Übungsaufgaben zur Systemüberwachung
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Monitoring, SNMP, MIB, Trap, Schwellenwert, Engpass, S.M.A.R.T., Syslog, Event, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 92 min, mehrere Aufgaben): Drei Übungsaufgaben zur Systemüberwachung: Du richtest das Monitoring für ein Barcamp mit SNMP ein, findest den Engpass eines Warenwirtschaftsservers und beurteilst eine S.M.A.R.T.-Warnung, und Du wertest Events, eine Known-Error-Datenbank und ein Log der vernetzten Lastenräder eines Zweckverbands aus. Alle Lösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Systemüberwachung: Monitoring-Kennwerte, SNMP, S.M.A.R.T. und Logs.
Hinweise zur Bearbeitung: Als FISY, FIDV, ISE oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1 und Aufgabe 2.2. Von IKD wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1) keine Probleme bereiten. Achte auf die Operatoren: „Nennen“ und „benennen“ verlangen Begriffe ohne Erklärung, „beschreiben“ einen zusammenhängenden Sachverhalt, „erläutern“ zusätzlich Gründe oder Zusammenhänge. Schreib Deine Lösung zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.
Aufgabe 2.1: Monitoring für den Barcamp-Tag (Kernkompetenz)
(ca. 38 min Bearbeitungszeit)
Am Samstag, 13.03.2027, findet am Ratz und Rübe Berufskolleg (RRB) in Bielefeld das Barcamp „Lernen.Digital.Leben 2027“ mit bis zu 400 Teilnehmenden statt. Svenja Krämer von der Schul-IT OWL möchte, dass das Technikteam um Emre Aksoy am Veranstaltungstag alle wichtigen Geräte im Blick hat: Switches in den Etagenverteilern, Access Points, die zwei Check-in-Terminals mit Badge-Druckern, den Streaming-Server, die Infomonitore und den Info-Server. Dazu wird im Server-VLAN 140 eine Monitoring-Software als virtuelle Maschine SRV-MON (10.140.0.5) eingerichtet, die die Geräte per SNMP überwacht.
a) Nenne zwei Aufgaben, die SNMP im Rahmen des Netzwerkmanagements übernehmen kann. (2 Punkte)
Zwei der folgenden, je 1 Punkt:
- Überwachung von Netzwerkkomponenten (Zustand, Auslastung, Fehlerzähler abfragen),
- Fernkonfiguration und Fernsteuerung von Netzwerkkomponenten (Einstellungen ändern),
- Fehlererkennung und Fehlerbenachrichtigung (Ereignisse an eine zentrale Stelle melden).
b) Auf den Geräten laufen sogenannte SNMP-Agenten. Erläutere stichpunktartig die Arbeitsweise dieser Agenten und ihr Zusammenspiel mit SRV-MON. (3 Punkte)
Je 1 Punkt für drei passende Stichpunkte:
- Ein Agent ist ein Programm auf dem überwachten Gerät (oder ein Hardwaremodul, z. B. Netzwerkkarte), das den Zustand des Geräts erfasst.
- Er beantwortet Anfragen der Managementstation
SRV-MONmit den angeforderten Werten und kann auf deren Anweisung Einstellungen ändern oder Aktionen auslösen. - Bei besonderen Ereignissen (z. B. Port down, Papier leer) meldet er sich unaufgefordert beim Manager.
- Der Manager
SRV-MONfragt die Agenten regelmäßig ab (Polling), speichert die Werte, stellt sie dar und alarmiert.
