Übungsaufgaben zu Speicherbedarf und Datenmengen
https://bildung.social/@oerinformatik/
https://oer-informatik.de/speicherbedarf-uebungsaufgaben
Speicherbedarf, Datenmengen, Farbtiefe, Binärpräfixe, Übertragungsdauer, Kompression, Deduplizierung, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (ca. 130 min Lese- und Bearbeitungszeit): Acht Übungsaufgaben zu Speicherbedarf und Datenmengen: Kurze Aufgaben zur Basiskompetenz behandeln Kameraaufzeichnungen, Standbilder auf Speicherkarten, Bildschirmangaben, Sensordaten mit Kompression, 3D-Scans mit Farbanteil und Fotos aus der Rahmenfertigung. In der Kernstufe berechnest Du für ein Barcamp Fotos, Scans, Aufzeichnungen, Check-in-Daten, Übertragungsdauer, Reserve und Kosten und prüfst die Aufbewahrungsdauer eines zentralen Log-Servers, die Reichweite eines Archivs und belegten Speicher durch Cluster und wählst einen Flash-Baustein als Ringspeicher für Fahrtenprotokolle, dazu ein Bandbreitenbudget; in der Profilstufe vergleichst Du unkomprimierte und komprimierte Videoaufzeichnung und berechnest den Overhead eines VPN-Tunnels aus MTU und Headern. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 29.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Speicherbedarf und Datenmengen berechnen.
Hinweise zur Bearbeitung: Bis zur Teil-1-Prüfung der IT-Berufe solltest Du die Basiskompetenz beherrschen, also Aufgabe 1.1, Aufgabe 1.2 und Aufgabe 1.3. Als FIA, FISY, FIDV, ISE, IKS oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2 und Aufgabe 2.3. Von IKS wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1 und Aufgabe 3.2) keine Probleme bereiten. Gib bei jeder Rechnung den Rechenweg mit Einheiten an und runde erst das Endergebnis. Konntest Du eine Teilaufgabe nicht lösen, rechne mit dem angegebenen Ersatzwert weiter. Schreib Deine Lösung zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.
Du möchtest eigene Aufgaben zum Üben von einem KI-Sprachmodell generieren lassen?
Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.
Erstelle neue Übungsaufgaben zum Thema „Speicherbedarf und Datenmengen“.
Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.
Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/speicherbedarf
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/speicherbedarf-uebungsaufgaben
Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Speicherbedarf
- Datenmengen
- Farbtiefe
- Binärpräfixe
- Übertragungsdauer
- Kompression
- Deduplizierung
Kompetenzstufe: Basiskompetenz (alternativ: Kernkompetenz, Profilkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan
Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
danach frage.
Aufgabe 1.1: Kameras im Fahrradlager (Basiskompetenz)
Die CSB-Rad GmbH sichert ihr Lager in Bielefeld-Sennestadt mit Kameras. Werkstattleiter Bastian Ludwig fragt Dich, wie viel Speicher dafür nötig ist.
a) Vier Kameras zeichnen über ein langes Wochenende 72 Stunden ununterbrochen auf. Jede Kamera liefert einen Videostrom mit 4.000 kbit/s. Berechne die Speicherkapazität, die für diese Aufnahmen nötig ist, in TiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (4 Punkte)
Geg.: 4 Kameras, r = 4.000\,\mathrm{kbit/s} je Kamera, t = 72\,\mathrm{h}
Ges.: Speicherbedarf S in TiB
S = 4 \cdot 4.000.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 72 \cdot 3.600\,\mathrm{s} = 4{,}1472 \cdot 10^{12}\,\mathrm{bit}
S = \frac{4{,}1472 \cdot 10^{12}\,\mathrm{bit}}{8\,\mathrm{bit/Byte}} = 518.400.000.000\,\mathrm{Byte} = \frac{518.400.000.000\,\mathrm{Byte}}{1.024^4\,\mathrm{Byte/TiB}} \approx \underline{\underline{0{,}47\,\mathrm{TiB}}}
Bewertung: Datenrate dezimal und Zeit in Sekunden 1 Punkt, Faktor 4 Kameras 1 Punkt, Bit in Byte 1 Punkt, Byte in TiB 1 Punkt.
b) Bei einem Alarm speichert jede Kamera zusätzlich Standbilder mit je 2,4 MB auf ihrer Speicherkarte mit 64 GB. Ermittle, wie viele Standbilder vollständig auf eine Karte passen. (2 Punkte)
Beide Angaben sind dezimal (MB, GB), es wird nicht mit 1.024 gerechnet:
n = \frac{64.000\,\mathrm{MB}}{2{,}4\,\mathrm{MB}} \approx 26.666{,}667 \to \underline{\underline{26.666\ \text{Standbilder}}}
Abgerundet, weil nur vollständige Bilder zählen (je Schritt 1 Punkt).
c) Im Büro werden die Kamerabilder auf einem Bildschirm mit den Angaben „2.560 × 1.440, 10 Bit je Farbkanal (RGB), 75 Hz“ angezeigt. Ordne die drei Angaben den Begriffen Auflösung, Farbtiefe und Bildwiederholfrequenz zu und berechne, wie viele Farben der Bildschirm darstellen kann. (3 Punkte)
Auflösung: 2.560 × 1.440 Pixel; Farbtiefe: 10 Bit je Farbkanal, also 30 Bit je Pixel; Bildwiederholfrequenz: 75 Hz, das Bild wird 75-mal pro Sekunde neu aufgebaut (2 Punkte, je falscher Zuordnung 1 Punkt Abzug).
Farben (1 Punkt): 2^{10} \cdot 2^{10} \cdot 2^{10} = 2^{30} = \underline{\underline{1.073.741.824}} Farben.
Aufgabe 1.2: Messwerte und 3D-Scans in der Fahrradfertigung (Basiskompetenz)
Im Akkulager der CSB-Rad GmbH messen Funksensoren Temperatur und Luftfeuchte; ein Gateway sammelt die Werte.
a) 40 Sensoren senden alle 30 Sekunden einen Datensatz mit 160 Byte, rund um die Uhr. Ermittle den täglichen Speicherbedarf in KiB. Der Rechenweg ist anzugeben. (3 Punkte)
Geg.: 40 Sensoren, alle 30 s ein Datensatz zu 160 Byte, 24 h
Ges.: Speicherbedarf pro Tag in KiB
n = \frac{24 \cdot 3.600\,\mathrm{s}}{30\,\mathrm{s}} = 2.880\ \text{Datensätze je Sensor und Tag}
S = 40 \cdot 2.880 \cdot 160\,\mathrm{Byte} = 18.432.000\,\mathrm{Byte} = \frac{18.432.000\,\mathrm{Byte}}{1.024\,\mathrm{Byte/KiB}} = \underline{\underline{18.000\,\mathrm{KiB}}}
Bewertung: Datensätze pro Tag 1 Punkt, Byte pro Tag 1 Punkt, KiB 1 Punkt.
b) Die Daten werden ein Jahr (365 Tage) lang aufbewahrt und dabei verlustfrei um 30 % komprimiert. Ermittle den Jahresspeicherbedarf in GiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (Ersatzwert, falls a) fehlt: 20.000 KiB pro Tag.) (3 Punkte)
Ges.: Speicherbedarf pro Jahr nach Kompression in GiB
S_J = 18.000\,\frac{\mathrm{KiB}}{\mathrm{Tag}} \cdot 365\,\mathrm{Tage} \cdot (1 - 0{,}30) = 4.599.000\,\mathrm{KiB} = \frac{4.599.000\,\mathrm{KiB}}{1.024^2\,\mathrm{KiB/GiB}} \approx \underline{\underline{4{,}39\,\mathrm{GiB}}}
Mit dem Ersatzwert: 20.000 \cdot 365 \cdot 0{,}7 : 1.024^2 \approx 4{,}87\,\mathrm{GiB}.
