Übungsaufgaben zur Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen
https://bildung.social/@oerinformatik/
https://oer-informatik.de/wirtschaftlichkeit-it-uebungsaufgaben
Wirtschaftlichkeit, Energiekosten, Gesamtkosten, Stundensatz, Personalkosten, Amortisation, Kostenvergleich, Cloud, Umsatzrendite, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung
tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 133 min, mehrere Aufgaben): Sechs Übungsaufgaben zur Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen: Du berechnest Energiekosten und Amortisation neuer Flurmonitore, laufende und Gesamtkosten neuer Arbeitsplätze, einen effektiven Stundensatz und die kritische Nutzerzahl einer Eigenentwicklung, Personalkosten und die Amortisation eines Werkstattportals, einen kumulierten Kostenvergleich lokal gegen Cloud mit Abo-Modell und Mietersparnis sowie die Kosten einer Archivdigitalisierung im Vergleich zu einem externen Angebot. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 27.10.2026)
Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen: Kostenvergleich, Energie- und Personalkosten, Amortisation.
Hinweise zur Bearbeitung: Bis zur Teil-1-Prüfung der IT-Berufe solltest Du die Basiskompetenz beherrschen, also Aufgabe 1.1, Aufgabe 1.2 und Aufgabe 1.3. Als FIDP, ISE, IKS oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2 und Aufgabe 2.3. Gib bei Rechnungen immer den Rechenweg an. Geldbeträge rundest Du kaufmännisch auf den Cent, Zwischenergebnisse rechnest Du ungerundet weiter; Amortisationsdauern und benötigte Mengen rundest Du auf. Hast Du in einer Teilaufgabe einen falschen Wert, rechne mit ihm weiter; die Folgeaufgabe wird dann trotzdem bewertet. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.
Aufgabe 1.1: Neue Flurmonitore für die Mitfahr-App (Basiskompetenz)
(ca. 18 min Bearbeitungszeit)
Am Ratz und Rübe Berufskolleg in Bielefeld zeigen acht Flurmonitore die offenen Angebote der Mitfahr-App „RatzFahrt“. Die alten Monitore nehmen je 95 W auf. Svenja Krämer von der Schul-IT OWL soll sie ersetzen und bittet Dich um einen Kostenvergleich. Die Monitore laufen 11 Stunden an 190 Schultagen im Jahr; die Schule bezahlt 0,32 € je kWh.
| Modell A | Modell B | |
|---|---|---|
| Preis je Monitor | 420,00 € | 455,00 € |
| Leistungsaufnahme im Betrieb | 55 W | siehe Datenblatt |
Auszug aus dem Datenblatt von Modell B:
Power consumption (typical): 32 W · Power consumption (max.): 58 W · Standby: 0.4 W · Power supply: internal, 100–240 V AC
a) Gib an, welchen Wert aus dem Datenblatt Du für die Energiekosten verwendest, und begründe Deine Wahl. (2 Punkte)
Die typische Leistungsaufnahme von 32 W, weil sie den üblichen Betrieb beschreibt. Der Höchstwert von 58 W gilt nur bei voller Helligkeit und Last und dient zur Auslegung der Stromversorgung; der Standby-Wert betrifft die Zeit außerhalb des Betriebs. (2 Punkte)
b) Berechne die Energiekosten je Jahr für alle acht Monitore mit den alten Monitoren, mit Modell A und mit Modell B. (6 Punkte)
Geg.: 8 Monitore, 11 h an 190 Tagen, 0,32 €/kWh; 95 W, 55 W, 32 W
Ges.: Energiekosten K_E je Jahr
I: t = 11\,\text{h} \cdot 190 = 2.090\,\text{h} (1,5 Punkte)
II: W = \dfrac{8 \cdot P}{1.000} \cdot t \qquad K_E = W \cdot 0{,}32\,€/\text{kWh}
| Energie je Jahr | Energiekosten je Jahr | |
|---|---|---|
| alt (95 W) | 0{,}76\,\text{kW} \cdot 2.090\,\text{h} = 1.588{,}4\,\text{kWh} | \underline{\underline{508{,}29\,€}} |
| Modell A (55 W) | 0{,}44\,\text{kW} \cdot 2.090\,\text{h} = 919{,}6\,\text{kWh} | \underline{\underline{294{,}27\,€}} |
| Modell B (32 W) | 0{,}256\,\text{kW} \cdot 2.090\,\text{h} = 535{,}04\,\text{kWh} | \underline{\underline{171{,}21\,€}} |
Je Zeile 1,5 Punkte (Energie 0,5 Punkte, Kosten 1 Punkt).
c) Modell B ist teurer als Modell A. Berechne, nach wie vielen Monaten sich der Mehrpreis für alle acht Monitore durch die niedrigeren Energiekosten amortisiert hat. Beurteile das Ergebnis, wenn die Monitore fünf Jahre genutzt werden sollen. (4 Punkte)
Ges.: Amortisationsdauer t_A
Mehrpreis: 8 \cdot (455{,}00\,€ - 420{,}00\,€) = 280{,}00\,€ (1 Punkt)
Einsparung: 294{,}27\,€ - 171{,}21\,€ = 123{,}06\,€ je Jahr, also 10{,}255\,€ je Monat (1 Punkt)
t_A = \dfrac{280{,}00\,€}{10{,}255\,€/\text{Monat}} \approx 27{,}304\ \text{Monate}, also nach \underline{\underline{28\ \text{Monaten}}} (1 Punkt)
Beurteilung (1 Punkt): Der Mehrpreis ist nach gut zwei Jahren hereingeholt, die übrigen knapp drei Jahre der Nutzung sparen Geld. Modell B ist wirtschaftlicher.
