Übungsaufgaben zu E-Mail-Diensten

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E-Mail, Mailserver, IMAP, SMTP, STARTTLS, SPF, DKIM, DMARC, Phishing, S/MIME, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 63 min, mehrere Aufgaben): Zwei Übungsaufgaben zum Betrieb von E-Mail-Diensten: einen Mailserver mit IMAP und SMTP-Submission einrichten, Mailprogramme anhand einer Serverantwort konfigurieren, Fehlermeldungen und DNS-Einträge auswerten, SPF, DKIM und DMARC einrichten, einen englischen Fachtext zur Transportverschlüsselung auswerten, S/MIME und OpenPGP vergleichen und Schutzmaßnahmen gegen Spam und Phishing beschreiben. Alle Lösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel E-Mail-Dienste sicher betreiben. Grundlagen zu Schlüsseln, Signaturen und Zertifikaten findest Du im Artikel Kryptografie.

Mindmap E-Mail-Dienste als Themenüberblick: Weg einer E-Mail, Protokolle, Mailprogramm einrichten, Absender absichern (SPF, DKIM, DMARC), Spam und Phishing, Verschlüsselung und Fehlersuche (mit KI erstellt)

Hinweise zur Bearbeitung: Von FISY und IKS wird erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1 und Aufgabe 3.2) keine Probleme bereiten. Bearbeite die Teilaufgaben schriftlich, bevor Du die Beispiellösung aufklappst. Andere fachlich richtige Lösungen sind ebenfalls richtig.

Aufgabe 3.1: Einen neuen Mailserver für einen Fahrradshop in Betrieb nehmen (Profilkompetenz)

(ca. 31 min Bearbeitungszeit)

Die CSB-Rad GmbH in Bielefeld betreibt ihren Onlineshop auf einem Cloud-Server, die E-Mail lief bisher auf einem alten Server im Lager. Bis über einen Umzug der E-Mail in die Cloud entschieden ist, ersetzt Geschäftsführer Cem Sarıkaya den alten Server durch einen neuen Linux-Mailserver mit Postfix (SMTP) und Dovecot (IMAP) in der DMZ. Du unterstützt ihn bei der Inbetriebnahme. Die Beschäftigten lesen ihre Mails am Büro-PC, die Werkstatt zusätzlich auf Tablets und die Geschäftsführung auf Smartphones.

  1. Bisher wurden die Mails per POP3 abgeholt. Erläutere zwei Vorteile, die IMAP den Beschäftigten der CSB-Rad GmbH bietet. (4 Punkte)

Je erläutertem Vorteil 2 Punkte, z. B.:

  • Die Mails bleiben auf dem Server und werden mit allen Geräten synchronisiert. Was Bastian Ludwig am Werkstatt-Tablet liest oder in einen Ordner verschiebt, sieht er genauso am Büro-PC; bei POP3 liegen die Mails nach dem Abholen nur auf einem Gerät.

  • Ordner, Markierungen und Suche werden auf dem Server verwaltet, das Postfach wird mit dem Server zentral gesichert. Geht ein Tablet verloren oder kaputt, sind keine Mails verloren.

  • Auf Geräten mit wenig Speicher oder langsamer Verbindung werden zunächst nur die Kopfzeilen geladen, Anhänge erst bei Bedarf.

  1. Ergänze die Tabelle für die Firewall-Freigaben und die Einrichtung der Mailprogramme. (4 Punkte)
Zweck Protokoll Port Verbindungssicherheit
Annahme von Mails anderer Mailserver aus dem Internet
Versand aus den Mailprogrammen, Verbindung zunächst unverschlüsselt
Versand aus den Mailprogrammen, verschlüsselt ab Verbindungsbeginn
Lesen der Mails, verschlüsselt ab Verbindungsbeginn
Zweck Protokoll Port Verbindungssicherheit
Annahme von Mails anderer Mailserver aus dem Internet SMTP 25 STARTTLS (opportunistisch)
Versand aus den Mailprogrammen, Verbindung zunächst unverschlüsselt SMTP-Submission 587 STARTTLS, danach SMTP-AUTH
Versand aus den Mailprogrammen, verschlüsselt ab Verbindungsbeginn SMTP-Submission (SMTPS) 465 SSL/TLS (implizites TLS)
Lesen der Mails, verschlüsselt ab Verbindungsbeginn IMAP (IMAPS) 993 SSL/TLS (implizites TLS)

Je vollständig richtiger Zeile 1 Punkt. Port 25 wird nur für die Annahme von Mails anderer Server freigegeben, nicht für die Mailprogramme der Beschäftigten.

