Übungsaufgaben zum Online-Marketing

https://bildung.social/@oerinformatik/

https://oer-informatik.de/online-marketing-uebungsaufgaben

Online-Marketing, SEO, SEA, Content-Marketing, Marketing-Funnel, Conversion-Rate, Click-Through-Rate, Cost per Action, Tracking, Reichweitenanalyse, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 129 min, mehrere Aufgaben): Vier Übungsaufgaben zum Online-Marketing: Du entscheidest für einen Fahrrad-Konfigurator zwischen Tracking und Reichweitenanalyse, berechnest Abbruchquoten und prüfst ein Cookie-Banner, erstellst einen Crossmedia-Kampagnenplan für ein Barcamp, verbesserst dessen Landingpage und vergleichst Kanäle über Conversion-Rate und Kosten je Anmeldung, wählst für ein Ortungs-Abo passend zum Ziel zwischen SEA, SEO und Social Media, bewirbst es mit Suchmaschinenwerbung und E-Mail-Marketing samt Cost per Action, ROI und Klickraten, vergleichst Vergütungsmodelle im Affiliate-Marketing und wertest den Marketing-Funnel einer Freizeit-App mit Übergangsquoten aus. Dazu prüfst Du einen Redaktionsplan auf Content-Marketing, ordnest Schritte einer Social-Media-Strategie zu und beurteilst kostengünstige Maßnahmen. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Online-Marketing: SEO, SEA, Social Media, Content-Marketing und Kennzahlen.

Hinweise zur Bearbeitung: Als ISE oder IKS musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das ist Aufgabe 2.1. Von IKS wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1, Aufgabe 3.2 und Aufgabe 3.3) keine Probleme bereiten. Bei „nennen“ genügen Stichworte, bei „beschreiben“, „erläutern“ und „beurteilen“ erwartet die Aufgabe ganze Sätze mit Bezug zur Situation. Bei Berechnungen gehören Formel und Rechenweg zur Lösung. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst; andere sachlich richtige Antworten sind ebenfalls richtig.

Du möchtest eigene Aufgaben zum Üben von einem KI-Sprachmodell generieren lassen?

Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.

Erstelle neue Übungsaufgaben zum Thema „Online-Marketing“.

Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.

Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/online-marketing
- https://oer-informatik.de/marketingstrategie
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/online-marketing-uebungsaufgaben

Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Online-Marketing
- SEO
- SEA
- Content-Marketing
- Marketing-Funnel
- Conversion-Rate
- Click-Through-Rate
- Cost per Action
- Tracking
- Reichweitenanalyse

Kompetenzstufe: Profilkompetenz (alternativ: Basiskompetenz, Kernkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan

Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
   abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
   zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
   Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
   Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
   Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
   danach frage.

Aufgabe 2.1: Webanalyse für den Fahrradkonfigurator (Kernkompetenz)

(ca. 19 min Bearbeitungszeit)

Du bist Auszubildende*r bei der CSB-Rad GmbH in Bielefeld. Geschäftsführerin Sophie Bertram ärgert sich über viele Kaufabbrüche im Rahmenkonfigurator des Onlineshops. Im Konfigurator wählen Kund*innen nacheinander Rahmenform, Rahmenhöhe sowie RAL-Farbe und Oberfläche, bevor das konfigurierte Rad mit Endpreis im Warenkorb landet. Du sollst die Webanalyse für den Konfigurator vorbereiten.

a) Im Team wurden Fragen gesammelt, die die Webanalyse beantworten soll. Entscheide für jede Frage, ob eine Reichweitenanalyse genügt oder ob Tracking nötig ist, und begründe Deine Entscheidung in einem Halbsatz. (5 Punkte)

Frage an die Webanalyse Reichweitenanalyse oder Tracking? Begründung
An welchen Wochentagen wird der Konfigurator am häufigsten geöffnet?
Kommt ein Besucher, der gestern bei der Rahmenhöhe aufgehört hat, in den nächsten Tagen zurück und bestellt?
Aus welchen Regionen Deutschlands kommen die Besuche des Konfigurators?
Welcher Newsletter hat bei einzelnen Empfänger*innen über mehrere Besuche hinweg zu einer Bestellung geführt?
Nach welchem Konfigurator-Schritt verlassen die meisten Besuche den Shop?

Je Zeile 1 P (Entscheidung mit passender Begründung):

Frage an die Webanalyse Reichweitenanalyse oder Tracking? Begründung
Wochentage Reichweitenanalyse: Es genügt, alle Besuche je Tag zu zählen.
Rückkehr nach Abbruch Tracking: Dieselbe Person muss über mehrere Besuche hinweg wiedererkannt werden.
Regionen Reichweitenanalyse: zusammengefasste Herkunftsstatistik, keine Einzelperson nötig.
Newsletter über mehrere Besuche Tracking: Klick im Newsletter und spätere Bestellung müssen derselben Person zugeordnet werden.
Ausstieg nach Schritt Reichweitenanalyse: Ausstiegsseiten werden über alle Besuche gezählt; wer ausgestiegen ist, spielt keine Rolle.

b) Die Reichweitenanalyse liefert für einen Monat die Zahl der Besuche, die den jeweiligen Konfigurator-Schritt erreicht haben:

Schritt Besuche
1 Rahmenform gewählt 6.400
2 Rahmenhöhe eingegeben 4.480
3 RAL-Farbe und Oberfläche gewählt 3.584
4 Warenkorb mit Endpreis 1.344
5 Bestellung abgeschlossen 672

Berechne für jeden Übergang, welcher Anteil der Besuche den nächsten Schritt erreicht, und den Anteil der Besuche, die von Schritt 1 bis zur Bestellung kommen. Gib an, an welchem Übergang die meisten Besuche verloren gehen. (6 Punkte)

\text{Quote}_{\text{Übergang}} = \frac{\text{Besuche im nächsten Schritt}}{\text{Besuche im vorigen Schritt}} \cdot 100\,\%

  • Schritt 1 → 2: \frac{4.480}{6.400} \cdot 100\,\% = 70\,\% (1 P)

  • Schritt 2 → 3: \frac{3.584}{4.480} \cdot 100\,\% = 80\,\% (1 P)

  • Schritt 3 → 4: \frac{1.344}{3.584} \cdot 100\,\% = 37{,}5\,\% (1 P)

  • Schritt 4 → 5: \frac{672}{1.344} \cdot 100\,\% = 50\,\% (1 P)

  • Gesamt: \frac{672}{6.400} \cdot 100\,\% = \underline{\underline{10{,}5\,\%}} (1 P)

Der größte Verlust liegt beim Übergang von der Farb- und Oberflächenwahl in den Warenkorb: 62,5 % der Besuche, die Schritt 3 erreichen, gehen dort verloren (1 P).

c) Für das Tracking der wiederkehrenden Besucher*innen hat ein Kollege folgenden Entwurf für das Cookie-Banner umgesetzt:

Beim ersten Aufruf des Shops lädt das Analyse-Skript sofort und setzt ein Cookie mit einer Besucher-ID. Gleichzeitig erscheint unten ein Banner: „Wir nutzen Cookies für das beste Shop-Erlebnis.“ Daneben steht eine große grüne Schaltfläche „Alles klar!“. Wer etwas anderes möchte, findet am Ende des Textes den kleinen grauen Link „Einstellungen“; dort sind die Häkchen bei „Statistik“ und „Marketing“ bereits gesetzt.