Bewertung: Hochrechnen 1 Punkt, Kompression „um 30 %“ als Faktor 0,7 1 Punkt, Umrechnung 1 Punkt.
c) Zur Qualitätskontrolle wird jeder Rahmen mit einem 3D-Scanner vermessen. Ein Scan besteht aus 5.000 Punkten mit je drei Koordinaten (x, y, z) im Datentyp Double (64 Bit).
ca) Berechne den Speicherbedarf eines Scans in KiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (2 Punkte)
cb) Zu jedem Punkt soll zusätzlich eine RGB-Farbe mit 8 Bit je Farbkanal gespeichert werden. Berechne, wie viele Farben damit darstellbar sind und um wie viel Prozent der Speicherbedarf je Punkt steigt. (3 Punkte)
ca) Je Punkt 3 \cdot 64\,\mathrm{bit} = 192\,\mathrm{bit} = 24\,\mathrm{Byte} (1 Punkt):
S = 5.000 \cdot 24\,\mathrm{Byte} = 120.000\,\mathrm{Byte} = \frac{120.000\,\mathrm{Byte}}{1.024\,\mathrm{Byte/KiB}} \approx \underline{\underline{117{,}19\,\mathrm{KiB}}} \quad \text{(1 Punkt)}
cb) Farben (1 Punkt): 2^8 \cdot 2^8 \cdot 2^8 = 2^{24} = 16.777.216.
Mehrbedarf (2 Punkte): Die Farbe braucht 3 \cdot 8\,\mathrm{bit} = 3\,\mathrm{Byte} zusätzlich:
p = \frac{3\,\mathrm{Byte}}{24\,\mathrm{Byte}} \cdot 100\,\% = \underline{\underline{12{,}5\,\%}}
Aufgabe 1.3: Fotos von Schweißnähten (Basiskompetenz)
Die Rahmenwerk OWL GmbH in Gütersloh fertigt Fahrradrahmen nach Maß für die CSB-Rad GmbH. Jede Schweißnaht wird von einer Kamera fotografiert, damit Fehler später nachvollzogen werden können. Ole Petersen, Projektleiter Digitalisierung, plant den Speicher.
a) Die Fertigung läuft in zwei Schichten zu je 8 Stunden. Alle 6 Minuten wird ein Rahmen fertig; jeder Rahmen hat 12 Schweißnähte. Ermittle die Zahl der Fotos pro Tag. Der Rechenweg ist anzugeben. (2 Punkte)
\frac{2 \cdot 8 \cdot 60\,\mathrm{min}}{6\,\mathrm{min/Rahmen}} = 160\ \text{Rahmen} \qquad 160 \cdot 12 = \underline{\underline{1.920\ \text{Fotos pro Tag}}}
Je Schritt 1 Punkt.
b) Jedes Foto hat 8 Megapixel und wird unkomprimiert in Graustufen mit 8 Bit je Pixel gespeichert. Ermittle das Datenvolumen je Foto in MiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (3 Punkte)
S = 8.000.000\ \text{Pixel} \cdot 8\,\mathrm{bit} : 8\,\mathrm{bit/Byte} = 8.000.000\,\mathrm{Byte} = \frac{8.000.000\,\mathrm{Byte}}{1.024^2\,\mathrm{Byte/MiB}} \approx \underline{\underline{7{,}63\,\mathrm{MiB}}}
Bewertung: Megapixel dezimal 1 Punkt, Bit in Byte 1 Punkt, MiB 1 Punkt.
c) Ermittle das Datenvolumen pro Tag in GiB, aufgerundet auf ganze GiB. (Ersatzwerte: 2.000 Fotos, 8 MiB je Foto.) (2 Punkte)
S = 1.920 \cdot 8.000.000\,\mathrm{Byte} = 15.360.000.000\,\mathrm{Byte} = \frac{15{,}36 \cdot 10^9\,\mathrm{Byte}}{1.024^3\,\mathrm{Byte/GiB}} \approx 14{,}305\,\mathrm{GiB} \to \underline{\underline{15\,\mathrm{GiB}}}
Aufgerundet, weil der Speicher reserviert werden muss. Mit den Ersatzwerten: 2.000 \cdot 8\,\mathrm{MiB} = 16.000\,\mathrm{MiB} \approx 15{,}625\,\mathrm{GiB} \to 16\,\mathrm{GiB}.
Aufgabe 2.1: Fotos, Aufzeichnungen und Check-in-Daten eines Barcamps speichern (Kernkompetenz)
Am Samstag, 13.03.2027, findet am Ratz und Rübe Berufskolleg (RRB) in Bielefeld das Barcamp „Lernen.Digital.Leben 2027“ mit bis zu 400 Teilnehmenden statt. Du bist Auszubildende*r der Fachinformatik und arbeitest im Technikteam unter der Leitung von Emre Aksoy mit. Svenja Krämer von der Schul-IT OWL stellt für alle Daten des Barcamps Speicherplatz im Rechenzentrum der Schul-IT bereit und möchte vorher wissen, wie viel Platz benötigt wird. Ihr sammelt deshalb alle Datenquellen und rechnet den Bedarf aus.
a) Ein Fototeam aus Schüler*innen fotografiert für eine Ausstellung zur Schulgeschichte (nur Personen mit Fotoeinwilligung). Weil die Bilder später aufwendig nachbearbeitet werden, speichert die Kamera sie unkomprimiert: 24 Megapixel, drei Farbkanäle (RGB) mit je 16 Bit. Das Team rechnet mit 600 Fotos.
aa) Berechne den Speicherbedarf eines Fotos in MiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (3 Punkte)
Geg.: P = 24\,\mathrm{MP} = 24.000.000\,\mathrm{Pixel}, Farbtiefe F = 3 \cdot 16\,\mathrm{bit} = 48\,\mathrm{bit/Pixel}
Ges.: Speicherbedarf S_F eines Fotos in MiB
S_F = P \cdot F
S_F = 24.000.000\,\mathrm{Pixel} \cdot 48\,\mathrm{bit/Pixel} = 1.152.000.000\,\mathrm{bit}
S_F = \frac{1.152.000.000\,\mathrm{bit}}{8\,\mathrm{bit/Byte}} = 144.000.000\,\mathrm{Byte} = \frac{144.000.000\,\mathrm{Byte}}{1.024 \cdot 1.024\,\mathrm{Byte/MiB}} \approx \underline{\underline{137{,}329\,\mathrm{MiB}}}
Auf zwei Nachkommastellen gerundet: 137,33 MiB.
Bewertung: Farbtiefe 48 Bit je Pixel 1 Punkt, Umrechnung Bit in Byte 1 Punkt, Umrechnung in MiB mit 1.024^2 und Ergebnis 1 Punkt. Häufige Fehler: nur 16 Bit statt 3 \cdot 16 Bit je Pixel, Megapixel mit 1.024^2 umgerechnet, durch 1.000^2 statt 1.024^2 geteilt (ergibt 144 MB).
ab) Berechne den Speicherbedarf aller 600 Fotos in GiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (Ersatzwert, falls aa) fehlt: 140 MiB je Foto.) (2 Punkte)
Geg.: n = 600 Fotos, S_F = 144.000.000\,\mathrm{Byte} je Foto (aus aa)
Ges.: Speicherbedarf S_{600} in GiB
S_{600} = n \cdot S_F = 600 \cdot 144.000.000\,\mathrm{Byte} = 86.400.000.000\,\mathrm{Byte}
S_{600} = \frac{86.400.000.000\,\mathrm{Byte}}{1.024^3\,\mathrm{Byte/GiB}} \approx \underline{\underline{80{,}466\,\mathrm{GiB}}}
Auf zwei Nachkommastellen gerundet: 80,47 GiB. Mit dem Wert aus aa) in MiB geht es auch: 600 \cdot 137{,}329\,\mathrm{MiB} : 1.024 \approx 80{,}466\,\mathrm{GiB}. Mit dem Ersatzwert: 600 \cdot 140\,\mathrm{MiB} : 1.024 \approx 82{,}03\,\mathrm{GiB}.
