Übungsaufgaben zur Administration über die Kommandozeile
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https://oer-informatik.de/kommandozeile-administration-uebungsaufgaben
Kommandozeile, chmod, sudo, NTFS, icacls, Wildcards, robocopy, PATH, kill, schtasks, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 77 min, mehrere Aufgaben): Drei Übungsaufgaben zur Administration von Windows und Linux über die Kommandozeile: Auf dem Streaming-Server eines Barcamps liest Du Linux-Rechte aus
ls -l, klärst eine „Keine Berechtigung“-Meldung und setzt Rechte mitchmodundsudo. Auf dem Dateiserver eines Start-ups ermittelst Du effektive NTFS-Rechte, vergibst Rechte miticacls, kopierst Dateien mit Platzhaltern, überarbeitest ein robocopy-Skript und löst ein PATH-Problem. Für die Flurmonitore einer Mitfahr-App beendest Du hängende Prozesse und planst Aufgaben mitschtasksundcron. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 29.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Betriebssysteme über die Kommandozeile administrieren: Rechte, Prozesse und Aufgabenplanung.
Hinweise zur Bearbeitung: Als FISY, FIDV oder ISE musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2 und Aufgabe 2.3. Achte auf den Operator: „Nennen“, „benennen“ und „angeben“ verlangen Stichworte oder einen Befehl, „beschreiben“ und „erläutern“ ganze Sätze mit Bezug zur Situation, „ergänzen“, „vervollständigen“ und „erstellen“ einen vollständigen, ausführbaren Befehl. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst; andere sachlich richtige Antworten sind ebenfalls richtig.
Du möchtest eigene Aufgaben zum Üben von einem KI-Sprachmodell generieren lassen?
Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.
Erstelle neue Übungsaufgaben zum Thema „Administration über die
Kommandozeile“.
Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.
Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/kommandozeile-administration
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/kommandozeile-administration-uebungsaufgaben
Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Kommandozeile
- chmod
- sudo
- NTFS
- icacls
- Wildcards
- robocopy
- PATH
- kill
- schtasks
Kompetenzstufe: Kernkompetenz (alternativ: Basiskompetenz, Profilkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan
Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
danach frage.
Aufgabe 2.1: Rechte auf dem Streaming-Server des Barcamps (Kernkompetenz)
(ca. 23 min Bearbeitungszeit)
Am Ratz und Rübe Berufskolleg (RRB) in Bielefeld findet am 13.03.2027 das Barcamp „Lernen.Digital.Leben 2027“ statt. Der Streaming-Server stream01 (Debian Linux) zeichnet die Sessions aus Aula und Mensa auf. Emre Aksoy, Auszubildender und Leiter des Technikteams, bereitet den Server zusammen mit Svenja Krämer von der Schul-IT OWL vor. Am Abend vor dem Barcamp sieht das Arbeitsverzeichnis so aus:
emre@stream01:/srv/barcamp$ ls -l
insgesamt 20
drwxrwxr-x 4 emre stream 4096 12. Mär 18:02 aufzeichnungen
----rw-r-- 1 emre orga 842 12. Mär 21:40 feedback-export.csv
lrwxrwxrwx 1 root root 25 10. Mär 17:05 heute -> aufzeichnungen/2027-03-13
-rw-rw-r-- 1 svenja orga 5310 12. Mär 22:03 sessionplan.json
-rw-r--r-- 1 emre stream 611 12. Mär 19:30 upload.sh
Emre ist Mitglied der Gruppen emre und stream.
a) Benenne für die Datei sessionplan.json und für den Eintrag aufzeichnungen den Dateityp sowie die Rechte des Eigentümers, der Gruppe und aller anderen. Gib beim Verzeichnis an, was die Rechte dort bedeuten. (6 Punkte)
sessionplan.json |
aufzeichnungen |
|
|---|---|---|
| Dateityp | - normale Datei |
d Verzeichnis |
| Eigentümer | svenja: lesen und schreiben |
emre: Inhalt auflisten, Einträge anlegen, umbenennen und löschen, hineinwechseln |
| Gruppe | orga: lesen und schreiben |
stream: ebenfalls auflisten, anlegen/löschen und hineinwechseln |
| alle anderen | nur lesen | auflisten und hineinwechseln, aber nichts anlegen oder löschen |
Bewertung: je Eintrag 3 Punkte (Dateityp 1 Punkt, Rechte der drei Personenkreise zusammen 2 Punkte; beim Verzeichnis die Bedeutung von w und x mit Bezug auf Einträge bzw. Hineinwechseln).