c) SRV-MON kommuniziert mit den Agenten über verschiedene Nachrichtentypen. Beschreibe die Funktion der folgenden drei Nachrichtentypen und gib zu jedem ein Beispiel aus dem Barcamp-Netz an: GET-REQUEST, SET-REQUEST, TRAP. (6 Punkte)
Je 1 Punkt für Funktion und Beispiel:
| Nachricht | Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
| GET-REQUEST | Der Manager fordert einen oder mehrere Werte vom Agenten an; der Agent antwortet mit einem RESPONSE. | SRV-MON fragt alle 5 Minuten den Füllstand des Farbbands der Badge-Drucker oder den Status der Switch-Ports ab. |
| SET-REQUEST | Der Manager verändert einen oder mehrere Werte im Gerät. | Ein Switch-Port, an dem ein fremdes Gerät steckt, wird deaktiviert. |
| TRAP | Unaufgeforderte Meldung des Agenten an den Manager, dass ein Ereignis eingetreten ist. | Der Switch im Etagenverteiler A0 meldet sofort, dass der Port zum Access Point im Foyer ausgefallen ist (Link down). |
d) Emre möchte den Füllstand des Farbbands der Badge-Drucker überwachen. In der Dokumentation findet er die Angabe prtMarkerSuppliesLevel (1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.9) – defined in the Printer MIB. Erläutere, welche Rolle die Management Information Base (MIB) im Zusammenhang mit SNMP spielt. (3 Punkte)
Die MIB ist ein hierarchisch aufgebautes Informationsmodell bzw. eine Art Datenbank, die beschreibt, welche Werte eines Geräts per SNMP abgefragt oder verändert werden können (1 Punkt). Jeder Wert ist über einen eindeutigen Object Identifier (OID) wie 1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.9 adressiert und hat Name, Datentyp und Zugriffsrecht (1 Punkt). Manager und Agent verständigen sich über diese OIDs; die Monitoring-Software braucht die passende MIB (hier die Printer-MIB), um den Wert als „Füllstand Farbband“ richtig anzuzeigen (1 Punkt).
Der folgende Netzwerkplan zeigt einen Ausschnitt des Barcamp-Netzes mit SRV-MON im Server-VLAN 140.
e) Benenne das Transportprotokoll, mit dem SNMP standardmäßig arbeitet, und die beiden Ports, die dafür in der Firewall zwischen VLAN 140 und den übrigen VLANs freigegeben werden müssen. Gib jeweils an, auf welcher Seite der Port genutzt wird. (3 Punkte)
- UDP (verbindungslos) (1 Punkt)
- Port 161: Agenten auf den Geräten nehmen Anfragen (GET, SET) entgegen (1 Punkt).
- Port 162: Der Manager
SRV-MONempfängt TRAPs (1 Punkt).
f) Benenne vier Geräte aus dem Barcamp-Netz oder der Gebäudetechnik, die per SNMP überwacht werden können. (2 Punkte)
Je 0,5 Punkte, z. B.: Switches, Access Points, Router bzw. Firewall, Server (Info-Server, Streaming-Server), Badge-Drucker, USV im Serverraum, Klimagerät im Serverraum, Encoder bzw. Kamera mit SNMP-Unterstützung.
g) Emre schlägt vor, auf allen Geräten SNMPv2c mit der voreingestellten Community public zu nutzen, „weil das am schnellsten geht“. Svenja besteht auf SNMPv3. Erläutere die Bedeutung von Authentifizierung und Verschlüsselung für die Netzwerksicherheit und begründe, welche SNMP-Version eingesetzt werden sollte. (5 Punkte)
- Authentifizierung (2 Punkte): stellt sicher, dass nur berechtigte Manager bzw. Personen auf die Geräte zugreifen und Werte abfragen oder per SET verändern dürfen, und dass Nachrichten unterwegs nicht verfälscht wurden. Bei v2c reicht ein Community-String, der im Klartext übertragen wird – wer ihn mitliest oder
publicerrät, kann Geräte abfragen, mit Schreibrechten sogar Ports abschalten. - Verschlüsselung (2 Punkte): wandelt die übertragenen Daten in Geheimtext um, sodass Unbefugte (z. B. im Gäste-WLAN) Gerätenamen, Adressen, Softwarestände und Konfigurationen nicht mitlesen können.