Bewertung: Multiplikation mit 600 1 Punkt, Umrechnung in GiB 1 Punkt (Folgefehler berücksichtigen). Wer mit dem bereits auf 137,33 MiB gerundeten Wert weiterrechnet, erhält 80,47 GiB – ebenfalls richtig.
ac) Berechne, wie viele verschiedene Farben ein Pixel bei 16 Bit je Farbkanal darstellen kann und wie viele es bei 8 Bit je Farbkanal wären. Berechne außerdem, wie viel Prozent Speicher eine Speicherung mit 8 Bit je Farbkanal einsparen würde. (4 Punkte)
Geg.: Farbtiefe F_{16} = 48\,\mathrm{bit}, F_8 = 3 \cdot 8\,\mathrm{bit} = 24\,\mathrm{bit}
Ges.: Farbanzahl n_{16}, n_8; Einsparung p in Prozent
n = 2^F
n_{16} = 2^{48} = (2^{16})^3 = 65.536^3 = \underline{\underline{281.474.976.710.656\ \text{Farben}}}\ (\text{rund 281 Billionen})
n_8 = 2^{24} = 256^3 = \underline{\underline{16.777.216\ \text{Farben}}}\ (\text{rund 16,8 Millionen})
p = \frac{F_{16} - F_8}{F_{16}} \cdot 100\,\% = \frac{48\,\mathrm{bit} - 24\,\mathrm{bit}}{48\,\mathrm{bit}} \cdot 100\,\% = \underline{\underline{50{,}000\,\%}}
Bei gleicher Pixelzahl halbiert sich der Speicherbedarf (72 MB statt 144 MB je Foto).
Bewertung: je Farbanzahl 1 Punkt, Ansatz der Prozentrechnung 1 Punkt, Ergebnis 1 Punkt. Häufiger Fehler: 3 \cdot 2^{16} statt (2^{16})^3 – die Kanäle werden kombiniert, deshalb wird multipliziert, nicht addiert.
b) Für Teilnehmende ohne Smartphone liegen Feedbackbögen auf Papier aus, gedruckt im Format DIN A5 (14,8 cm × 21,0 cm). Ihr rechnet mit 120 ausgefüllten Bögen, die nach dem Barcamp eingescannt werden. Der Scanner im Sekretariat bietet zwei Profile an:
| Profil | Auflösung | Farbtiefe |
|---|---|---|
| „Farbdokument“ | 300 dpi | 24 Bit (RGB) |
| „Textvorlage“ | 150 dpi | 8 Bit (Graustufen) |
Ein Inch entspricht 2,54 cm.
ba) Hannah Klein möchte „sicherheitshalber“ das Profil „Farbdokument“ nehmen. Bestimme, ohne die Pixelzahl auszurechnen, um welchen Faktor die unkomprimierte Datenmenge einer Seite dann größer ist als mit „Textvorlage“. Entscheide begründet, welches Profil für die Feedbackbögen genügt. (3 Punkte)
Pixel: Die doppelte Auflösung gilt in beiden Richtungen, auf derselben Fläche liegen also 2 \cdot 2 = 4-mal so viele Pixel.
Farbtiefe: 24\,\mathrm{bit} : 8\,\mathrm{bit} = 3-mal so viele Bit je Pixel.
Faktor: 4 \cdot 3 = \underline{\underline{12}} – „Farbdokument“ erzeugt unkomprimiert die zwölffache Datenmenge.
Entscheidung: „Textvorlage“ genügt. Auf den Bögen zählen Kreuze und Handschrift; beides ist bei 150 dpi in Graustufen gut lesbar, Farbe trägt hier keine Information. Nur wenn farbige Markierungen ausgewertet werden müssten oder die Bögen in Druckqualität archiviert werden sollten, wäre das Farbprofil sinnvoll.
Bewertung: Auflösungsfaktor quadratisch 1 Punkt, Farbtiefe und Gesamtfaktor 1 Punkt, begründete Entscheidung 1 Punkt. Häufiger Fehler: für die doppelte Auflösung nur Faktor 2 (Gesamtfaktor 6).
bb) Die Bögen werden mit dem Profil „Textvorlage“ eingescannt und als JPEG gespeichert; das Kompressionsverhältnis beträgt im Mittel 8 : 1. Berechne den Speicherbedarf aller 120 Bögen in MiB. Runde die Pixelzahl je Seitenkante auf ganze Pixel und das Endergebnis auf zwei Nachkommastellen. (4 Punkte)
Geg.: b = 14{,}8\,\mathrm{cm}, h = 21{,}0\,\mathrm{cm}, A = 150\,\mathrm{Pixel/inch}, F = 8\,\mathrm{bit} = 1\,\mathrm{Byte} je Pixel, Kompression 8 : 1, n = 120 Bögen
Ges.: Speicherbedarf S_{120} in MiB
B = \frac{14{,}8\,\mathrm{cm}}{2{,}54\,\mathrm{cm/inch}} \cdot 150\,\mathrm{Pixel/inch} \approx 874{,}016\,\mathrm{Pixel} \to 874\,\mathrm{Pixel}
H = \frac{21{,}0\,\mathrm{cm}}{2{,}54\,\mathrm{cm/inch}} \cdot 150\,\mathrm{Pixel/inch} \approx 1.240{,}157\,\mathrm{Pixel} \to 1.240\,\mathrm{Pixel}
S_S = B \cdot H \cdot F = 874 \cdot 1.240\,\mathrm{Pixel} \cdot 1\,\mathrm{Byte/Pixel} = 1.083.760\,\mathrm{Byte}
S_{120} = \frac{S_S}{8} \cdot n = \frac{1.083.760\,\mathrm{Byte}}{8} \cdot 120 = 16.256.400\,\mathrm{Byte} = \frac{16.256.400\,\mathrm{Byte}}{1.024^2\,\mathrm{Byte/MiB}} \approx \underline{\underline{15{,}503\,\mathrm{MiB}}}
Auf zwei Nachkommastellen gerundet: 15,50 MiB.
Bewertung: Pixel je Kante 1 Punkt, Byte je Seite (8 bit = 1 Byte) 1 Punkt, Kompression und Zahl der Bögen 1 Punkt, Umrechnung in MiB 1 Punkt. Wer die Inch-Werte vorher auf eine Nachkommastelle rundet (5,8 inch und 8,3 inch → 870 · 1.245 Pixel), erhält 15,49 MiB; das ist bei angegebenem Rechenweg ebenfalls voll zu bewerten.
bc) Erläutere den Unterschied zwischen verlustfreier und verlustbehafteter Kompression und begründe, warum die Feedbackbögen als JPEG gespeichert werden dürfen, die Fotos aus a) für die Nachbearbeitung aber nicht. (3 Punkte)
Verlustfrei (z. B. PNG, ZIP, TIFF mit LZW): Die Daten werden nur geschickter codiert; beim Entpacken entsteht exakt das Original. Die Ersparnis ist meist gering.
Verlustbehaftet (z. B. JPEG): Details, die das Auge kaum wahrnimmt, werden weggelassen. Die Datei wird viel kleiner, das Original lässt sich aber nicht wiederherstellen.
Begründung: Bei den Feedbackbögen zählt nur, dass der Text lesbar bleibt; kleine Bildfehler stören nicht. Die Fotos werden dagegen nachbearbeitet (Helligkeit, Farben, Ausschnitt). Jede Bearbeitung und jedes erneute Speichern als JPEG verstärkt die Kompressionsfehler, und fehlende Bildinformationen lassen sich nicht zurückholen.
Bewertung: je Kompressionsart 1 Punkt, Begründung 1 Punkt.
c) Aula und Mensa werden live gestreamt; der Streaming-Server zeichnet die Sessions zusätzlich auf. Der Encoder liefert Video mit 6.000 kbit/s und Ton mit 128 kbit/s. In der Aula werden alle 5 Session-Slots aufgezeichnet, in der Mensa 3 Slots; jeder Slot dauert 45 Minuten.