b) Emre möchte in feedback-export.csv die Rückmeldungen der Generalprobe ergänzen und erhält „Keine Berechtigung“. Erläutere die Ursache der Meldung und gib einen Lösungsvorschlag an. Ein Mitschüler schlägt vor, Emre zusätzlich in die Gruppe orga aufzunehmen. Erläutere, warum das nicht hilft. (5 Punkte)
Ursache: Emre ist Eigentümer der Datei, die Eigentümerrechte sind aber leer (---). Er darf die Datei weder lesen noch schreiben. (2 Punkte)
Lösung: Emre gibt sich als Eigentümer selbst Lese- und Schreibrecht, z. B. chmod u+rw feedback-export.csv oder chmod 664 feedback-export.csv. (1 Punkt)
Gruppenvorschlag: Die Aufnahme in orga würde nichts ändern. Linux prüft zuerst, ob der Zugreifende der Eigentümer ist; trifft das zu, gelten nur die Eigentümerrechte, Gruppen- und andere Rechte werden nicht mehr ausgewertet. (2 Punkte)
c) Svenja Krämer führt chmod 640 sessionplan.json aus, damit die Datei mit den noch nicht veröffentlichten Sessions nicht mehr für alle lesbar ist. Beschreibe die Auswirkung jeder Ziffer auf Eigentümer, Gruppe und alle anderen. (6 Punkte)
- 6 (4 + 2): Die Eigentümerin
svenjadarf die Datei lesen und schreiben, aber nicht ausführen. - 4: Mitglieder der Gruppe
orgadürfen die Datei nur lesen. - 0: Alle anderen haben keinerlei Rechte; sie können die Datei weder lesen noch ändern.
Bewertung: je Ziffer 2 Punkte (Personenkreis und Rechte in Worten).
d) Im Verzeichnis /srv/barcamp/aufzeichnungen liegen die Videos, darunter Aufnahmen von Minderjährigen ohne Fotofreigabe. Der Eigentümer soll weiterhin alles dürfen, die Gruppe stream nur noch Inhalte auflisten, lesen und hineinwechseln, alle anderen nichts. Ergänze den Befehl in Oktalschreibweise so, dass er auch für alle Unterverzeichnisse und Dateien gilt. (3 Punkte)
emre@stream01:/srv/barcamp$ chmod ___ ___ /srv/barcamp/aufzeichnungen
chmod -R 750 /srv/barcamp/aufzeichnungen
-R (rekursiv) 1 Punkt, 750 2 Punkte (Eigentümer rwx = 7, Gruppe r-x = 5, andere --- = 0). Emre darf den Befehl selbst ausführen, weil er Eigentümer ist.
Hinweis für die Praxis: Die Oktalform setzt bei allen Videodateien auch das Ausführungsrecht. Sauberer ist chmod -R u=rwX,g=rX,o= /srv/barcamp/aufzeichnungen; das große X setzt x nur bei Verzeichnissen.
e) Das Skript upload.sh soll die Aufzeichnungen nach dem Barcamp auf den Videoserver der Schule laden. Gib den Befehl in symbolischer Schreibweise an, der das Ausführungsrecht nur für den Eigentümer hinzufügt und alle anderen Rechte unverändert lässt. (2 Punkte)
chmod u+x upload.sh
Danach: -rwxr--r--. Gleichwertig in Oktalschreibweise wäre chmod 744 upload.sh, gefragt war aber die symbolische Form (volle Punktzahl nur dafür). chmod +x upload.sh gibt das Recht allen und ist falsch.
