelle der zentralen Firewall der Schul-IT, die auch den Internetzugang herstellt. Du unterstützt sie als Auszubildende*r.
| VLAN | Name | Netz | Schnittstelle der Firewall |
|---|---|---|---|
| 110 | ORGA (Orga-Team) | 10.110.0.0/24 | 10.110.0.1 |
| 130 | STREAM (Streaming) | 10.130.0.0/24 | 10.130.0.1 |
| 140 | SERVER (Info-Server, MQTT-Broker) | 10.140.0.0/28 | 10.140.0.1 |
| 200 | GAESTE (Gäste-WLAN) | 10.200.0.0/22 | 10.200.0.1 |
Der Info-Server mit dem Sessionplan hat die Adresse 10.140.0.10 und ist per HTTPS erreichbar.
a) Svenja Krämer hat Risiken für das Barcamp-Netz gesammelt. Entscheide für jedes Risiko, ob die Firewall der Schul-IT davor schützt (ja, teilweise oder nein). Nenne bei „teilweise“ und „nein“ eine Maßnahme, die stattdessen oder zusätzlich hilft. (6 Punkte)
| Nr. | Risiko | schützt die Firewall? | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| 1 | Ein Gast versucht vom Gäste-WLAN aus, die Rechner des Orga-Teams zu erreichen. | ||
| 2 | Ein Gast durchsucht andere Gästegeräte im selben WLAN nach offenen Freigaben. | ||
| 3 | Aus dem Internet wird versucht, den MQTT-Broker im Server-VLAN direkt anzusprechen. | ||
| 4 | Ein Orga-Mitglied öffnet einen präparierten Anhang einer E-Mail, die auf dem erlaubten Weg ankommt. | ||
| 5 | Ein Referent stellt einen eigenen LTE-Router auf, über den Teilnehmende ungefiltert ins Internet gehen. | ||
| 6 | Einige Gäste laden große Dateien herunter und lasten die Internetleitung so aus, dass der Livestream ruckelt. |
Je Risiko 1 Punkt (Entscheidung und, wo nötig, passende Maßnahme):
| Nr. | schützt die Firewall? | Begründung, Maßnahme |
|---|---|---|
| 1 | ja | Verkehr zwischen den VLANs läuft über die Firewall; die Regeln für das Gäste-WLAN sperren den Weg in die internen Netze. |
| 2 | nein | Der Verkehr bleibt im selben VLAN und erreicht die Firewall gar nicht. Maßnahme: Client-Isolation am Access Point. |
| 3 | ja | Ohne Erlaubnisregel bzw. Portweiterleitung verwirft die Firewall Verbindungsaufbauten aus dem Internet (Default Deny). |
| 4 | nein | Der Mailweg ist erlaubt, den Inhalt des Anhangs prüft die Firewall nicht. Maßnahme: Virenschutz bzw. Mailfilter mit Anhangprüfung, Schulung des Orga-Teams. |
| 5 | nein | Der Verkehr läuft am Netz der Schule und damit an der Firewall vorbei. Maßnahme: eigene Router in den Teilnahmebedingungen verbieten, Funkumgebung nach fremden WLANs absuchen. |
| 6 | teilweise | Eine Firewall mit Bandbreitensteuerung (QoS) kann das Gäste-VLAN drosseln und das Streaming-VLAN bevorzugen; ein reiner Paketfilter kann das nicht. Maßnahme: Bandbreitenlimit je VLAN bzw. eigene Leitung für den Stream. |
b) Svenja Krämer möchte das Regelwerk für das Gäste-WLAN als Allow-List aufbauen, ein Kollege schlägt eine Block-List vor. Beschreibe beide Ansätze und begründe, welcher für das Gäste-WLAN besser geeignet ist. (4 Punkte)
Allow-List: Nur ausdrücklich erlaubte Verbindungen (z. B. DNS, DHCP, HTTP/HTTPS ins Internet) sind zugelassen; alles andere wird verworfen (1 Punkt).
Block-List: Nur ausdrücklich verbotene Verbindungen (z. B. Zugriff auf das Orga-Netz) werden gesperrt; alles andere ist erlaubt (1 Punkt).
Begründung (2 Punkte): Für das Gäste-WLAN ist die Allow-List besser. Die Geräte sind unbekannt und nicht verwaltet; mit einer Block-List wären neue interne Netze, Dienste oder Angriffswege automatisch offen, bis jemand sie sperrt. Die Allow-List gibt nur frei, was Gäste wirklich brauchen.
c) Für die Schnittstelle des Gäste-WLANs hat Svenja Krämer die Regeln zunächst ungeordnet notiert. Alle Regeln gelten für Pakete, die aus VLAN 200 an der Firewall ankommen; der Quellport ist jeweils beliebig. Anforderungen:
Gäste erhalten ihre Adresse per DHCP von der Firewall und nutzen sie als DNS-Server.
