Übungsaufgaben zum Internetanschluss und zur Standortanbindung

https://bildung.social/@oerinformatik/

https://oer-informatik.de/internetanbindung-uebungsaufgaben

Internetanschluss, FTTx, Glasfaser, Shared Medium, Standleitung, Dual-Stack, DS-Lite, Carrier-Grade NAT, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 68 min, mehrere Aufgaben): Fünf Übungsaufgaben zum Internetanschluss: Für den Showroom eines Fahrradhändlers deutest Du eine Messreihe, wertest einen Vertragsvergleich aus und rechnest das Datenvolumen einer 5G-Überbrückung durch. Für ein Berufskolleg ordnest Du VDSL ein und prüfst Aussagen zum Glasfaserausbau. Für eine Barcamp-Session ohne Anschluss wählst Du zwischen Mobilfunk-Bonding, 5G und Richtfunk. An zwei Router-Statusseiten erkennst Du DS-Lite und Dual-Stack und machst einen Testserver erreichbar. Zum Schluss berechnest Du für ein Start-up den nötigen Upload, vergleichst drei Angebote über die Laufzeit und planst einen Ersatzanschluss. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Internetanschluss und Standortanbindung: DSL, Kabel, Glasfaser, Mobilfunk und Standleitung.

Wortwolke zu den Übungsaufgaben: Internetanschluss, Glasfaser, FTTB, FTTH, Shared Medium, DS-Lite, Dual-Stack, Carrier-Grade NAT, Standleitung, Upload und weitere Begriffe (mit KI erstellt)

Hinweise zur Bearbeitung: Als FISY, FIDV, ISE oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2, Aufgabe 2.3 und Aufgabe 2.4. Von IKD wird zusätzlich erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1) keine Probleme bereiten. Achte auf den Operator: „Nennen“, „benennen“ und „ankreuzen“ verlangen Stichworte bzw. Kreuze, „beschreiben“ und „erläutern“ ganze Sätze mit Bezug zur Situation, „empfehlen“ eine begründete Entscheidung, „berechnen“ einen nachvollziehbaren Rechenweg. Alle IP-Adressen stammen aus Bereichen für Beispiele und Dokumentation und stehen stellvertretend für echte Adressen. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst; andere sachlich richtige Antworten sind ebenfalls richtig.

Du möchtest eigene Aufgaben zum Üben von einem KI-Sprachmodell generieren lassen?

Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.

Erstelle neue Übungsaufgaben zum Thema „Internetanschluss und
Standortanbindung“.

Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.

Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/internetanbindung
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/internetanbindung-uebungsaufgaben

Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Internetanschluss
- FTTx
- Glasfaser
- Shared Medium
- Standleitung
- Dual-Stack
- DS-Lite
- Carrier-Grade NAT

Kompetenzstufe: Kernkompetenz (alternativ: Basiskompetenz, Profilkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan

Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
   abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
   zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
   Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
   Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
   Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
   danach frage.

Aufgabe 2.1: Videoberatung im Showroom der CSB-Rad GmbH stockt (Kernkompetenz)

(ca. 12 min Bearbeitungszeit)

Der Showroom der CSB-Rad GmbH in der Bielefelder Innenstadt hat Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Neben Kasse und Beratungs-Tablets gibt es dort Videoberatung: Kundinnen und Kunden sprechen per Video mit der Fachwerkstatt in Sennestadt, die Tablets werden von der Zentrale aus über IPv6 verwaltet. Zur Eröffnung wurde schnell Kabelinternet im Privatkundentarif gebucht. Seitdem gibt es drei Beschwerden:

  1. Die Videoberatung stockt im Bild, das beim Showroom aufgenommen wird; der Ton bleibt meist verständlich.
  2. Nach jeder Neuverbindung des Kabelmodems erreicht die Zentrale die Tablets nicht mehr, bis jemand die Adressen in der Verwaltungssoftware nachträgt.
  3. Nach einer Störung von Samstagnachmittag bis Dienstagvormittag blieb der Showroom ohne Ausgleich für die verlorenen Verkaufstage.

Cem Sarıkaya, Geschäftsführer Technik und IT, hat eine Woche lang Geschwindigkeitstests am Router laufen lassen (Mittelwerte). Für den Betrieb braucht der Showroom während der Öffnungszeiten mindestens 150 Mbit/s Download und 60 Mbit/s Upload.