f) Nach dem Ändern der Konfiguration muss der Webserver neu gestartet werden. Emre gibt sudo systemctl restart nginx ein. Erläutere die Funktion von sudo und warum Svenja Krämer Emre nicht einfach das Passwort von root gibt. (3 Punkte)
sudo führt den einen nachfolgenden Befehl mit den Rechten von root aus. Emre weist sich dafür mit seinem eigenen Passwort aus; welche Befehle er so ausführen darf, ist in /etc/sudoers festgelegt. (2 Punkte)
Gründe gegen das root-Passwort (1 Punkt, eine Begründung genügt): Emre arbeitet sonst dauerhaft mit allen Rechten (Least Privilege verletzt; Tippfehler oder Schadsoftware wirken sofort systemweit); bei sudo wird jeder Aufruf mit seinem Namen protokolliert und seine Berechtigung lässt sich nach dem Barcamp gezielt entziehen, ein weitergegebenes root-Passwort müsste dagegen geändert werden.
Aufgabe 2.2: Dateiserver und Kommandozeile bei der Let’s Meet GmbH (Kernkompetenz)
(ca. 28 min Bearbeitungszeit)
Die Let’s Meet GmbH in Bielefeld betreibt im Büro am Jahnplatz neben dem Domänencontroller dc01 einen Windows-Dateiserver fs01. Jonas Weber, Auszubildender im Team von Yusuf Demir, soll Ordnung in Rechte und Ablagen bringen. Für den Ordner D:\Freigaben\Vertraege (Verträge mit Geldgebenden und Partnern) sind folgende NTFS-Berechtigungen eingetragen; sie gelten auch für alle Dateien darin:
| Gruppe | Vollzugriff | Ändern | Lesen, Ausführen | Lesen | Schreiben |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschaeftsfuehrung | erlaubt | ||||
| Verwaltung | erlaubt | ||||
| Teamleitungen | erlaubt | ||||
| Entwicklung | erlaubt | ||||
| Azubis | verweigert |
Mitgliedschaften (Auszug): Clara Neumann – Geschaeftsfuehrung; Yusuf Demir – Entwicklung, Teamleitungen; Jonas Weber – Entwicklung, Azubis.
a) Nenne die Gruppen, deren Mitglieder in diesem Ordner Dateien löschen dürfen. (2 Punkte)
Geschaeftsfuehrung (Vollzugriff) und Verwaltung (Ändern). Je 1 Punkt. „Schreiben“ erlaubt kein Löschen, deshalb gehören die Teamleitungen nicht dazu.
b) Ermittle, welche Aktionen Yusuf Demir in diesem Ordner ausführen darf und welche nicht. (4 Punkte)
Die Erlaubnisse seiner Gruppen addieren sich: Lesen (Entwicklung) und Schreiben (Teamleitungen). (1 Punkt)
- darf: Dateien öffnen und lesen, neue Dateien und Ordner anlegen, Inhalte ändern bzw. überschreiben (2 Punkte)
- darf nicht: Dateien löschen, Programme ausführen, Berechtigungen ändern (1 Punkt)
c) Jonas Weber soll einen Vertrag für die Geschäftsführung heraussuchen und kann den Ordner nicht öffnen, obwohl er zur Entwicklung gehört. Erläutere den Grund. (3 Punkte)
Jonas ist auch Mitglied der Gruppe Azubis, für die „Lesen“ ausdrücklich verweigert ist (1 Punkt). Eine Verweigerung hat Vorrang vor allen Erlaubnissen aus anderen Gruppen, deshalb hilft ihm das Leserecht der Entwicklung nicht (2 Punkte). Er erhält damit keinen Lesezugriff; die Geschäftsführung müsste ihm die Datei selbst geben oder eine Ausnahme regeln.
d) Das Steuerbüro der Let’s Meet GmbH bekommt ein eigenes Gruppenkonto Steuerbuero und soll alle Dateien im Ordner lesen und mitgelieferte Prüfprogramme ausführen dürfen – auch in Unterordnern, die später angelegt werden. Erstelle den passenden Befehl. Nutze den folgenden Auszug aus der Hilfe von icacls. (3 Punkte)
ICACLS name /grant[:r] Sid:[(inheritance)]perm [...]