Ermittle drei Mängel des Entwurfs und beschreibe jeweils, wie es rechtskonform umgesetzt werden muss (§ 25 TDDDG). (6 Punkte)

Je Mangel mit Korrektur 2 P, drei davon, z. B.:

  • Cookie vor der Einwilligung: Das Analyse-Skript darf erst laden und die Besucher-ID erst setzen, nachdem die Person aktiv zugestimmt hat; vorher sind nur technisch unbedingt nötige Cookies (z. B. Warenkorb) erlaubt.

  • Keine gleichwertige Ablehnung: Neben „Akzeptieren“ muss eine ebenso gut sichtbare Schaltfläche „Ablehnen“ auf der ersten Ebene stehen; ein versteckter grauer Link reicht nicht.

  • Vorausgewählte Häkchen: Eine Einwilligung muss durch eine aktive Handlung erfolgen; „Statistik“ und „Marketing“ müssen anfangs abgewählt sein.

  • Unklare Information: „Das beste Shop-Erlebnis“ sagt nicht, wozu die Daten dienen. Das Banner muss Zweck (Analyse der Kaufabbrüche, Erfolgsmessung von Newslettern), eingesetzten Dienst und Speicherdauer nennen und auf die Datenschutzerklärung verlinken.

  • Kein Widerruf vorgesehen: Die Einstellungen müssen später jederzeit wieder aufrufbar sein (z. B. Link „Cookie-Einstellungen“ im Seitenfuß), damit die Einwilligung genauso leicht widerrufen werden kann.

d) Sophie Bertram fragt, ob man das Tracking nicht einfach weglassen kann. Beurteile, welche der Fragen aus a) dann noch beantwortet werden können, und schlage auf Grundlage Deines Ergebnisses aus b) eine Verbesserung am Konfigurator vor. (4 Punkte)

  • Beurteilung (2 P): Ohne Tracking bleiben die Fragen nach Wochentagen, Regionen und Ausstiegsschritten beantwortbar; auch die Auswertung aus b) beruht nur auf zusammengefassten Zahlen. Wo genau abgebrochen wird, zeigt also schon die datensparsame Reichweitenanalyse ohne Einwilligung. Nur ob Abbrecher*innen später wiederkommen und welcher Newsletter bei einzelnen Personen gewirkt hat, lässt sich dann nicht mehr feststellen. Für das Kernproblem reicht die Reichweitenanalyse daher zunächst aus.

  • Verbesserung (2 P), z. B.: Der Endpreis taucht erst im Warenkorb auf, und genau davor bricht die Mehrheit ab. Der Konfigurator sollte den aktuellen Preis schon während der Auswahl mitlaufend anzeigen und Aufpreise für RAL-Farbe und Oberfläche direkt an der Option nennen. Alternativ eine Schaltfläche „Konfiguration speichern“ anbieten, damit Interessierte später ohne Neubeginn weitermachen können.

Aufgabe 3.1: Das Barcamp bekannt machen (Profilkompetenz)

(ca. 27 min Bearbeitungszeit)

Für das Barcamp „Lernen.Digital.Leben 2027“ am Ratz und Rübe Berufskolleg (Samstag, 13.03.2027, bis zu 400 Teilnehmende) sind bisher vor allem Lehrkräfte angemeldet. Gesamtleiter Dimitrios Papadopoulos möchte auch Schüler*innen, Ausbildungsbetriebe und Interessierte aus der Region gewinnen. Du gehörst zum Orga-Team und übernimmst die Werbung. Alle Maßnahmen sollen auf eine gemeinsame Landingpage mit Programm und Anmeldeformular führen.

a) Erstelle einen Kampagnenplan. Plane für jede der drei Zielgruppen eine Maßnahme, ordne sie dem Inbound- oder Outbound-Marketing zu und lege eine Kennzahl fest, an der das Orga-Team den Erfolg der Maßnahme messen kann. Mindestens eine Maßnahme soll den Zielgruppen ein Erlebnis bieten (Experience-Marketing). Beschreibe anschließend, wie Du die drei Maßnahmen zu einer Crossmedia-Kampagne verbindest. (12 Punkte)

Zielgruppe Maßnahme Inbound oder Outbound Kennzahl für den Erfolg
Schüler*innen anderer Schulen und Bildungsgänge
Ausbildungsbetriebe in Ostwestfalen-Lippe
Interessierte aus Bielefeld und Umgebung

Je Zeile 3 P (Maßnahme passend zur Zielgruppe 1 P, richtige Einordnung 1 P, messbare Kennzahl 1 P), z. B.:

Zielgruppe Maßnahme Inbound oder Outbound Kennzahl für den Erfolg
Schüler*innen Kurzvideo-Reihe „60 Sekunden Barcamp“ auf dem Social-Media-Kanal der Schule, in der Schüler*innen ihre Session vorstellen Inbound (eigener Kanal, Inhalte werden gesucht und geteilt) Aufrufe der Landingpage über den Link im Profil; Anmeldungen mit dem Code „VIDEO“
Ausbildungsbetriebe Experience-Marketing: Beim Ausbildungsstammtisch der Region zeigen Azubis den Escape-Room mit Mikrocontrollern aus ihrer Session zum Mitspielen und verteilen eine Karte mit QR-Code Outbound (das Orga-Team geht mit der Botschaft aktiv auf die Betriebe zu) Anmeldungen über den QR-Code der Karte; Zahl der angemeldeten Betriebe
Interessierte aus der Region Eintrag im Online-Veranstaltungskalender der Stadt mit Link zur Landingpage Inbound (wird gefunden, wenn jemand nach Veranstaltungen sucht) Besuche der Landingpage aus dem Kalender und deren Conversion-Rate

Weitere Lösungen: Plakate und Flyer an Berufskollegs (Outbound, Anmeldungen über QR-Code), Mitmach-Session „Barcamp ausprobieren“ in der Mittagspause einer Partnerschule (Experience), Blogartikel „Was ist ein Barcamp?“ (Inbound, Suchtreffer und Besuche), Anzeige im Wochenblatt (Outbound).