Gäste dürfen den Sessionplan auf dem Info-Server abrufen, aber keine anderen internen Systeme erreichen.
Gäste dürfen im Internet Webseiten mit HTTP, HTTPS und HTTP/3 aufrufen (HTTP/3 nutzt QUIC über UDP-Port 443).
Aller übrige Verkehr aus dem Gäste-WLAN wird verworfen.
Ergänze die vier mit ? markierten Lücken und gib eine Reihenfolge der Regeln A bis H an, in der alle Anforderungen erfüllt sind. (7 Punkte)
| Regel | Zweck | Aktion | Protokoll | Quelle | Ziel | Zielport |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | Webseiten unverschlüsselt | allow | tcp | 10.200.0.0/22 | any | 80 |
| B | interne Netze sperren | deny | ip | 10.200.0.0/22 | 10.0.0.0/8 | any |
| C | Webseiten per HTTP/3 | allow | ? | 10.200.0.0/22 | any | 443 |
| D | Adressvergabe | allow | udp | any | 255.255.255.255/32 | ? |
| E | Sessionplan | allow | tcp | 10.200.0.0/22 | ? | 443 |
| F | Namensauflösung | allow | ? | 10.200.0.0/22 | 10.200.0.1/32 | 53 |
| G | Webseiten verschlüsselt | allow | tcp | 10.200.0.0/22 | any | 443 |
| H | Rest verwerfen | deny | ip | any | any | any |
Lücken (je 1 Punkt): C udp, D Zielport 67, E Ziel 10.140.0.10/32, F udp (auch tcp/udp richtig).
Reihenfolge, z. B. D, F, E, B, A, G, C, H. Bewertung (3 Punkte):
E und F stehen vor B (1 Punkt): Info-Server und DNS-Dienst der Firewall liegen in 10.0.0.0/8; stünde B davor, wären beide gesperrt.
B steht vor A, C und G (1 Punkt): „any“ umfasst auch die internen Netze; stünden die Web-Regeln davor, käme ein Gast per HTTP(S) an jeden internen Webserver.
H steht am Ende (1 Punkt), sonst wird nichts erlaubt.
D darf vor oder hinter B stehen, weil die Broadcast-Adresse nicht in 10.0.0.0/8 liegt; die erste DHCP-Anfrage hat noch keine eigene Adresse, deshalb ist die Quelle any (eigentlich 0.0.0.0). Verlängert ein Gerät später seine Adresse, fragt es die Firewall direkt unter 10.200.0.1 an; dafür bringen viele Firewalls eine eingebaute Regel mit, sonst braucht es eine weitere Regel vor B. deny darf auch reject oder drop heißen.
d) Ein Gast meldet: „Ich bekomme im Gäste-WLAN eine Adresse, aber keine Webseite öffnet sich.“ Auf seinem Notebook ist als DNS-Server fest ein öffentlicher Resolver im Internet eingetragen. Erkläre mithilfe Deines Regelwerks aus c), woran es liegt, und bewerte, ob Svenja Krämer eine Regel für solche Gäste ergänzen sollte. (3 Punkte)
Die DNS-Anfrage geht per UDP an Port 53 einer Adresse im Internet. Regel F erlaubt Port 53 nur zur Firewall (10.200.0.1), die Regeln A, C und G erlauben ins Internet nur die Ports 80 und 443 (1 Punkt). Also greift erst Regel H und verwirft die Anfrage; ohne Namensauflösung findet der Browser keine Webseite, obwohl Adressvergabe und Verbindung funktionieren (1 Punkt).
Bewertung (1 Punkt): Eine zusätzliche Regel ist nicht nötig. Der Gast stellt den DNS-Server auf „automatisch“ (per DHCP) um und nutzt dann die Firewall. So bleiben Filterung und Protokollierung der Namensauflösung an einer Stelle. Vertretbar ist auch, DNS ins Internet freizugeben, wenn Gäste eigene Resolver nutzen sollen – dann lässt sich die DNS-Filterung aber umgehen. (Ein Browser mit DNS über HTTPS käme übrigens schon jetzt durch, weil Port 443 erlaubt ist.)
e) In Regel G ist nur der Weg vom Gast zum Webserver erlaubt. Erläutere, warum die Antworten der Webserver trotzdem bei den Gästen ankommen, und warum das sicherer ist als eine eigene Rückregel. (3 Punkte)
Die Firewall arbeitet mit Stateful Packet Inspection: Sie trägt jede erlaubte Verbindung mit Adressen, Ports und Zustand in eine Zustandstabelle ein (1 Punkt) und lässt Antwortpakete, die zu einer eingetragenen Verbindung passen, automatisch durch (1 Punkt). Eine Rückregel („TCP von Port 443 aus dem Internet an hohe Ports im Gäste-WLAN erlauben“) würde dagegen jedes Paket mit Quellport 443 durchlassen, auch solche, die zu keiner Anfrage gehören; die SPI-Firewall verwirft solche Pakete (1 Punkt).