/grant grants the specified access rights to the user or group.
With :r, existing explicit rights of that user are replaced.
perm F full access M modify access RX read and execute
R read-only W write-only D delete
inheritance (applies to directories):
(OI) object inherit - files in the directory inherit the right
(CI) container inherit - subdirectories inherit the right
icacls D:\Freigaben\Vertraege /grant Steuerbuero:(OI)(CI)RX
Pfad und /grant 1 Punkt, Steuerbuero: mit RX 1 Punkt, (OI)(CI) für die Vererbung 1 Punkt. /grant:r ist ebenfalls richtig.
e) Das Support-Team exportiert jede Nacht Listen in den Ordner D:\Support\Export. Die Dateinamen beginnen mit der Art der Liste, danach folgt das Datum als JJJJMMTT, z. B. meldungen20261103.csv oder sperrungen20261028.csv. Jonas hat für zwei Aufträge Befehle vorbereitet, sie aber noch nicht ausgeführt. Yusuf Demir bittet Dich, sie vorher durchzusehen.
ea) Auftrag: Alle Sperrlisten sollen in den Archivordner verschoben werden. Jonas’ Befehl:
move D:\Support\Export\sperrungen?.csv D:\Support\Archiv\sperrungen
Beurteile, welche Dateien der Befehl erfasst, und korrigiere ihn, falls nötig. (2 Punkte)
eb) Auftrag: Die Datenschutzbeauftragte braucht alle Exporte vom 10. bis 19. November 2026 auf dem Laufwerk X:. Jonas schwankt zwischen zwei Fassungen:
copy D:\Support\Export\?2026111?.csv X:\datenschutz
copy D:\Support\Export\*202611??.csv X:\datenschutz
Untersuche für beide Fassungen, welche Dateien tatsächlich kopiert würden, und gib einen Befehl an, der genau den Auftrag erfüllt. (4 Punkte)
ea) Das Fragezeichen ersetzt höchstens ein einzelnes Zeichen. Auf sperrungen folgen aber acht Ziffern, deshalb passt keine Datei, und der Befehl verschiebt nichts (1 Punkt). Richtig: move D:\Support\Export\sperrungen*.csv D:\Support\Archiv\sperrungen (1 Punkt).
eb) Erste Fassung: Das führende ? steht nur für ein Zeichen, die Art der Liste hat aber mehrere Buchstaben – es wird keine Datei kopiert (1 Punkt). Zweite Fassung: Die beiden Fragezeichen lassen die komplette Tagesangabe offen, kopiert wird also der ganze November und damit mehr, als die Datenschutzbeauftragte bekommen soll (1 Punkt). Passend ist
copy D:\Support\Export\*2026111?.csv X:\datenschutz
Der Stern deckt die Art der Liste ab, die feste 1 nach dem Monat legt die Zehnerstelle des Tages fest, das Fragezeichen lässt nur noch die Einerstelle offen (2 Punkte).