d) An jedem Monitor hängt ein kleiner Medienplayer, der intern 30 W benötigt. Sein Netzteil hat einen Wirkungsgrad von 75 %, ein Ersatznetzteil 90 %. Die Player laufen so lange wie die Monitore. Berechne, wie viel Energiekosten das bessere Netzteil für alle acht Player im Jahr spart. (3 Punkte)
Ges.: Einsparung \Delta K je Jahr
P_{\text{auf}} = \dfrac{P_{\text{ab}}}{\eta}: \dfrac{30\,\text{W}}{0{,}75} = 40\,\text{W} und \dfrac{30\,\text{W}}{0{,}90} \approx 33{,}33\,\text{W} (1 Punkt)
\Delta P = 40\,\text{W} - 33{,}33\,\text{W} \approx 6{,}67\,\text{W} je Player (ungerundet weiterrechnen); \Delta W = \dfrac{8 \cdot 6{,}\overline{6}\,\text{W}}{1.000} \cdot 2.090\,\text{h} \approx 111{,}47\,\text{kWh} (1 Punkt)
\Delta K = 111{,}47\,\text{kWh} \cdot 0{,}32\,€/\text{kWh} \approx \underline{\underline{35{,}67\,€}} je Jahr (1 Punkt)
e) Für den Nachhaltigkeitsbericht der Schule rechnet die Schul-IT mit 0,38 kg CO₂ je kWh. Berechne, wie viel CO₂ der Wechsel von den alten Monitoren auf Modell B im Jahr einspart. (2 Punkte)
(1.588{,}4\,\text{kWh} - 535{,}04\,\text{kWh}) \cdot 0{,}38\,\text{kg/kWh} = 1.053{,}36\,\text{kWh} \cdot 0{,}38\,\text{kg/kWh} \approx \underline{\underline{400{,}28\,\text{kg}}} CO₂ je Jahr
f) Nenne drei weitere Maßnahmen, mit denen die Schule die Energiekosten der Flurmonitore senken kann. (3 Punkte)
Je Nennung 1 Punkt, z. B.: Zeitsteuerung, die die Monitore außerhalb der Unterrichtszeit ausschaltet; Helligkeit anpassen oder Umgebungslichtsensor nutzen; Monitore in Ferien und an Wochenenden vom Netz trennen (schaltbare Steckdosenleiste); Bewegungsmelder; Anzahl der Monitore auf stark frequentierte Flure beschränken; dunkles Bildschirmdesign.
Aufgabe 1.2: Neue Arbeitsplätze und Bürotechnik kalkulieren (Basiskompetenz)
(ca. 18 min Bearbeitungszeit)
Die Let’s Meet GmbH in Bielefeld stellt im Januar 2027 vier weitere Personen im Support ein. Du bist Auszubildende*r und unterstützt Geschäftsführerin Clara Neumann bei der Planung. Alle Preise sind Nettopreise.
a) Für jeden der vier Arbeitsplätze werden ein Notebook (1.180,00 €), zwei Monitore (je 240,00 €) und eine Dockingstation (190,00 €) gekauft; auf die gesamte Hardware gibt es 4 % Rabatt. Notebooks werden 36 Monate genutzt, Monitore und Dockingstationen 48 Monate. Hinzu kommen ein Software-Abo von 22,00 € je Arbeitsplatz und Monat und eine Wartungspauschale von 960,00 € im Jahr für alle Geräte.
Berechne die laufenden Kosten je Monat für alle vier Arbeitsplätze. (7 Punkte)
Ges.: Kosten K_M je Monat
Notebooks: 4 \cdot 1.180{,}00\,€ = 4.720{,}00\,€, abzüglich 4 %: 4.531{,}20\,€; 4.531{,}20\,€ : 36 = 125{,}87\,€ (2 Punkte)
Monitore und Dockingstationen: 4 \cdot (2 \cdot 240{,}00\,€ + 190{,}00\,€) = 2.680{,}00\,€, abzüglich 4 %: 2.572{,}80\,€; 2.572{,}80\,€ : 48 = 53{,}60\,€ (2 Punkte)
Software-Abo: 4 \cdot 22{,}00\,€ = 88{,}00\,€ (1 Punkt)
Wartung: 960{,}00\,€ : 12 = 80{,}00\,€ (1 Punkt)
K_M = 125{,}87\,€ + 53{,}60\,€ + 88{,}00\,€ + 80{,}00\,€ = \underline{\underline{347{,}47\,€}} (1 Punkt)
b) Für die neuen Büroräume soll ein elektronisches Schließsystem eingebaut werden: sechs Türschlösser zu je 289,00 €, 30 Schlüsselchips zu je 12,50 €, eine Funkbrücke für 149,00 € und eine Verwaltungs-App mit 79,00 € Lizenzgebühr im Jahr.