Uhrzeit 07:30 10:00 13:00 16:30 18:30 22:30
Download in Mbit/s 488 471 402 297 214 455
Upload in Mbit/s 34 33 33 32 31 34

Der Anbieter schlägt einen Wechsel in den Geschäftskundentarif vor:

Vertragsmerkmal bisher: „Kabel Home 500“ Angebot: „Kabel Business 500“
Technik DOCSIS 3.1 DOCSIS 3.1 (dieselbe Leitung)
Bandbreite bis zu 500/35 Mbit/s bis zu 500/100 Mbit/s
IPv6 Präfix /56, wechselt bei Neuverbindung festes Präfix /56
Verfügbarkeit keine Zusage 99,6 % im Jahresmittel
Ausgleich bei Störungen gesetzliche Minderung auf Antrag Gutschrift von 10 % des Monatsentgelts je angefangene 24 Stunden Störung

a) Werte die Messreihe getrennt für Download und Upload aus und begründe, welcher der beiden Werte die Beschwerde über die Videoberatung erklärt. (4 Punkte)

Download (1 Punkt): Er sinkt im Lauf des Tages von 488 auf 214 Mbit/s um 18:30 Uhr und erholt sich spät abends. Kabelinternet ist ein Shared Medium; abends nutzen viele Haushalte im Segment gleichzeitig das Netz. Der Bedarf von 150 Mbit/s bleibt aber jederzeit gedeckt.

Upload (1 Punkt): Er liegt den ganzen Tag gleichmäßig bei 31–34 Mbit/s, also an der Grenze des Tarifs (35 Mbit/s), und damit deutlich unter den nötigen 60 Mbit/s.

Begründung (2 Punkte): Das Bild aus dem Showroom wird hochgeladen – es hängt am Upload. Weil der Upload nicht schwankt, sondern dauerhaft zu knapp ist, liegt die Ursache im asymmetrischen Tarif und nicht in der Auslastung durch andere. Das passt dazu, dass der Ton (geringe Datenrate) verständlich bleibt.

Liniendiagramm der Messreihe: Der Download sinkt von 488 Mbit/s am Morgen auf 214 Mbit/s um 18:30 Uhr, bleibt aber über dem Bedarf von 150 Mbit/s; der Upload liegt den ganzen Tag bei 31 bis 34 Mbit/s und damit unter dem Bedarf von 60 Mbit/s (mit KI erstellt)

b) Ordne jeder der drei Beschwerden das Vertragsmerkmal des Geschäftstarifs zu, das sie behebt, und begründe kurz. Berechne außerdem, wie viele Stunden Ausfall pro Jahr der Geschäftstarif trotz Verfügbarkeitszusage noch zulässt. (5 Punkte)

Zuordnung (je 1 Punkt):

  • Stockende Videoberatung → Bandbreite mit 100 Mbit/s Upload. Das deckt die nötigen 60 Mbit/s mit Reserve.
  • Tablets nicht erreichbar → festes IPv6-Präfix. Die Adressen der Tablets bilden sich aus dem Präfix; bleibt es gleich, bleiben auch die Adressen gleich, und die Einträge in der Verwaltungssoftware stimmen dauerhaft.
  • Kein Ausgleich → Gutschrift je angefangene 24 Stunden. Die Störung von Samstag bis Dienstag hätte automatisch eine Gutschrift ausgelöst, ohne Antrag.

Ausfallzeit (2 Punkte):

Geg.: Verfügbarkeit A = 99{,}6\ \%, ein Jahr = 365 \cdot 24\ \text{h} = 8760\ \text{h}
Ges.: zulässige Ausfallzeit t_{aus}

t_{aus} = (1 - 0{,}996) \cdot 8760\ \text{h} = 0{,}004 \cdot 8760\ \text{h} \approx \underline{\underline{35{,}0\ \text{h}}}

Rund 35 Stunden pro Jahr sind also erlaubt – die Zusage schließt einzelne Ausfälle nicht aus.

c) Für die Umstellung muss der Hausanschluss umgebaut werden; der Anbieter kündigt 12 Öffnungstage ohne Festnetz an. Zur Überbrückung soll ein 5G-Router mit 120 GB Datenvolumen im Monat dienen, danach wird auf 2 Mbit/s gedrosselt. Laut Router-Statistik hat der Showroom in den letzten 25 Öffnungstagen 368 GB übertragen. Berechne, ab welchem Öffnungstag gedrosselt würde und wie viel Zusatzvolumen für die 12 Tage nötig ist. Nenne eine Maßnahme, um den Verbrauch zu senken. (4 Punkte)