f) Für das Streaming-VLAN hat ein Kollege folgende Regeln eingetragen. Der Encoder (10.130.0.20) soll den Videostrom per RTMP (TCP-Port 1935) an den Streaming-Server 10.140.0.12 senden, kommt aber nicht durch. Finde zwei Fehler und gib die korrigierten Regeln an. (4 Punkte)
| Nr. | Aktion | Protokoll | Quell-IP | Ziel-IP | Quellport | Zielport | Richtung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | deny | ip | 10.130.0.0/24 | 10.0.0.0/8 | any | any | in |
| 2 | allow | udp | 10.130.0.20/32 | 10.140.0.12/32 | any | 1935 | in |
| 3 | deny | ip | any | any | any | any | in |
Fehler 1 (1 Punkt): Die Reihenfolge stimmt nicht. Regel 1 sperrt allen Verkehr in interne Netze und trifft den Encoder zuerst; Regel 2 wird nie erreicht.
Fehler 2 (1 Punkt): RTMP läuft über TCP, nicht über UDP.
| Nr. | Aktion | Protokoll | Quell-IP | Ziel-IP | Quellport | Zielport | Richtung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | allow | tcp | 10.130.0.20/32 | 10.140.0.12/32 | any | 1935 | in |
| 2 | deny | ip | 10.130.0.0/24 | 10.0.0.0/8 | any | any | in |
| 3 | deny | ip | any | any | any | any | in |
Korrigierte Tabelle: 2 Punkte.
Aufgabe 2.2: Eine DMZ für die Mitfahr-App planen (Kernkompetenz)
(ca. 28 min Bearbeitungszeit)
Die Mitfahr-App „RatzFahrt“ des RRB lief bisher bei einem Hoster. Künftig soll die Web-App im Schulnetz betrieben werden. Svenja Krämer plant dafür eine DMZ und bittet Dich um Unterstützung.
a) Ein Kollege schlägt vor, auf die DMZ zu verzichten: Der Server für RatzFahrt soll ins Verwaltungsnetz, und der Router leitet Port 443 per Portweiterleitung an ihn weiter. Angenommen, Angreifende übernehmen über eine Lücke in der App das System, das die Anfragen aus dem Internet annimmt. Vergleiche, was sie danach im Schulnetz erreichen können – bei der Lösung des Kollegen und bei einer DMZ –, und bewerte den Vorschlag. (4 Punkte)
Lösung des Kollegen (1,5 Punkte): Der übernommene Server steht mitten im Verwaltungsnetz. Von dort erreichen Angreifende ohne weitere Firewall alle Geräte dieses Netzes, etwa Verwaltungs-PCs, Dateiserver und Verzeichnisdienst, und können sich ausbreiten.
DMZ (1,5 Punkte): Übernommen wird nur der Reverse Proxy in der DMZ. Die Firewall zum internen Netz lässt aus der DMZ nur eng freigegebene Verbindungen durch (z. B. zu genau einem Port des Anwendungsservers) und verwirft alles andere. Angreifende müssen eine weitere Firewall überwinden, und ihre Versuche fallen im Protokoll auf.
Bewertung (1 Punkt): Der Vorschlag ist abzulehnen. Ein aus dem Internet erreichbares System gehört in die DMZ, erst recht, wenn im Hintergrund personenbezogene Daten (auch Minderjähriger) liegen.
b) Beschreibe den Aufbau einer einstufigen und einer zweistufigen DMZ und nenne einen Vorteil der zweistufigen Lösung. (4 Punkte)
Einstufig: eine Firewall mit drei Schnittstellen zu Internet, DMZ und internem Netz (1,5 Punkte).
Zweistufig: Die DMZ liegt zwischen einer äußeren Firewall (zum Internet) und einer inneren Firewall (zum internen Netz) (1,5 Punkte).
Vorteil (1 Punkt): Angreifende müssen zwei Firewalls überwinden; bei Geräten verschiedener Hersteller genügt eine einzelne Sicherheitslücke nicht. Auch ein Konfigurationsfehler an einer Firewall öffnet nicht sofort das interne Netz.
c) Ordne die folgenden Systeme der DMZ oder dem internen Netz zu: Reverse Proxy für RatzFahrt, Datenbankserver mit den Konten der Nutzenden, Mail-Relay für Benachrichtigungen, Verzeichnisdienst der Schule, öffentlicher DNS-Server für ratzfahrt.example, Backup-Server. Begründe die Zuordnung für die beiden Systeme, bei denen Dir die Entscheidung am schwersten fällt. (5 Punkte)
DMZ: Reverse Proxy, Mail-Relay, öffentlicher DNS-Server (je 0,5 Punkte).
Internes Netz: Datenbankserver, Verzeichnisdienst, Backup-Server (je 0,5 Punkte).