Berechne die Gesamtkosten über vier Jahre netto und brutto (19 % Umsatzsteuer). Gib an, welcher Betrag für Let’s Meet als Kosten zählt. (5 Punkte)
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Türschlösser | 6 \cdot 289{,}00\,€ | 1.734,00 € |
| Schlüsselchips | 30 \cdot 12{,}50\,€ | 375,00 € |
| Funkbrücke | 1 \cdot 149{,}00\,€ | 149,00 € |
| Lizenz | 4 \cdot 79{,}00\,€ | 316,00 € |
| Summe netto | 2.574,00 € | |
| Summe brutto | 2.574{,}00\,€ \cdot 1{,}19 | 3.063,06 € |
Je Zeile 0,5 Punkte, netto und brutto je 1 Punkt (4 Punkte). Als GmbH ist Let’s Meet vorsteuerabzugsberechtigt; als Kosten zählen die 2.574,00 € netto. (1 Punkt)
c) Für das Büro stehen zwei Multifunktionsgeräte zur Wahl. Im Monat werden 1.800 Schwarz-Weiß- und 400 Farbseiten gedruckt; beide Geräte sollen 60 Monate genutzt werden.
| Gerät X | Gerät Y | |
|---|---|---|
| Kaufpreis | 1.980,00 € | 1.290,00 € |
| Wartung je Monat | 18,00 € | 25,00 € |
| Kosten je Seite schwarz-weiß | 0,011 € | 0,019 € |
| Kosten je Seite farbig | 0,065 € | 0,089 € |
Berechne die Kosten je Monat beider Geräte, gerundet auf ganze Euro, und gib an, welches Gerät günstiger ist. (4 Punkte)
K_X = \dfrac{1.980\,€}{60} + 18\,€ + 1.800 \cdot 0{,}011\,€ + 400 \cdot 0{,}065\,€ = 33{,}00\,€ + 18{,}00\,€ + 19{,}80\,€ + 26{,}00\,€ = 96{,}80\,€ \approx \underline{\underline{97\,€}} (1,5 Punkte)
K_Y = \dfrac{1.290\,€}{60} + 25\,€ + 1.800 \cdot 0{,}019\,€ + 400 \cdot 0{,}089\,€ = 21{,}50\,€ + 25{,}00\,€ + 34{,}20\,€ + 35{,}60\,€ = 116{,}30\,€ \approx \underline{\underline{116\,€}} (1,5 Punkte)
Gerät X ist trotz des höheren Kaufpreises um 19,50 € (rund 20 €) im Monat günstiger, weil die Seitenkosten bei dieser Druckmenge stärker ins Gewicht fallen. (1 Punkt)
d) Die Gesprächsprotokolle des Supports sollen in einem Cloud-Archiv gespeichert werden. Jedes Jahr kommen 120 GB hinzu; gelöscht wird in den ersten fünf Jahren nichts. Der Anbieter verkauft Speicher in Paketen zu 50 GB für 3,50 € je Paket und Monat; die Paketanzahl wird jeweils zu Jahresbeginn so festgelegt, dass der Speicher bis zum Jahresende reicht.
Berechne die Kosten des Archivs für die ersten fünf Jahre. (4 Punkte)
Ges.: Kosten K für fünf Jahre
| Jahr | Speicherbedarf am Jahresende | Pakete (aufgerundet) | Kosten im Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 | 120 GB | 3 | 3 \cdot 3{,}50\,€ \cdot 12 = 126{,}00\,€ |
| 2 | 240 GB | 5 | 210,00 € |
| 3 | 360 GB | 8 | 336,00 € |
| 4 | 480 GB | 10 | 420,00 € |
| 5 | 600 GB | 12 | 504,00 € |
Bedarf und Pakete 2 Punkte, Kosten je Jahr 1 Punkt.
K = 126\,€ + 210\,€ + 336\,€ + 420\,€ + 504\,€ = \underline{\underline{1.596{,}00\,€}} (1 Punkt)
Aufgabe 1.3: Selbst machen oder beauftragen? Stundensätze der Schul-IT (Basiskompetenz)
(ca. 15 min Bearbeitungszeit)
Die Schul-IT OWL betreut die Technik des Ratz und Rübe Berufskollegs. Für die Einrichtung von 260 neuen Schüler-Tablets und die Frage, ob eine eigene Software entwickelt werden soll, fragt Svenja Krämer Dich um Hilfe.
a) Eine Fachkraft der Schul-IT kostet im Jahr 68.400,00 €. Das Jahr hat 251 Arbeitstage; davon gehen 30 Urlaubstage, 9 Feiertage und im Schnitt 8 Krankheitstage ab. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 7,8 Stunden. Ein externer Dienstleister verlangt 75,00 € je Stunde.