Rechnung (3 Punkte):

Geg.: 368 GB in 25 Öffnungstagen, Überbrückung 12 Öffnungstage, Inklusivvolumen 120 GB
Ges.: Tag der Drosselung, Zusatzvolumen V_{zus}

\begin{aligned} v_{Tag} &= \frac{368\ \text{GB}}{25} = 14{,}72\ \text{GB} \\ n &= \frac{120\ \text{GB}}{14{,}72\ \text{GB}} \approx 8{,}2 \quad \Rightarrow \text{Drosselung im Laufe des 9. Öffnungstags} \\ V_{12} &= 12 \cdot 14{,}72\ \text{GB} = 176{,}64\ \text{GB} \\ V_{zus} &= 176{,}64\ \text{GB} - 120\ \text{GB} \approx \underline{\underline{56{,}6\ \text{GB}}} \end{aligned}

Maßnahme (1 Punkt), z. B.: 3D-Vorschaubilder lokal auf den Tablets zwischenspeichern; Updates und Sicherungen in dieser Zeit aussetzen; Videoberatung mit geringerer Auflösung führen.

Aufgabe 2.2: Vom VDSL zur Glasfaser am Ratz und Rübe Berufskolleg (Kernkompetenz)

(ca. 12 min Bearbeitungszeit)

Das Ratz und Rübe Berufskolleg (RRB) in Bielefeld hat drei Gebäude; der Serverraum mit dem Standortverteiler liegt im Untergeschoss von Gebäude B, die Gebäude A und C sind über eigene Lichtwellenleiter angebunden. Bisher kommt das Internet über VDSL; die Kupferleitung vom Kabelverzweiger an der Straße bis zum Übergabepunkt in Gebäude B ist rund 600 m lang. Svenja Krämer von der Schul-IT OWL hat sich eine Übersicht des Anbieters notiert:

Leitungslänge Kabelverzweiger – Gebäude 300 m 600 m 900 m 1.200 m
erreichbarer Download (VDSL2 mit Vectoring) ca. 100 Mbit/s ca. 75 Mbit/s ca. 55 Mbit/s ca. 35 Mbit/s

Werte vereinfacht; die tatsächliche Rate hängt vom Zustand der Leitung und von Störungen auf Nachbaradern ab.

a) Lies ab, welchen Download das RRB heute erwarten kann. Ordne den bisherigen Anschluss einer FTTx-Variante zu und erkläre, warum die Rate mit der Leitungslänge sinkt. (3 Punkte)

  • Bei rund 600 m sind etwa 75 Mbit/s Download zu erwarten (1 Punkt).
  • VDSL ist FTTC (Fiber to the Curb): Die Glasfaser endet im Kabelverzweiger, ab dort geht es über die Kupferdoppelader weiter (1 Punkt).
  • Das hochfrequente VDSL-Signal wird auf der Kupferleitung mit der Länge immer stärker gedämpft; je schwächer das Signal im Verhältnis zu Störungen ist, desto weniger Daten lassen sich pro Sekunde übertragen (1 Punkt).

b) Der Anbieter bietet an, die Glasfaser über einen Splitter bis in den Keller von Gebäude B zu führen. Im Kollegium fallen drei Aussagen. Beurteile jede Aussage als richtig, falsch oder teilweise richtig und begründe. (6 Punkte)

  1. „Dann hängen wir im Haus doch wieder am Kupfer – das bringt nichts.“
  2. „Wenn die Glasfaser bis in unser Gebäude reicht, ist die Bandbreite garantiert.“
  3. „Mit Glasfaser haben wir endlich genauso viel Upload wie Download.“

Je Aussage 1 Punkt für die Einordnung, 1 Punkt für die Begründung:

  1. Falsch (bzw. nur teilweise richtig): Das ist FTTB. Der Engpass von heute ist die lange Kupferstrecke von der Straße bis ins Gebäude; sie entfällt. Im Haus übernimmt das eigene Schulnetz die Verteilung – am RRB sogar mit Lichtwellenleitern zu A und C und strukturierter Verkabelung. Kurze Ethernet-Strecken im Gebäude begrenzen die Rate nicht.
  2. Falsch: Über den Splitter teilen sich mehrere Anschlüsse eine Faser (GPON, Shared Medium). Ohne vertraglich zugesicherte Mindestbandbreite gilt weiter „bis zu“.
  3. Nicht unbedingt: Das Medium könnte es, entscheidend sind aber Technik und Tarif. GPON ist selbst asymmetrisch (z. B. 2,5 Gbit/s abwärts, 1,25 Gbit/s aufwärts für alle Anschlüsse am Splitter zusammen), und viele Tarife bieten weniger Upload als Download. Symmetrische Raten muss die Schule ausdrücklich buchen.