Begründungen (je 1 Punkt, zwei davon, z. B.):
Mail-Relay: Es tauscht E-Mails mit dem Internet aus, speichert aber keine Postfächer; es reicht die Nachrichten nur weiter.
Öffentlicher DNS-Server: Er muss Anfragen aus dem ganzen Internet beantworten, enthält aber nur die öffentlichen Einträge; die internen Namen bleiben beim internen DNS.
Backup-Server: Er enthält Kopien aller Daten und muss nie aus dem Internet erreichbar sein; er gehört nach innen, am besten in ein eigenes, besonders abgeschottetes Segment.
Datenbankserver: Er enthält personenbezogene Daten und wird nur vom Anwendungsserver über einen freigegebenen Port angesprochen.
d) Für die DMZ stellt der Provider das Netz 198.51.100.32/28 bereit. Ein Kollege hat diese Belegung vorgeschlagen:
| Gerät, Schnittstelle | IP-Adresse/Präfix |
|---|---|
| äußere Firewall, DMZ-Schnittstelle | 198.51.100.32/28 |
| Reverse Proxy | 198.51.100.34/28 |
| Mail-Relay | 198.51.100.35/28 |
| innere Firewall, DMZ-Schnittstelle | 198.51.100.47/28 |
Prüfe die Belegung, korrigiere fehlerhafte Einträge und gib an, wie viele Adressen danach für weitere Systeme in der DMZ frei bleiben. (4 Punkte)
Ein /28-Netz hat 2^{32-28} = 16 Adressen: Netzadresse 198.51.100.32, nutzbar .33 bis .46 (14 Adressen), Broadcast .47.
Die äußere Firewall hat die Netzadresse erhalten; richtig ist eine nutzbare Adresse, z. B. 198.51.100.33/28 (1,5 Punkte).
Die innere Firewall hat die Broadcast-Adresse erhalten; richtig ist z. B. 198.51.100.46/28 (1,5 Punkte).
Reverse Proxy und Mail-Relay sind richtig. Frei bleiben 14 - 4 = 10 Adressen (1 Punkt).
e) Reverse Proxy (198.51.100.34) und Mail-Relay (198.51.100.35) behalten ihre Adressen aus d). Der Anwendungsserver von RatzFahrt steht im internen Netz unter 10.60.0.20 und nimmt Anfragen des Reverse Proxys über HTTPS auf Port 8443 entgegen. Das Mail-Relay liefert E-Mails per SMTP (Port 25) an den internen Mailserver 10.60.0.25 aus. Erstelle die Regeln
der äußeren Firewall für Verkehr aus dem Internet (HTTP und HTTPS zum Reverse Proxy, eingehende E-Mails per SMTP zum Mail-Relay, sonst nichts) und
der inneren Firewall für Verkehr aus der DMZ (nur die beiden beschriebenen Verbindungen, sonst nichts).
Gib die Spalten Aktion, Protokoll, Quell-IP, Ziel-IP, Zielport und „von → nach“ an. (8 Punkte)
Äußere Firewall:
| Aktion | Protokoll | Quell-IP | Ziel-IP | Zielport | von → nach |
|---|---|---|---|---|---|
| allow | tcp | any | 198.51.100.34/32 | 443 | Internet → DMZ |
| allow | tcp | any | 198.51.100.34/32 | 80 | Internet → DMZ |
| allow | tcp | any | 198.51.100.35/32 | 25 | Internet → DMZ |
| deny | ip | any | any | any | Internet → DMZ |
Innere Firewall:
| Aktion | Protokoll | Quell-IP | Ziel-IP | Zielport | von → nach |
|---|---|---|---|---|---|
| allow | tcp | 198.51.100.34/32 | 10.60.0.20/32 | 8443 | DMZ → LAN |
| allow | tcp | 198.51.100.35/32 | 10.60.0.25/32 | 25 | DMZ → LAN |
| deny | ip | any | any | any | DMZ → LAN |
Bewertung: je richtiger Erlaubnisregel 1 Punkt (5 Punkte), je Default-Deny-Regel 1 Punkt (2 Punkte), passende Richtung bzw. Zonen 1 Punkt. HTTP auf Port 80 wird meist nur freigegeben, damit der Reverse Proxy auf HTTPS umleiten kann. Der Quellport ist jeweils „any“.
f) Der Reverse Proxy soll für RatzFahrt mehr leisten, als Anfragen nur weiterzureichen. Ordne jeder der folgenden Anforderungen eine Funktion des Reverse Proxys zu und erläutere, wie er sie erfüllt. (6 Punkte)
Morgens kurz vor Schulbeginn suchen viele Schüler*innen gleichzeitig eine Mitfahrgelegenheit; ein zweiter Anwendungsserver steht bereit.