- Entscheidung (1 Punkt): SNMPv3 mit Authentifizierung und Verschlüsselung (Sicherheitsstufe
authPriv), weil nur diese Version beides bietet; zusätzlich SNMP nur aus VLAN 140 zulassen und möglichst nur lesend.
h) Die E-Ink-Türschilder unterstützen kein SNMP. Ihren Akkustand liefert der Info-Server über eine API. Nenne die vollständigen Bezeichnungen von SNMP und API und beschreibe für beide Möglichkeiten kurz, wie die Monitoring-Software damit an die Daten kommt. (6 Punkte)
- SNMP = Simple Network Management Protocol (1 Punkt). Funktionsweise (2 Punkte): Der Manager fragt die Agenten der Geräte über standardisierte OIDs aus MIBs per UDP ab (GET) bzw. empfängt TRAPs; so lassen sich Geräte vieler Hersteller einheitlich überwachen und steuern.
- API = Application Programming Interface (1 Punkt). Funktionsweise (2 Punkte): eine definierte Schnittstelle mit festgelegten Anfragen und Antworten, über die Programme Daten austauschen, ohne den Quellcode des anderen Systems zu kennen; hier ruft die Monitoring-Software z. B. per HTTPS eine Adresse des Info-Servers auf und erhält den Akkustand aller Türschilder als JSON.
i) Für die Einweisung des Technikteams erstellt Svenja ein Glossar. Beschreibe die folgenden Begriffe jeweils mit einem Beispiel aus dem Barcamp: Threshold, Round Trip Time, Packet Loss, Event, Predictive Maintenance. (10 Punkte)
Je 2 Punkte (Beschreibung und Beispiel):
- Threshold (Schwellenwert): vordefinierter Wert, ab dem eine kritische Situation erkannt und ein Event ausgelöst wird. Beispiel: Warnung, wenn ein Access Point mehr als 60 Clients hat oder der Uplink zu mehr als 80 % ausgelastet ist.
- Round Trip Time: Zeit, die ein Paket für den Weg zu einem Gerät und zurück braucht; wichtig für Echtzeitkommunikation. Beispiel:
SRV-MONmisst per Ping 2 ms zum Streaming-Server; steigt der Wert auf 200 ms, ruckelt der Livestream. - Packet Loss: Anteil der Datenpakete, die bei der Übertragung verloren gehen; beeinträchtigt Qualität und Durchsatz. Beispiel: 5 % Verlust zum Encoder in der Aula führen zu Bildaussetzern im Stream.
- Event: auftretendes Ereignis bzw. Zustandswechsel, den das Monitoring registriert. Beispiel: Stromversorgung eines Infomonitors unterbrochen, Port am Switch geht auf „down“.
- Predictive Maintenance: vorausschauende Wartung, bei der aus Zustandsdaten ein drohender Ausfall vorhergesagt und rechtzeitig gehandelt wird. Beispiel: Ein Türschild-Akku verliert seit Wochen schneller an Ladung und wird vor dem Barcamp getauscht.
j) Nenne zwei weitere Parameter, die bei der Überwachung der Barcamp-Infrastruktur relevant sind und in i) nicht genannt wurden. (2 Punkte)
Je 1 Punkt, z. B.: Antwortzeit des Check-in-Dienstes (Response Time), Datenvolumen bzw. Auslastung des Internetanschlusses, Fehlerzähler an Switch-Ports, Anzahl Clients je Access Point, CPU- und Speicherauslastung des Streaming-Servers, Temperatur im Serverraum, Zustand der USV, Jitter.
Punkte gesamt: 42 (a: 2, b: 3, c: 6, d: 3, e: 3, f: 2, g: 5, h: 6, i: 10, j: 2)
Aufgabe 2.2: Engpässe und eine S.M.A.R.T.-Warnung bei CSB-Rad (Kernkompetenz)
(ca. 32 min Bearbeitungszeit)
Die CSB-Rad GmbH betreibt im Lager Bielefeld-Sennestadt einen Virtualisierungshost. Darauf läuft unter anderem die virtuelle Maschine vm-wawi mit der Warenwirtschaft (8 virtuelle Kerne, 16 GB Arbeitsspeicher). Die Dateien liegen auf dem NAS nas-sen (Software-RAID 6 mit Hot-Spare-Platte, 12-TB-Festplatten) im Serverschrank im Büro. Seit einigen Wochen beschwert sich Werkstattleiter Bastian Ludwig, dass die Warenwirtschaft „zäh“ ist. Cem Sarıkaya, Geschäftsführer Technik und IT, bittet Dich, die Ursache zu finden.