Berechne den effektiven Stundensatz der internen Fachkraft und vergleiche ihn mit dem externen Angebot. (4 Punkte)
Ges.: effektiver Stundensatz s
I: t = (251 - 30 - 9 - 8) \cdot 7{,}8\,\text{h} = 204 \cdot 7{,}8\,\text{h} = 1.591{,}2\,\text{h} (2 Punkte)
II: s = \dfrac{68.400{,}00\,€}{1.591{,}2\,\text{h}} \approx \underline{\underline{42{,}99\,€/\text{h}}} (1 Punkt)
Die interne Stunde kostet rund 32 € weniger als die externe. (1 Punkt)
b) Das Einrichten eines Tablets im Geräteverwaltungssystem dauert 12 Minuten. Berechne die Kosten für alle 260 Tablets, wenn der externe Dienstleister die Arbeit übernimmt. (2 Punkte)
260 \cdot 12\,\text{min} = 3.120\,\text{min} = 52\,\text{h} (1 Punkt); 52\,\text{h} \cdot 75{,}00\,€/\text{h} = \underline{\underline{3.900{,}00\,€}} (1 Punkt)
c) Die Tablets können nur nach Unterrichtsschluss eingerichtet werden, also drei Stunden am Tag. Ermittle, nach wie vielen Arbeitstagen die Einrichtung frühestens abgeschlossen ist, wenn zwei Fachkräfte gleichzeitig arbeiten. (2 Punkte)
\dfrac{52\,\text{h}}{2 \cdot 3\,\text{h je Tag}} \approx 8{,}67 Tage, also frühestens nach \underline{\underline{9\ \text{Arbeitstagen}}}.
d) Für die Verwaltung der Tablets gibt es eine fertige Software zu 14,00 € je Nutzer*in und Jahr. Alternativ könnte die Schul-IT eine eigene Lösung entwickeln: 900 Stunden Entwicklung und 60 Stunden Wartung im Jahr, jeweils zum internen Kostensatz von 43,00 € je Stunde. Betrachtet werden fünf Jahre; Preis- und Lohnsteigerungen bleiben unberücksichtigt.
Berechne, ab wie vielen Nutzer*innen die Eigenentwicklung günstiger ist als die fertige Software, und beurteile das Ergebnis für das Berufskolleg mit rund 2.400 Schüler*innen. (5 Punkte)
Ges.: kritische Nutzerzahl x
Eigenentwicklung über fünf Jahre: (900\,\text{h} + 5 \cdot 60\,\text{h}) \cdot 43{,}00\,€/\text{h} = 1.200\,\text{h} \cdot 43{,}00\,€/\text{h} = 51.600{,}00\,€ (2 Punkte)
Je Jahr: 51.600{,}00\,€ : 5 = 10.320{,}00\,€ (1 Punkt)
14{,}00\,€ \cdot x = 10.320{,}00\,€ \quad | : 14{,}00\,€
x \approx 737{,}14, also ab \underline{\underline{738\ \text{Nutzer*innen}}} (1 Punkt)
Bei rund 2.400 Schüler*innen ist die Eigenentwicklung nach den Kosten deutlich günstiger. Zu bedenken sind aber Risiken wie Abhängigkeit von wenigen Fachkräften und fehlende Updates. (1 Punkt)
e) Obwohl der externe Stundensatz höher ist, überlegt die Schul-IT, das Projekt extern zu vergeben. Nenne drei Gründe, die dafür sprechen können. (3 Punkte)
Je Nennung 1 Punkt, z. B.: Spezialisierung und Erfahrung des Dienstleisters; eigene Fachkräfte bleiben für das Tagesgeschäft frei; schnellere Umsetzung durch mehr Personal; Haftung und Gewährleistung beim Dienstleister; feste, planbare Kosten durch einen Festpreis.
Aufgabe 2.1: Rechnet sich das Werkstattportal? (Kernkompetenz)
(ca. 28 min Bearbeitungszeit)
Die CSB-Rad GmbH in Bielefeld führt im Januar 2027 das Werkstattportal ein: Kund*innen buchen Inspektionstermine online, verschieben sie selbst und geben Kostenvoranschläge per Klick frei. Die Einführung unter Projektleiter Cem Sarıkaya kostet einmalig 45.000,00 €; Hosting und Lizenz kosten 180,00 € im Monat. Werkstattleiter Bastian Ludwig möchte wissen, ob sich das Portal lohnt.
Bisher nimmt samstags eine Aushilfe im Minijob die Anrufe an; von Montag bis Freitag telefonieren die Mechaniker*innen selbst.
a) Die Aushilfe arbeitet 40 Stunden im Monat für 14,20 € je Stunde. Die Lohnbuchhaltung rechnet mit Pauschalabgaben von 13 % Krankenversicherung, 15 % Rentenversicherung, 2 % Pauschsteuer und 1,5 % Umlagen. Berechne die monatlichen Kosten der Aushilfe für CSB-Rad. (4 Punkte)
Lohn: 40\,\text{h} \cdot 14{,}20\,€/\text{h} = 568{,}00\,€ (1 Punkt)
Abgaben: 13\,\% + 15\,\% + 2\,\% + 1{,}5\,\% = 31{,}5\,\%; 568{,}00\,€ \cdot 0{,}315 = 178{,}92\,€ (2 Punkte)
Kosten: 568{,}00\,€ + 178{,}92\,€ = \underline{\underline{746{,}92\,€}} je Monat (1 Punkt)
b) Ein*e Mechaniker*in verdient 3.900,00 € brutto im Monat. Der Arbeitgeber trägt zusätzlich 23,15 % (Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft und Umlagen). Von der Arbeitszeit sind 130 Stunden im Monat produktiv.