c) Bringe die Komponenten, die bei der angebotenen Variante zwischen dem Anbieter und dem Standortverteiler-Switch im Serverraum liegen, in die richtige Reihenfolge. Zwei der Komponenten werden bei dieser Variante nicht gebraucht; streiche sie und begründe kurz. (4 Punkte)

Router/Firewall der Schule · VDSL-Modem · Splitter · ONT · OLT · Medienkonverter · Glasfaser-Abschlusspunkt (Gf-AP) im Keller

OLT (Vermittlungsstelle) → Splitter → Glasfaser-Abschlusspunkt (Gf-AP) im Keller → ONT → Router/Firewall der Schule → Standortverteiler-Switch (3 Punkte; je falsch platzierter Komponente 1 Punkt Abzug).

Beispiellösung als Schema: OLT, Splitter, Glasfaser-Abschlusspunkt im Keller und ONT sind per Glasfaser verbunden, danach folgen per Ethernet Router/Firewall der Schule und Standortverteiler-Switch; VDSL-Modem und Medienkonverter werden nicht gebraucht (mit KI erstellt)

Gestrichen (1 Punkt): VDSL-Modem – es gibt keine VDSL-Strecke mehr; Medienkonverter – das ONT übersetzt bereits vom Licht der Anbieterfaser auf Ethernet, ein weiterer Wandler ist nicht nötig.

Aufgabe 2.3: Livestream von der Außensession beim Barcamp (Kernkompetenz)

(ca. 11 min Bearbeitungszeit)

Beim Barcamp „Lernen.Digital.Leben 2027“ findet eine Session als Exkursion auf dem Gelände einer Volkssternwarte am Stadtrand statt. Dort gibt es keinen Internetanschluss. Die Session soll in Full HD live gestreamt werden (Encoder: 6 Mbit/s Upload). Zusätzlich sollen Teilnehmende in der Aula per Videokonferenz Fragen stellen (Rückkanal von der Sternwarte: 2,5 Mbit/s Upload). Das Orga-Team plant 30 % Reserve ein. Drei Optionen stehen zur Wahl:

Bonding-Router mit zwei Mobilfunknetzen 5G-Router mit Außenantenne Richtfunk vom Schuldach
Funktionsweise verteilt die Daten auf SIM-Karten zweier Anbieter und setzt sie bei einem Server im Rechenzentrum wieder zusammen eine SIM-Karte, ein Anbieter Punkt-zu-Punkt-Funkstrecke zum Schulnetz
Upload 12–30 Mbit/s (eigene Messung vor Ort an einem Dienstagnachmittag, beide Netze zusammen) 6–19 Mbit/s (eigene Messung, gleicher Termin) 200 Mbit/s
Latenz 30–70 ms 20–40 ms unter 5 ms
Kosten für den Barcamp-Tag 95 € Miete inkl. zwei Tagestarife 35 € Tagestarif 1.150 € Dienstleister inkl. Auf- und Abbau
Aufbau ca. 20 min ca. 15 min Planung 2 Tage; Sichtverbindung über 3,2 km nötig, noch nicht geprüft

a) Berechne den Upload, den die Anbindung mindestens liefern muss. (2 Punkte)

Geg.: Stream 6 Mbit/s, Rückkanal 2,5 Mbit/s, Reserve 30 %
Ges.: Mindest-Upload r

r = (6\ \text{Mbit/s} + 2{,}5\ \text{Mbit/s}) \cdot 1{,}3 = 8{,}5\ \text{Mbit/s} \cdot 1{,}3 \approx \underline{\underline{11{,}05\ \text{Mbit/s}}}

b) Bewerte die drei Optionen mit Deinem Ergebnis und den Angaben aus der Tabelle und gib eine begründete Empfehlung. (5 Punkte)

Bewertung (je Option 1 Punkt):