a) Du lässt auf vm-wawi während der Mittagszeit den Ressourcenmonitor laufen und notierst:
| Bereich | Anzeige |
|---|---|
| CPU | 18 % Auslastung, 100 % maximale Frequenz |
| Arbeitsspeicher | 15,2 GB von 16 GB verwendet (95 %), 1.240 harte Fehler/s |
| Datenträger | 410 MB/s, 98 % höchste aktive Zeit; höchste Last durch C:\pagefile.sys |
| Netzwerk | 22 Mbit/s (2 % von 1 Gbit/s) |
Benenne den Bereich, in dem ein Engpass (Bottleneck) vorliegt, und erläutere zwei Maßnahmen, um ihn zu beseitigen. (5 Punkte)
Engpass (1 Punkt): der Arbeitsspeicher (95 % belegt, viele harte Fehler, d. h. Zugriffe auf ausgelagerte Seiten). Die hohe Datenträgerlast ist eine Folge: Sie entsteht durch die Auslagerungsdatei. CPU und Netzwerk sind kaum ausgelastet.
Zwei Maßnahmen, je 2 Punkte, z. B.:
- Der VM mehr Arbeitsspeicher zuweisen (z. B. 32 GB), sofern der Host genug RAM frei hat; bei einer VM ist das ohne Hardwaretausch möglich.
- Anwendungen bzw. Dienste mit hohem Speicherbedarf optimieren, nicht benötigte Dienste beenden oder auf eine andere VM verlagern.
- Auf Speicherlecks prüfen (steigt die Belegung nach jedem Neustart stetig an?) und das Programm vom Hersteller korrigieren lassen.
b) Das Monitoring zeichnet für vm-wawi an einem typischen Tag folgende Werte auf:
| Uhrzeit | 06:00 | 08:00 | 10:00 | 12:00 | 14:00 | 16:00 | 18:00 | 22:00 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nutzung Auslagerungsdatei (GB) | 0,4 | 2,1 | 6,8 | 3,2 | 7,4 | 2,5 | 0,6 | 9,1 |
| Antwortzeit Warenwirtschaft (ms) | 35 | 120 | 410 | 180 | 460 | 140 | 40 | 610 |
ba) Analysiere die Werte und gib eine mögliche Ursache für die langen Antwortzeiten an. (3 Punkte)
Analyse (2 Punkte): Antwortzeit und Nutzung der Auslagerungsdatei steigen und fallen gemeinsam; die höchsten Antwortzeiten (410 ms, 460 ms, 610 ms) treten genau dann auf, wenn am meisten ausgelagert wird – vormittags, nachmittags und um 22:00 Uhr (vermutlich ein nächtlicher Auswertungs- oder Sicherungsjob).
Ursache (1 Punkt): zu wenig Arbeitsspeicher; Daten müssen auf den viel langsameren Datenträger ausgelagert werden.
bb) Ein Kollege stellt beide Messreihen in einem Liniendiagramm mit einer gemeinsamen y-Achse (0 bis 700) dar. Die Kurve der Auslagerungsdatei ist darin kaum zu erkennen. Erläutere, woran das liegt und wie das Diagramm verbessert werden kann. (4 Punkte)
- Ursache (2 Punkte): Die Messreihen haben sehr unterschiedliche Wertebereiche und Einheiten (0 bis 10 GB bzw. 35 bis 610 ms). Mit einer gemeinsamen Achse passt der Maßstab nur zur Antwortzeit; die Werte der Auslagerungsdatei liegen alle nahe 0 und wirken wie eine flache Linie.