Das TLS-Zertifikat für
ratzfahrt.examplesoll nur an einer Stelle erneuert werden müssen.Ab dem nächsten Schuljahr liefert ein eigener Kartenserver die Kartenkacheln unter
ratzfahrt.example/karten/; alles andere bleibt beim Anwendungsserver.In den Protokollen tauchen Anfragen auf, in deren Formularfeldern SQL-Befehle stecken.
Je Anforderung 1,5 Punkte (Funktion 0,5, Erläuterung 1):
Lastverteilung (Load Balancing): Der Reverse Proxy verteilt die Anfragen auf beide Anwendungsserver. Er prüft regelmäßig, ob beide antworten, und nimmt einen ausgefallenen Server aus der Verteilung.
TLS-Terminierung: Zertifikat und privater Schlüssel liegen nur am Reverse Proxy. Er entschlüsselt die Anfragen und reicht sie intern (wieder verschlüsselt über Port 8443) weiter; eine automatische Erneuerung muss nur dort eingerichtet werden.
Verteilen nach Pfad: Der Reverse Proxy wertet den Pfad der URL aus und gibt Anfragen an
/karten/an den Kartenserver, alle anderen an den Anwendungsserver. Für die Apps bleibt es eine Adresse. Zusätzlich kann er die Kacheln zwischenspeichern (Caching), weil sie sich selten ändern.Prüfen der Anfragen (Web Application Firewall): Der Reverse Proxy erkennt typische Muster einer SQL-Injection und blockiert die Anfrage, bevor sie den Anwendungsserver erreicht. Das ergänzt sichere Programmierung (vorbereitete Anweisungen), ersetzt sie aber nicht.
Aufgabe 2.3: Next Generation Firewall, IDS/IPS und Fernzugriff (Kernkompetenz)
(ca. 25 min Bearbeitungszeit)
Die CSB-Rad GmbH hat in ihrem Werk in Bielefeld-Sennestadt den alten Router durch eine Next Generation Firewall ersetzt. Cem Sarıkaya, Geschäftsführer Technik und IT, bittet Dich, die Einführung zu begleiten.
a) Ordne dem reinen Paketfilter, der SPI-Firewall und der Next Generation Firewall die OSI-Schichten zu, auf denen sie arbeiten, und erläutere zwei Vorteile der NGFW gegenüber einem reinen Paketfilter. (6 Punkte)
Paketfilter: Schicht 3 und 4 (Adressen, Protokoll, Ports), jedes Paket einzeln (1 Punkt).
SPI-Firewall: Schicht 3 und 4 mit Verbindungszustand (Zustandstabelle) (1 Punkt).
NGFW: Schicht 3 bis 7, prüft auch Inhalte und Anwendungen (1 Punkt).
Vorteile (je 1,5 Punkte, zwei davon):
Deep Packet Inspection und Anwendungserkennung: Die NGFW erkennt Anwendungen auch auf Standardports (z. B. einen Filesharing-Client über Port 443) und kann sie sperren oder begrenzen.
Integriertes IPS: Angriffe in erlaubtem Verkehr werden erkannt und blockiert.
Virenscanner, URL-Filter und Sandbox prüfen Downloads und Webseiten.
Regeln für Benutzer und Gruppen statt nur für IP-Adressen.
b) Für den Fernzugriff von Beschäftigten im Homeoffice und von Vertriebsmitarbeitenden auf Kundenterminen liegt ein Auszug aus dem Datenblatt der Firewall vor. Das Werk ist über einen Glasfaseranschluss mit 500 Mbit/s im Down- und Upload angebunden. Zu Spitzenzeiten arbeiten 40 Personen gleichzeitig per IPsec-VPN.
| SecuLine NG 400 – Specifications | |
|---|---|
| Firewall throughput (1518 / 512 / 64 byte UDP packets) | 8 / 6.5 / 1.2 Gbps |
| IPS throughput (enterprise mix) | 1.6 Gbps |
| Threat protection throughput (firewall, application control, IPS, malware protection enabled) | 900 Mbps |
| IPsec VPN throughput (512 byte packets) | 1.2 Gbps |
| Client-to-gateway IPsec VPN tunnels (max.) | 200 |
| SSL VPN concurrent users (recommended max.) | 80 |
| Concurrent sessions | 1,500,000 |
| Interfaces | 8 × GE RJ45, 2 × 10 GE SFP+ |
ba) Entnimm dem Datenblatt, wie viele Fernzugriffe gleichzeitig möglich sind, und berechne, welche Datenrate rechnerisch je Verbindung zur Verfügung steht, wenn alle 40 Verbindungen gleichzeitig voll ausgelastet sind. Gib den Rechenweg an. (5 Punkte)
bb) Erläutere, warum der „Firewall throughput“ bei großen Paketen und ohne Zusatzfunktionen viel höher ist als der „Threat protection throughput“. (2 Punkte)
ba) Gleichzeitig möglich sind höchstens 200 IPsec-Tunnel bzw. (empfohlen) 80 Nutzende per SSL-VPN – beides reicht für 40 Personen (2 Punkte).