  • Bonding-Router: Auch der untere Messwert von 12 Mbit/s liegt knapp über den rund 11 Mbit/s. Fällt ein Netz aus, läuft die Verbindung über das andere weiter. Kosten und Aufbau passen zu einem Tag.
  • 5G-Router: Die Messung schwankt zwischen 6 und 19 Mbit/s; der untere Wert reicht nicht. Am Barcamp-Samstag können viele Menschen vor Ort die Funkzelle zusätzlich belasten (Shared Medium). Günstig und schnell, aber allein zu unsicher.
  • Richtfunk: Leistung weit über Bedarf, aber teuer, mit Planungsaufwand, und die Sichtverbindung ist ungeklärt – für einen einzigen Tag unverhältnismäßig.
Balkendiagramm: Der Bonding-Router liefert gemessen 12 bis 30 Mbit/s und liegt ganz über dem Mindest-Upload von rund 11 Mbit/s, der 5G-Router mit 6 bis 19 Mbit/s teilweise darunter; Richtfunk liefert 200 Mbit/s (mit KI erstellt)

Empfehlung (2 Punkte), z. B.: Bonding-Router, weil er als einzige günstige Option den Bedarf auch im schlechtesten gemessenen Fall deckt und den Ausfall eines Netzes überbrückt. Die Reserve ist knapp; deshalb einen Plan B mit geringerer Auflösung vorbereiten. Andere begründete Empfehlungen sind ebenfalls richtig.

c) Erkläre, warum die Latenz für die Fragerunde wichtiger ist als für den Stream, und warum der Bonding-Router eine etwas höhere Latenz hat als der einfache 5G-Router. (2 Punkte)

Der Stream läuft nur in eine Richtung und wird beim Publikum gepuffert; ob er eine halbe Sekunde später ankommt, merkt niemand. Bei der Fragerunde sprechen Menschen abwechselnd miteinander; jede Verzögerung führt zu Pausen und Ins-Wort-Fallen (1 Punkt). Beim Bonding laufen die Daten zusätzlich über den Server im Rechenzentrum, der die Teilströme wieder zusammensetzt und auf das langsamere Netz warten muss (1 Punkt).

d) Am Barcamp-Tag misst das Team am Bonding-Router nur 9 Mbit/s Upload, weil eines der beiden Netze stark ausgelastet ist. Prüfe rechnerisch, ob es reicht, den Stream auf 720p (3,5 Mbit/s) umzustellen, und nenne eine weitere Maßnahme. (3 Punkte)

Rechnung (2 Punkte):

r_{720p} = (3{,}5\ \text{Mbit/s} + 2{,}5\ \text{Mbit/s}) \cdot 1{,}3 = \underline{\underline{7{,}8\ \text{Mbit/s}}} < 9\ \text{Mbit/s}

Mit 720p reicht der gemessene Upload einschließlich Reserve.

Weitere Maßnahme (1 Punkt), z. B.: den 5G-Router eines dritten Anbieters zusätzlich für die Videokonferenz nutzen; die Antennen höher montieren; die Fragen aus der Aula nur als Audio oder Chat übertragen.

Aufgabe 2.4: Den Testserver im Homeoffice erreichbar machen (Kernkompetenz)

(ca. 12 min Bearbeitungszeit)

Jonas Weber von der Let’s Meet GmbH möchte zu Hause einen Testserver betreiben, auf den seine Kollegin Anh Nguyen von ihrem Homeoffice aus und die anderen vom Büro aus zugreifen sollen. Das Büro hat Dual-Stack mit der festen IPv4-Adresse 192.0.2.10. Jonas und Anh haben die Statusseiten ihrer Router abfotografiert und abgetippt.

Router von Jonas:

Internetzugang ........ Kabel (DOCSIS 3.1), verbunden
IPv4 .................. keine eigene Adresse – DS-Lite, Gegenstelle aftr.provider.example
IPv6 .................. 2001:db8:4c2:8e00::1
IPv6-Präfix ........... 2001:db8:4c2:8e00::/56
Heimnetz IPv4 ......... 192.168.40.1/24
Heimnetz IPv6 ......... 2001:db8:4c2:8e01::/64, Router auch unter fe80::1
Testserver ............ 192.168.40.20, 2001:db8:4c2:8e01::20

Router von Anh:

Internetzugang ........ VDSL, verbunden
IPv4 .................. 198.51.100.73
IPv6-Präfix ........... 2001:db8:a07:3100::/56
Heimnetz IPv4 ......... 192.168.10.1/24

a) Bestimme für beide Anschlüsse die Art der IP-Anbindung und belege Deine Einordnung mit den Angaben der Statusseiten. (4 Punkte)