- Verbesserung (2 Punkte): Für jede Messreihe eine eigene y-Achse mit passendem Maßstab und Einheit verwenden (z. B. links GB, rechts ms) oder zwei Diagramme mit gemeinsamer Zeitachse übereinander anordnen. Dann ist der gemeinsame Verlauf beider Reihen sichtbar.
c) Nach der Erweiterung des Arbeitsspeichers soll ein Benchmarktest zeigen, wie viel schneller die Warenwirtschaft geworden ist. Erläutere zwei Aspekte, die bei Nichtbeachtung zu verfälschten Testergebnissen führen können. (4 Punkte)
Zwei Aspekte, je 2 Punkte, z. B.:
- Andere Last auf Host, VM oder NAS (Datensicherung, Updates, Virenscan, andere VMs) muss beendet bzw. vor und nach der Erweiterung gleich sein, sonst misst man deren Last mit.
- Gleiche, praxisgerechte Testbedingungen: dieselben Testfälle (typische Buchungen und Auswertungen), dieselbe Datenmenge und Tageszeit vor und nach der Erweiterung.
- Test in einer abgeschotteten Umgebung bzw. ohne fremden Netzwerkverkehr, damit Schwankungen im Netz das Ergebnis nicht verfälschen.
- Mehrfach messen: Beim zweiten Lauf liegen Daten im Cache, der erste Lauf ist langsamer; Ausreißer erkennen und Mittelwerte bilden.
d) Kurz darauf meldet die Verwaltungsoberfläche von nas-sen für Platte 3 eine S.M.A.R.T.-Warnung:
| ID | Attribut | Value | Worst | Threshold | Raw | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 194 | Temperature | 42 | 40 | 0 | 58 | Warning |
Auszug aus dem Datenblatt der Festplatte:
| Teuto Storage NS12 – 12 TB NAS Hard Drive | |
|---|---|
| Interface | SATA 6 Gb/s |
| Rotational speed | 7,200 RPM |
| Cache | 256 MB |
| Workload rate limit | 300 TB/year |
| MTBF | 1,000,000 hours |
| Environmental (operating) | |
| Temperature (drive) | 5 °C to 55 °C |
| Relative humidity (non-condensing) | 5 % to 90 % |
| Environmental (non-operating) | |
| Temperature | −40 °C to 70 °C |
| Relative humidity (non-condensing) | 5 % to 95 % |
da) Beschreibe den Zweck der S.M.A.R.T.-Technologie anhand eines Vorteils. (2 Punkte)
S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology) überwacht laufend Zustandswerte der Festplatte und meldet Abweichungen (1 Punkt). Vorteil: Ein drohender Ausfall wird frühzeitig erkannt, sodass Daten gesichert und die Platte geplant getauscht werden kann, bevor Daten verloren gehen (1 Punkt).
db) Erläutere die S.M.A.R.T.-Warnung anhand des Datenblatts. (3 Punkte)
Die Platte hat aktuell eine Temperatur von 58 °C (Rohwert des Attributs 194) (1 Punkt). Laut Datenblatt sind im Betrieb (operating) höchstens 55 °C zulässig (1 Punkt). Die Platte wird also 3 °C über der zulässigen Betriebstemperatur betrieben; die 70 °C gelten nur für Lagerung und Transport (non-operating) und sind hier nicht maßgeblich (1 Punkt).
dc) Beschreibe zwei mögliche Folgen, wenn die Platte so weiterbetrieben wird – für die Platte selbst, das RAID oder die Leistung des NAS. (4 Punkte)
Zwei Folgen, je 2 Punkte, z. B.:
- Schnellerer Verschleiß, steigende Fehlerraten und kürzere Lebensdauer bis zum Totalausfall der Platte.
- Fällt die Platte aus, baut das NAS das RAID 6 automatisch auf die Hot-Spare-Platte um (Rebuild). Während des Rebuilds sind alle Platten stark belastet und die Redundanz ist eingeschränkt; bei weiterer Überhitzung können zusätzliche Platten ausfallen.
- Während Rebuild oder bei Lesefehlern sinkt die Leistung des NAS deutlich (Dateizugriffe der Werkstatt werden langsam).