Berechne den Speicherbedarf aller Aufzeichnungen in GiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (5 Punkte)
Geg.: r = 6.000\,\mathrm{kbit/s} + 128\,\mathrm{kbit/s} = 6.128\,\mathrm{kbit/s} = 6.128.000\,\mathrm{bit/s}, (5 + 3) = 8 Slots zu je 45\,\mathrm{min}
Ges.: Speicherbedarf S_V in GiB
t = 8 \cdot 45\,\mathrm{min} \cdot 60\,\mathrm{s/min} = 21.600\,\mathrm{s}
S_V = r \cdot t = 6.128.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 21.600\,\mathrm{s} = 132.364.800.000\,\mathrm{bit}
S_V = \frac{132.364.800.000\,\mathrm{bit}}{8\,\mathrm{bit/Byte}} = 16.545.600.000\,\mathrm{Byte} = \frac{16.545.600.000\,\mathrm{Byte}}{1.024^3\,\mathrm{Byte/GiB}} \approx \underline{\underline{15{,}409\,\mathrm{GiB}}}
Auf zwei Nachkommastellen gerundet: 15,41 GiB.
Bewertung: Datenrate Video plus Ton in bit/s (dezimal) 1 Punkt, Aufnahmedauer in Sekunden 1 Punkt, Multiplikation 1 Punkt, Umrechnung in Byte 1 Punkt, Umrechnung in GiB 1 Punkt. Häufige Fehler: kbit/s mit 1.024 umgerechnet, Ton vergessen, Mensa mit 5 Slots gerechnet.
d) Nach dem Barcamp sollen die Aufzeichnungen der Aula noch am Samstagabend vom Streaming-Server auf das Videoportal im Rechenzentrum der Schul-IT kopiert werden. Damit die übrigen Dienste nicht gestört werden, begrenzt Svenja Krämer die Kopie auf 40 Mbit/s. Durch Protokoll-Overhead kommen davon nur 85 % als Nutzdaten an.
Berechne die Übertragungsdauer für die Aufzeichnungen der Aula. Runde auf volle Sekunden auf und gib das Ergebnis in Minuten und Sekunden an. (6 Punkte)
Geg.: Datenrate der Aufzeichnung 6.128.000\,\mathrm{bit/s} (aus c), 5 Slots zu je 45\,\mathrm{min}, Leitung r_B = 40\,\mathrm{Mbit/s}, Nutzanteil 85\,\%
Ges.: Übertragungsdauer t_U in Minuten und Sekunden
Datenmenge der Aula (I), Nettodatenrate (II), Übertragungsdauer (III, I und II in III):
\text{I:}\ S_A = 6.128.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 5 \cdot 45 \cdot 60\,\mathrm{s} = 82.728.000.000\,\mathrm{bit}
\text{II:}\ r_N = 0{,}85 \cdot 40.000.000\,\mathrm{bit/s} = 34.000.000\,\mathrm{bit/s}
\text{III:}\ t_U = \frac{S_A}{r_N} = \frac{82.728.000.000\,\mathrm{bit}}{34.000.000\,\mathrm{bit/s}} \approx 2.433{,}176\,\mathrm{s}
Aufgerundet: 2.434\,\mathrm{s} = 40 \cdot 60\,\mathrm{s} + 34\,\mathrm{s} = \underline{\underline{40\,\mathrm{min}\ 34\,\mathrm{s}}}
Bewertung: Datenmenge der Aula in Bit 2 Punkte, Nettodatenrate (dezimal, 85 %) 2 Punkte, Division 1 Punkt, Aufrunden und Umrechnung in Minuten und Sekunden 1 Punkt. Wer mit der Datenmenge aus c) in GiB beginnt, muss mit 1.024^3 und 8 zurückrechnen; Rundungsdifferenzen von einer Sekunde sind zu tolerieren. Häufige Fehler: Datenrate mit 1.024^2 umgerechnet, Byte statt Bit eingesetzt (Ergebnis um Faktor 8 zu klein), Overhead aufgeschlagen statt abgezogen.
e) Am Check-in und am Eingang jeder Session scannen Helfende die QR-Badges. Mia Schröder hat für das Check-in-Protokoll folgenden Datensatzaufbau entworfen:
| Feld | Inhalt | Speicherung |
|---|---|---|
badge |
Badge-Code, z. B. BC27R015 |
8 Zeichen, 1 Byte je Zeichen |
terminal |
MAC-Adresse des Scangeräts, z. B. 24:6F:28:40:09:01 |
12 Hexadezimalziffern zu je 4 Bit (ohne Trennzeichen) |
zeit |
Zeitpunkt des Scans | Ganzzahl mit 32 Bit |
ergebnis |
Code für „ok“, „unbekannt“, „schon eingecheckt“ … | 1 Byte |
Ihr rechnet mit 400 Check-ins und in jedem der 5 Slots mit 380 Session-Scans. Für Index und Verwaltungsdaten der Datenbank schlagt Ihr 100 % auf.
ea) Berechne den Speicherbedarf des Check-in-Protokolls in KiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (4 Punkte)
Geg.: Felder laut Tabelle, n = 400 + 5 \cdot 380 = 2.300 Datensätze, Zuschlag 100\,\%
Ges.: Speicherbedarf S_P in KiB
Größe eines Datensatzes:
s_D = 8\,\mathrm{Byte} + \frac{12 \cdot 4\,\mathrm{bit}}{8\,\mathrm{bit/Byte}} + \frac{32\,\mathrm{bit}}{8\,\mathrm{bit/Byte}} + 1\,\mathrm{Byte} = 8\,\mathrm{Byte} + 6\,\mathrm{Byte} + 4\,\mathrm{Byte} + 1\,\mathrm{Byte} = 19\,\mathrm{Byte}
S_P = s_D \cdot n \cdot (1 + 1{,}00) = 19\,\mathrm{Byte} \cdot 2.300 \cdot 2 = 87.400\,\mathrm{Byte} = \frac{87.400\,\mathrm{Byte}}{1.024\,\mathrm{Byte/KiB}} \approx \underline{\underline{85{,}352\,\mathrm{KiB}}}
Auf zwei Nachkommastellen gerundet: 85,35 KiB – im Vergleich zu Fotos und Videos vernachlässigbar.
Bewertung: MAC-Adresse 6 Byte 1 Punkt, Datensatz 19 Byte 1 Punkt, Zahl der Datensätze und Zuschlag 1 Punkt, Umrechnung in KiB 1 Punkt.
eb) Hannah Klein schlägt vor, Badge-Code und MAC-Adresse einfacher als Text in der Schreibweise der Beispiele zu speichern (MAC-Adresse also mit Doppelpunkten), und zwar in UTF-16 mit 2 Byte je Zeichen. Zeit und Ergebnis bleiben unverändert. Berechne, um wie viel Prozent ein Datensatz dadurch größer würde. Runde auf zwei Nachkommastellen. (4 Punkte)
Geg.: Badge-Code 8 Zeichen, MAC-Adresse als Text 12 + 5 = 17 Zeichen, 2 Byte je Zeichen; Zeit 4 Byte, Ergebnis 1 Byte; bisher s_D = 19\,\mathrm{Byte}
Ges.: Mehrbedarf p in Prozent
s_{16} = 8 \cdot 2\,\mathrm{Byte} + 17 \cdot 2\,\mathrm{Byte} + 4\,\mathrm{Byte} + 1\,\mathrm{Byte} = 16\,\mathrm{Byte} + 34\,\mathrm{Byte} + 5\,\mathrm{Byte} = 55\,\mathrm{Byte}
p = \frac{s_{16} - s_D}{s_D} \cdot 100\,\% = \frac{55\,\mathrm{Byte} - 19\,\mathrm{Byte}}{19\,\mathrm{Byte}} \cdot 100\,\% = \frac{3600}{19}\,\% \approx \underline{\underline{189{,}474\,\%}}
Ein Datensatz würde um rund 189,47 % größer (fast das Dreifache). Grund: UTF-16 braucht für jedes ASCII-Zeichen doppelt so viel Platz, und eine Hexadezimalziffer als Text belegt 2 Byte statt 4 Bit, dazu kommen die Doppelpunkte.