Berechne die Personalkosten je Monat und die Kosten je produktiver Minute. (5 Punkte)
Ges.: Personalkosten K_P, Kosten je Minute k_{min}
K_P = 3.900{,}00\,€ \cdot 1{,}2315 = \underline{\underline{4.802{,}85\,€}} je Monat (2 Punkte)
130\,\text{h} \cdot 60 = 7.800\,\text{min} (1 Punkt)
k_{min} = \dfrac{4.802{,}85\,€}{7.800\,\text{min}} \approx 0{,}616\,€ \approx \underline{\underline{0{,}62\,€/\text{min}}} (2 Punkte)
c) Bastian hat die Telefonate von Montag bis Freitag in einem typischen Monat ausgewertet:
| Vorgang | Anzahl je Monat | Dauer bisher | Dauer mit Portal |
|---|---|---|---|
| Termin vereinbaren | 380 | 4 min | 0,5 min (Buchung prüfen) |
| Termin verschieben | 95 | 3 min | 0 min (Kund*in verschiebt selbst) |
| Kostenvoranschlag besprechen und freigeben lassen | 152 | 6 min | 1 min (Nachricht im Portal) |
Berechne die Zeit, die die Mechaniker*innen je Monat einsparen, in Stunden und Minuten, und bewerte sie mit den Kosten je Minute aus b). (5 Punkte)
bisher: 380 \cdot 4\,\text{min} + 95 \cdot 3\,\text{min} + 152 \cdot 6\,\text{min} = 1.520 + 285 + 912 = 2.717\,\text{min} (2 Punkte)
mit Portal: 380 \cdot 0{,}5\,\text{min} + 0 + 152 \cdot 1\,\text{min} = 190 + 152 = 342\,\text{min} (1 Punkt)
Ersparnis: 2.717\,\text{min} - 342\,\text{min} = 2.375\,\text{min} = \underline{\underline{39\,\text{h}\ 35\,\text{min}}} (1 Punkt)
Wert: 2.375\,\text{min} \cdot 0{,}61575\,€/\text{min} \approx \underline{\underline{1.462{,}41\,€}} je Monat (1 Punkt; mit dem gerundeten Wert 0,62 €/min ergeben sich 1.472,50 €, das ist ebenfalls richtig)
d) Die Mechaniker*innen werden fest bezahlt; die gewonnene Zeit nutzen sie für zusätzliche Inspektionen. Eine Inspektion dauert 1,5 Stunden und bringt 45,00 € Deckungsbeitrag. Die Aushilfe wechselt ins Lager; ihre Kosten entfallen für die Werkstatt.
Berechne den monatlichen Überschuss des Portals und die Amortisationsdauer in Monaten. Erkläre, warum Du hier nicht mit dem Wert aus c) rechnest. (6 Punkte)
Zusätzliche Inspektionen: \dfrac{39{,}58\,\text{h}}{1{,}5\,\text{h}} \approx 26{,}39, es zählen nur vollständige Inspektionen, deshalb wird hier abgerundet: 26 Inspektionen; 26 \cdot 45{,}00\,€ = 1.170{,}00\,€ (2 Punkte)
Überschuss: 746{,}92\,€ + 1.170{,}00\,€ - 180{,}00\,€ = 1.736{,}92\,€ je Monat (1 Punkt)
t_A = \dfrac{45.000{,}00\,€}{1.736{,}92\,€/\text{Monat}} \approx 25{,}908, also im \underline{\underline{26.\ \text{Monat}}} (1 Punkt)
Erklärung (2 Punkte): Die Mechaniker*innen werden auch ohne Telefonate voll bezahlt; die Personalkosten sinken also nicht. Geld bringt die gewonnene Zeit erst, wenn sie für zusätzliche Aufträge genutzt wird. Deshalb zählt der Deckungsbeitrag der zusätzlichen Inspektionen, nicht der rechnerische Wert der Minuten.
e) Die Werkstatt soll eine Umsatzrendite von mindestens 10 % erreichen. Für 2027 plant Natalia Wróbel aus dem Controlling 248.000,00 € Umsatz und 219.000,00 € Kosten. Berechne die Umsatzrendite, gib an, ob das Ziel erreicht wird, und nenne eine Maßnahme, mit der die Werkstatt die Umsatzrendite weiter steigern kann. (4 Punkte)
Gewinn: 248.000\,€ - 219.000\,€ = 29.000\,€ (1 Punkt)
Umsatzrendite: \dfrac{29.000\,€}{248.000\,€} \cdot 100\,\% \approx \underline{\underline{11{,}694\,\%}} (1 Punkt)
Das Ziel von 10 % wird erreicht. (1 Punkt)
Maßnahme (1 Punkt), z. B.: Materialeinkauf bündeln, Stundensatz anpassen, Auslastung durch Online-Buchung erhöhen, Inspektionspakete mit Zusatzleistungen anbieten.
f) Der Anbieter des Portals wirbt auf seiner Website mit folgendem Text:
Customers book their service slot 24/7 without waiting on the phone. Automatic reminders reduce no-shows by up to 30 percent. Cost estimates are approved with one click, so repairs start earlier and bikes leave the workshop faster.
Formuliere zwei Argumente aus diesem Text, die Du Bastian für das Portal nennen kannst. (4 Punkte)
Je Argument 2 Punkte, z. B.:
Kund*innen können rund um die Uhr Termine buchen, ohne in der Warteschleife zu hängen; das erhöht die Zufriedenheit und bringt Buchungen auch außerhalb der Öffnungszeiten.