Crossmedia-Verknüpfung (3 P): Alle Maßnahmen tragen dasselbe Motto, dasselbe Bildmotiv und dieselbe Farbgebung (einheitliche Botschaft) und verweisen aufeinander: Video, Stammtisch-Karte und Kalendereintrag führen per Link oder QR-Code auf die Landingpage, dort laufen die Kurzvideos, und Plakate nennen den Social-Media-Kanal. Wer dem Barcamp über mehrere Kanäle begegnet, erkennt es wieder und erinnert sich eher.

b) Ein Teammitglied hat einen ersten Entwurf der Landingpage gebaut:

Im Browser-Tab steht als Seitentitel „Neue Seite 3“. Oben erscheint ein großes, unkomprimiertes Foto des Schulgebäudes (8 MB), darunter ein Grußwort der Schulleiterin zur Geschichte des Berufskollegs. Datum, Ort und Programm stehen in einem zwölfseitigen PDF zum Herunterladen. Am Seitenende folgen vier gleich große Schaltflächen „Newsletter“, „Förderverein“, „Kontakt“ und „Anmelden“. Das Anmeldeformular enthält 15 Pflichtfelder, darunter Geburtsdatum, Anschrift und Telefonnummer.

Ermittle vier Schwachstellen: zwei, die die Wirkung als Landingpage schwächen, und zwei, die die Auffindbarkeit in Suchmaschinen verschlechtern. Schlage zu jeder Schwachstelle eine Verbesserung vor. (8 Punkte)

Je Schwachstelle mit Verbesserung 2 P, z. B.:

Wirkung als Landingpage:

  • Kein klares Ziel: Vier gleichrangige Schaltflächen lenken ab. Eine Landingpage soll genau eine Handlung auslösen; „Jetzt kostenlos anmelden“ wird als einziger, auffälliger Call-to-Action weit oben und am Ende platziert, Newsletter und Förderverein wandern in den Seitenfuß.

  • Zu langes Formular: 15 Pflichtfelder schrecken ab, Geburtsdatum, Anschrift und Telefon sind für die Anmeldung nicht nötig (Datenminimierung). Auf Name, E-Mail-Adresse und Teilnehmendengruppe kürzen.

  • Nutzen nicht sichtbar: Grußwort und Schulgeschichte beantworten nicht die Fragen der Besucher*innen. Oben stehen Datum, Ort, „kostenlos“ und drei Programm-Highlights in Stichpunkten.

Auffindbarkeit in Suchmaschinen:

  • Nichtssagender Seitentitel: „Neue Seite 3“ enthält keine Suchbegriffe. Besser: „Barcamp Lernen.Digital.Leben – 13.03.2027 in Bielefeld“ als title und eine passende meta description.

  • Wichtige Inhalte nur im PDF: Programm, Datum und Ort sollten als Text mit Überschriften auf der Seite stehen, damit Suchmaschinen sie zuordnen und bei Suchen wie „Barcamp Bielefeld“ anzeigen.

  • Langsame Ladezeit: Das 8-MB-Foto bremst vor allem auf dem Smartphone. Bild komprimieren und verkleinern, mit Alt-Text versehen; schnelle, mobil gut bedienbare Seiten werden besser bewertet und seltener verlassen.

c) Vier Wochen nach dem Start wertet das Orga-Team aus, über welchen Kanal die Besucher*innen auf die Landingpage kamen. Jeder Kanal verlinkt mit einer eigenen Adresse (Kampagnenparameter), sodass die Webanalyse Besuche und Anmeldungen zuordnen kann:

Kanal Besuche Anmeldungen Kosten
Plakate und Flyer mit QR-Code 640 58 290 €
Social-Media-Anzeigen in der Region 2.100 42 315 €
E-Mail an Teilnehmende früherer Veranstaltungen 480 96 0 €
Beitrag im Newsletter des regionalen Ausbildungsverbunds 360 27 0 €

ca) Berechne für jeden Kanal die Conversion-Rate und für die beiden bezahlten Kanäle die Kosten je Anmeldung. (6 Punkte)

\text{CR} = \frac{\text{Anmeldungen}}{\text{Besuche}} \cdot 100\,\% \qquad \text{CPA} = \frac{\text{Kosten}}{\text{Anmeldungen}}

Je Conversion-Rate 1 P, je Kosten pro Anmeldung 1 P:

Kanal Conversion-Rate Kosten je Anmeldung
Plakate und Flyer \frac{58}{640} \cdot 100\,\% \approx 9{,}063\,\% \frac{290\,€}{58} = 5{,}00\,€
Social-Media-Anzeigen \frac{42}{2.100} \cdot 100\,\% = 2\,\% \frac{315\,€}{42} = 7{,}50\,€
E-Mail \frac{96}{480} \cdot 100\,\% = 20\,\% –
Newsletter Ausbildungsverbund \frac{27}{360} \cdot 100\,\% = 7{,}5\,\% –

cb) Bisher sind über die vier Kanäle 223 Anmeldungen eingegangen. Für die letzten Wochen stehen noch 400 € Werbebudget zur Verfügung. Entscheide begründet, wie Du das Budget einsetzt. Beziehe Conversion-Rate, Kosten je Anmeldung, die absolute Zahl der Anmeldungen und die gewünschten Zielgruppen ein. (4 Punkte)

Z. B.: Die E-Mail hat die höchste Conversion-Rate und kostet nichts, erreicht aber vor allem frühere Teilnehmende, also überwiegend Lehrkräfte; der Verteiler ist zudem ausgeschöpft (1 P). Unter den bezahlten Kanälen sind Plakate und Flyer mit 5,00 € je Anmeldung günstiger und wirken besser als die Social-Media-Anzeigen mit 7,50 € und nur 2 % Conversion-Rate; die Anzeigen bringen zwar viele Besuche, aber wenig Anmeldungen (1 P). Ich setze deshalb rund 300 € für weitere Plakate und Flyer an Berufskollegs und in Ausbildungsbetrieben ein; bei gleichen Kosten je Anmeldung wären das etwa 60 zusätzliche Anmeldungen genau in den gewünschten Zielgruppen. Den Rest nutze ich für einen Test mit überarbeiteten Social-Media-Anzeigen, die zur verbesserten Landingpage passen (1 P). Ergänzend bitte ich den Ausbildungsverbund um einen zweiten Newsletter-Beitrag, weil er kostenlos die Betriebe erreicht. Selbst damit fehlen bis 400 noch Anmeldungen; nach zwei Wochen werden die Zahlen erneut verglichen und das Budget gegebenenfalls umgeschichtet (1 P).