  1. Bei Natalia Wróbel aus der Buchhaltung scheitert die automatische Einrichtung des Mailprogramms. Zum Test baust Du eine verschlüsselte Verbindung zum Mailserver auf und erhältst diese Antwort:
$ openssl s_client -connect mail.csb-rad.example:993 -quiet
depth=0 CN = mail.csb-rad.example
verify return:1
* OK [CAPABILITY IMAP4rev1 IMAP4rev2 SASL-IR ID IDLE AUTH=PLAIN AUTH=GSSAPI] CSB-Rad Mailserver bereit

Die Rechner der Buchhaltung sind keiner Windows-Domäne beigetreten. Bestimme die Einstellungen für Protokoll, Port, Verbindungssicherheit und Authentifizierungsmethode des Posteingangsservers und begründe Deine Wahl der Authentifizierungsmethode. (5 Punkte)

  • Protokoll: IMAP – die Begrüßung * OK [CAPABILITY IMAP4rev1 …] ist eine IMAP-Antwort (1 Punkt).

  • Port: 993 (1 Punkt).

  • Verbindungssicherheit: SSL/TLS – die Verbindung wurde mit openssl s_client von Anfang an verschlüsselt aufgebaut, das Zertifikat für mail.csb-rad.example wurde geprüft (verify return:1) (1 Punkt).

  • Authentifizierungsmethode: Passwort, normal (2 Punkte). Begründung: Der Server bietet AUTH=PLAIN und AUTH=GSSAPI an. GSSAPI steht für Kerberos und setzt eine Anmeldung in einer Domäne voraus, die es in der Buchhaltung nicht gibt. PLAIN überträgt das Passwort nur Base64-codiert, ist aber durch den TLS-Tunnel geschützt. „Verschlüsseltes Passwort“ (z. B. CRAM-MD5) wird nicht angeboten und würde scheitern; CRAM-MD5 gilt ohnehin als veraltet, über TLS ist „Passwort, normal“ vorzuziehen.

  1. Das Lesen funktioniert jetzt. Beim Senden an eine externe Adresse meldet das Mailprogramm von Natalia Wróbel: 530 5.7.0 Authentication required. Der Postausgangsserver ist mit Port 587 und STARTTLS eingetragen. Beschreibe die Ursache und die Lösung. (3 Punkte)

Ursache (2 Punkte): Der Mailserver nimmt Mails an fremde Domains nur von angemeldeten Nutzenden an, damit er nicht als offenes Relay missbraucht wird. Im Mailprogramm ist für den Postausgangsserver keine Anmeldung (SMTP-AUTH) eingestellt; der Code 530 (dauerhafter Fehler, Klasse 5.7 = Sicherheit/Richtlinie) bedeutet „Anmeldung erforderlich“.

Lösung (1 Punkt): Im Mailprogramm für den Postausgangsserver die Anmeldung mit Benutzername und Passwort aktivieren (Authentifizierungsmethode „Passwort, normal“), ggf. „gleiche Anmeldedaten wie Posteingangsserver“.

  1. Nach der Umstellung des DNS kommen keine Mails von außen mehr an. Interne Mails funktionieren. Auszug aus der Zone csb-rad.example:
Name Typ Wert
csb-rad.example. MX 10 mx.csb-rad.example.
mail.csb-rad.example. A 203.0.113.150
shop.csb-rad.example. A 203.0.113.140
www.csb-rad.example. CNAME shop.csb-rad.example.
csb-rad.example. TXT "v=spf1 mx include:mail.versand.example -all"
s2026._domainkey.csb-rad.example. TXT "v=DKIM1; k=rsa; p=MIIBIjANBgkqh…"

Erläutere mithilfe der Tabelle, warum der Mailserver keine externen Mails empfängt, und nenne eine Korrektur. (3 Punkte)

Der MX-Eintrag verweist auf mx.csb-rad.example, zu diesem Namen gibt es aber keinen A-Eintrag. Der Mailserver heißt mail.csb-rad.example. Fremde Mailserver finden über den MX-Eintrag keine IP-Adresse und können nicht zustellen (2 Punkte).