- Ist die Ursache ein ausgefallener Lüfter, überhitzen auch die benachbarten Platten.
dd) Nenne zwei technische oder organisatorische Maßnahmen, die Du nach Erhalt der Warnung durchführst, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. (2 Punkte)
Je 1 Punkt, z. B.: aktuelle Datensicherung prüfen bzw. durchführen; Ursache untersuchen (Lüfter, Luftstrom im Serverschrank, Raumtemperatur) und beheben; Vorfall dokumentieren und Ticket eröffnen; Austausch der Platte planen und Ersatzplatte bereitlegen; Temperaturverlauf beobachten und einen Schwellenwert im Monitoring einrichten.
de) Benenne zwei weitere Messwerte, die bei einer S.M.A.R.T.-Analyse eingesehen werden können. (2 Punkte)
Je 1 Punkt, z. B.: Anzahl neu zugewiesener Sektoren (Reallocated Sectors Count), Betriebsstunden (Power-On Hours), Anzahl Ein-/Ausschaltvorgänge bzw. Start-/Stopp-Vorgänge, schwebende Sektoren (Current Pending Sector Count), Übertragungsfehler (UDMA CRC Error Count), Fehlerrate beim Lesen, bei SSDs Verschleiß (Percentage Used).
e) Der Serverschrank steht in einem Büroraum neben der Werkstatt. Benenne drei Umwelteinflüsse, die sich auf die Laufzeit der Hardware auswirken. (3 Punkte)
Je 1 Punkt, z. B.: Umgebungstemperatur (auch Sonneneinstrahlung, fehlende Klimatisierung), Luftfeuchte, Staub und Partikel (z. B. Metallstaub oder Schleifstaub aus der Werkstatt), Vibrationen (Maschinen in der Werkstatt), elektromagnetische Störungen (EMV), Spannungsschwankungen bzw. Überspannung.
f) Der Virtualisierungshost hat zwei redundante Netzteile. Laut Handbuch hat jedes Netzteil drei LEDs: LED 1 „AC“, LED 2 „DC“ und LED 3 „!“ (gelb). Beschreibe die Bedeutung der drei LEDs, wenn sie leuchten. (3 Punkte)
Je 1 Punkt:
- LED 1 „AC“ (Power input): Das Netzteil wird netzseitig mit Wechselspannung versorgt.
- LED 2 „DC“ (Power output): Das Netzteil versorgt den Server mit Gleichspannung.
- LED 3 „!“ (Fault): Das Netzteil hat eine Störung bzw. einen Fehler (blinkend oft eine Warnung, z. B. Übertemperatur).
Punkte gesamt: 35 (a: 5, b: 7, c: 4, d: 13, e: 3, f: 3)
Aufgabe 3.1: Events und Logs der vernetzten Lastenräder (Profilkompetenz)
(ca. 22 min Bearbeitungszeit)
Der Zweckverband Radwege OWL setzt zwölf Dienst-Lastenräder der CSB-Rad GmbH ein. Mit dem Produkt „CSB-Rad Connect“ überwacht CSB-Rad die Räder: Ein elektronisches Rahmenschloss meldet seinen Zustand per Bluetooth an eine Ladestation, ein Tracker sendet die Position, und an der Ladestation werden Akkutemperatur und Ladezustand gemessen. Ein Monitoring- und Control-System bei CSB-Rad wertet alle Meldungen aus. Michael Hartmann vom Zweckverband möchte verstehen, was die Meldungen bedeuten. Du arbeitest im Service-Team von CSB-Rad.