Bewertung: Zeichenzahl der MAC-Adresse mit Trennzeichen 1 Punkt, neuer Datensatz 55 Byte 1 Punkt, Ansatz bezogen auf den alten Wert 1 Punkt, Ergebnis 1 Punkt. Häufiger Fehler: auf den neuen Wert bezogen (\frac{36}{55} \approx 65{,}45\,\%) – das wäre die Einsparung des bisherigen Entwurfs gegenüber dem Vorschlag.
f) Svenja Krämer erzählt, dass das Speichersystem im Rechenzentrum „dedupliziert“. Emre Aksoy hofft deshalb, dass Ihr viel weniger Platz braucht als berechnet. Svenja zeigt Euch, welche Datenbestände auf dem System liegen bzw. dazukommen würden:
- die Barcamp-Fotos aus a),
- nächtliche Vollsicherungen der Barcamp-Daten, die jeweils zwei Wochen aufbewahrt werden,
- 30 virtuelle Schulungsrechner, die alle aus derselben Vorlage geklont wurden,
- die Aufzeichnungen aus c) im komprimierten Videoformat.
Schätze für jeden Bestand ein, ob die Deduplizierung viel oder kaum Speicher spart, und begründe es jeweils mit ihrer Arbeitsweise. Leite daraus ab, mit welchem Wert Svenja Krämer den Barcamp-Speicher planen sollte. (5 Punkte)
Zur Arbeitsweise: Das Speichersystem zerlegt die Daten in Blöcke, bildet für jeden Block eine Prüfsumme (Hashwert) und legt Blöcke mit gleicher Prüfsumme nur einmal ab; jede weitere Fundstelle verweist auf den vorhandenen Block.
1. Fotos – kaum: Jedes Foto ist einmalig, schon das Bildrauschen sorgt dafür, dass sich kaum gleiche Blöcke finden. Gespart würde nur, wenn dieselben Dateien mehrfach in verschiedenen Ordnern liegen.
2. Vollsicherungen – viel: Jede Nacht wird fast derselbe Datenbestand noch einmal geschrieben. Nur geänderte Blöcke kommen neu hinzu, 14 Sicherungen belegen kaum mehr Platz als eine.
3. Geklonte VMs – viel: Betriebssystem und Programme sind in allen 30 Klonen gleich; gespeichert werden im Wesentlichen nur die Unterschiede.
4. Komprimierte Videos – kaum: Kompression entfernt Wiederholungen bereits innerhalb der Datei, und jede Aufzeichnung ist einmalig.
Folgerung: Die Barcamp-Daten selbst gehören zu den Fällen 1 und 4. Svenja Krämer sollte deshalb mit dem berechneten Bedarf ohne Abzug planen; die Ersparnis bei Sicherungen und VMs ist ein Gewinn für das Gesamtsystem, nicht für dieses Projekt.
Bewertung: je Bestand mit Begründung 1 Punkt, Folgerung 1 Punkt.
g) Svenja Krämer reserviert den Speicher mit 20 % Reserve. Die Schul-IT OWL berechnet der Schule 4,80 € je angefangene 50 GiB und Monat. Alle Daten sollen zwei Jahre aufbewahrt werden.
Berechne den Speicherbedarf mit Reserve in GiB und die Kosten für zwei Jahre. (Ersatzwerte, falls Ergebnisse fehlen: Fotos 82 GiB, Scans 16 MiB, Aufzeichnungen 16 GiB, Check-in-Protokoll 86 KiB.) (6 Punkte)
Geg.: Fotos 80{,}466\,\mathrm{GiB} (ab), Scans 15{,}503\,\mathrm{MiB} (bb), Aufzeichnungen 15{,}409\,\mathrm{GiB} (c), Check-in-Protokoll 85{,}352\,\mathrm{KiB} (ea); Reserve 20\,\%; Preis 4{,}80\,\text{€} je angefangene 50\,\mathrm{GiB} und Monat; Laufzeit 24 Monate
Ges.: Speicherbedarf S_R mit Reserve in GiB, Kosten K
Alle Werte in GiB:
S = 80{,}466\,\mathrm{GiB} + \frac{15{,}503\,\mathrm{MiB}}{1.024\,\mathrm{MiB/GiB}} + 15{,}409\,\mathrm{GiB} + \frac{85{,}352\,\mathrm{KiB}}{1.024^2\,\mathrm{KiB/GiB}}
S = 80{,}466\,\mathrm{GiB} + 0{,}015\,\mathrm{GiB} + 15{,}409\,\mathrm{GiB} + 0{,}0000814\,\mathrm{GiB} \approx 95{,}891\,\mathrm{GiB}
(gerechnet mit den ungerundeten Teilwerten; mit den gerundeten Werten ergeben sich 95,890 GiB)
S_R = S \cdot (1 + 0{,}20) = 95{,}891\,\mathrm{GiB} \cdot 1{,}2 \approx \underline{\underline{115{,}069\,\mathrm{GiB}}}
Zahl der angefangenen Blöcke und Kosten:
n = \left\lceil \frac{115{,}069\,\mathrm{GiB}}{50\,\mathrm{GiB}} \right\rceil = \lceil 2{,}301 \rceil = 3
K = n \cdot 4{,}80\,\text{€} \cdot 24 = 3 \cdot 4{,}80\,\text{€} \cdot 24 = \underline{\underline{345{,}600\,\text{€}}}
Die Speicherung kostet für zwei Jahre 345,60 € (172,80 € pro Jahr).
Mit den Ersatzwerten: S \approx 98{,}016\,\mathrm{GiB}, S_R \approx 117{,}619\,\mathrm{GiB}, ebenfalls 3 Blöcke und 345,60 €.
Bewertung: Umrechnung aller Teilwerte in GiB 2 Punkte, Reserve 1 Punkt, Aufrunden auf angefangene Blöcke 2 Punkte, Kosten 1 Punkt (Folgefehler berücksichtigen). Häufiger Fehler: 115{,}069 : 50 \cdot 4{,}80\,\text{€} ohne Aufrunden (ergibt 265,12 € für zwei Jahre).
h) Emre Aksoy möchte zusätzlich eine Sicherungskopie aller Barcamp-Daten auf einer externen Festplatte aufbewahren, die laut Hersteller 2 TB fasst. Im Explorer erscheinen nur „1,81 TB“. Erläutere die Abweichung und berechne die Kapazität in GiB sowie die Zahl vollständiger Sicherungen mit dem Speicherbedarf aus g), die auf die Festplatte passen. (4 Punkte)
Erläuterung (1 Punkt): Der Hersteller rechnet mit Dezimalpräfixen (1\,\mathrm{TB} = 10^{12}\,\mathrm{Byte}), der Windows-Explorer mit Binärpräfixen (1\,\mathrm{TiB} = 1.024^4\,\mathrm{Byte}), beschriftet sie aber als „TB“. Es fehlt kein Speicher; die Angaben verwenden nur verschiedene Einheiten. (Ein kleiner Teil geht zusätzlich durch Partitionierung und Dateisystem verloren.)
Geg.: C = 2\,\mathrm{TB} = 2 \cdot 10^{12}\,\mathrm{Byte}, je Sicherung S_R = 115{,}069\,\mathrm{GiB} (aus g)
Ges.: Kapazität in GiB, Zahl z vollständiger Sicherungen
C = \frac{2 \cdot 10^{12}\,\mathrm{Byte}}{1.024^3\,\mathrm{Byte/GiB}} \approx \underline{\underline{1.862{,}645\,\mathrm{GiB}}}\ (\approx 1{,}819\,\mathrm{TiB})
z = \frac{C}{S_R} = \frac{1.862{,}645\,\mathrm{GiB}}{115{,}069\,\mathrm{GiB}} \approx 16{,}187 \to \underline{\underline{16\ \text{Sicherungen}}}
Hier wird abgerundet, weil nur vollständige Sicherungen nützen.
Bewertung: Kapazität in GiB 1 Punkt, Division 1 Punkt, Abrunden 1 Punkt. Mit dem Ersatzwert 117,619 GiB passen 15,836 → 15 Sicherungen (Folgefehler voll bewerten).
Aufgabe 2.2: Speicher im Rechenzentrum der Schul-IT planen (Kernkompetenz)
Die Schul-IT OWL betreibt für die Bielefelder Schulen ein Rechenzentrum. Netzwerkadministratorin Svenja Krämer plant den Speicher für das nächste Schuljahr und bittet Dich um Unterstützung.
a) Firewalls, WLAN-Controller und Server aller angeschlossenen Schulen schicken ihre Logdateien an einen zentralen Log-Server. Er bewahrt jede Logzeile 90 Tage auf und löscht danach automatisch die ältesten Einträge. Das Log-Volume hat eine Nettokapazität von 8 TiB und ist mit den Logs von 64 Schulen zu 45 % belegt; alle Schulen erzeugen im Mittel gleich viele Logs.
aa) Ermittle das durchschnittliche Logvolumen einer Schule pro Tag in GiB. (2 Punkte)
ab) Zum neuen Schuljahr kommen 32 Schulen hinzu, und nach einem Sicherheitsvorfall sollen die Logs künftig 180 Tage aufbewahrt werden. Das Monitoring warnt ab 80 % Belegung. Prüfe rechnerisch, ob das Log-Volume dafür ausreicht. (Ersatzwert, falls aa) fehlt: 0,6 GiB je Schule und Tag.) (2 Punkte)
ac) Ermittle, wie viele volle Tage die Logs der dann 96 Schulen höchstens aufbewahrt werden können, ohne dass die Warnschwelle überschritten wird. (2 Punkte)
Geg.: Kapazität 8\,\mathrm{TiB}, Belegung 45\,\%, 64 Schulen, Aufbewahrung 90 Tage; künftig 96 Schulen, 180 Tage, Warnschwelle 80\,\%
aa) Ges.: Logvolumen s je Schule und Tag in GiB
S_{belegt} = 8\,\mathrm{TiB} \cdot 1.024\,\mathrm{GiB/TiB} \cdot 0{,}45 = 3.686{,}4\,\mathrm{GiB}
Weil der Server nach 90 Tagen löscht, steckt in diesem Bestand genau das Logvolumen von 64 \cdot 90 = 5.760 Schultagen:
s = \frac{3.686{,}4\,\mathrm{GiB}}{64 \cdot 90\ \text{Tage}} = \underline{\underline{0{,}64\,\mathrm{GiB}}}\ \text{je Schule und Tag}
Bewertung: belegter Speicher in GiB 1 Punkt, Division durch Schulen und Tage 1 Punkt.
ab) Ges.: Bedarf S_{neu} im Vergleich zur Warnschwelle
S_{neu} = 96 \cdot 180 \cdot 0{,}64\,\mathrm{GiB} = 11.059{,}2\,\mathrm{GiB} = 10{,}8\,\mathrm{TiB} \qquad S_{max} = 8\,\mathrm{TiB} \cdot 0{,}8 = 6{,}4\,\mathrm{TiB}
Der Bedarf liegt bei 10{,}8 : 8 = 135\,\% der Kapazität – das Log-Volume reicht nicht, nicht einmal ohne Warnschwelle. Mit dem Ersatzwert: 96 \cdot 180 \cdot 0{,}6\,\mathrm{GiB} = 10.368\,\mathrm{GiB} \approx 10{,}125\,\mathrm{TiB}, ebenfalls zu viel.
Bewertung: neuer Bedarf 1 Punkt, Vergleich mit der Warnschwelle und Aussage 1 Punkt.
ac) Ges.: längste Aufbewahrung t in vollen Tagen
t = \frac{6{,}4 \cdot 1.024\,\mathrm{GiB}}{96 \cdot 0{,}64\,\mathrm{GiB/Tag}} = \frac{6.553{,}6\,\mathrm{GiB}}{61{,}44\,\mathrm{GiB/Tag}} \approx 106{,}667 \to \underline{\underline{106\ \text{Tage}}}
Abgerundet, weil am 107. Tag die Warnschwelle überschritten wäre. Mit dem Ersatzwert: 6.553{,}6 : 57{,}6 \approx 113{,}778 \to 113 Tage. Für 180 Tage muss das Volume wachsen.
Bewertung: Ansatz mit Warnschwelle 1 Punkt, Ergebnis abgerundet 1 Punkt.
b) Für eingescannte Schülerakten werden 3 TiB als Archiv reserviert. Jährlich kommen 900 GiB hinzu, die verlustfrei um 20 % komprimiert werden. Berechne, für wie viele volle Jahre der Archivspeicher reicht. (3 Punkte)
S_J = 900\,\mathrm{GiB} \cdot (1 - 0{,}2) = 720\,\mathrm{GiB} \qquad n = \frac{3 \cdot 1.024\,\mathrm{GiB}}{720\,\mathrm{GiB}} \approx 4{,}267 \to \underline{\underline{4\ \text{Jahre}}}
Abgerundet, weil der Speicher im fünften Jahr nicht mehr reicht. Bewertung: Kompression 1 Punkt, Division in gleicher Einheit 1 Punkt, Abrunden 1 Punkt.
c) In einem Ordner liegen 50.000 Protokolldateien mit je rund 600 Byte. Der Explorer zeigt als „Größe“ 28,6 MiB, als „Größe auf Datenträger“ aber 195 MiB. Erläutere die Abweichung und bestätige sie mit einer Rechnung. (3 Punkte)
Das Dateisystem vergibt Speicher in Clustern (Zuordnungseinheiten), hier 4.096 Byte. Jede Datei belegt mindestens einen ganzen Cluster, auch wenn sie nur 600 Byte groß ist; der Rest des Clusters bleibt ungenutzt (2 Punkte).
Rechnung (1 Punkt): 50.000 \cdot 600\,\mathrm{Byte} = 30.000.000\,\mathrm{Byte} \approx 28{,}6\,\mathrm{MiB}; belegt sind 50.000 \cdot 4.096\,\mathrm{Byte} = 204.800.000\,\mathrm{Byte} \approx 195{,}3\,\mathrm{MiB}.
d) Um das Log-Volume zu erweitern, werden Festplatten mit der Aufschrift „20 TB“ angeboten. Berechne, welche Kapazität das Betriebssystem in TiB anzeigt. Runde auf zwei Nachkommastellen. (2 Punkte)
C = \frac{20 \cdot 10^{12}\,\mathrm{Byte}}{1.024^4\,\mathrm{Byte/TiB}} \approx \underline{\underline{18{,}19\,\mathrm{TiB}}}
Der Hersteller rechnet dezimal, das Betriebssystem binär (1 Punkt Erkenntnis, 1 Punkt Rechnung).
Aufgabe 2.3: Fahrtenprotokolle der Dienst-Lastenräder (Kernkompetenz)
Für die zwölf vernetzten Dienst-Lastenräder des Zweckverbands Radwege OWL (Produkt „CSB-Rad Connect“) testet die CSB-Rad GmbH einen neuen Fahrtenschreiber mit Speicher und Mobilfunkmodul (LTE-M), der den bisherigen LoRaWAN-Tracker ergänzen soll.
a) Der Fahrtenschreiber führt eine Logdatei im Textformat (ASCII, 1 Byte je Zeichen, Zeilenumbruch mitgezählt) mit drei Zeilenarten:
| Zeilenart | wird geschrieben | Zeichen je Zeile |
|---|---|---|
| Fahrt-Zeile | bei Start und bei Ende jeder Fahrt | 90 |
| Status-Zeile (Akkustand, Tempo, Ort als Text) | während der Fahrt alle 15 Sekunden | 72 |
| Ereignis-Zeile (z. B. Vollbremsung, Akkuwarnung) | im Mittel 40-mal am Tag | 110 |
Ein Rad macht im Mittel 6 Fahrten am Tag und ist dabei zusammen 3,5 Stunden unterwegs. Der Zweckverband verlangt, dass die Logs der letzten 90 Tage auf dem Gerät erhalten bleiben; die Logdatei liegt dazu als Ringspeicher in einem Flash-Baustein. Weil Flash-Zellen verschleißen und immer nur ganze Blöcke gelöscht werden können, plant der Hersteller 25 % Reserve ein. Lieferbar sind Flash-Bausteine mit 4 MiB, 8 MiB, 16 MiB und 32 MiB.
aa) Ermittle den nötigen Speicher in MiB und wähle den kleinsten passenden Flash-Baustein. Der Rechenweg ist anzugeben. (4 Punkte)
Geg.: Zeilenarten laut Tabelle, 6 Fahrten und 3,5 h Fahrzeit pro Tag, Aufbewahrung 90 Tage, Reserve 25 %
Ges.: nötiger Speicher S in MiB, passender Baustein
Datenmenge pro Tag:
\text{Fahrt-Zeilen: } 2 \cdot 6 \cdot 90\,\mathrm{Byte} = 1.080\,\mathrm{Byte}
\text{Status-Zeilen: } \frac{3{,}5 \cdot 3.600\,\mathrm{s}}{15\,\mathrm{s}} \cdot 72\,\mathrm{Byte} = 840 \cdot 72\,\mathrm{Byte} = 60.480\,\mathrm{Byte}
\text{Ereignis-Zeilen: } 40 \cdot 110\,\mathrm{Byte} = 4.400\,\mathrm{Byte}
S_{Tag} = 1.080\,\mathrm{Byte} + 60.480\,\mathrm{Byte} + 4.400\,\mathrm{Byte} = 65.960\,\mathrm{Byte}
90 Tage mit Reserve:
S = 65.960\,\mathrm{Byte} \cdot 90 \cdot 1{,}25 = 7.420.500\,\mathrm{Byte} = \frac{7.420.500\,\mathrm{Byte}}{1.024^2\,\mathrm{Byte/MiB}} \approx \underline{\underline{7{,}077\,\mathrm{MiB}}}
Der kleinste passende Baustein hat 8 MiB.
Bewertung: Zahl der Status-Zeilen 1 Punkt, Datenmenge pro Tag 1 Punkt, 90 Tage und Reserve 1 Punkt, MiB und Auswahl 1 Punkt.
ab) Bastian Ludwig schlägt vor, die Status-Zeile alle 5 Sekunden statt alle 15 Sekunden zu schreiben, damit Fahrten genauer nachvollzogen werden können. Beurteile rechnerisch, ob der in aa) gewählte Baustein dann noch reicht, und nenne eine Möglichkeit, die 90 Tage ohne größeren Baustein einzuhalten. (Ersatzwert, falls aa) fehlt: Baustein mit 8 MiB.) (3 Punkte)
\text{Status-Zeilen: } \frac{3{,}5 \cdot 3.600\,\mathrm{s}}{5\,\mathrm{s}} \cdot 72\,\mathrm{Byte} = 2.520 \cdot 72\,\mathrm{Byte} = 181.440\,\mathrm{Byte}
S = (1.080 + 181.440 + 4.400)\,\mathrm{Byte} \cdot 90 \cdot 1{,}25 = 186.920\,\mathrm{Byte} \cdot 112{,}5 = 21.028.500\,\mathrm{Byte} \approx \underline{\underline{20{,}054\,\mathrm{MiB}}}
Der 8-MiB-Baustein reicht nicht mehr, selbst 16 MiB wären zu klein; nötig wäre der Baustein mit 32 MiB.
Ohne größeren Baustein ginge es z. B. so: die Logdatei verlustfrei komprimieren (Text mit vielen ähnlichen Zeilen lässt sich stark verkleinern), die Status-Werte binär statt als Text speichern oder den 5-Sekunden-Takt nur rund um Ereignisse verwenden.
Bewertung: neue Datenmenge pro Tag 1 Punkt, Bedarf und Aussage zum Baustein 1 Punkt, sinnvolle Möglichkeit 1 Punkt.
b) Zusätzlich sendet jedes Rad während der Betriebszeit von 10 Stunden am Tag alle 10 Sekunden sechs Messwerte (Akkustand, Temperatur, Geschwindigkeit …) im Datentyp Float (32 Bit) an die Zentrale. Durch die Protokolle verdoppelt sich die übertragene Datenmenge (100 % Overhead). Berechne das monatliche Datenvolumen (30 Tage) je Rad in MB. (4 Punkte)
S_{Nachricht} = 6 \cdot 32\,\mathrm{bit} \cdot 2 = 384\,\mathrm{bit} = 48\,\mathrm{Byte}
n = \frac{10 \cdot 3.600\,\mathrm{s}}{10\,\mathrm{s}} \cdot 30 = 108.000\ \text{Nachrichten}
S = 108.000 \cdot 48\,\mathrm{Byte} = 5.184.000\,\mathrm{Byte} = \underline{\underline{5{,}184\,\mathrm{MB}}}
Bewertung: Größe einer Nachricht 1 Punkt, Overhead 1 Punkt, Zahl der Nachrichten 1 Punkt, Ergebnis 1 Punkt.
c) Einmal pro Woche lädt der Fahrtenschreiber die Logdateien der letzten sieben Tage über LTE-M mit 375 kbit/s hoch; nutzbar sind 70 % der Datenrate. Berechne die Übertragungsdauer in vollen Sekunden für die Logs aus aa). (Ersatzwert: 66.000 Byte pro Tag.) (3 Punkte)
t = \frac{7 \cdot 65.960\,\mathrm{Byte} \cdot 8\,\mathrm{bit/Byte}}{375.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 0{,}7} = \frac{3.693.760\,\mathrm{bit}}{262.500\,\mathrm{bit/s}} \approx 14{,}071\,\mathrm{s} \to \underline{\underline{15\,\mathrm{s}}}
Mit dem Ersatzwert: 7 \cdot 66.000 \cdot 8 : 262.500 \approx 14{,}080\,\mathrm{s} \to 15\,\mathrm{s}. Bewertung: Datenmenge der Woche in Bit 1 Punkt, Nettodatenrate 1 Punkt, Ergebnis aufgerundet 1 Punkt.
d) In der Zentrale dürfen höchstens 1 % des Internet-Downloads von 20 Mbit/s für Live-Positionen genutzt werden. Jedes fahrende Rad sendet seine Live-Position mit 2 kbit/s. Berechne, wie viele Räder gleichzeitig fahren dürfen. (3 Punkte)
r_{Budget} = 20.000.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 0{,}01 = 200.000\,\mathrm{bit/s} \qquad n = \frac{200.000\,\mathrm{bit/s}}{2.000\,\mathrm{bit/s}} = \underline{\underline{100\ \text{Räder}}}
Bewertung: Budget 1 Punkt, Division mit dezimalen Präfixen 1 Punkt, Ergebnis (bei nicht ganzzahligem Wert abrunden) 1 Punkt.
Aufgabe 3.1: Videoüberwachung im Lager planen (Profilkompetenz)
Nach mehreren Diebstählen hochwertiger E-Bike-Akkus will Geschäftsführer Cem Sarıkaya das Lager der CSB-Rad GmbH mit neuen Kameras ausstatten. Die Datenschutzanforderungen (Hinweisschilder, Aufbewahrung höchstens 14 Tage, kein Arbeitsplatz im Bild) sind geklärt. Du vergleichst die Angebote.
a) Nenne zwei gängige Formate bzw. Codecs, in denen Kameras Videos für Aufzeichnung und Streaming bereitstellen. (2 Punkte)
Je 1 Punkt, z. B.: H.264 (AVC), H.265 (HEVC), AV1, MJPEG; als Container MP4 oder MKV; für das Streaming über das Web HLS oder MPEG-DASH.
b) Beschreibe, wie Auflösung und Bildrate die Auswahl einer Kamera für das Lager beeinflussen. (4 Punkte)
Auflösung (2 Punkte): Je höher die Auflösung (z. B. 4K statt Full HD), desto mehr Details sind erkennbar, etwa Gesichter oder Seriennummern in größerer Entfernung, sodass weniger Kameras einen Raum abdecken. Die Datenmenge, die benötigte Bandbreite und der Speicherbedarf steigen aber stark (4K hat viermal so viele Pixel wie Full HD).
Bildrate (2 Punkte): Mehr Bilder pro Sekunde zeigen schnelle Bewegungen flüssiger und ohne Lücken; für ein Lager mit langsamen Bewegungen reichen meist 10 bis 15 fps. Die Datenmenge wächst etwa proportional zur Bildrate, eine geringere Bildrate spart also Speicher.
c) Ein Anbieter wirbt damit, dass seine Kamera „verlustfrei unkomprimiert“ aufzeichnet: Full HD (1.920 × 1.080 Pixel), 24 Bit Farbtiefe, 25 Bilder pro Sekunde. Ermittle die Datenmenge für zehn Minuten Aufzeichnung in GiB. Runde auf zwei Nachkommastellen. (5 Punkte)
Geg.: 1.920 \times 1.080 Pixel, 24 bit, 25 Bilder/s, t = 10\,\mathrm{min} = 600\,\mathrm{s}
Ges.: Datenmenge S in GiB
S_{Bild} = 1.920 \cdot 1.080 \cdot 24\,\mathrm{bit} : 8 = 6.220.800\,\mathrm{Byte}
S = 6.220.800\,\frac{\mathrm{Byte}}{\mathrm{Bild}} \cdot 25\,\frac{\mathrm{Bilder}}{\mathrm{s}} \cdot 600\,\mathrm{s} = 93.312.000.000\,\mathrm{Byte} = \frac{93{,}312 \cdot 10^9\,\mathrm{Byte}}{1.024^3\,\mathrm{Byte/GiB}} \approx \underline{\underline{86{,}90\,\mathrm{GiB}}}
Bewertung: Pixel je Bild 1 Punkt, Byte je Bild 1 Punkt, Bilder je Sekunde und Dauer 1 Punkt, Gesamtmenge 1 Punkt, GiB 1 Punkt.
d) Ein anderer Anbieter komprimiert mit H.265 auf 4 Mbit/s. Berechne die Datenmenge für dieselben zehn Minuten in MiB und den Faktor, um den die Datenmenge kleiner ist. (Ersatzwert aus c): 93.000.000.000 Byte.) (3 Punkte)
S = \frac{4.000.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 600\,\mathrm{s}}{8} = 300.000.000\,\mathrm{Byte} = \frac{300.000.000\,\mathrm{Byte}}{1.024^2\,\mathrm{Byte/MiB}} \approx \underline{\underline{286{,}10\,\mathrm{MiB}}} \quad \text{(2 Punkte)}
f = \frac{93.312.000.000\,\mathrm{Byte}}{300.000.000\,\mathrm{Byte}} \approx \underline{\underline{311}} \quad \text{(1 Punkt; mit Ersatzwert 310)}
e) Cem Sarıkaya entscheidet sich für acht Kameras mit 4 Mbit/s, die per Bewegungserkennung an durchschnittlich 30 % des Tages aufzeichnen. Die Aufnahmen werden 14 Tage aufbewahrt; zusätzlich werden 20 % Reserve eingeplant. Der Videorekorder lässt sich in Schritten von ganzen TiB ausbauen. Ermittle die nötige Kapazität. (4 Punkte)
S = \frac{8 \cdot 4.000.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 86.400\,\mathrm{s} \cdot 0{,}3 \cdot 14}{8\,\mathrm{bit/Byte}} = 1.451.520.000.000\,\mathrm{Byte} \approx 1{,}320\,\mathrm{TiB}
S_R = 1{,}320\,\mathrm{TiB} \cdot 1{,}2 \approx 1{,}584\,\mathrm{TiB} \to \underline{\underline{2\,\mathrm{TiB}}}
Bewertung: Hochrechnen mit Kameras, Anteil und Tagen 2 Punkte, Reserve 1 Punkt, Aufrunden auf ganze TiB 1 Punkt.
Aufgabe 3.2: Große Datenmengen über das Netz bewegen (Profilkompetenz)
Die Let’s Meet GmbH sichert ihre Datenbank jede Nacht vom Büro aus über einen VPN-Tunnel (WireGuard) in ihren Serverschrank im Rechenzentrum. Entwicklungsleiter Yusuf Demir möchte wissen, wie lange das dauert.
a) Auf der Internetleitung beträgt die MTU 1.500 Byte. Der VPN-Tunnel fügt jedem Paket 60 Byte hinzu (äußerer IP-Header 20 Byte, UDP 8 Byte, WireGuard 32 Byte). Im Tunnel stecken ein IP-Header (20 Byte) und ein TCP-Header (20 Byte); auf der Leitung kommen je Frame 18 Byte Ethernet-Header und Prüfsumme hinzu. Berechne die Nutzdaten je Paket und den Anteil der Datenrate, der für Nutzdaten zur Verfügung steht. (4 Punkte)
\text{Nutzdaten} = 1.500\,\mathrm{Byte} - 60\,\mathrm{Byte} - 20\,\mathrm{Byte} - 20\,\mathrm{Byte} = \underline{\underline{1.400\,\mathrm{Byte}}} \quad \text{(2 Punkte)}
\eta = \frac{1.400\,\mathrm{Byte}}{1.500\,\mathrm{Byte} + 18\,\mathrm{Byte}} \approx \underline{\underline{92{,}227\,\%}} \quad \text{(2 Punkte)}
b) Die Datenbanksicherung ist 180 GiB groß, der Upload des Büros beträgt 100 Mbit/s. Berechne die Übertragungsdauer mit dem Nutzanteil aus a) in Stunden, Minuten und Sekunden. (Ersatzwert: 92 %.) (4 Punkte)
S = 180 \cdot 1.024^3\,\mathrm{Byte} \cdot 8 = 1.546.188.226.560\,\mathrm{bit}
t = \frac{1.546.188.226.560\,\mathrm{bit}}{100.000.000\,\mathrm{bit/s} \cdot 0{,}92227} \approx 16.765{,}098\,\mathrm{s} \to 16.766\,\mathrm{s} = \underline{\underline{4\,\mathrm{h}\ 39\,\mathrm{min}\ 26\,\mathrm{s}}}
Mit dem Ersatzwert 92 %: \approx 16.806{,}4\,\mathrm{s} \to 4\,\mathrm{h}\ 40\,\mathrm{min}\ 7\,\mathrm{s}. Bewertung: GiB in Bit 1 Punkt, Nettodatenrate 1 Punkt, Sekunden 1 Punkt, Umrechnung in h/min/s 1 Punkt.
c) Beim Umzug in einen neuen Serverschrank werden 7,5 TiB Daten über eine 10-Gbit/s-Ethernet-Verbindung kopiert. Der Hersteller der Kopiersoftware rechnet pauschal mit 25 % Overhead auf die Datenmenge. Berechne die Dauer in Stunden, Minuten und Sekunden. (4 Punkte)
t = \frac{7{,}5 \cdot 1.024^4\,\mathrm{Byte} \cdot 8 \cdot 1{,}25}{10.000.000.000\,\mathrm{bit/s}} \approx 8.246{,}337\,\mathrm{s} \to 8.247\,\mathrm{s} = \underline{\underline{2\,\mathrm{h}\ 17\,\mathrm{min}\ 27\,\mathrm{s}}}
Bewertung: TiB in Bit 1 Punkt, Overhead 1 Punkt, Division durch die dezimale Datenrate 1 Punkt, Umrechnung 1 Punkt.
d) Kopiert man statt der einen großen Datei 200.000 kleine Miniaturbilder mit zusammen gleicher Größe, dauert die Übertragung deutlich länger. Erläutere, welche Rolle dabei die Latenz spielt. (3 Punkte)
Die Latenz ist die Laufzeit eines Pakets bis zur Gegenstelle (und zurück) (1 Punkt). Bei einer großen Datei wird die Leitung durchgehend gefüllt, die Latenz fällt nur einmal am Anfang ins Gewicht. Bei vielen kleinen Dateien sind für jede Datei Anfragen und Bestätigungen nötig (Datei öffnen, Metadaten, Abschluss); jedes Mal wartet der Sender eine Laufzeit ab, in der kaum Nutzdaten fließen. Bei 200.000 Dateien summieren sich diese Wartezeiten, z. B. 200.000 · 20 ms = 4.000 s (2 Punkte). Abhilfe: Dateien vorher zu einem Archiv packen oder parallel übertragen.
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Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zu Speicherbedarf und Datenmengen” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/speicherbedarf-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/it-systeme/hardware-speicher. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 29.10.2026.
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