Begrenzend ist nicht die Firewall (IPsec-Durchsatz 1,2 Gbit/s), sondern der Internetanschluss mit 500 Mbit/s (1 Punkt).
Geg.: r_{\mathrm{ges}} = 500\ \mathrm{Mbit/s}, n = 40
Ges.: Datenrate je Verbindung r
r = \frac{r_{\mathrm{ges}}}{n} = \frac{500\ \mathrm{Mbit/s}}{40} = \underline{\underline{12{,}5\ \mathrm{Mbit/s}}}
(2 Punkte). Der Overhead der Verschlüsselung (zusätzliche Header) senkt den tatsächlichen Wert noch etwas.
bb) Der Firewall-Durchsatz wird mit großen Paketen gemessen, bei denen je übertragenem Byte am wenigsten Pakete zu prüfen sind, und nur Kopfdaten werden ausgewertet (1 Punkt). Bei der Threat Protection untersucht die Firewall zusätzlich die Inhalte (IPS, Anwendungserkennung, Virenscan), das kostet viel Rechenzeit je Paket; dieser Wert ist für den realen Betrieb maßgeblich (1 Punkt).
c) Die NGFW enthält ein IPS. Natalia Wróbel aus der Buchhaltung fragt, was der Unterschied zu einem IDS ist. Beschreibe IDS und IPS und erläutere, wie sie Angriffe erkennen. (4 Punkte)
IDS (Intrusion Detection System): erkennt verdächtigen Verkehr, meldet und protokolliert ihn, greift aber nicht ein; es erhält meist eine Kopie des Verkehrs (1 Punkt).
IPS (Intrusion Prevention System): liegt im Datenweg und blockiert erkannte Angriffe automatisch, z. B. durch Verwerfen der Pakete oder Sperren des Absenders (1 Punkt).
Erkennung (2 Punkte): signaturbasiert durch Vergleich mit bekannten Angriffsmustern (zuverlässig, aber blind für neue Angriffe) oder anomaliebasiert durch Abweichungen vom normalen Verkehr (erkennt auch Neues, aber mehr Fehlalarme, die beim IPS legitimen Verkehr blockieren können).
d) Laut Richtlinie soll der gesamte Internetverkehr der Vertriebsnotebooks auch unterwegs über die NGFW im Werk laufen. Ein Notebook ist im Hotel-WLAN per VPN verbunden; trotzdem tauchen seine Zugriffe auf gesperrte Seiten nicht im Protokoll der NGFW auf. Das Werksnetz nutzt Adressen aus 10.0.0.0/8, der VPN-Client hat die Adresse 10.99.0.14 erhalten. Die Routentabelle des Notebooks zeigt (Auszug):
C:\Users\vertrieb3>route print -4
...
Aktive Routen:
Netzwerkziel Netzwerkmaske Gateway Schnittstelle Metrik
0.0.0.0 0.0.0.0 192.168.178.1 192.168.178.57 35
10.0.0.0 255.0.0.0 10.99.0.1 10.99.0.14 5
192.168.178.0 255.255.255.0 Auf Verbindung 192.168.178.57 291
...
da) Gib an, über welches Gateway das Notebook Pakete an den Warenwirtschaftsserver 10.20.5.8 im Werk und an einen Webserver mit der Adresse 192.0.2.80 schickt, und leite daraus die Ursache ab. (3 Punkte)
db) Ein Kollege schlägt vor, auf dem Notebook einfach die Route 0.0.0.0 zu löschen. Bewerte den Vorschlag und nenne die passende Einstellung am VPN-Client. (2 Punkte)
da) Für 10.20.5.8 passt die Route 10.0.0.0/8 (längster passender Präfix vor der Standardroute): Das Paket geht an 10.99.0.1, also durch den Tunnel ins Werk (1 Punkt). Für 192.0.2.80 passt nur die Standardroute 0.0.0.0/0: Das Paket geht an 192.168.178.1, den Router des Hotels, und direkt ins Internet (1 Punkt). Ursache: Der VPN-Client arbeitet mit Split Tunneling und schickt nur den Verkehr in die Werksnetze durch den Tunnel; der Internetverkehr läuft an der NGFW vorbei (1 Punkt).
db) Der Vorschlag hilft nicht (1 Punkt): Ohne Standardroute erreicht das Notebook auch das VPN-Gateway des Werks nicht mehr, der Tunnel bricht ab; außerdem trägt das Hotel-WLAN die Route beim nächsten Verbinden wieder ein. Richtig ist, im VPN-Client den gesamten Verkehr durch den Tunnel zu leiten (Full Tunnel, unter Windows „Standardgateway für das Remotenetzwerk verwenden“, für IPv4 und IPv6); der Client setzt dann selbst die Standardroute in den Tunnel und nur eine Hostroute zum VPN-Gateway über das Hotel (1 Punkt).
e) Bei der Rahmenwerk OWL GmbH, dem Fertigungspartner von CSB-Rad, sollen Daten aus dem Produktionsnetz (MES, OPC UA) künftig auch im Büronetz ausgewertet werden. Ole Petersen legt drei Varianten vor:
Die Büro-PCs greifen per OPC UA direkt auf die Steuerungen zu; die Firewall zwischen Büro- und Produktionsnetz gibt dafür TCP-Port 4840 frei.