Automatische Erinnerungen senken die Zahl nicht wahrgenommener Termine um bis zu 30 %; leere Werkstattzeiten werden seltener.
Kostenvoranschläge werden mit einem Klick freigegeben; Reparaturen beginnen früher, und die Räder stehen kürzer in der Werkstatt.
g) Im Lager stehen Ladeschränke für E-Bike-Akkus. Erläutere ein Einsparpotenzial, das ein Einsatz von IoT-Technik (Internet der Dinge) im Lager oder in der Werkstatt bieten kann. (3 Punkte)
Nennung 1 Punkt, Erläuterung 2 Punkte, z. B.: Smarte Steckdosen in den Ladeschränken messen den Ladezustand und schalten ab, wenn die Akkus voll sind; das spart Strom und verhindert Überhitzung. Oder: Sensoren in den Lagerfächern melden den Bestand automatisch an die Warenwirtschaft; Nachbestellungen erfolgen rechtzeitig, teure Eilbestellungen und Inventurarbeit entfallen.
Aufgabe 2.2: Lokal, Cloud oder Abo? Kosten über mehrere Jahre vergleichen (Kernkompetenz)
(ca. 27 min Bearbeitungszeit)
Die Let’s Meet GmbH bietet ab 2027 Vereinskonten an: Sportvereine nutzen ein eigenes Vereinsmodul in der App und zahlen dafür monatlich. Du unterstützt Clara Neumann bei mehreren wirtschaftlichen Entscheidungen.
Für die monatlichen Rechnungen an die Vereine braucht Let’s Meet eine Lösung für elektronische Rechnungen. Es gibt zwei Varianten:
- lokal: Rechnungsmodul für die eigene Buchhaltungssoftware, einmalig 3.200,00 € Lizenz und 800,00 € Einrichtung; ab dem zweiten Jahr 450,00 € Wartung im Jahr; beliebig viele Rechnungen.
- Cloud: keine einmaligen Kosten, 0,90 € je Rechnung.
Im ersten Jahr rechnet Let’s Meet mit 1.400 Rechnungen.
a) Berechne die kumulierten Kosten beider Varianten für die Jahre 1 bis 5 bei gleichbleibend 1.400 Rechnungen je Jahr. (4 Punkte)
| Jahr | lokal (kumuliert) | Cloud (kumuliert) |
|---|---|---|
| 1 | 3.200\,€ + 800\,€ = 4.000\,€ | 1.400 \cdot 0{,}90\,€ = 1.260\,€ |
| 2 | 4.450 € | 2.520 € |
| 3 | 4.900 € | 3.780 € |
| 4 | 5.350 € | 5.040 € |
| 5 | 5.800 € | 6.300 € |
Lokal 2 Punkte, Cloud 2 Punkte.
b) Ermittle das Break-even-Jahr und gib an, welche Variante bei fünf Jahren Nutzung günstiger ist. (2 Punkte)
Bis Jahr 4 ist die Cloud günstiger, im Jahr 5 liegt sie mit 6.300 € erstmals über der lokalen Lösung (5.800 €). Bei fünf Jahren Nutzung ist die lokale Lösung um 500 € günstiger.
c) Clara rechnet damit, dass die Zahl der Rechnungen ab dem zweiten Jahr jedes Jahr um 10 % gegenüber dem Vorjahr steigt. Berechne die kumulierten Kosten der Cloud-Variante für fünf Jahre (rechne mit den Jahreskosten, die Rechnungszahl wird nicht gerundet) und gib das neue Break-even-Jahr an. (4 Punkte)
| Jahr | Kosten im Jahr | Cloud (kumuliert) | lokal (kumuliert) |
|---|---|---|---|
| 1 | 1.260,00 € | 1.260,00 € | 4.000 € |
| 2 | 1.260{,}00\,€ \cdot 1{,}1 = 1.386{,}00\,€ | 2.646,00 € | 4.450 € |
| 3 | 1.524,60 € | 4.170,60 € | 4.900 € |
| 4 | 1.677,06 € | 5.847,66 € | 5.350 € |
| 5 | 1.844,77 € | 7.692,43 € | 5.800 € |
Jahresbeträge 2 Punkte, kumuliert 1 Punkt. Das Break-even-Jahr rückt auf Jahr 4 vor. (1 Punkt)
d) Nenne je einen Nachteil der Cloud-Lösung aus Sicht von Let’s Meet und einen Vorteil, den die Skalierbarkeit der Cloud bietet. (2 Punkte)
Nachteil (1 Punkt), z. B.: Kosten steigen mit jeder Rechnung; Abhängigkeit vom Anbieter; Internetverbindung nötig; Rechnungsdaten liegen bei einem Dritten (Auftragsverarbeitung prüfen).
Vorteil der Skalierbarkeit (1 Punkt), z. B.: Bei mehr oder weniger Rechnungen passt sich die Leistung automatisch an; es muss keine eigene Technik vorgehalten werden, gezahlt wird nur die tatsächliche Nutzung.
e) Die Entwicklung des Vereinsmoduls kostet einmalig 64.000,00 €. Ein Vereinskonto kostet 29,00 € im Monat; für Betreuung und Hosting fallen je Vereinskonto 6,00 € im Monat an.