  • Jonas: DS-Lite (1 Punkt). Beleg (1 Punkt): keine eigene IPv4-Adresse, Hinweis auf eine DS-Lite-Gegenstelle (AFTR); dafür eine globale IPv6-Adresse aus 2000::/3 und ein delegiertes /56-Präfix.
  • Anh: Dual-Stack (1 Punkt). Beleg (1 Punkt): Die IPv4-Adresse 198.51.100.73 ist öffentlich – sie liegt weder in einem privaten Bereich nach RFC 1918 noch in 100.64.0.0/10 für Carrier-Grade NAT –, und daneben gibt es ein globales IPv6-Präfix.

b) Jonas will den Kolleginnen und Kollegen einfach die Adresse 192.168.40.20 schicken. Erkläre, warum das nicht funktioniert, und welche Adresse auf seiner Statusseite von außen überhaupt erreichbar sein kann. (3 Punkte)

192.168.40.20 ist eine private Adresse nach RFC 1918; sie gilt nur in Jonas’ Heimnetz und wird im Internet nicht geroutet. Wer sie anspricht, landet im eigenen Netz (1 Punkt). Eine Portweiterleitung von einer öffentlichen IPv4-Adresse ist auch nicht möglich, weil Jonas bei DS-Lite keine hat; die öffentliche IPv4-Adresse gehört dem Übergangsrouter des Anbieters (1 Punkt). Von außen erreichbar sein kann nur die globale IPv6-Adresse des Servers 2001:db8:4c2:8e01::20, sofern die Router-Firewall den Dienst freigibt; fe80::1 ist Link-Local und gilt nur im lokalen Netz (1 Punkt).

c) Entscheide, auf welchem Weg Anh und das Büro den Testserver erreichen sollen. Vergleiche dazu zwei mögliche Wege und begründe Deine Wahl mit den Statusseiten. (4 Punkte)

Zwei Wege (je 1 Punkt):

  • IPv6: Am Router von Jonas eine Firewall-Regel für den Port des Testservers auf 2001:db8:4c2:8e01::20 anlegen. Ohne Zusatzkosten, keine Änderung beim Anbieter.
  • Ausgehender Tunnel: Der Testserver baut selbst eine VPN-Verbindung zum Büro auf (192.0.2.10); Zugriffe laufen durch diesen Tunnel. Funktioniert auch ohne eingehende Verbindungen bei Jonas.

Entscheidung (2 Punkte), z. B.: IPv6, weil alle Beteiligten es haben – Anh und das Büro sind beide Dual-Stack angebunden. Eine öffentliche IPv4-Adresse zu buchen ist nicht nötig. Der VPN-Weg ist ebenfalls gut begründbar, wenn der Testserver nicht direkt im Internet sichtbar sein soll; Anh müsste dann zusätzlich per VPN ins Büro.

d) Eine Woche später erreicht Anh den Testserver nicht mehr. Jonas’ Router zeigt jetzt das Präfix 2001:db8:4c2:9a00::/56. Erkläre die Ursache und nenne eine Abhilfe. (2 Punkte)

Ursache (1 Punkt): Der Anbieter hat ein neues IPv6-Präfix vergeben, wie es bei Privatanschlüssen üblich ist. Damit hat auch der Testserver eine neue globale Adresse, und die alte Adresse sowie eine darauf bezogene Firewall-Regel laufen ins Leere.

Abhilfe (1 Punkt), z. B.: einen DynDNS-Dienst nutzen, der den AAAA-Eintrag eines Hostnamens automatisch aktualisiert, und im Router die Freigabe auf das Gerät statt auf die feste Adresse beziehen; alternativ beim Anbieter ein festes Präfix buchen.

Aufgabe 3.1: Ein neuer Anschluss für das Büro der Let’s Meet GmbH (Profilkompetenz)

(ca. 21 min Bearbeitungszeit)

Der Vertrag für den Internetanschluss im Büro am Jahnplatz läuft aus. Bisher gibt es Kabelinternet für Geschäftskunden mit 1.000/100 Mbit/s und der festen Adresse 192.0.2.10, über die der Testserver und der VPN-Zugang erreichbar sind. Die nächtliche Sicherung der Datenbank (180 GiB) ins Rechenzentrum dauert damit über vier Stunden und läuft in den Arbeitsbeginn hinein. Geschäftsführerin Clara Neumann möchte eine Entscheidungsvorlage. Vorgaben: Sicherung zwischen 2:00 und 4:00 Uhr abgeschlossen (Protokoll-Overhead 10 %), feste öffentliche IPv4-Adresse, Vertragslaufzeit 24 Monate.