a) Das System unterscheidet die Events Information, Warning und Exception. Erkläre Bedeutung und Folge der Events Warning und Exception und übertrage sie jeweils mit einem Beispiel auf die Lastenräder. Ein Beispiel ist vorgegeben. (6 Punkte)
| Event | Bedeutung und Folge | Beispiel |
|---|---|---|
| Information | Ein Messwert liegt stabil im Sollbereich; ein Eingreifen ist nicht erforderlich. | Akku von Rad 4 lädt bei 24 °C, Ladezustand 80 %. |
| Warning | ||
| Exception |
Je Event 1 Punkt Bedeutung, 1 Punkt Folge, 1 Punkt Beispiel:
| Event | Bedeutung und Folge | Beispiel |
|---|---|---|
| Warning | Ein Messwert befindet sich an der Grenze seines Sollbereichs oder ändert sich ungewöhnlich. Ein sofortiges Eingreifen ist noch nicht nötig, der Wert muss aber beobachtet und die Ursache geklärt werden. | Akkutemperatur beim Laden steigt auf 42 °C; Ladezustand eines Rads am Morgen nur 25 %; Tracker hat sich seit 45 min nicht gemeldet. |
| Exception | Ein Messwert liegt außerhalb seines Sollbereichs, oder eine Funktion ist ausgefallen. Sofortiges Eingreifen ist nötig, damit kein Schaden oder Folgeproblem entsteht. | Akkutemperatur 60 °C beim Laden; Schloss meldet „offen“ außerhalb der Dienstzeit; Rad bewegt sich nachts außerhalb des Betriebsgeländes. |
b) Auszug aus der Known-Error-Datenbank von CSB-Rad Connect:
| Feld | Wert |
|---|---|
| Fehler-ID | 2207 |
| Configuration-Item-Typ | Rahmenschloss „LockOne BLE“ |
| Vorfallszähler | 17 |
| Mean Time To Failure | ca. 1.800 Schließvorgänge |
| Fehlerbeschreibung | Schlosskontakt meldet „offen“, obwohl der Bügel verriegelt ist (Feuchtigkeit am Kontakt) |
| Problemlösung | Kontaktfeder tauschen; Sichtprüfung ab 1.600 Schließvorgängen |
| Workaround | Schloss per System einmal ent- und wieder verriegeln (Selbstentstörung); gelingt das nicht, Sichtkontrolle vor Ort |
ba) Ermittle, wie oft dieser Fehler in der Vergangenheit bereits aufgetreten ist. (1 Punkt)
17-mal (Vorfallszähler).
bb) In der Nacht meldet das Schloss von Rad 7 an der Ladestation Werther „offen“. Das System entriegelt und verriegelt das Schloss automatisch; danach meldet es „verriegelt“. Gib an, wie das System auf die Meldung reagiert hat und welche Folge das für den Vorfallszähler hat. (3 Punkte)
- Das System hat den bekannten Fehler 2207 erkannt und als Selbstentstörung den Workaround automatisch ausgeführt (ent- und wieder verriegeln) (1 Punkt).
- Weil die Selbstentstörung erfolgreich war, ist die Störung behoben; es wird kein Mensch alarmiert (1 Punkt).
- Der Vorfallszähler für Fehler 2207 wird um 1 auf 18 erhöht (1 Punkt).
bc) Erläutere am Beispiel des Fehlers 2207, was man unter proaktivem Problemmanagement versteht. (3 Punkte)
Proaktives Problemmanagement beseitigt Ursachen, bevor erneut Störungen auftreten, statt nur auftretende Störungen zu beheben (1 Punkt). Am Beispiel: Das System zählt die Schließvorgänge jedes Schlosses. Weil der Fehler im Mittel nach etwa 1.800 Schließvorgängen auftritt, wird jedes Schloss ab etwa 1.600 Vorgängen bei der nächsten Inspektion geprüft und die Kontaktfeder vorsorglich getauscht (1 Punkt). Steigt der Vorfallszähler auffällig (z. B. bei bestimmten Stationen oder bei Regen), wird zusätzlich die Ursache (Abdichtung des Kontakts) mit dem Hersteller geklärt (1 Punkt).