f) Ein nächtliches Skript auf fs01 kopiert die Freigaben mit robocopy auf das NAS nas.buero.letsmeet.example. Bisher steht darin:
robocopy D:\Freigaben \\nas.buero.letsmeet.example\sicherung\freigaben /MIR
Am Montag löscht jemand versehentlich den Ordner D:\Freigaben\Vertraege\2025. Aufgefallen ist es erst am Mittwoch. Für die Überarbeitung des Skripts liegt Dir folgender Auszug der Parameter vor:
| Parameter | Wirkung |
|---|---|
/E |
kopiert alle Unterordner, auch leere |
/MIR |
spiegelt das Ziel: wie /E, entfernt aber zusätzlich im Ziel alles, was in der Quelle nicht mehr vorhanden ist |
/A |
kopiert nur Dateien mit gesetztem Archivattribut und lässt es stehen |
/M |
kopiert nur Dateien mit gesetztem Archivattribut und setzt es danach zurück |
/Z |
kopiert im Neustartmodus, eine abgebrochene große Datei wird fortgesetzt |
/R:<n> |
Zahl der Wiederholungen, wenn eine Datei nicht kopiert werden kann (ohne Angabe: 1 000 000) |
/W:<n> |
Wartezeit zwischen zwei Wiederholungen in Sekunden (ohne Angabe: 30) |
/LOG+:<Datei> |
schreibt das Protokoll in eine Datei und hängt es an vorhandenen Inhalt an |
fa) Erläutere, warum die Kopie auf dem NAS am Mittwoch nicht mehr weiterhilft. (2 Punkte)
fb) Erstelle einen neuen Aufruf für das Skript: Im Ziel soll nichts mehr gelöscht werden, alle Unterordner (auch leere) werden übernommen, eine gesperrte Datei wird höchstens zweimal im Abstand von 10 Sekunden erneut versucht, und das Protokoll wird fortlaufend in C:\Logs\sicherung-freigaben.txt gesammelt. Begründe außerdem, warum die Angaben zu den Wiederholungen in einem nächtlichen Skript wichtig sind. (4 Punkte)
fc) Zusätzlich sollen freitags nur die Dateien, die sich seit dem letzten Mal geändert haben, in einen eigenen Wochenordner kopiert werden. Jonas will dafür /M verwenden, Yusuf Demir /A. Vergleiche die beiden Vorschläge: Welche Sicherungsart entsteht jeweils, und welche Wochenordner werden im Ernstfall für die Wiederherstellung gebraucht? Gehe davon aus, dass eine monatliche Vollsicherung das Archivattribut aller Dateien zurücksetzt. (3 Punkte)
fa) /MIR gleicht das Ziel vollständig an die Quelle an. In der Nacht auf Dienstag hat robocopy den in der Quelle fehlenden Ordner deshalb auch auf dem NAS entfernt (1 Punkt). Die Kopie schützt also vor einem Ausfall des Servers, aber nicht vor versehentlichem Löschen oder vor verschlüsselten Dateien nach einem Angriff – dafür braucht es ältere Stände (Versionen, Generationen) (1 Punkt).
fb)
robocopy D:\Freigaben \\nas.buero.letsmeet.example\sicherung\freigaben /E /R:2 /W:10 /LOG+:C:\Logs\sicherung-freigaben.txt
Quelle und Ziel mit /E statt /MIR 1 Punkt, /R:2 /W:10 1 Punkt, /LOG+: mit Pfad 1 Punkt. Begründung (1 Punkt): Ohne Angabe versucht robocopy eine gesperrte Datei bis zu einer Million Mal im Abstand von 30 Sekunden – das Skript würde praktisch nie fertig und bis in den Arbeitstag hineinlaufen. Mit wenigen Wiederholungen wird die Datei übersprungen und im Protokoll vermerkt, das dann ausgewertet werden muss. /Z ist zusätzlich sinnvoll, aber nicht verlangt.
fc) Mit /M wird das Archivattribut nach dem Kopieren zurückgesetzt: Jeder Wochenordner enthält nur die Änderungen seit der Vorwoche, es entsteht eine inkrementelle Sicherung. Für die Wiederherstellung braucht man die letzte Vollsicherung und alle Wochenordner seitdem in der richtigen Reihenfolge (1,5 Punkte). Mit /A bleibt das Attribut stehen: Jeder Wochenordner enthält alle Änderungen seit der letzten Vollsicherung, es entsteht eine differenzielle Sicherung, die von Woche zu Woche größer wird. Zur Wiederherstellung genügen die Vollsicherung und der neueste Wochenordner (1,5 Punkte).
g) Jonas installiert den MariaDB-Client nach C:\Program Files\MariaDB 11.4\bin. Er wechselt in der PowerShell in diesen Ordner und probiert das Programm aus:
PS C:\Program Files\MariaDB 11.4\bin> mariadb --version
mariadb : Die Benennung "mariadb" wurde nicht als Name eines Cmdlet, einer Funktion,
einer Skriptdatei oder eines ausführbaren Programms erkannt.