Ermittle, wie viele Vereinskonto-Monate verkauft werden müssen, bis die Entwicklungskosten gedeckt sind. (3 Punkte)
Deckungsbeitrag je Konto und Monat: 29{,}00\,€ - 6{,}00\,€ = 23{,}00\,€ (1 Punkt)
\dfrac{64.000{,}00\,€}{23{,}00\,€} \approx 2.782{,}61, also \underline{\underline{2.783\ \text{Vereinskonto-Monate}}} (2 Punkte)
f) Erster Kunde ist der Sportbund Teutoburger Wald e. V. mit 48 Vereinen. Ermittle, nach wie vielen Monaten Let’s Meet mit diesem Kunden allein Gewinn erzielt, und beurteile das Ergebnis. (4 Punkte)
48 \cdot 23{,}00\,€ = 1.104{,}00\,€ Deckungsbeitrag je Monat (1 Punkt)
\dfrac{64.000{,}00\,€}{1.104{,}00\,€/\text{Monat}} \approx 57{,}97; Gewinn ab dem \underline{\underline{58.\ \text{Monat}}} (2 Punkte)
Beurteilung (1 Punkt): Fast fünf Jahre bis zum Gewinn sind lang; Let’s Meet braucht weitere Vereine, um die Entwicklungskosten schneller hereinzuholen.
g) Ein Vereinsvorstand fragt, warum er das Modul nicht einfach kaufen kann. Beschreibe zwei Vorteile des Abo-Modells aus Sicht des Vereins und einen Vorteil aus Sicht von Let’s Meet. (4 Punkte)
Verein (je 1,5 Punkte), z. B.: keine hohe Anschaffung, die Vereinskasse bleibt flüssig; Updates und Support sind enthalten; monatlich kündbar und gut planbar.
Let’s Meet (1 Punkt), z. B.: regelmäßige, planbare Einnahmen; dauerhafte Kundenbindung.
h) Durch Desk-Sharing braucht Let’s Meet ab Januar 2027 nur noch 300 statt 420 m² Bürofläche; den Rest übernimmt ein Nachbarunternehmen. Die Miete beträgt 2027 14,50 € je m² und Monat und steigt 2028 vertragsgemäß auf 15,20 €. Das Projekt (Buchungssystem für Arbeitsplätze, Umbau) kostet 18.500,00 €.
Berechne die Mietersparnis für 2027 und 2028 sowie die Amortisationsdauer des Projekts in Monaten. (5 Punkte)
Ersparnis 2027: 120\,\text{m}^2 \cdot 14{,}50\,€ \cdot 12 = \underline{\underline{20.880{,}00\,€}} (1,5 Punkte)
Ersparnis 2028: 120\,\text{m}^2 \cdot 15{,}20\,€ \cdot 12 = \underline{\underline{21.888{,}00\,€}} (1,5 Punkte)
Amortisation: \dfrac{18.500{,}00\,€}{20.880{,}00\,€ : 12} = \dfrac{18.500{,}00\,€}{1.740{,}00\,€/\text{Monat}} \approx 10{,}63, also im \underline{\underline{11.\ \text{Monat}}} (2 Punkte)
i) Begründe, warum die Miete für das Büro in der Kalkulation zu den Gemeinkosten gehört. (2 Punkte)
Die Büroräume werden von allen Bereichen und für alle Produkte gemeinsam genutzt. Die Miete lässt sich keinem einzelnen Auftrag oder Produkt direkt zuordnen und wird deshalb über einen Schlüssel (z. B. Fläche) verteilt.
Aufgabe 2.3: Ein Papierarchiv digitalisieren – selbst oder extern? (Kernkompetenz)
(ca. 27 min Bearbeitungszeit)
Die Schul-IT OWL soll das Papierarchiv des Ratz und Rübe Berufskollegs digitalisieren: 9.600 alte Schülerakten mit durchschnittlich 45 Seiten. Schulleiterin Petra Schulze-Albers legt Dir eine Grafik vor, mit der die Kosten des Papierarchivs (Raum, Regale, Ablage) begründet werden.
a) Formuliere eine quantitative Aussage zum Kostenverlauf. (2 Punkte)
Die Kosten sind von 2017 bis 2026 von 18.400 € auf 27.600 € gestiegen, also um 9.200 € oder 50 %.
b) Nenne zwei Kriterien, die die Aussagekraft der Grafik einschränken, beschreibe sie und ziehe eine Schlussfolgerung. (6 Punkte)
Je Kriterium 1 Punkt für die Nennung und 1 Punkt für die Beschreibung, z. B.:
Achsenbeginn: Die Werteachse beginnt bei 17.000 €. Die letzte Säule wirkt dadurch mehr als siebenmal so hoch wie die erste, obwohl die Kosten nur um die Hälfte gestiegen sind.
Mengengerüst fehlt: Es ist nicht erkennbar, ob die Zahl der Akten oder die genutzte Fläche gewachsen ist.
Preisentwicklung: Miete, Energie und Löhne sind in diesem Zeitraum allgemein gestiegen; der Anstieg muss nicht am Archiv selbst liegen.
Keine Aufschlüsselung: Welche Kostenarten enthalten sind, bleibt offen.