Sequenzdiagramm zur Beispiellösung: Der Mailserver eines Absenders fragt im DNS den MX-Eintrag von csb-rad.example ab, erhält 10 mx.csb-rad.example, findet zu mx.csb-rad.example keinen A-Eintrag und kann den Mailserver mail.csb-rad.example (203.0.113.150) nicht erreichen (mit KI erstellt)

Korrektur (1 Punkt): MX-Eintrag auf 10 mail.csb-rad.example. ändern oder einen A-Eintrag mx.csb-rad.example. A 203.0.113.150 anlegen. Ein CNAME als MX-Ziel ist nicht erlaubt.

  1. Nach der Korrektur kommen externe Mails an. Kundinnen und Kunden beschweren sich aber, dass Bestellbestätigungen aus dem Onlineshop nicht ankommen. Der Shop-Server (shop.csb-rad.example) verschickt sie direkt mit dem Absender bestellung@csb-rad.example. In der Unzustellbarkeitsmeldung eines großen Mailanbieters steht: 550 5.7.1 SPF check failed: 203.0.113.140 is not allowed to send mail from csb-rad.example.
  • fa) Erläutere die Aufgabe von SPF. (2 Punkte)

  • fb) Erläutere, warum die Bestellbestätigungen abgelehnt werden. (2 Punkte)

  • fc) Gib einen korrigierten SPF-Eintrag an. (2 Punkte)

fa) SPF legt per TXT-Eintrag im DNS fest, welche Server Mails mit dieser Domain im Umschlag-Absender (MAIL FROM) versenden dürfen. Der empfangende Server vergleicht die IP-Adresse des einliefernden Servers mit dieser Liste und kann Mails von nicht berechtigten Servern ablehnen oder als verdächtig markieren. So wird das Fälschen der Absenderdomain erschwert (2 Punkte).

fb) Der SPF-Eintrag erlaubt nur die MX-Server (mail.csb-rad.example, 203.0.113.150) und die Server des Newsletter-Dienstleisters. Der Shop-Server 203.0.113.140 ist nicht aufgeführt; wegen -all gilt er als nicht berechtigt (SPF fail). Der empfangende Server lehnt die Mail deshalb ab; eine DKIM-Signatur, die Vertrauen schaffen könnte, erzeugt der Shop-Server auch nicht (2 Punkte).

fc) z. B. (2 Punkte):

csb-rad.example.  TXT  "v=spf1 mx a:shop.csb-rad.example include:mail.versand.example -all"

Gleichwertig ist ip4:203.0.113.140 statt a:shop.csb-rad.example. Es darf nur einen SPF-Eintrag geben; ein zweiter TXT-Eintrag mit v=spf1 würde SPF ungültig machen. Alternativ kann der Shop seine Mails über den Mailserver (Submission mit Anmeldung) verschicken; dann genügt der bisherige Eintrag.

  1. Damit Mails der CSB-Rad GmbH nicht im Spam landen, signiert der Mailserver ausgehende Mails mit DKIM. Seit ein neues Ausgangs-Gateway an jede Mail einen Haftungshinweis anhängt, zeigen Empfänger im Header Authentication-Results die Angabe dkim=fail (body hash did not verify).
  • ga) Nenne die Stelle in der Mail, an der die Signatur steht, und beschreibe, wie der Empfänger den öffentlichen Schlüssel findet. (2 Punkte)

  • gb) Erläutere die Ursache der Fehlermeldung und nenne eine Lösung. (3 Punkte)

ga) Die Signatur steht im Header-Feld DKIM-Signature der Mail (1 Punkt). Dort sind die Domain (d=csb-rad.example) und der Selektor (s=s2026) angegeben; der Empfänger fragt per DNS den TXT-Eintrag s2026._domainkey.csb-rad.example ab, der den öffentlichen Schlüssel enthält (1 Punkt).

gb) Der Mailserver hat den Hashwert über den Inhalt (bh=) gebildet und signiert, bevor das Gateway den Haftungshinweis angehängt hat. Beim Empfänger passt der neu berechnete Hash des veränderten Inhalts nicht mehr zum signierten Wert; die Integrität gilt als verletzt (2 Punkte). Lösung (1 Punkt): Den Haftungshinweis anhängen, bevor signiert wird, bzw. die DKIM-Signatur erst auf dem Gateway als letzter Station vor dem Internet erzeugen.

  1. Cem Sarıkaya möchte zusätzlich DMARC einsetzen, ist aber unsicher, ob alle Systeme, die im Namen der Domain senden, schon richtig eingerichtet sind. Entwickle einen DMARC-Eintrag für die Einführungsphase und beschreibe, wie er danach schrittweise verschärft wird. (4 Punkte)

Eintrag für die Einführungsphase (2 Punkte):

_dmarc.csb-rad.example.  TXT  "v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc-berichte@csb-rad.example"

Mit p=none werden Mails, die die Prüfung nicht bestehen, weiterhin zugestellt; die Empfänger schicken aber Sammelberichte an die Adresse in rua. Daraus ist erkennbar, welche Server im Namen von csb-rad.example senden und ob sie SPF oder DKIM passend zur Absenderdomain bestehen.

Schrittweise Verschärfung (2 Punkte): Fehlende Absender (z. B. Shop, Newsletter-Dienst, Buchhaltungssoftware) in SPF aufnehmen bzw. mit DKIM signieren lassen, bis die Berichte keine berechtigten Fehlschläge mehr zeigen. Dann auf p=quarantine (verdächtige Mails in den Spamordner) und schließlich auf p=reject (ablehnen) umstellen.

Aufgabe 3.2: Einwilligungen per E-Mail an einer Berufsschule (Profilkompetenz)

(ca. 32 min Bearbeitungszeit)

Am Ratz und Rübe Berufskolleg in Bielefeld brauchen minderjährige Nutzende der Mitfahr-App „RatzFahrt“ eine Einwilligung ihrer Erziehungsberechtigten. Bisher werden die unterschriebenen Formulare im Sekretariat abgegeben. Projektleiter Thomas Becker schlägt vor, dass Eltern das Formular künftig eingescannt per E-Mail an einwilligung@rrb.example senden. Die Datenschutzbeauftragte Andrea Wolf und ihre Vertreterin Heike Brinkmann sollen das Postfach betreuen. Den Mailserver der Schule betreibt die Schul-IT OWL mit der Netzwerkadministratorin Svenja Krämer. Du arbeitest im Team der Schul-IT OWL.

  1. Erläutere Thomas Becker, warum die eingescannten Formulare (Name und Geburtsdatum der Schülerin oder des Schülers, Namen, Telefonnummern und Unterschriften der Erziehungsberechtigten) nicht ungeschützt per E-Mail übertragen werden sollten. (3 Punkte)

Die Formulare enthalten personenbezogene Daten Minderjähriger und eingescannte Unterschriften. Ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung liegen die Mails auf allen beteiligten Mailservern (Anbieter der Eltern, Mailserver der Schule) im Klartext und können dort oder bei einer unverschlüsselten Teilstrecke mitgelesen, kopiert oder verändert werden. Eine kopierte Unterschrift lässt sich missbrauchen, die Daten könnten für Identitätsdiebstahl genutzt werden. Die Schule muss nach der DSGVO angemessene technische Maßnahmen ergreifen; ein Datenleck kann Meldepflichten, Bußgelder und Vertrauensverlust nach sich ziehen (je Aspekt 1 Punkt, höchstens 3).

  1. Svenja Krämer schickt Dir einen Auszug aus einer englischen Fachinformation. Beantworte die Fragen in der Tabelle auf Deutsch anhand des Textes. (6 Punkte)

Most mail servers today encrypt connections to other mail servers with STARTTLS. However, this encryption is usually opportunistic: If the receiving server does not offer STARTTLS, or if an attacker on the network removes the STARTTLS offer from the server’s response, the sending server simply delivers the message in plain text. The sender is not warned. In addition, sending servers rarely check whether the certificate of the receiving server is valid. MTA-STS allows a domain owner to publish a policy stating that its mail servers support TLS with a valid certificate. Sending servers that support MTA-STS refuse to deliver mail if a secure connection cannot be established. Note that transport encryption only protects a message while it travels between two servers; on each server, the message is stored unencrypted.

Frage Antwort
1. Mit welchem Verfahren verschlüsseln Mailserver die Verbindung untereinander?
2. Was bedeutet „opportunistisch“ in diesem Zusammenhang?
3. Welcher Angriff auf die Verschlüsselung wird beschrieben?
4. Was legt ein Domaininhaber mit MTA-STS fest, und wie reagieren sendende Server darauf?
5. Wo ist die Nachricht trotz Transportverschlüsselung ungeschützt?
Frage Antwort
1. Verfahren STARTTLS (1 Punkt)
2. „opportunistisch“ Es wird nur verschlüsselt, wenn die Gegenseite es anbietet; sonst wird ohne Warnung im Klartext übertragen (1 Punkt)
3. Angriff Ein Angreifer im Netz entfernt das STARTTLS-Angebot aus der Serverantwort, sodass unverschlüsselt übertragen wird (Downgrade- bzw. Man-in-the-Middle-Angriff) (1 Punkt)
4. MTA-STS Der Domaininhaber veröffentlicht eine Richtlinie, dass seine Mailserver TLS mit gültigem Zertifikat unterstützen (1 Punkt). Sendende Server mit MTA-STS-Unterstützung stellen nicht zu, wenn keine sichere Verbindung zustande kommt (1 Punkt)
5. ungeschützt auf jedem beteiligten Server, dort wird die Nachricht unverschlüsselt gespeichert (1 Punkt)

Eine wörtliche Übersetzung ist nicht nötig.

  1. Für die Einwilligungen soll eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angeboten werden. Nenne die beiden verbreiteten Verfahren, vergleiche sie in einer Tabelle anhand von Vertrauensmodell, Schlüsselverwaltung, Kosten und Unterstützung in Mailprogrammen und gib eine begründete Empfehlung für das Postfach der Schule. (7 Punkte)

Verfahren: S/MIME und OpenPGP (1 Punkt).

Kriterium S/MIME OpenPGP
Vertrauensmodell hierarchisch über eine Zertifizierungsstelle (CA), die die Identität bestätigt Netz des Vertrauens bzw. Vergleich des Fingerabdrucks, kein zentraler Aussteller
Schlüsselverwaltung X.509-Zertifikat mit Ablaufdatum, zentral verteil- und sperrbar Schlüsselpaar selbst erzeugt, Verteilung z. B. über Schlüsselserver oder Website
Kosten Zertifikate meist kostenpflichtig, regelmäßige Erneuerung Software und Schlüssel kostenlos
Unterstützung in Outlook, Apple Mail und vielen Mobil-Apps eingebaut in Thunderbird eingebaut, sonst Zusatzprogramme

Je richtig belegter Zeile 1 Punkt (4 Punkte).

Empfehlung (2 Punkte), z. B.: S/MIME für das Funktionspostfach der Schule, weil ein Zertifikat einer anerkannten CA den Eltern zeigt, dass der Schlüssel wirklich zur Schule gehört, und die Schul-IT Zertifikate zentral verwalten und erneuern kann. Zu bedenken ist: Eltern haben selten eigene Zertifikate oder Schlüssel. Verschlüsseln können sie mit dem öffentlichen Schlüssel der Schule auch ohne eigenes Zertifikat, viele werden es aber nicht schaffen. Eine Upload-Seite mit TLS in der App oder auf der Schulwebsite wäre deshalb eine einfachere Alternative. Andere begründete Empfehlungen sind ebenfalls richtig.

  1. Die Schule nutzt S/MIME. Heike Brinkmann kann verschlüsselte Mails am Büro-PC öffnen, auf ihrem Diensthandy erscheint dagegen nur ein Anhang smime.p7m, der sich nicht öffnen lässt. Erläutere die Ursache. (2 Punkte)

Zum Entschlüsseln wird der private Schlüssel gebraucht, der zum Zertifikat gehört, mit dessen öffentlichem Schlüssel verschlüsselt wurde. Er ist nur auf dem Büro-PC installiert, nicht auf dem Diensthandy (bzw. die Mail-App unterstützt S/MIME nicht). Lösung: Zertifikat mit privatem Schlüssel (z. B. als passwortgeschützte PKCS#12-Datei) über die Geräteverwaltung sicher auf das Handy übertragen und S/MIME in der App aktivieren (je Aspekt 1 Punkt).

  1. Im Postfach einwilligung@rrb.example sind folgende Mails eingegangen. Entscheide jeweils, ob es sich um Spam oder Phishing handelt, und begründe Deine Entscheidung. (4 Punkte)
Nr. Absender (angezeigt) Betreff Inhalt (Auszug)
1 Druck-Discount <angebote@druck-discount.example> „Nur heute: 40 % auf Druckerpatronen“ Werbung mit Link zum Onlineshop
2 Schul-IT OWL <support@schul-it-0wl.example> „Ihr Postfach wird in 24 Stunden gesperrt“ „Bestätigen Sie Ihr Passwort über folgenden Link …“
  1. Spam (2 Punkte): unerwünschte Werbung an viele Empfänger; lästig, aber ohne Täuschungsabsicht über die Identität des Absenders.

  2. Phishing (2 Punkte): Die Mail gibt sich als Schul-IT aus, die Domain ist gefälscht (schul-it-0wl mit Null statt „o“), sie baut Zeitdruck auf und will über einen Link das Passwort erschleichen.

  1. Beschreibe zwei technische und eine organisatorische Maßnahme, mit denen die Schul-IT OWL verhindern kann, dass solche Phishing-Mails Schaden anrichten. (6 Punkte)

Je beschriebener Maßnahme 2 Punkte, z. B.:

Technisch:

  • Eingehende Mails mit SPF, DKIM und DMARC prüfen; Mails, die sich als rrb.example oder schul-it-owl.example ausgeben, aber die Prüfung nicht bestehen, ablehnen oder in Quarantäne verschieben.

  • Links in Mails umschreiben und beim Anklicken gegen Listen bekannter Phishing-Seiten prüfen; Anhänge in einer Sandbox prüfen und gefährliche Dateitypen sperren.

  • Externe Mails im Betreff kennzeichnen („[EXTERN]“), damit gefälschte „interne“ Mails auffallen; Mails als Text statt HTML anzeigen.

  • Mehr-Faktor-Anmeldung für die Postfächer, damit ein erbeutetes Passwort allein nicht reicht.

Organisatorisch:

  • Regelmäßige Schulung der Beschäftigten im Sekretariat, z. B. mit Beispielmails, und eine klare Regel: Die Schul-IT fragt nie per Mail nach Passwörtern.

  • Ein Meldeweg (Meldeknopf, Adresse der Schul-IT), über den verdächtige Mails schnell gemeldet und für alle gesperrt werden.

  1. Ein Vater meldet, dass seine Mail mit der Einwilligung zurückgekommen ist. In der Unzustellbarkeitsmeldung steht:
554 5.7.1 Service unavailable; client host [198.51.100.77] blocked using dnsbl.example.org

Erläutere die Ursache und beschreibe, wer das Problem wie lösen kann. (3 Punkte)

Ursache (1 Punkt): Der Mailserver der Schule prüft einliefernde Server gegen die Sperrliste dnsbl.example.org. Die IP-Adresse 198.51.100.77, über die die Mail des Vaters eingeliefert wurde (Server seines Mailanbieters), steht dort, z. B. weil von ihr Spam verschickt wurde. Der Code 554 5.7.1 bedeutet: dauerhaft abgelehnt aus Sicherheitsgründen.

Sequenzdiagramm zur Beispiellösung: Der Mailserver des Mailanbieters des Vaters (198.51.100.77) baut eine SMTP-Verbindung zum Mailserver der Schule auf, dieser fragt die Sperrliste dnsbl.example.org ab, erhält „gelistet“ und lehnt mit 554 5.7.1 ab; der Server des Anbieters erzeugt die Unzustellbarkeitsmeldung an den Vater (mit KI erstellt)

Lösung (2 Punkte): Der Mailanbieter des Vaters muss die Ursache beseitigen und die Löschung von der Sperrliste beantragen. Kurzfristig kann der Vater eine andere Adresse nutzen oder das Formular im Sekretariat abgeben. Die Schul-IT kann die Adresse bzw. den Absender in ihrem Filter ausnahmsweise freigeben, sollte das aber nur nach Prüfung tun.

  1. Die Schulleitung überlegt, zusätzlich die Domain ratz-und-rübe.example zu registrieren und den Lehrkräften Adressen wie günther.schäfer@ratz-und-rübe.example zu geben. Erläutere zwei Probleme, die Umlaute in E-Mail-Adressen verursachen können. (4 Punkte)

Je erläutertem Problem 2 Punkte, z. B.:

  • Umlaute im lokalen Teil (vor dem @) setzen die SMTP-Erweiterung SMTPUTF8 voraus. Unterstützt ein Mailserver oder Mailprogramm unterwegs sie nicht, wird die Mail abgelehnt oder nicht zugestellt.

  • Domainnamen mit Umlauten werden intern als Punycode übertragen (xn--ratz-und-rbe-…). Ältere Programme, Formulare und Filter zeigen diese Form an oder lehnen die Adresse als ungültig ab; SPF, DKIM und Zertifikate müssen für die Punycode-Form eingerichtet werden.

  • Wer kein deutsches Tastaturlayout hat (z. B. Partnerschulen im Ausland), kann die Adresse nur umständlich eingeben; Schreibvarianten (ue statt ü) führen zu Fehlzustellungen.

Empfehlung: Adressen ohne Umlaute vergeben (guenther.schaefer@rrb.example), eine Umlaut-Domain höchstens zusätzlich als Weiterleitung.


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