Ein Historian-Server im Produktionsnetz sammelt die Messwerte; die Büro-PCs lesen sie dort über eine Firewall-Freigabe aus.
Der Historian im Produktionsnetz überträgt die Messwerte regelmäßig auf einen Replikat-Server in einer IDMZ; die Büro-PCs lesen nur dort.
Bewerte die drei Varianten mithilfe der Begriffe Zone und Conduit nach IEC 62443 und entscheide Dich begründet für eine Variante. (5 Punkte)
Begriffe (1 Punkt): Büro- und Produktionsnetz sind Zonen mit unterschiedlichem Schutzbedarf. Jeder Kommunikationsweg zwischen ihnen ist ein Conduit, der so eng wie möglich begrenzt und überwacht werden muss.
Variante 1 (1 Punkt): Jeder Büro-PC bekommt einen Conduit bis zu den Steuerungen. Ein infizierter Büro-PC kann die Steuerungen direkt ansprechen – nicht vertretbar.
Variante 2 (1 Punkt): Es gibt nur noch ein Ziel, aber Verbindungen aus dem Büronetz enden weiterhin in der Produktionszone. Eine Lücke im Historian öffnet den Weg in die Produktion.
Variante 3 (1 Punkt): Die IDMZ ist eine eigene Zone. Es gibt zwei Conduits (Produktion → IDMZ, Büro → IDMZ), und beide enden in der IDMZ; aus dem Büronetz führt kein Weg direkt in die Produktion.
Entscheidung (1 Punkt): Variante 3. Die Übertragung auf das Replikat wird aus dem Produktionsnetz heraus aufgebaut, und die Firewalls lassen nur diese beiden Datenflüsse zu.
Aufgabe 3.1: Eine Firewall-Lösung für eine Freizeit-App auswählen (Profilkompetenz)
(ca. 26 min Bearbeitungszeit)
Die Let’s Meet GmbH (Büro am Jahnplatz in Bielefeld, 24 Beschäftigte) zieht mit Backend und Datenbank ihrer App in ein Rechenzentrum um und erneuert gleichzeitig die Absicherung ihres Büronetzes. Geschäftsführerin Clara Neumann bittet Dich, sie bei der Auswahl zu beraten.
a) Ein Anbieter beschreibt seine Firewall so:
Our next generation firewall goes far beyond port and protocol filtering. It identifies thousands of applications regardless of the port they use and enforces policies per user and group from your directory. Its intrusion prevention engine inspects payloads in real time and blocks exploits and command-and-control traffic. Encrypted traffic can be decrypted and inspected where policy allows. Unknown files are detonated in a cloud sandbox before they reach the endpoint.
Beschreibe auf Deutsch drei zentrale Merkmale der Firewall. (6 Punkte)
Je 2 Punkte, drei davon:
Anwendungserkennung: Die Firewall erkennt tausende Anwendungen unabhängig vom verwendeten Port und filtert nicht nur nach Port und Protokoll.
Benutzerbezogene Regeln: Richtlinien gelten je Benutzer bzw. Gruppe aus dem Verzeichnisdienst.
Intrusion Prevention: Die Inhalte der Pakete werden in Echtzeit geprüft; Angriffe auf Schwachstellen und die Kommunikation von Schadsoftware mit ihrem Steuerserver werden blockiert.
TLS-Inspection: Verschlüsselter Verkehr kann – soweit die Richtlinie es erlaubt – entschlüsselt und geprüft werden.
Sandbox: Unbekannte Dateien werden in einer abgeschotteten Cloud-Umgebung ausgeführt und beobachtet, bevor sie auf den Rechner gelangen.
b) Für das Büro liegen zwei Angebote vor:
Angebot A: Kauf der Firewall für 2.400,00 € netto, Lizenz für Sicherheitsfunktionen und Updates 780,00 € netto pro Jahr.
Angebot B: Miete inklusive Lizenz und Austausch bei Defekt für 129,00 € netto pro Monat, Mindestlaufzeit 36 Monate.