ga) Erkläre, warum die PowerShell das Programm nicht startet, obwohl mariadb.exe im aktuellen Ordner liegt, und gib den Aufruf an, der hier funktioniert. (2 Punkte)
gb) Damit der Client künftig aus jedem Ordner heraus startet, schlägt Yusuf Demir vor, in der Eingabeaufforderung setx PATH "%PATH%;C:\Program Files\MariaDB 11.4\bin" auszuführen. Beurteile den Vorschlag und beschreibe einen sichereren Weg. (2 Punkte)
ga) Die PowerShell sucht Programme, die nur mit ihrem Namen aufgerufen werden, ausschließlich in den Verzeichnissen der Umgebungsvariable PATH – anders als die klassische Eingabeaufforderung nicht im aktuellen Ordner. Das soll verhindern, dass ein gleichnamiges Schadprogramm im aktuellen Ordner gestartet wird (1 Punkt). Funktionierender Aufruf: .\mariadb --version oder mit vollständigem Pfad & "C:\Program Files\MariaDB 11.4\bin\mariadb.exe" --version (1 Punkt).
gb) Der Vorschlag ist riskant (1 Punkt): %PATH% enthält Benutzer- und Systempfad; setx schreibt beides zusammen in den Benutzerpfad, Einträge werden so doppelt, und zu lange Werte werden abgeschnitten – im schlimmsten Fall fehlen danach Verzeichnisse. Sicherer (1 Punkt): das Verzeichnis über Systemeigenschaften → Umgebungsvariablen gezielt an den Benutzer- oder Systempfad anhängen und anschließend eine neue Konsole öffnen.
Aufgabe 2.3: Prozesse und Aufgabenplanung für die Flurmonitore der Mitfahr-App (Kernkompetenz)
(ca. 26 min Bearbeitungszeit)
Am RRB zeigen vier Flurmonitore offene Angebote der Mitfahr-App RatzFahrt an. Jeder Monitor hat einen Mini-Player mit Linux; die Anzeige läuft unter dem Benutzerkonto anzeige. Andrea Wolf, Administratorin der App, erstellt auf ihrem Windows-Arbeitsplatz monatliche Berichte. Du unterstützt Svenja Krämer von der Schul-IT OWL.
Am Montagmorgen steht das Bild am Foyer-Monitor still. Svenja meldet sich per SSH am Player mon-f1 an:
anzeige@mon-f1:~$ ps -u anzeige -o pid,stat,%cpu,%mem,etime,cmd
PID STAT %CPU %MEM ELAPSED CMD
812 Ss 0.0 0.2 02:41:07 /lib/systemd/systemd --user
955 Rl 98.7 41.6 02:40:51 /opt/ratzanzeige/ratzanzeige --vollbild
961 S 0.1 1.1 02:40:50 /usr/bin/python3 /opt/ratzanzeige/abruf.py
a) Nenne die Prozessnummer des Prozesses, der beendet werden sollte, und begründe Deine Wahl anhand der Ausgabe. (2 Punkte)
PID 955 (1 Punkt): Es ist das Anzeigeprogramm (ratzanzeige --vollbild), das das Bild darstellt; es belegt fast die gesamte Rechenzeit (98,7 % CPU) und auffällig viel Speicher (41,6 %), was auf eine Endlosschleife hindeutet (1 Punkt). PID 812 ist der Benutzerdienstmanager, PID 961 der Datenabruf, der unauffällig arbeitet.
b) Gib die Befehle an, mit denen Svenja den Prozess zuerst sanft und – falls er nicht reagiert – erzwungen beendet. Erläutere den Unterschied. (5 Punkte)
- sanft:
kill 955(gleichwertigkill -15 955oderkill -TERM 955) – 1 Punkt - erzwungen:
kill -9 955(gleichwertigkill -KILL 955) – 1 Punkt
Unterschied (3 Punkte): kill ohne Option sendet SIGTERM. Das Programm wird gebeten, sich zu beenden, und kann noch Daten speichern, Dateien schließen und aufräumen; ein hängendes Programm reagiert darauf aber eventuell nicht. SIGKILL (-9) kann das Programm nicht abfangen: Das Betriebssystem beendet den Prozess sofort, nicht gespeicherte Daten gehen verloren.