c) Die Plattform von CSB-Rad Connect schreibt ein zentrales Log. Auszug für die Nacht vom 20. auf den 21.10.2026 (Schweregrade nach Syslog):
2026-10-20 22:00:03 INFO station-werther rad-07 Ladevorgang gestartet, Akku 31 %, 21 °C
2026-10-20 23:41:17 WARNING lockd rad-07 Schlossstatus 'offen' (Soll: verriegelt)
2026-10-20 23:41:19 NOTICE lockd rad-07 Selbstentstörung erfolgreich, Fehler 2207, Zähler 18
2026-10-21 01:12:55 WARNING lockd rad-07 Schlossstatus 'offen' (Soll: verriegelt)
2026-10-21 01:12:57 NOTICE lockd rad-07 Selbstentstörung erfolgreich, Fehler 2207, Zähler 19
2026-10-21 02:03:10 INFO station-werther rad-07 Ladevorgang beendet, Akku 100 %, 23 °C
2026-10-21 03:27:40 WARNING lockd rad-07 Schlossstatus 'offen' (Soll: verriegelt)
2026-10-21 03:27:42 ERROR lockd rad-07 Selbstentstörung fehlgeschlagen, Fehler 2207
2026-10-21 03:27:42 CRIT alarm rad-07 Rad 07 nicht gesichert, Bereitschaft informiert
2026-10-21 04:05:00 INFO weather werther Niederschlag 2,4 mm/h seit 23:15
ca) Ordne die Schweregrade INFO, WARNING, ERROR und CRIT des Logs den Event-Stufen Information, Warning und Exception zu und begründe die Zuordnung für ERROR und CRIT. (3 Punkte)
INFO(undNOTICE) → Information,WARNING→ Warning (1 Punkt).ERRORundCRIT→ Exception (1 Punkt): Die Selbstentstörung ist fehlgeschlagen, das Rad ist nicht gesichert – der Zustand liegt außerhalb des Sollbereichs, und ein Mensch muss sofort eingreifen (Bereitschaft informiert) (1 Punkt).
cb) Werte den Auszug aus. Beschreibe das Muster, das Du erkennst, und leite daraus eine Maßnahme sowie eine zusätzliche Alarmregel für das Monitoring ab. (4 Punkte)
- Muster (2 Punkte): Bei Rad 7 tritt Fehler 2207 in einer Nacht dreimal auf (23:41, 01:12 und 03:27 Uhr), und zwar erst, nachdem es ab 23:15 Uhr in Werther regnet. Das passt zur Fehlerbeschreibung (Feuchtigkeit am Kontakt). Der Vorfallszähler steigt in einer Nacht von 17 auf 19, beim dritten Mal versagt der Workaround.
- Maßnahme (1 Punkt): Schloss von Rad 7 vorziehend prüfen und Kontaktfeder tauschen; Abdichtung bzw. Unterstand der Ladestation Werther verbessern.
- Alarmregel (1 Punkt), z. B.: „Tritt Fehler 2207 am selben Rad mehr als zweimal innerhalb von 6 Stunden auf, Warning an das Service-Team und Wartungsticket anlegen“ oder „bei Niederschlag nächtliche Schlossmeldungen der Station Werther mit Priorität melden“.
d) Für die Exception „Akkutemperatur über 55 °C beim Laden“ diskutiert das Team, ob das System selbst reagieren oder die Bereitschaft informieren soll. Beschreibe eine sinnvolle automatisierte Reaktion und je einen spezifischen Vorteil von automatisierten Reaktionsmaßnahmen und manuellen Eingriffen in diesem Fall. (4 Punkte)
- Automatisierte Reaktion (1 Punkt): Ladevorgang sofort stoppen bzw. Ladeleistung drosseln (das Ladegerät ist ein Aktor), Event protokollieren und gleichzeitig ein Ticket anlegen.
- Vorteil automatisiert (1,5 Punkte): Die Reaktion erfolgt sofort, auch nachts ohne Personal vor Ort; die Gefahr (Überhitzung, Brand des Akkus) wird begrenzt, bevor ein Schaden entsteht.
- Vorteil manuell (1,5 Punkte): Ein Mensch kann den Zusammenhang beurteilen (Sensor defekt oder tatsächlich heißer Akku? Hitze im Sommer? Schaden am Akku nach Sturz?), vor Ort nachsehen und über das weitere Vorgehen entscheiden (Akku tauschen, Rad sperren, Feuerwehr), was eine Regel nicht vorhersehen kann.
Punkte gesamt: 24 (a: 6, b: 7, c: 7, d: 4)
Links und weitere Informationen
Systemüberwachung: Monitoring-Kennwerte, SNMP, S.M.A.R.T. und Logs
Hochverfügbarkeit: Ausfallzeiten berechnen, Redundanz planen
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