Berechne die Kosten beider Angebote für drei Jahre und nenne zwei Gesichtspunkte außer dem Preis, die Clara Neumann bei der Entscheidung berücksichtigen sollte. (5 Punkte)
Geg.: Kaufpreis 2400{,}00\ €, Lizenz 780{,}00\ € pro Jahr, Miete 129{,}00\ € pro Monat, Laufzeit 3 Jahre bzw. 36 Monate
Ges.: Kosten K_A und K_B für drei Jahre
K_A = 2400{,}00\ € + 3 \cdot 780{,}00\ € = \underline{\underline{4740{,}00\ €}}
K_B = 36 \cdot 129{,}00\ € = \underline{\underline{4644{,}00\ €}}
(je 1,5 Punkte). Angebot B ist über drei Jahre um 96,00 € günstiger. Gesichtspunkte (je 1 Punkt, zwei davon): Austausch bei Defekt ist bei B enthalten (Verfügbarkeit); bei A gehört das Gerät nach drei Jahren dem Unternehmen, es braucht aber weiter eine Lizenz; Liquidität (keine Anfangsinvestition bei B); Bindung an den Vermieter für 36 Monate; Leistungsfähigkeit und Unterstützungszeitraum (Firmware-Updates) des Geräts.
c) Im Rechenzentrum sollen die Apps der Nutzenden das Backend über das Internet erreichen. Erläutere Clara Neumann den Begriff DMZ und nenne zwei Arten von Anwendungen, die Let’s Meet dort betreiben könnte. (5 Punkte)
Eine DMZ ist ein eigenes, durch Firewalls abgegrenztes Netz zwischen Internet und internem Netz. Dort stehen nur die Systeme, die aus dem Internet erreichbar sein müssen; Backend und Datenbank mit den Profildaten bleiben dahinter geschützt. Wird ein System in der DMZ angegriffen, ist das interne Netz durch eine weitere Firewall abgeschirmt (3 Punkte).
Anwendungen (je 1 Punkt, zwei davon): Reverse Proxy bzw. API-Gateway, das die Anfragen der Apps annimmt; Webserver für die Web-Version und die Unternehmensseite; Mail-Relay für Benachrichtigungen; Server für Push-Benachrichtigungen bzw. für die Auslieferung von Profilbildern.
d) Ordne in der folgenden Skizze den Positionen 1 bis 5 diese Elemente zu: Backend-Server, MariaDB, innere Firewall, äußere Firewall, Reverse Proxy (API-Gateway). Benenne außerdem die mit (A) und (B) bezeichneten Netze. (5 Punkte)
1 äußere Firewall, 2 Reverse Proxy (API-Gateway), 3 innere Firewall, 4 Backend-Server, 5 MariaDB (4 und 5 auch vertauscht richtig, da beide im internen Netz); (A) DMZ, (B) internes Netz. Je zwei richtige Zuordnungen 1 Punkt (höchstens 3 Punkte), beide Bereiche richtig 2 Punkte.
e) Die Entwickler*innen von Let’s Meet arbeiten oft mobil und sollen das Backend im Rechenzentrum administrieren. Statt eines klassischen VPN bietet der Rechenzentrumsbetreiber Zero Trust Network Access (ZTNA) an. Beschreibe den Sicherheitsgewinn gegenüber einem VPN. (3 Punkte)
Ein klassisches VPN verbindet das Gerät nach der Anmeldung mit dem ganzen Netz; ein übernommenes Gerät kann dann alle Systeme dort erreichen (1 Punkt). Bei ZTNA erhalten die Nutzenden nur Zugriff auf einzelne freigegebene Anwendungen (z. B. die Administrationsoberfläche des Backends), nicht auf das Netz (1 Punkt), und Identität, Berechtigung und Zustand des Geräts werden bei jedem Zugriff erneut geprüft, nicht nur einmal beim Verbindungsaufbau (1 Punkt).
f) Jemand aus dem Team meint, die Notebooks bräuchten keine eigene Firewall mehr, weil das Büro jetzt eine Next Generation Firewall hat. Erläutere den Unterschied zwischen Personal Firewall und Netzwerk-Firewall und nimm Stellung zu der Aussage. (4 Punkte)
Eine Netzwerk-Firewall steht an der Grenze zwischen Netzen und schützt alle Geräte dahinter mit einem gemeinsamen Regelwerk; sie sieht aber nur Verkehr, der durch sie hindurchläuft (1 Punkt). Eine Personal Firewall läuft auf dem einzelnen Gerät, kennt dessen Programme und schützt es unabhängig davon, in welchem Netz es gerade ist (1 Punkt).
Stellungnahme (2 Punkte): Die Aussage stimmt nicht. Mobil genutzte Notebooks sind oft in fremden Netzen (Café, Bahn, Konferenz) und dort nicht durch die Büro-Firewall geschützt. Auch im Büro hilft die Personal Firewall gegen Angriffe von einem anderen, infizierten Gerät im selben Netz, deren Verkehr die zentrale Firewall nicht sieht. Beide ergänzen sich.
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Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zu Firewall, DMZ, Proxy und IDS/IPS” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/firewall-dmz-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/it-sicherheit/schutzmassnahmen. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 28.10.2026.
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