Angebot Technik Download/Upload Bandbreite Entstörzeit monatlich (netto) einmalig (netto)
A Kabelinternet (DOCSIS 3.1), Geschäftskunden 1.000/200 Mbit/s „bis zu“ nächster Werktag 89,00 € –
B Glasfaser FTTH (GPON), Geschäftskunden 1.000/500 Mbit/s „bis zu“ 8 Stunden 149,00 € 799,00 € Hausanschluss
C Ethernet-Standleitung über eigene Glasfaser 500/500 Mbit/s garantiert 4 Stunden, rund um die Uhr 690,00 € 1.500,00 € Einrichtung

Alle Angebote enthalten eine feste öffentliche IPv4-Adresse und ein IPv6-Präfix.

a) Laut Vermieter liegt die Glasfaser des Anbieters bereits im Keller des Bürohauses. Erläutere zwei Möglichkeiten, wie das Büro im 3. Obergeschoss daraus einen Glasfaseranschluss erhalten kann, und ordne Angebot B einer davon zu. (5 Punkte)

  • FTTB (Fiber to the Building): Die Glasfaser endet im Keller; dort sitzt die aktive Technik des Anbieters, und das Signal gelangt über die vorhandene Hausverkabelung (Telefonkabel, z. B. mit G.fast, oder Ethernet) ins Büro. Kein Leitungsbau im Haus nötig, die Rate wird aber durch die Kupferstrecke begrenzt. (2 Punkte)
  • FTTH (Fiber to the Home): Eine Glasfaser wird vom Keller durch das Treppenhaus bzw. einen Steigschacht bis ins Büro gezogen; dort wandelt ein ONT das Licht in Ethernet. Volle Glasfaserrate, aber Arbeiten im Gebäude und Zustimmung des Vermieters nötig. (2 Punkte)

Angebot B entspricht FTTH (der Hausanschlusspreis deckt das Verlegen bis ins Büro) (1 Punkt).

b) Berechne, welchen Upload die Sicherung mindestens benötigt. (4 Punkte)

Geg.: V = 180\ \text{GiB}, Overhead 10 %, t = 2\ \text{h} = 7200\ \text{s}
Ges.: Mindest-Upload r

\begin{aligned} \text{I:}\quad V_{bit} &= 180 \cdot 1024^3\ \text{Byte} \cdot 8\ \tfrac{\text{bit}}{\text{Byte}} = 1\,546\,188\,226\,560\ \text{bit} \\ \text{II:}\quad r &= \frac{V_{bit} \cdot 1{,}1}{t} \\ \text{I in II:}\quad r &= \frac{1\,546\,188\,226\,560\ \text{bit} \cdot 1{,}1}{7200\ \text{s}} \approx 236\,223\,201\ \tfrac{\text{bit}}{\text{s}} \approx \underline{\underline{236{,}223\ \text{Mbit/s}}} \end{aligned}

Bewertung: Umrechnung GiB in bit 1 Punkt, Overhead 1 Punkt, Zeit in Sekunden 1 Punkt, Ergebnis 1 Punkt. Wer mit GB = 10⁹ Byte rechnet (≈ 220 Mbit/s), erhält 3 Punkte.

c) Berechne die Gesamtkosten der drei Angebote über die Vertragslaufzeit. (3 Punkte)

Geg.: monatliche und einmalige Kosten laut Tabelle, Laufzeit 24 Monate
Ges.: Gesamtkosten K = 24 \cdot k_{monat} + k_{einmalig}

\begin{aligned} K_A &= 24 \cdot 89{,}00\ \text{€} = \underline{\underline{2.136{,}00\ \text{€}}} \\ K_B &= 24 \cdot 149{,}00\ \text{€} + 799{,}00\ \text{€} = 3.576{,}00\ \text{€} + 799{,}00\ \text{€} = \underline{\underline{4.375{,}00\ \text{€}}} \\ K_C &= 24 \cdot 690{,}00\ \text{€} + 1.500{,}00\ \text{€} = 16.560{,}00\ \text{€} + 1.500{,}00\ \text{€} = \underline{\underline{18.060{,}00\ \text{€}}} \end{aligned}