Aufgabe 3.2: Das Ortungs-Abo online bewerben (Profilkompetenz)

(ca. 43 min Bearbeitungszeit)

Ab Frühjahr 2027 bietet die CSB-Rad GmbH Privatkund*innen „CSB-Rad Connect Privat“ an: ein Tracker-Set mit gleichschließendem Schloss für 149 € und eine Ortungs-App im Abo. Sophie Bertram möchte das Angebot vor allem online bewerben. Du arbeitest im Team E-Commerce mit.

aa) Sophie Bertram hat drei Ziele für die Einführung notiert:

  1. „Ab dem Verkaufsstart am 1. März sollen Menschen, die gerade nach einer Ortungslösung fürs Fahrrad suchen, sofort auf unser Angebot stoßen.“

  2. „Auf Dauer wollen wir bei Fragen rund um Fahrraddiebstahl gefunden werden, ohne für jeden Besuch zu bezahlen.“

  3. „Zufriedene Kund*innen sollen ihre Erfahrungen mit der Ortungs-App weitererzählen, damit ihr Bekanntenkreis aufmerksam wird.“

Entscheide für jedes Ziel, ob Social-Media-Marketing (SMM), Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, SEO) oder Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising, SEA) am besten passt. Begründe jede Entscheidung mit der Wirkungsweise der Maßnahme und beschreibe dazu eine konkrete Umsetzung für „CSB-Rad Connect Privat“. (6 Punkte)

Je Ziel 2 P (1 P für die passende Maßnahme mit Begründung, 1 P für eine konkrete Umsetzung):

Ziel Maßnahme und Begründung Umsetzung
1 – sofort sichtbar SEA: Bezahlte Anzeigen erscheinen ab dem Tag der Buchung über den Suchergebnissen; eine neue Seite bräuchte über SEO Wochen bis Monate, bis sie gut platziert ist. Anzeigengruppe zu Suchbegriffen wie „Fahrrad orten“ oder „GPS Tracker E-Bike“, die direkt auf die Angebotsseite führt; Tagesbudget für die ersten Wochen.
2 – dauerhaft ohne Klickkosten SEO: Die Platzierung in den unbezahlten Suchergebnissen kostet keine Gebühr je Klick; gute, passende Inhalte wirken über lange Zeit. Ratgeberbereich „Was tun, wenn das Rad gestohlen wurde?“ mit Checkliste, sprechenden Überschriften und Verweis auf das Ortungs-Abo.
3 – Weiterempfehlung SMM: In sozialen Netzwerken können Nutzer*innen Beiträge teilen, kommentieren und selbst Inhalte erstellen; Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld wirken glaubwürdig. Aktion „#WiedergefundenMitCSB“: Kund*innen erzählen in einem Kurzvideo, wie sie ihr Rad wiedergefunden haben; CSB-Rad teilt die besten Beiträge.

Andere schlüssig begründete Zuordnungen und Umsetzungen sind ebenfalls richtig.

ab) Ein Kollege meint: „SEO können wir uns sparen. Wir buchen einfach dauerhaft Anzeigen, dann stehen wir sowieso immer ganz oben.“ Beurteile die Aussage mit zwei Argumenten. (2 Punkte)

Je Argument 1 P, z. B.:

  • Kosten: Anzeigen kosten bei jedem Klick Geld; sobald das Budget aufgebraucht ist oder die Kampagne endet, verschwindet die Anzeige. Gute organische Platzierungen bringen dagegen ohne laufende Klickkosten Besuche.

  • Vertrauen: Viele Nutzer*innen überspringen als Anzeige gekennzeichnete Ergebnisse und klicken lieber auf organische Treffer.

  • Wechselwirkung: Eine für Suchmaschinen gut aufgebaute Angebotsseite verbessert auch die Qualität der Anzeige und kann den Preis je Klick senken.

Die Aussage ist also nur kurzfristig vertretbar; auf Dauer ergänzen sich SEA und SEO.

b) Für die Suchmaschinenwerbung müssen Keywords festgelegt werden.

ba) Lege drei Keywords fest, bei denen die Anzeige eingeblendet werden soll. (3 Punkte)

Je passendem Keyword 1 P, z. B.: „Fahrrad GPS Tracker“, „E-Bike orten“, „Fahrraddiebstahl Schutz“, „Fahrradschloss mit Ortung“, „Lastenrad Diebstahlschutz Bielefeld“, „CSB-Rad Connect“.

bb) Vor der Festlegung wird eine Keyword-Recherche mit einem Recherche-Werkzeug durchgeführt. Ergänze die Tabelle um die Beschreibung der beiden weiteren Ziele. (4 Punkte)

Ziel der Keyword-Recherche Beschreibung
Beispiel: Suchintention erkennen Beispiel: Die Recherche zeigt, ob Menschen zu einem Begriff eher Informationen suchen oder kaufen wollen; Anzeigen werden auf Kaufabsicht ausgerichtet.
Besseres Ranking
Mehr passende Besuche auf der Website
Ziel der Keyword-Recherche Beschreibung
Besseres Ranking Werden die recherchierten Begriffe in Titel, Überschriften und Texten der Website verwendet, ordnen Suchmaschinen die Seite dem Thema zu und platzieren sie bei diesen Suchanfragen weiter oben. (2 P)
Mehr passende Besuche Es kommen mehr Besucher*innen, deren Suche genau zum Angebot passt; dadurch steigen Besuche und Conversion-Rate, und für Anzeigen werden keine teuren, unpassenden Begriffe bezahlt. (2 P)

bc) Nenne zwei Aspekte, die bei Inhalt und Darstellung der Angebotsseite für die Suchmaschinenoptimierung zu beachten sind. (2 Punkte)

Je 1 P, z. B.: aussagekräftiger Seitentitel und Meta-Beschreibung; ausführliche Beschreibung der Funktionen (Ortung, Akkulaufzeit, Datenschutz); Abstimmung von Keywords und Inhalt; klare Überschriftenstruktur; gute Bedienbarkeit und Darstellung auf dem Smartphone; Alt-Texte der Bilder; schnelle Ladezeit.

c) Für die Suchanzeigen legt die CSB-Rad GmbH einen Klickpreis (Cost per Click) von 0,75 € und ein Monatsbudget von 900 € fest. Aus ähnlichen Kampagnen ist bekannt, dass etwa 2,5 % der Klicks zu einem Abschluss (Tracker-Set mit Abo) führen.

ca) Berechne, wie viele Abschlüsse voraussichtlich zustande kommen, wenn das Budget ausgeschöpft wird. Gib den Rechenweg an. (4 Punkte)

Geg.: Budget K = 900 €; CPC = 0,75 €; Conversion-Rate CR = 2,5 %

Ges.: Anzahl Klicks n_K (Rechenweg 1 P, Ergebnis 1 P)

n_K = \frac{K}{\text{CPC}} = \frac{900\,€}{0{,}75\,€} = 1.200\ \text{Klicks}

Ges.: Anzahl Abschlüsse n_A (Rechenweg 1 P, Ergebnis 1 P)

n_A = \frac{\text{CR} \cdot n_K}{100\,\%} = \frac{2{,}5\,\% \cdot 1.200}{100\,\%} = \underline{\underline{30\ \text{Abschlüsse}}}

cb) Ermittle die Cost per Action (Werbekosten je Abschluss). Gib den Rechenweg an. Falls Du in ca) kein Ergebnis hast, rechne mit 25 Abschlüssen. (2 Punkte)

Ges.: Cost per Action CPA (Rechenweg 1 P, Ergebnis 1 P)

\text{CPA} = \frac{K}{n_A} = \frac{900\,€}{30} = \underline{\underline{30{,}00\,€}}

Mit dem Ersatzwert: \text{CPA} = \frac{900\,€}{25} = 36{,}00\,€.

cc) Je Abschluss erzielt die CSB-Rad GmbH im ersten Jahr einen Deckungsbeitrag von 58 €. Erläutere den Begriff Return on Investment (ROI) und berechne den ROI der Kampagne für das erste Jahr. (4 Punkte)

  • Erläuterung (1 P): Der ROI setzt den Gewinn, den eine Maßnahme bringt, ins Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln. Ein positiver ROI bedeutet, dass die Maßnahme mehr einbringt, als sie kostet.
Geg.: n_A = 30; Deckungsbeitrag je Abschluss db = 58 €; Kosten K = 900 €

Ges.: ROI (Formel 1 P, Rechnung und Ergebnis 2 P)

\text{ROI} = \frac{n_A \cdot db - K}{K} \cdot 100\,\%

\text{ROI} = \frac{30 \cdot 58\,€ - 900\,€}{900\,€} \cdot 100\,\% = \frac{840\,€}{900\,€} \cdot 100\,\% \approx \underline{\underline{93{,}333\,\%}}

Mit dem Ersatzwert 25: \frac{25 \cdot 58\,€ - 900\,€}{900\,€} \cdot 100\,\% \approx 61{,}111\,\%.

d) Der Pendler-Blog „Radweg OWL“ bietet an, „CSB-Rad Connect Privat“ in seinen Beiträgen über ein Partnerprogramm zu bewerben. Der Blog rechnet mit 1.800 Klicks im Monat auf den Partnerlink; aus ähnlichen Kooperationen weiß Sophie Bertram, dass davon etwa 1,5 % zu einem Abschluss führen. Zur Wahl stehen zwei Vergütungsmodelle: 0,20 € je Klick (Pay per Click) oder 11 € je Abschluss (Pay per Sale).

da) Erkläre an diesem Beispiel, wer beim Affiliate-Marketing welche Rolle hat und woran die CSB-Rad GmbH erkennt, dass ein Abschluss über den Blog zustande kam. (2 Punkte)

  • Rollen (1 P): Die CSB-Rad GmbH ist der Merchant (Anbieter), der Blog „Radweg OWL“ der Affiliate (Partner), der für das Angebot wirbt und dafür eine Provision erhält.

  • Zuordnung (1 P): Der Blog setzt einen Partnerlink mit eigener Partnerkennung. Wer darüber auf die Angebotsseite kommt, wird mit dieser Kennung erfasst (z. B. über einen Parameter in der Adresse oder ein Cookie, das eine Einwilligung braucht); schließt die Person ab, wird der Abschluss dem Blog gutgeschrieben.

db) Vergleiche die monatlichen Kosten beider Vergütungsmodelle und die Kosten je Abschluss. Entscheide begründet, welches Modell die CSB-Rad GmbH wählen sollte, und vergleiche das Ergebnis mit der Cost per Action der Suchanzeigen aus cb). (4 Punkte)

Geg.: 1.800 Klicks je Monat; CR = 1,5 %; 0,20 € je Klick; 11 € je Abschluss
  • Pay per Click (1 P): 1.800 \cdot 0{,}20\,€ = 360\,€; bei 1.800 \cdot 1{,}5\,\% = 27 Abschlüssen sind das \frac{360\,€}{27} \approx 13{,}33\,€ je Abschluss.

  • Pay per Sale (1 P): 27 \cdot 11\,€ = 297\,€, also genau 11,00 € je Abschluss.

  • Entscheidung (1 P): Pay per Sale ist bei den erwarteten Werten um 63 € im Monat günstiger und trägt weniger Risiko: Bezahlt wird nur, was tatsächlich verkauft wird. Bei Pay per Click zahlt die CSB-Rad GmbH auch dann, wenn die Besuche aus dem Blog kaum abschließen. Erst ab einer Conversion-Rate von über \frac{0{,}20\,€}{11\,€} \approx 1{,}82\,\% wäre Pay per Click günstiger.

  • Vergleich mit den Suchanzeigen (1 P): Ein Abschluss über den Blog kostet mit 11 € bzw. 13,33 € deutlich weniger als über die Suchanzeigen (30,00 €). Dafür ist die Reichweite des Blogs begrenzt; das Partnerprogramm ergänzt die Suchanzeigen, ersetzt sie aber nicht.

e) Bestandskund*innen, die dem Newsletter zugestimmt haben, sollen per E-Mail-Marketing angesprochen werden.

ea) Nenne zwei konkrete Beispiele für E-Mail-Marketing, die zu „CSB-Rad Connect Privat“ passen. (2 Punkte)

Je 1 P, z. B.: Newsletter mit der Vorstellung des Angebots; Erinnerung „Deine Inspektion steht an – Tracker gleich mit einbauen lassen“; persönliche Empfehlung für Kund*innen, die ein E-Bike oder Lastenrad gekauft haben; Erinnerung bei abgebrochener Bestellung; Willkommens-E-Mail mit Einrichtungshilfe nach dem Kauf.

eb) Ordne den Beschreibungen die passende Kennzahl zu, indem Du die Ziffer einträgst. (4 Punkte)

  1. Bounce-Rate · 2) Öffnungsrate (Open-Rate) · 3) Click-Through-Rate · 4) Conversion-Rate
Beschreibung Ziffer
Anteil der Klickenden, die nach dem Klick in der E-Mail das Abo abschließen
Anteil der versendeten E-Mails, die nicht zugestellt werden konnten
Anteil der Empfänger*innen, die einen Link in der E-Mail anklicken
Anteil der zugestellten E-Mails, die geöffnet werden
Beschreibung Ziffer
Abschluss nach Klick 4 (Conversion-Rate)
nicht zustellbar 1 (Bounce-Rate)
Link angeklickt 3 (Click-Through-Rate)
geöffnet 2 (Öffnungsrate)

Je richtiger Zuordnung 1 P.

ec) Die Mailing-Software meldet für den ersten Versand: 2.400 E-Mails versendet, davon 72 nicht zustellbar, 768 geöffnet, 192 Klicks auf den Angebotslink und 36 Abschlüsse über diesen Link. Berechne die Bounce-Rate, die Click-Through-Rate bezogen auf die geöffneten E-Mails (Click-to-Open-Rate) und die Conversion-Rate bezogen auf die Klicks. Gib die Rechenwege an. Beurteile anschließend den Erfolg des Mailings im Vergleich zu den Werten früherer Mailings (Bounce-Rate 2 %, Click-Through-Rate 20 %, Conversion-Rate 15 %). (8 Punkte)

Geg.: versendet 2.400; nicht zustellbar 72; geöffnet 768; Klicks 192; Abschlüsse 36

Ges.: Bounce-Rate BR (1 P)

\text{BR} = \frac{72}{2.400} \cdot 100\,\% = \underline{\underline{3\,\%}}

Ges.: Click-Through-Rate CTR bezogen auf geöffnete E-Mails (2 P)

\text{CTR} = \frac{192}{768} \cdot 100\,\% = \underline{\underline{25\,\%}}

Ges.: Conversion-Rate CR bezogen auf die Klicks (2 P)

\text{CR} = \frac{36}{192} \cdot 100\,\% = \underline{\underline{18{,}75\,\%}}

Beurteilung (3 P): Klickrate (25 % statt 20 %) und Conversion-Rate (18,75 % statt 15 %) liegen deutlich über den bisherigen Werten: Inhalt und Angebot überzeugen, das Mailing ist erfolgreich; 36 Abschlüsse sind bei sehr geringen Versandkosten ein gutes Ergebnis. Auffällig ist die höhere Bounce-Rate (3 % statt 2 %): Der Adressbestand sollte bereinigt und nicht zustellbare Adressen sollten entfernt werden. Die Öffnungsrate (768 von 2.328 zugestellten ≈ 33 %) sollte vorsichtig gelesen werden, weil manche Programme Öffnungen automatisch melden.

Aufgabe 3.3: Vereine für Let’s Meet gewinnen (Profilkompetenz)

(ca. 40 min Bearbeitungszeit)

Die Let’s Meet GmbH startet 2027 eigene Vereinskonten: Sportvereine, Chöre oder Wandergruppen können ihre offenen Termine in der App anbieten und neue Mitglieder finden. Bisher hat Let’s Meet in diesem Geschäftsfeld kaum Marktanteil. Geschäftsführerin Clara Neumann möchte bis Jahresende 2027 rund 300 Vereine in Ostwestfalen-Lippe gewinnen. Du arbeitest mit UX-Designerin Anh Nguyen am Online-Marketing für die Vereinskonten.

a) Die Kampagne ist als Marketing-Funnel aufgebaut. Für alle Besuche von Januar bis März 2027 liegen inzwischen die Zahlen bis zum Ende der Probemonate vor:

Ebene Instrument Gezählt wird Anzahl
Attract Ratgeber-Seite „Neue Mitglieder gewinnen – 7 Ideen für Vereine“ Besuche der Ratgeber-Seite 9.600
Convert kostenloses Webinar „Vereinstermine digital anbieten“ Anmeldungen zum Webinar mit E-Mail-Adresse 768
Close Online-Registrierung mit drei kostenlosen Probemonaten registrierte Vereinskonten 96
Close Ende der Probemonate kostenpflichtig weitergeführte Vereinskonten 60

aa) Nenne je einen analogen und einen digitalen Touchpoint, mit dem Let’s Meet Vereine schon vor dem Besuch der Ratgeber-Seite in der Phase „Awareness“ (Aufmerksamkeit) erreichen kann. (2 Punkte)

  • Analog (1 P), z. B.: Anzeige in der Mitgliederzeitschrift des Stadtsportbunds, Stand beim Vereinstag in Bielefeld, Flyer in Vereinsheimen, Vortrag bei einer Vereinsvorstände-Versammlung.

  • Digital (1 P), z. B.: Social-Media-Anzeige für Vereinsvorstände in OWL, Beitrag in Online-Gruppen für Ehrenamtliche, Suchanzeige zu „neue Mitglieder gewinnen Verein“, Gastbeitrag auf einem Ehrenamtsportal.

ab) Berechne für jeden Übergang zwischen zwei Zeilen der Tabelle die Übergangsquote und die Gesamtquote von der Ratgeber-Seite bis zum kostenpflichtigen Vereinskonto. (5 Punkte)

\text{Übergangsquote} = \frac{\text{Anzahl auf der folgenden Stufe}}{\text{Anzahl auf der vorigen Stufe}} \cdot 100\,\% \quad \text{(1 P)}

  • Besuch → Webinar-Anmeldung: \frac{768}{9.600} \cdot 100\,\% = 8\,\% (1 P)

  • Webinar-Anmeldung → Registrierung: \frac{96}{768} \cdot 100\,\% = 12{,}5\,\% (1 P)

  • Registrierung → kostenpflichtiges Konto: \frac{60}{96} \cdot 100\,\% = 62{,}5\,\% (1 P)

  • Gesamtquote: \frac{60}{9.600} \cdot 100\,\% = \underline{\underline{0{,}625\,\%}} (1 P)

ac) Anh Nguyen hat für die drei Übergänge Zielwerte von 10 %, 10 % und 70 % festgelegt. Vergleiche Deine Ergebnisse mit diesen Zielwerten, bestimme die Stufe mit dem größten Handlungsbedarf und schlage für diese Stufe eine Maßnahme vor. (4 Punkte)

  • Vergleich (2 P): Der Übergang von der Ratgeber-Seite zum Webinar liegt mit 8 % um 2 Prozentpunkte, also ein Fünftel, unter dem Ziel. Von den Webinar-Anmeldungen registrieren sich 12,5 % und damit mehr als geplant. Die Umwandlung in ein kostenpflichtiges Konto liegt mit 62,5 % rund 7,5 Prozentpunkte (etwa ein Neuntel) unter dem Ziel. Den größten Handlungsbedarf hat der Übergang von der Ratgeber-Seite zur Webinar-Anmeldung; er betrifft außerdem die meisten Menschen.

  • Maßnahme (2 P), z. B.: Auf der Ratgeber-Seite nach jeder der sieben Ideen einen gut sichtbaren Hinweis „Im Webinar zeigen wir Dir, wie das mit Let’s Meet klappt“ mit Anmelde-Schaltfläche einbauen; das Anmeldeformular auf Vorname und E-Mail-Adresse kürzen; zusätzlich eine Aufzeichnung zum späteren Ansehen anbieten, falls der Termin nicht passt. Mit einem A/B-Test wird geprüft, ob die Quote steigt.

ad) Clara Neumann will bis Ende 2027 rund 300 zahlende Vereine gewinnen. Berechne, wie viele Besuche der Ratgeber-Seite bei unveränderter Gesamtquote dafür nötig wären. Beurteile, ob das Ziel mit gleichbleibend 9.600 Besuchen je Quartal erreichbar ist, und berücksichtige dabei, was sich ändert, wenn die Stufe aus ac) ihren Zielwert erreicht. (4 Punkte)

Geg.: Ziel n_Z = 300 Vereine; Gesamtquote q = 0,625 %; 9.600 Besuche je Quartal

Ges.: nötige Besuche n_B (1 P)

n_B = \frac{n_Z}{q} = \frac{300}{0{,}00625} = \underline{\underline{48.000\ \text{Besuche}}}

Bei 9.600 Besuchen je Quartal kommen im Jahr 4 \cdot 9.600 = 38.400 Besuche zusammen, das ergibt nur 38.400 \cdot 0{,}00625 = 240 Vereine; das Ziel wird um 60 Vereine verfehlt (1 P).

Erreicht der erste Übergang den Zielwert von 10 %, gilt: 9.600 \cdot 0{,}10 \cdot 0{,}125 \cdot 0{,}625 = 75 Vereine je Quartal (1 P). Das hätte für ein ganzes Jahr genau gereicht (4 \cdot 75 = 300); das erste Quartal ist aber mit 60 Vereinen schon gelaufen, sodass selbst dann nur 60 + 3 \cdot 75 = 285 Vereine zusammenkommen.

Beurteilung (1 P): Mit der Verbesserung einer Stufe allein wird das Ziel knapp verfehlt. Let’s Meet sollte zusätzlich mehr Besuche erzeugen (z. B. über die Touchpoints aus aa) und die Umwandlung nach den Probemonaten in Richtung 70 % verbessern; dann ist das Ziel erreichbar.

b) Ein wichtiger Baustein ist Content-Marketing.

Der Auszubildende Jonas Weber hat einen ersten Redaktionsplan für Mai entworfen:

Entwurf des Redaktionsplans für Mai
Woche Geplanter Beitrag Kanal
1 „Jetzt umsteigen: Vereinskonto im ersten Jahr 30 % günstiger!“ bezahlte Anzeige im Newsletter eines Sportverbands
2 Leitfaden „Das Probetraining, nach dem Neue wiederkommen“ als PDF Download auf der Ratgeber-Seite
3 Video „Let’s Meet hat jetzt zwölf neue Funktionen“ mit Funktionsliste Kurzvideo-Plattform
4 Podcastfolge: Die Vorsitzende eines Chors aus Herford erzählt, wie der Chor in einem Jahr acht junge Stimmen dazugewonnen hat Podcast und Website

ba) Prüfe für jeden der vier Beiträge, ob er zum Content-Marketing gehört oder eher klassische Werbung ist. Begründe Deine Einordnung jeweils mit einem Merkmal. (4 Punkte)

Je Beitrag 1 P (Einordnung mit Begründung):

  • Woche 1 – Werbung: Im Mittelpunkt steht ein Preisvorteil des eigenen Produkts; der Beitrag nützt Vereinen nur, wenn sie kaufen. Bezahlte Anzeigen in fremden Medien sind klassische Werbung.

  • Woche 2 – Content-Marketing: Der Leitfaden hilft Vereinen bei einem echten Problem, auch ohne Let’s Meet zu nutzen. Let’s Meet tritt als Ratgeber auf und gewinnt über den Download Vertrauen und Kontakte.

  • Woche 3 – Werbung: Eine Liste neuer Funktionen stellt das Produkt in den Vordergrund; für Vereine, die Let’s Meet noch nicht kennen, ist der Nutzen unklar.

  • Woche 4 – Content-Marketing: Die Geschichte einer anderen Vorsitzenden ist glaubwürdig und unterhaltsam (Storytelling); Zuhörende nehmen Ideen für ihren eigenen Verein mit.

bb) Wandle einen der beiden Werbebeiträge so um, dass er dasselbe Anliegen mit Content-Marketing verfolgt. Gib an, auf welcher Ebene des Funnels aus Teilaufgabe a der neue Beitrag wirken soll, und begründe das kurz. (3 Punkte)

Beitrag 2 P, Ebene mit Begründung 1 P, z. B.:

  • Aus Woche 3: Kurzvideo-Reihe „In 60 Sekunden: Schnuppertermin anlegen und Anmeldungen im Blick behalten“. Jedes Video löst eine typische Aufgabe von Vereinsvorständen und zeigt dabei nebenbei eine der neuen Funktionen. Ebene Attract: Die Videos laufen auf einer Plattform mit großer Reichweite und sollen Vorstände, die Let’s Meet noch nicht kennen, zur Ratgeber-Seite führen.

  • Aus Woche 1: Online-Rechner „Was kostet Euch die Mitgliedersuche heute?“: Vereine tragen Flyer, Anzeigen und Zeitaufwand ein und sehen, was sie im Jahr ausgeben; die ausführliche Auswertung mit Spartipps kommt per E-Mail. Ebene Convert: Der Rechner gewinnt Kontaktdaten von Vereinen, die bereits Interesse haben; der Preisvorteil kann dann in der Folge-E-Mail stehen.

bc) Beschreibe die Begriffe in der Tabelle mit eigenen Worten. (6 Punkte)

Begriff Beschreibung
Beispiel: Content Seeding Inhalte gezielt dort verbreiten, wo sich die Zielgruppe aufhält, z. B. in Foren und Newslettern von Sportverbänden.
Storytelling
Influencer*innen
Virales Marketing

Je Begriff 2 P:

Begriff Beschreibung
Storytelling Informationen werden als glaubwürdige, authentische Geschichte mit Personen, Problem und Lösung erzählt, damit sie Gefühle wecken und in Erinnerung bleiben.
Influencer*innen Personen mit hoher Reichweite in sozialen Netzwerken, die bei ihren Followern Ansehen genießen und als glaubwürdig gelten; sie stellen Produkte in eigenen Beiträgen vor.
Virales Marketing Eine Botschaft ist so witzig, überraschend oder nützlich, dass Nutzer*innen sie von sich aus weiterleiten und sie sich schnell und kostengünstig verbreitet.

c) Für die Social-Media-Kampagne „Dein Verein in Let’s Meet“ wird eine Social-Media-Strategie entwickelt. Ordne den inhaltlichen Aspekten die passenden Schritte zu, indem Du die Ziffer einträgst. Zwei Zuordnungen sind als Beispiel vorgegeben. (7 Punkte)

  1. Ausgangslage analysieren · 2) Vision und Ziele formulieren · 3) Zielgruppe analysieren · 4) Kanäle festlegen · 5) Inhalte planen · 6) Budget und Ressourcen festlegen · 7) Kampagne umsetzen · 8) Erfolg messen · 9) Strategie anpassen
Inhaltlicher Aspekt Schritt
Bis Ende 2027 sollen 300 Vereine in OWL ein Konto haben, davon 120 über die Kampagne. 2
Für Anzeigen stehen 3.500 € zur Verfügung; Anh Nguyen und eine Werkstudentin betreuen die Kanäle mit je vier Stunden pro Woche. 6
Ein Redaktionsplan legt für jede Woche ein Kurzvideo, einen Beitrag mit Vereinsgeschichte und eine Story fest.
Nach acht Wochen werden erreichte Registrierungen, Klicks und Kommentare mit den Zielen verglichen.
Untersucht wird, welche Plattformen Vereinsvorstände nutzen, wie alt sie sind und welche Probleme sie haben.
Die bisherigen Social-Media-Aktivitäten von Let’s Meet und die Auftritte vergleichbarer Vereinsplattformen werden ausgewertet.
Gewählt werden eine Plattform für berufliche Kontakte und eine Plattform für Kurzvideos; die Fotoplattform wird nicht genutzt.
Beiträge werden veröffentlicht, Anzeigen geschaltet und Fragen in den Kommentaren innerhalb eines Tages beantwortet.
Weil Vereinsgeschichten doppelt so viele Klicks bringen wie Produktvideos, wird der Redaktionsplan umgestellt.
Inhaltlicher Aspekt Schritt
Redaktionsplan 5
Vergleich nach acht Wochen 8
Plattformen, Alter, Probleme der Vorstände 3
bisherige Aktivitäten und Wettbewerber 1
Wahl der Plattformen 4
Veröffentlichen, Anzeigen, Kommentare 7
Umstellung nach Auswertung 9

Je richtiger Zuordnung 1 P.

d) Clara Neumann möchte zusätzlich Maßnahmen, die fast nichts kosten. Im Team wurden vier Vorschläge gesammelt:

  1. In der App erscheint für alle 18.200 monatlich aktiven Nutzer*innen einmalig der Hinweis „Ist Dein Verein schon dabei?“ mit Link zur Ratgeber-Seite.

  2. Für 190 € wird eine Liste mit 2.500 E-Mail-Adressen von Vereinsvorständen in Ostwestfalen-Lippe gekauft und mit einer Werbe-E-Mail angeschrieben.

  3. „Verein wirbt Verein“: Ein Verein, der einen weiteren zahlenden Verein wirbt, erhält einen Monat gratis.

  4. Let’s Meet stellt die Vereinskonten in den kostenlosen Ehrenamtsportalen von Bielefeld und Gütersloh vor.

Beurteile jeden Vorschlag danach, welche Kosten oder welcher Aufwand tatsächlich entstehen und ob er zulässig ist. Schlage für den Vorschlag, den Du ablehnst, einen Ersatz vor. (5 Punkte)

Je Vorschlag 1 P, Ersatz 1 P:

  • 1 – App-Hinweis: kostet nur die Gestaltung und etwas Entwicklungszeit; Let’s Meet nutzt die eigene Reichweite, und viele Nutzer*innen sind selbst in Vereinen aktiv. Ein einmaliger, abschaltbarer Hinweis im eigenen Dienst ist unproblematisch. Geeignet.

  • 2 – gekaufte Adressliste: nicht zulässig. Werbe-E-Mails brauchen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung der Empfänger*innen (§ 7 Abs. 2 UWG), auch wenn sie an Vereine gehen; eine gekaufte Liste ersetzt sie nicht. Es drohen Abmahnungen und ein schlechter Ruf, die 190 € wären verloren. Ablehnen.

  • 3 – Verein wirbt Verein: kein Werbebudget, aber für jeden geworbenen Verein entgeht ein Monatsbeitrag; dieser Verzicht fällt nur bei Erfolg an. Empfehlungen aus dem Vereinsumfeld sind glaubwürdig. Geeignet.

  • 4 – Ehrenamtsportale: kostenlos, aber die Einträge müssen gepflegt und Anfragen beantwortet werden. Die Portale erreichen genau die Zielgruppe. Geeignet.

  • Ersatz für 2, z. B.: auf der Ratgeber-Seite und im Webinar eine Anmeldung zum Vereins-Newsletter mit Double-Opt-in anbieten; oder einen kostenlosen Vortrag beim Stadtsportbund halten und dort Kontakte sammeln.

e) Ein Kollege schlägt vor, eine bekannte Fitness-Influencerin aus Bielefeld zu bezahlen, damit sie die Vereinskonten „ganz natürlich, ohne Werbehinweis“ vorstellt. Die Beiträge sollen außerdem gezielt an 16- und 17-jährige Nutzer*innen der App mit Interesse an Sport ausgespielt werden, die nach ihrem Nutzungsprofil ausgewählt werden. Datenschutzbeauftragte Dr. Marta Kowalczyk hat Bedenken. Beurteile den Vorschlag. (4 Punkte)

  • Werbekennzeichnung (2 P): Bezahlte Beiträge von Influencer*innen sind kommerzielle Kommunikation und müssen deutlich als Werbung erkennbar sein (§ 5a Abs. 4 UWG). Ein Beitrag „ohne Werbehinweis“ wäre unlauter, könnte abgemahnt werden und schadet der Glaubwürdigkeit von Let’s Meet.

  • Profilbasierte Werbung an Minderjährige (2 P): Plattformen dürfen Minderjährigen keine Werbung anzeigen, die auf Profiling beruht (Art. 28 Abs. 2 DSA); Let’s Meet hat das für 16- und 17-Jährige ohnehin ausgeschlossen. Die Zielgruppe der Kampagne sind Vereinsvorstände, nicht Jugendliche.

  • Fazit: In dieser Form ist der Vorschlag abzulehnen. Möglich ist eine gekennzeichnete Kooperation, die sich an Erwachsene richtet.


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Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zum Online-Marketing” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/online-marketing-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/betriebswirtschaft/unternehmen-markt. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 28.10.2026.

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