pkill ratzanzeige bzw. killall ratzanzeige ist ebenfalls richtig.
c) Am Player in der Mensa versucht eine Lehrkraft mit dem Wartungskonto wartung dasselbe und erhält kill: (955) - Vorgang nicht zulässig. Erläutere die Ursache und wie das Problem gelöst werden kann. (2 Punkte)
Einen Prozess darf nur der Benutzer beenden, unter dem er läuft (hier anzeige), oder root (1 Punkt). Lösung: Das Konto wartung erhält per sudo-Regel das Recht, den Befehl mit Administratorrechten auszuführen (sudo kill 955, besser gezielt nur sudo systemctl restart ratzanzeige), oder die Lehrkraft meldet sich als anzeige an (1 Punkt).
d) Auf Andrea Wolfs Windows-PC reagiert das Programm monatsbericht.exe seit Minuten nicht mehr auf Klicks. Sie gibt taskkill /IM monatsbericht.exe ein und erhält:
ERFOLGREICH: Ein Beendigungssignal wurde an den Prozess "monatsbericht.exe" mit der PID 6128 geschickt.
Trotz der Meldung bleibt das Fenster offen und das Programm läuft weiter. Erläutere, warum taskkill „erfolgreich“ meldet, das Programm aber nicht endet, gib den Befehl an, der es sicher beendet, und nenne eine Folge für den gerade bearbeiteten Bericht. (3 Punkte)
Ohne /F schickt taskkill dem Programm nur die Aufforderung, sich selbst zu schließen – „erfolgreich“ heißt lediglich, dass diese Nachricht zugestellt wurde. Ein hängendes Programm arbeitet seine Nachrichten nicht mehr ab und reagiert deshalb nicht darauf; das Beenden muss mit /F erzwungen werden, dann entfernt Windows den Prozess ohne Mitwirkung des Programms (1 Punkt). Befehl: taskkill /IM monatsbericht.exe /F oder taskkill /PID 6128 /F (1 Punkt). Folge (1 Punkt): Das Programm kann nichts mehr speichern; nicht gesicherte Änderungen am Bericht gehen verloren, eine halb geschriebene Ausgabedatei kann unvollständig sein und muss neu erzeugt werden.
e) Künftig soll D:\RatzFahrt\werkzeuge\monatsbericht.exe am 1. jedes Monats um 05:40 Uhr selbstständig starten, auch wenn niemand angemeldet ist. Ein Kollege hat dafür eingegeben:
schtasks /Create /tn RatzFahrt Monatsbericht /tr monatsbericht.exe /sc DAILY /st 5:40 AM
Zur Verfügung steht die Parameterübersicht aus dem Grundlagenartikel:
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
/tn <Name> |
Name der Aufgabe; mit Leerzeichen in Anführungszeichen |
/tr <Programm> |
auszuführendes Programm mit vollständigem Pfad |
/sc <Typ> |
MINUTE, HOURLY, DAILY, WEEKLY, MONTHLY, ONCE, ONSTART, ONLOGON |
/mo <n> |
jede n-te Einheit des Zeitplans |
/d <Tage> |
Wochentage bei WEEKLY, Tag im Monat bei MONTHLY |
/st <hh:mm> |
Startzeit im 24-Stunden-Format |
/ru <Konto> |
Konto, unter dem die Aufgabe läuft, z. B. SYSTEM |
ea) Untersuche den Befehl und beschreibe vier Fehler. (4 Punkte)
eb) Gib den korrigierten Befehl an. (3 Punkte)
ec) Beschreibe, wie Andrea die neue Aufgabe testen kann, ohne bis zum Monatsersten zu warten. (1 Punkt)
ea) Je 1 Punkt, vier verlangt:
- Der Name enthält ein Leerzeichen, steht aber nicht in Anführungszeichen;
schtaskshältMonatsberichtfür ein überzähliges Argument und bricht ab. - Das Programm steht ohne Pfad da; die Aufgabenplanung startet nicht im Ordner
D:\RatzFahrt\werkzeugeund findet es nicht. DAILYstartet jeden Tag; verlangt istMONTHLYmit/d 1für den Monatsersten.5:40 AMist das 12-Stunden-Format; erwartet wird05:40.- Ohne
/ruläuft die Aufgabe unter dem Konto, das sie anlegt, und je nach Einstellung nur, wenn dieses angemeldet ist;/ru SYSTEM(oder ein Dienstkonto mit Kennwort) sorgt für den Start ohne Anmeldung.
eb)
schtasks /Create /tn "RatzFahrt Monatsbericht" /tr D:\RatzFahrt\werkzeuge\monatsbericht.exe /sc MONTHLY /d 1 /st 05:40 /ru SYSTEM
Name und Pfad 1 Punkt, /sc MONTHLY /d 1 1 Punkt, /st 05:40 und /ru SYSTEM 1 Punkt. Die Reihenfolge der Parameter und die Groß- und Kleinschreibung sind beliebig.
ec) Mit schtasks /Run /tn "RatzFahrt Monatsbericht" sofort starten und danach mit schtasks /Query /tn "RatzFahrt Monatsbericht" /v (oder in der Aufgabenplanung) das Ergebnis des letzten Laufs prüfen (1 Punkt).
f) Die Player sollen ihre Anzeige montags bis freitags um 6:50 Uhr mit dem Skript /usr/local/bin/anzeige-neustart.sh neu starten, damit ein hängender Prozess vor Unterrichtsbeginn bereinigt wird. Erstelle die passende Zeile für die Crontab des Kontos anzeige. Das Format lautet Minute Stunde Tag Monat Wochentag Befehl (Wochentag 0 oder 7 = Sonntag). (4 Punkte)
50 6 * * 1-5 /usr/local/bin/anzeige-neustart.sh
Minute und Stunde 1 Punkt, * * für Tag und Monat 1 Punkt, 1-5 für Montag bis Freitag 1 Punkt, Befehl mit vollständigem Pfad 1 Punkt. 1,2,3,4,5 ist ebenfalls richtig. Eintragen mit crontab -e als Benutzer anzeige.
g) Am nächsten Morgen steht im Protokoll des Players:
anzeige-neustart.sh: Zeile 4: ratzctl: Befehl nicht gefunden
Startet Svenja das Skript im Terminal, läuft es fehlerfrei. ratzctl liegt in /opt/ratzanzeige/bin; dieses Verzeichnis hat Svenja in der Datei ~/.bashrc des Kontos anzeige in den PATH aufgenommen. Erläutere die Ursache und beschreibe eine Lösung. (4 Punkte)
Ursache (2 Punkte): cron startet Befehle nicht in einer interaktiven Shell und liest ~/.bashrc nicht. Der PATH ist im Cron-Lauf stark eingeschränkt (meist nur /usr/bin:/bin); /opt/ratzanzeige/bin fehlt, deshalb findet die Shell ratzctl nicht. Im Terminal gilt dagegen der erweiterte PATH aus ~/.bashrc.
Lösung (2 Punkte, eine verlangt):
- im Skript den vollständigen Pfad verwenden:
/opt/ratzanzeige/bin/ratzctl … - am Anfang des Skripts den PATH setzen:
PATH=/opt/ratzanzeige/bin:/usr/local/bin:/usr/bin:/bin - in der Crontab vor den Einträgen eine Zeile
PATH=/opt/ratzanzeige/bin:/usr/local/bin:/usr/bin:/binergänzen
Links und weitere Informationen
Grundlagenartikel: Betriebssysteme über die Kommandozeile administrieren: Rechte, Prozesse und Aufgabenplanung
Weitere Übungen: Übungsaufgaben zu Betriebssystemen: Aufbau, Systemstart und Updates, Übungsaufgaben zu Skripten zur Systemautomatisierung
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