Schlussfolgerung (2 Punkte): Die Grafik übertreibt den Anstieg und erklärt seine Ursachen nicht. Für eine Entscheidung braucht es aufgeschlüsselte Kosten und Mengen.
c) Für die Digitalisierung im eigenen Haus wurden fünf Monate eingeplant. Zwei Fachkräfte arbeiten je 8 Stunden an 21 Arbeitstagen im Monat; wegen Urlaub und Krankheit rechnet die Schul-IT mit einer Abwesenheitsquote von 10 %. Je Seite (Heftklammern lösen, scannen, prüfen) werden 0,25 Minuten benötigt.
Beurteile rechnerisch, ob der Zeitansatz zutrifft. (5 Punkte)
Arbeitsaufwand: 9.600 \cdot 45 = 432.000 Seiten; 432.000 \cdot 0{,}25\,\text{min} = 108.000\,\text{min} (2 Punkte)
Kapazität je Monat: 2 \cdot 21 \cdot 8\,\text{h} \cdot 60 \cdot 0{,}9 = 18.144\,\text{min} (2 Punkte)
\dfrac{108.000\,\text{min}}{18.144\,\text{min je Monat}} \approx 5{,}95 Monate. Der Zeitansatz von fünf Monaten reicht nicht; realistisch sind sechs Monate. (1 Punkt)
d) Berechne die Arbeitskosten für sechs Monate. Jede Fachkraft erhält 3.100,00 € brutto im Monat; die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung betragen 21,05 %, der Beitrag zur Berufsgenossenschaft 25,00 € je Person und Monat. (4 Punkte)
Je Person und Monat: 3.100{,}00\,€ \cdot 1{,}2105 + 25{,}00\,€ = 3.752{,}55\,€ + 25{,}00\,€ = 3.777{,}55\,€ (2 Punkte)
Arbeitskosten: 3.777{,}55\,€ \cdot 2 \cdot 6 = \underline{\underline{45.330{,}60\,€}} (2 Punkte)
e) Für das Projekt werden ein Hochleistungsscanner für 14.400,00 € und eine Erfassungssoftware für 4.800,00 € angeschafft; beide Preise einschließlich Umsatzsteuer; beide werden vier Jahre genutzt und danach für andere Schulen weiterverwendet. Ermittle die anteilige kalkulatorische Abschreibung für die sechs Monate des Projekts. (3 Punkte)
\dfrac{14.400{,}00\,€ + 4.800{,}00\,€}{48\ \text{Monate}} = 400{,}00\,€ je Monat (2 Punkte); 400{,}00\,€ \cdot 6 = \underline{\underline{2.400{,}00\,€}} (1 Punkt)
f) Ein Scan-Dienstleister bietet die Digitalisierung zum Festpreis von 54.000,00 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer an. Die Schul-IT ist als öffentliche Einrichtung nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Für Material (Kartons, Ersatzteile) rechnest Du im eigenen Haus mit 1.200,00 € einschließlich Umsatzsteuer.
Vergleiche die Kosten beider Varianten und gib eine begründete Empfehlung auf Basis der Kosten. (4 Punkte)
Eigenleistung: 45.330{,}60\,€ + 2.400{,}00\,€ + 1.200{,}00\,€ = 48.930{,}60\,€ (1 Punkt)
Extern: 54.000{,}00\,€ \cdot 1{,}19 = 64.260{,}00\,€; weil die Schul-IT die Umsatzsteuer nicht erstattet bekommt, zählt der Bruttobetrag. (2 Punkte)
Empfehlung (1 Punkt): Die Eigenleistung ist um 15.329,40 € günstiger und wird nach den Kosten empfohlen.
g) Berechne die Kosten je digitalisierter Akte bei Eigenleistung. (2 Punkte)
\dfrac{48.930{,}60\,€}{9.600\ \text{Akten}} \approx 5{,}097\,€ \approx \underline{\underline{5{,}10\,€}} je Akte
h) Nenne zwei Gründe, die trotz der höheren Kosten für den Dienstleister sprechen können. (2 Punkte)
Je Nennung 1 Punkt, z. B.: verbindlicher Festpreis und Termin; Erfahrung und Qualitätssicherung des Dienstleisters; eigene Fachkräfte bleiben für den Schulbetrieb verfügbar; Haftung bei Fehlern liegt beim Dienstleister.
i) Nenne vier Bestandteile, die neben dem Bruttolohn in einem kalkulatorischen Stundensatz für die Fachkräfte enthalten sein sollten. (2 Punkte)
Je Nennung 0,5 Punkte, z. B.: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Beitrag zur Berufsgenossenschaft, Umlagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Fortbildungskosten, Arbeitsplatzkosten (Raum, Ausstattung), Ausfallzeiten durch Urlaub und Krankheit.
Links und weitere Informationen
Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen: Kostenvergleich, Energie- und Personalkosten, Amortisation
Kostenrechnung: fixe und variable Kosten, Deckungsbeitrag, Break-even-Point und Preisuntergrenze
Wirtschaftlich entscheiden: Nutzwertanalyse, Make-or-Buy und Kostenvergleich
Hinweis zur Nachnutzung als Open Educational Resource (OER)
Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zur Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/wirtschaftlichkeit-it-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/betriebswirtschaft/kosten-wirtschaftlichkeit. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 27.10.2026.
[Kommentare zum Artikel lesen, schreiben] / [Artikel teilen] / [gitlab-Issue zum Artikel schreiben]