Liniendiagramm der aufgelaufenen Kosten über 24 Monate: Angebot A endet bei 2.136 €, B startet mit 799 € Hausanschluss und endet bei 4.375 €, C startet mit 1.500 € Einrichtung und endet bei 18.060 € (mit KI erstellt)

Je Angebot 1 Punkt.

d) Empfiehl Clara Neumann ein Angebot. Begründe Deine Entscheidung mit den Vorgaben und Deinen Ergebnissen und gehe dabei auf das Thema Shared Medium ein. (4 Punkte)

Beispielhafte Empfehlung: Angebot B (1 Punkt).

Begründung (3 Punkte): Angebot A scheidet aus, weil 200 Mbit/s Upload unter den nötigen rund 236 Mbit/s liegen. B bietet 500 Mbit/s Upload, also gut das Doppelte des Bedarfs, und kostet über 24 Monate mit 4.375 € nur etwa ein Viertel von C. GPON ist zwar ein Shared Medium und die Rate nicht garantiert; die Sicherung läuft aber nachts zwischen 2 und 4 Uhr, wenn kaum andere Kunden Last erzeugen, und selbst eine Halbierung der Rate würde noch genügen. Entstörzeit 8 Stunden und feste IPv4-Adresse erfüllen die Anforderungen für Testserver und VPN.

Ebenfalls vertretbar ist C, wenn mit der garantierten Bandbreite und der Entstörung rund um die Uhr argumentiert wird (z. B. weil künftig die gesamte Plattform vom Büro abhängt); dann muss der Mehrpreis von 13.685 € begründet werden.

e) Yusuf Demir, Leiter Entwicklung, hält Angebot C trotz des Preises für besser. Erläutere drei Vorteile, die eine Standleitung gegenüber den anderen Angeboten bietet. (3 Punkte)

Je 1 Punkt, z. B.:

  • garantierte Bandbreite, die nicht mit anderen Kunden geteilt wird (kein Shared Medium) – die Sicherung ist planbar,
  • symmetrische Raten (500 Mbit/s auch im Upload, etwa für Videokonferenzen und Sicherungen),
  • schnellere Entstörung (4 Stunden, rund um die Uhr) und in der Regel höhere zugesicherte Verfügbarkeit,
  • als Punkt-zu-Punkt-Verbindung könnte sie das Büro auch direkt mit dem Rechenzentrum verbinden, getrennt vom öffentlichen Internet.

f) Für Ausfälle soll ein 5G-Router als Ersatzanschluss dienen; er erhält nur eine Adresse aus 100.64.0.0/10. Erläutere, warum ein Ersatzanschluss mit anderer Technik sinnvoll ist, und welche Einschränkung im Störungsfall für den Testserver und den VPN-Zugang des Büros bleibt. (4 Punkte)

Andere Technik (2 Punkte): Ein Ersatzanschluss erhöht die Verfügbarkeit nur, wenn er nicht aus demselben Grund ausfällt. 5G nutzt einen anderen Anbieter bzw. ein anderes Netz und keine Leitung im Boden – ein Bagger, der die Glasfaser trennt, oder eine Störung beim Festnetzanbieter trifft ihn nicht. Der Router schaltet bei Ausfall automatisch um (Failover).

Einschränkung (2 Punkte): Mit einer CGN-Adresse funktionieren nur ausgehende Verbindungen. Der Testserver und der VPN-Zugang sind während eines Ausfalls über IPv4 von außen nicht erreichbar, weil 192.0.2.10 zum ausgefallenen Hauptanschluss gehört und am Ersatzanschluss keine Portweiterleitung möglich ist. Abhilfe wäre z. B. ein Tarif mit öffentlicher IPv4-Adresse, Erreichbarkeit über IPv6 oder ein VPN, das das Büro selbst ausgehend zum Rechenzentrum aufbaut.


Hinweis zur Nachnutzung als Open Educational Resource (OER)

Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zum Internetanschluss und zur Standortanbindung” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/internetanbindung-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/netzwerk/infrastruktur. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 28.10.2026.

[Kommentare zum Artikel lesen, schreiben] / [Artikel teilen] / [gitlab-Issue zum Artikel schreiben]

Kommentare gerne per Mastodon, Verbesserungsvorschläge per gitlab issue (siehe oben). Beitrag teilen: