Übungsaufgaben zur Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen

https://bildung.social/@oerinformatik/

https://oer-informatik.de/wirtschaftlichkeit-it-uebungsaufgaben

Wirtschaftlichkeit, Energiekosten, Gesamtkosten, Stundensatz, Prozesskosten, Amortisation, Kostenvergleich, Cloud, Umsatzrendite, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 129 min, mehrere Aufgaben): Sechs Übungsaufgaben zur Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen: Du berechnest Energiekosten und Amortisation neuer Flurmonitore, laufende und Gesamtkosten neuer Arbeitsplätze, einen effektiven Stundensatz und die kritische Nutzerzahl einer Eigenentwicklung, Prozesskosten und die Amortisation einer Abholstation, einen kumulierten Kostenvergleich lokal gegen Cloud mit Abo-Modell und Mietersparnis sowie eine Kostengrafik zum Papierarchiv und die Kosten seiner Digitalisierung im Vergleich zu einem externen Angebot. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen: Kostenvergleich, Energie- und Personalkosten, Amortisation.

Hinweise zur Bearbeitung: Bis zur Teil-1-Prüfung der IT-Berufe solltest Du die Basiskompetenz beherrschen, also Aufgabe 1.1, Aufgabe 1.2 und Aufgabe 1.3. Als FIDP, ISE, IKS oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1, Aufgabe 2.2 und Aufgabe 2.3. Gib bei Rechnungen immer den Rechenweg an. Geldbeträge rundest Du kaufmännisch auf den Cent, Zwischenergebnisse rechnest Du ungerundet weiter; Amortisationsdauern und benötigte Mengen rundest Du auf. Hast Du in einer Teilaufgabe einen falschen Wert, rechne mit ihm weiter; die Folgeaufgabe wird dann trotzdem bewertet. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst.

Du möchtest eigene Aufgaben zum Üben von einem KI-Sprachmodell generieren lassen?

Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.

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Lösungen“.

Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.

Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/wirtschaftlichkeit-it
- https://oer-informatik.de/kostenrechnung-break-even
- https://oer-informatik.de/nutzwertanalyse-make-or-buy
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/wirtschaftlichkeit-it-uebungsaufgaben

Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Wirtschaftlichkeit
- Energiekosten
- Gesamtkosten
- Stundensatz
- Prozesskosten
- Amortisation
- Kostenvergleich
- Cloud
- Umsatzrendite

Kompetenzstufe: Basiskompetenz (alternativ: Kernkompetenz, Profilkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan

Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
   abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
   zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
   Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
   Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
   Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
   danach frage.

Aufgabe 1.1: Neue Flurmonitore für die Mitfahr-App (Basiskompetenz)

(ca. 18 min Bearbeitungszeit)

Am Ratz und Rübe Berufskolleg in Bielefeld zeigen acht Flurmonitore die offenen Angebote der Mitfahr-App „RatzFahrt“. Die alten Monitore nehmen je 95 W auf. Svenja Krämer von der Schul-IT OWL soll sie ersetzen und bittet Dich um einen Kostenvergleich. Die Monitore laufen 11 Stunden an 190 Schultagen im Jahr; die Schule bezahlt 0,32 € je kWh.

Angebote für die Flurmonitore
Modell A Modell B
Preis je Monitor 420,00 € 455,00 €
Leistungsaufnahme im Betrieb 55 W siehe Datenblatt

Auszug aus dem Datenblatt von Modell B:

Power consumption (typical): 32 W · Power consumption (max.): 58 W · Standby: 0.4 W · Power supply: internal, 100–240 V AC

a) Gib an, welchen Wert aus dem Datenblatt Du für die Energiekosten verwendest, und begründe Deine Wahl. (2 Punkte)

Die typische Leistungsaufnahme von 32 W, weil sie den üblichen Betrieb beschreibt. Der Höchstwert von 58 W gilt nur bei voller Helligkeit und Last und dient zur Auslegung der Stromversorgung; der Standby-Wert betrifft die Zeit außerhalb des Betriebs. (2 Punkte)

b) Berechne die Energiekosten je Jahr für alle acht Monitore mit den alten Monitoren, mit Modell A und mit Modell B. (6 Punkte)

Geg.: 8 Monitore, 11 h an 190 Tagen, 0,32 €/kWh; 95 W, 55 W, 32 W

Ges.: Energiekosten K_E je Jahr

I: t = 11\,\text{h} \cdot 190 = 2.090\,\text{h} (1,5 Punkte)

II: W = \dfrac{8 \cdot P}{1.000} \cdot t \qquad K_E = W \cdot 0{,}32\,€/\text{kWh}

Energie je Jahr Energiekosten je Jahr
alt (95 W) 0{,}76\,\text{kW} \cdot 2.090\,\text{h} = 1.588{,}4\,\text{kWh} \underline{\underline{508{,}29\,€}}
Modell A (55 W) 0{,}44\,\text{kW} \cdot 2.090\,\text{h} = 919{,}6\,\text{kWh} \underline{\underline{294{,}27\,€}}
Modell B (32 W) 0{,}256\,\text{kW} \cdot 2.090\,\text{h} = 535{,}04\,\text{kWh} \underline{\underline{171{,}21\,€}}

Je Zeile 1,5 Punkte (Energie 0,5 Punkte, Kosten 1 Punkt).

c) Modell B ist teurer als Modell A. Berechne, nach wie vielen Monaten sich der Mehrpreis für alle acht Monitore durch die niedrigeren Energiekosten amortisiert hat. Beurteile das Ergebnis, wenn die Monitore fünf Jahre genutzt werden sollen. (4 Punkte)

Ges.: Amortisationsdauer t_A

Mehrpreis: 8 \cdot (455{,}00\,€ - 420{,}00\,€) = 280{,}00\,€ (1 Punkt)

Einsparung: 294{,}27\,€ - 171{,}21\,€ = 123{,}06\,€ je Jahr, also 10{,}255\,€ je Monat (1 Punkt)

t_A = \dfrac{280{,}00\,€}{10{,}255\,€/\text{Monat}} \approx 27{,}304\ \text{Monate}, also nach \underline{\underline{28\ \text{Monaten}}} (1 Punkt)

Beurteilung (1 Punkt): Der Mehrpreis ist nach gut zwei Jahren hereingeholt, die übrigen knapp drei Jahre der Nutzung sparen Geld. Modell B ist wirtschaftlicher.

d) An jedem Monitor hängt ein kleiner Medienplayer, der intern 30 W benötigt. Sein Netzteil hat einen Wirkungsgrad von 75 %, ein Ersatznetzteil 90 %. Die Player laufen so lange wie die Monitore. Berechne, wie viel Energiekosten das bessere Netzteil für alle acht Player im Jahr spart. (3 Punkte)

Ges.: Einsparung \Delta K je Jahr

P_{\text{auf}} = \dfrac{P_{\text{ab}}}{\eta}: \dfrac{30\,\text{W}}{0{,}75} = 40\,\text{W} und \dfrac{30\,\text{W}}{0{,}90} \approx 33{,}33\,\text{W} (1 Punkt)

\Delta P = 40\,\text{W} - 33{,}33\,\text{W} \approx 6{,}67\,\text{W} je Player (ungerundet weiterrechnen); \Delta W = \dfrac{8 \cdot 6{,}\overline{6}\,\text{W}}{1.000} \cdot 2.090\,\text{h} \approx 111{,}47\,\text{kWh} (1 Punkt)

\Delta K = 111{,}47\,\text{kWh} \cdot 0{,}32\,€/\text{kWh} \approx \underline{\underline{35{,}67\,€}} je Jahr (1 Punkt)

e) Für den Nachhaltigkeitsbericht der Schule rechnet die Schul-IT mit 0,38 kg CO₂ je kWh. Berechne, wie viel CO₂ der Wechsel von den alten Monitoren auf Modell B im Jahr einspart. (2 Punkte)

(1.588{,}4\,\text{kWh} - 535{,}04\,\text{kWh}) \cdot 0{,}38\,\text{kg/kWh} = 1.053{,}36\,\text{kWh} \cdot 0{,}38\,\text{kg/kWh} \approx \underline{\underline{400{,}28\,\text{kg}}} CO₂ je Jahr

f) Nenne drei weitere Maßnahmen, mit denen die Schule die Energiekosten der Flurmonitore senken kann. (3 Punkte)

Je Nennung 1 Punkt, z. B.: Zeitsteuerung, die die Monitore außerhalb der Unterrichtszeit ausschaltet; Helligkeit anpassen oder Umgebungslichtsensor nutzen; Monitore in Ferien und an Wochenenden vom Netz trennen (schaltbare Steckdosenleiste); Bewegungsmelder; Anzahl der Monitore auf stark frequentierte Flure beschränken; dunkles Bildschirmdesign.

Aufgabe 1.2: Neue Arbeitsplätze und Bürotechnik kalkulieren (Basiskompetenz)

(ca. 18 min Bearbeitungszeit)

Die Let’s Meet GmbH in Bielefeld stellt im Januar 2027 vier weitere Personen im Support ein. Du bist Auszubildende*r und unterstützt Geschäftsführerin Clara Neumann bei der Planung. Alle Preise sind Nettopreise.

a) Für jeden der vier Arbeitsplätze werden ein Notebook (1.180,00 €), zwei Monitore (je 240,00 €) und eine Dockingstation (190,00 €) gekauft; auf die gesamte Hardware gibt es 4 % Rabatt. Notebooks werden 36 Monate genutzt, Monitore und Dockingstationen 48 Monate. Hinzu kommen ein Software-Abo von 22,00 € je Arbeitsplatz und Monat und eine Wartungspauschale von 960,00 € im Jahr für alle Geräte.

Berechne die laufenden Kosten je Monat für alle vier Arbeitsplätze. (7 Punkte)

Ges.: Kosten K_M je Monat

Notebooks: 4 \cdot 1.180{,}00\,€ = 4.720{,}00\,€, abzüglich 4 %: 4.531{,}20\,€; 4.531{,}20\,€ : 36 = 125{,}87\,€ (2 Punkte)

Monitore und Dockingstationen: 4 \cdot (2 \cdot 240{,}00\,€ + 190{,}00\,€) = 2.680{,}00\,€, abzüglich 4 %: 2.572{,}80\,€; 2.572{,}80\,€ : 48 = 53{,}60\,€ (2 Punkte)

Software-Abo: 4 \cdot 22{,}00\,€ = 88{,}00\,€ (1 Punkt)

Wartung: 960{,}00\,€ : 12 = 80{,}00\,€ (1 Punkt)

K_M = 125{,}87\,€ + 53{,}60\,€ + 88{,}00\,€ + 80{,}00\,€ = \underline{\underline{347{,}47\,€}} (1 Punkt)

b) Für die neuen Büroräume soll ein elektronisches Schließsystem eingebaut werden: sechs Türschlösser zu je 289,00 €, 30 Schlüsselchips zu je 12,50 €, eine Funkbrücke für 149,00 € und eine Verwaltungs-App mit 79,00 € Lizenzgebühr im Jahr.

Berechne die Gesamtkosten über vier Jahre netto und brutto (19 % Umsatzsteuer). Gib an, welcher Betrag für Let’s Meet als Kosten zählt. (5 Punkte)

Position Rechnung Betrag
Türschlösser 6 \cdot 289{,}00\,€ 1.734,00 €
Schlüsselchips 30 \cdot 12{,}50\,€ 375,00 €
Funkbrücke 1 \cdot 149{,}00\,€ 149,00 €
Lizenz 4 \cdot 79{,}00\,€ 316,00 €
Summe netto 2.574,00 €
Summe brutto 2.574{,}00\,€ \cdot 1{,}19 3.063,06 €

Je Zeile 0,5 Punkte, netto und brutto je 1 Punkt (4 Punkte). Als GmbH ist Let’s Meet vorsteuerabzugsberechtigt; als Kosten zählen die 2.574,00 € netto. (1 Punkt)

c) Für das Büro stehen zwei Multifunktionsgeräte zur Wahl. Im Monat werden 1.800 Schwarz-Weiß- und 400 Farbseiten gedruckt; beide Geräte sollen 60 Monate genutzt werden.

Angebote für Multifunktionsgeräte
Gerät X Gerät Y
Kaufpreis 1.980,00 € 1.290,00 €
Wartung je Monat 18,00 € 25,00 €
Kosten je Seite schwarz-weiß 0,011 € 0,019 €
Kosten je Seite farbig 0,065 € 0,089 €

Berechne die Kosten je Monat beider Geräte, gerundet auf ganze Euro, und gib an, welches Gerät günstiger ist. (4 Punkte)

K_X = \dfrac{1.980\,€}{60} + 18\,€ + 1.800 \cdot 0{,}011\,€ + 400 \cdot 0{,}065\,€ = 33{,}00\,€ + 18{,}00\,€ + 19{,}80\,€ + 26{,}00\,€ = 96{,}80\,€ \approx \underline{\underline{97\,€}} (1,5 Punkte)

K_Y = \dfrac{1.290\,€}{60} + 25\,€ + 1.800 \cdot 0{,}019\,€ + 400 \cdot 0{,}089\,€ = 21{,}50\,€ + 25{,}00\,€ + 34{,}20\,€ + 35{,}60\,€ = 116{,}30\,€ \approx \underline{\underline{116\,€}} (1,5 Punkte)

Gerät X ist trotz des höheren Kaufpreises um 19,50 € (rund 20 €) im Monat günstiger, weil die Seitenkosten bei dieser Druckmenge stärker ins Gewicht fallen. (1 Punkt)

d) Die Gesprächsprotokolle des Supports sollen in einem Cloud-Archiv gespeichert werden. Jedes Jahr kommen 120 GB hinzu; gelöscht wird in den ersten fünf Jahren nichts. Der Anbieter verkauft Speicher in Paketen zu 50 GB für 3,50 € je Paket und Monat; die Paketanzahl wird jeweils zu Jahresbeginn so festgelegt, dass der Speicher bis zum Jahresende reicht.

Berechne die Kosten des Archivs für die ersten fünf Jahre. (4 Punkte)

Ges.: Kosten K für fünf Jahre

Jahr Speicherbedarf am Jahresende Pakete (aufgerundet) Kosten im Jahr
1 120 GB 3 3 \cdot 3{,}50\,€ \cdot 12 = 126{,}00\,€
2 240 GB 5 210,00 €
3 360 GB 8 336,00 €
4 480 GB 10 420,00 €
5 600 GB 12 504,00 €

Bedarf und Pakete 2 Punkte, Kosten je Jahr 1 Punkt.

K = 126\,€ + 210\,€ + 336\,€ + 420\,€ + 504\,€ = \underline{\underline{1.596{,}00\,€}} (1 Punkt)

Aufgabe 1.3: Selbst machen oder beauftragen? Stundensätze der Schul-IT (Basiskompetenz)

(ca. 16 min Bearbeitungszeit)

Die Schul-IT OWL betreut die Technik des Ratz und Rübe Berufskollegs. Für die Einrichtung von 260 neuen Schüler-Tablets und die Frage, ob eine eigene Software entwickelt werden soll, fragt Svenja Krämer Dich um Hilfe.

a) Ein Kollege hat den Stundensatz einer Fachkraft der Schul-IT so ermittelt: Jahreskosten 69.690,00 € geteilt durch 250 Arbeitstage zu je 7,5 Stunden ergibt 37,17 € je Stunde. Im Jahr fallen aber 28 Urlaubstage, 10 Feiertage an Werktagen, im Schnitt 6 Krankheitstage und 4 Fortbildungstage an. Ein externer Dienstleister verlangt 69,00 € je Stunde.

Erkläre, was an der Rechnung des Kollegen falsch ist, berechne den effektiven Stundensatz und gib an, um wie viel Prozent der externe Stundensatz darüber liegt. (5 Punkte)

Fehler (1 Punkt): Der Kollege teilt durch alle bezahlten Tage. Bezahlt werden aber auch Tage, an denen die Fachkraft nicht arbeitet; die Jahreskosten müssen auf die tatsächlich geleisteten Stunden verteilt werden. Sein Stundensatz ist deshalb zu niedrig.

Ges.: effektiver Stundensatz s

I: t = (250 - 28 - 10 - 6 - 4) \cdot 7{,}5\,\text{h} = 202 \cdot 7{,}5\,\text{h} = 1.515\,\text{h} (2 Punkte)

II: s = \dfrac{69.690{,}00\,€}{1.515\,\text{h}} = \underline{\underline{46{,}00\,€/\text{h}}} (1 Punkt)

Vergleich: \dfrac{69{,}00\,€}{46{,}00\,€} = 1{,}5; der externe Stundensatz liegt um 50 % über dem internen. (1 Punkt)

b) Das Einrichten eines Tablets im Geräteverwaltungssystem dauert 12 Minuten. Berechne die Kosten für alle 260 Tablets, wenn der externe Dienstleister die Arbeit übernimmt. (2 Punkte)

260 \cdot 12\,\text{min} = 3.120\,\text{min} = 52\,\text{h} (1 Punkt); 52\,\text{h} \cdot 69{,}00\,€/\text{h} = \underline{\underline{3.588{,}00\,€}} (1 Punkt)

c) Die Tablets können nur nach Unterrichtsschluss eingerichtet werden, also drei Stunden am Tag. Ermittle, nach wie vielen Arbeitstagen die Einrichtung frühestens abgeschlossen ist, wenn zwei Fachkräfte gleichzeitig arbeiten. (2 Punkte)

\dfrac{52\,\text{h}}{2 \cdot 3\,\text{h je Tag}} \approx 8{,}67 Tage, also frühestens nach \underline{\underline{9\ \text{Arbeitstagen}}}.

d) Für die Verwaltung der Tablets gibt es eine fertige Software zu 14,00 € je Nutzer*in und Jahr. Alternativ könnte die Schul-IT eine eigene Lösung entwickeln: 900 Stunden Entwicklung und 60 Stunden Wartung im Jahr, jeweils zum internen Kostensatz aus a). Betrachtet werden fünf Jahre; Preis- und Lohnsteigerungen bleiben unberücksichtigt.

Berechne, ab wie vielen Nutzer*innen die Eigenentwicklung günstiger ist als die fertige Software, und beurteile das Ergebnis für das Berufskolleg mit rund 2.400 Schüler*innen. (5 Punkte)

Ges.: kritische Nutzerzahl x

Eigenentwicklung über fünf Jahre: (900\,\text{h} + 5 \cdot 60\,\text{h}) \cdot 46{,}00\,€/\text{h} = 1.200\,\text{h} \cdot 46{,}00\,€/\text{h} = 55.200{,}00\,€ (2 Punkte)

Je Jahr: 55.200{,}00\,€ : 5 = 11.040{,}00\,€ (1 Punkt)

14{,}00\,€ \cdot x = 11.040{,}00\,€ \quad | : 14{,}00\,€

x \approx 788{,}57, also ab \underline{\underline{789\ \text{Nutzer*innen}}} (1 Punkt)

Bei rund 2.400 Schüler*innen ist die Eigenentwicklung nach den Kosten deutlich günstiger. Zu bedenken sind aber Risiken wie Abhängigkeit von wenigen Fachkräften und fehlende Updates. (1 Punkt)

e) Obwohl der externe Stundensatz höher ist, überlegt die Schul-IT, das Projekt extern zu vergeben. Nenne drei Gründe, die dafür sprechen können. (3 Punkte)

Je Nennung 1 Punkt, z. B.: Spezialisierung und Erfahrung des Dienstleisters; eigene Fachkräfte bleiben für das Tagesgeschäft frei; schnellere Umsetzung durch mehr Personal; Haftung und Gewährleistung beim Dienstleister; feste, planbare Kosten durch einen Festpreis.

Aufgabe 2.1: Rechnet sich die Abholstation? (Kernkompetenz)

(ca. 26 min Bearbeitungszeit)

Bei der CSB-Rad GmbH in Bielefeld holen Kund*innen online bestellte Ersatzteile und Zubehör sowie reparierte Laufräder und Akkus bisher an der Werkstatttheke ab. Ab März 2027 soll eine Abholstation mit 40 Schließfächern vor der Werkstatt diese Ausgabe übernehmen: Die Kund*innen erhalten einen Code per E-Mail und öffnen ihr Fach rund um die Uhr. Gerät, Fundament und Anbindung an den Onlineshop kosten einmalig 27.000,00 €; Wartung und Software kosten 160,00 € im Monat. Geschäftsführer Cem Sarıkaya bittet Dich, die Entscheidung vorzubereiten.

a) Im Durchschnitt werden an 25 Öffnungstagen im Monat 600 Sendungen abgeholt; eine Sendung liegt im Mittel 1,5 Tage im Fach. Im Frühjahr steigt die Zahl der Abholungen um ein Drittel.

Prüfe, ob die 40 Fächer im Durchschnittsmonat und im Frühjahr ausreichen, und schlage eine Maßnahme für den Engpass vor. (4 Punkte)

Durchschnitt: \dfrac{600}{25} = 24 neue Sendungen je Tag; 24 \cdot 1{,}5\ \text{Tage} = 36 belegte Fächer \le 40. Die Station reicht, die Reserve beträgt vier Fächer. (1,5 Punkte)

Frühjahr: \dfrac{800}{25} = 32 Sendungen je Tag; 32 \cdot 1{,}5 = 48 belegte Fächer > 40. Die Station reicht nicht. (1,5 Punkte)

Maßnahme (1 Punkt), z. B.: Abholfrist im Frühjahr auf einen Tag verkürzen (dann 32 Fächer), große Sendungen weiter an der Theke ausgeben, ein Erweiterungsmodul mit zusätzlichen Fächern einplanen.

b) Die Thekenkraft kostet CSB-Rad 4.400,00 € im Monat (einschließlich aller Nebenkosten). Laut Zeiterfassung verwendet sie 21 % ihrer Arbeitszeit auf die Ausgabe der 420 Bestellungen, die monatlich abgeholt werden.

Berechne die Kosten je ausgegebener Bestellung (Prozesskostensatz). (3 Punkte)

Kosten der Ausgabe je Monat: 4.400{,}00\,€ \cdot 0{,}21 = 924{,}00\,€ (1,5 Punkte)

Prozesskostensatz: \dfrac{924{,}00\,€}{420} = \underline{\underline{2{,}20\,€}} je Bestellung (1,5 Punkte)

c) Mit der Abholstation ändern sich die Kosten je Vorgang so:

Kosten je Ausgabevorgang
Vorgang Vorgänge je Monat Kosten je Vorgang bisher Kosten je Vorgang mit Abholstation
Bestellung ausgeben 420 Ergebnis aus b) 0,50 € (Fach befüllen)
Reparatur übergeben und kassieren 180 7,30 € 0,50 € (Zahlung vorab im Shop, Fach befüllen)

Berechne die rechnerische Einsparung je Monat abzüglich der laufenden Kosten der Station und die Amortisationsdauer in Monaten. (5 Punkte)

Bestellungen: 420 \cdot (2{,}20\,€ - 0{,}50\,€) = 714{,}00\,€ (1 Punkt)

Reparaturen: 180 \cdot (7{,}30\,€ - 0{,}50\,€) = 1.224{,}00\,€ (1 Punkt)

Überschuss: 714{,}00\,€ + 1.224{,}00\,€ - 160{,}00\,€ = 1.778{,}00\,€ je Monat (1 Punkt)

t_A = \dfrac{27.000{,}00\,€}{1.778{,}00\,€/\text{Monat}} \approx 15{,}19, also im \underline{\underline{16.\ \text{Monat}}} (2 Punkte)

d) Cem wendet ein: „Die Thekenkraft bleibt bei uns angestellt und berät künftig mehr Kund*innen. Wirklich weniger Geld geben wir nur für die Überstunden der Werkstatt aus, die bisher abends für Reparaturübergaben anfallen, das sind 5,90 € je Reparatur.“

Erkläre den Unterschied zwischen der Einsparung aus c) und Cems Sicht, berechne die Amortisationsdauer aus seiner Sicht und beurteile, welche Rechnung für die Entscheidung taugt. (5 Punkte)

Unterschied (2 Punkte): In c) wird die frei werdende Arbeitszeit mit ihren Kosten bewertet (kalkulatorische Einsparung). Solange die Thekenkraft weiter voll bezahlt wird, fließt dadurch aber kein Geld weniger ab. Ausgabenwirksam sinken nur Kosten, die tatsächlich wegfallen, hier die Überstunden.

Rechnung: 180 \cdot 5{,}90\,€ = 1.062{,}00\,€; 1.062{,}00\,€ - 160{,}00\,€ = 902{,}00\,€ je Monat (1 Punkt); \dfrac{27.000{,}00\,€}{902{,}00\,€/\text{Monat}} \approx 29{,}93, also im \underline{\underline{30.\ \text{Monat}}} (1 Punkt)

Beurteilung (1 Punkt): Für die Frage, ob sich die Investition bezahlt macht, zählt Cems vorsichtige Rechnung. Die Station lohnt sich trotzdem, wenn die gewonnene Beratungszeit zusätzlichen Umsatz bringt; das sollte CSB-Rad nach der Einführung messen.

e) Die Werkstatt soll eine Umsatzrendite von mindestens 10 % erreichen. Für 2027 plant Natalia Wróbel aus dem Controlling 248.000,00 € Umsatz und 219.000,00 € Kosten. Berechne die Umsatzrendite, gib an, ob das Ziel erreicht wird, und nenne eine Maßnahme, mit der die Werkstatt die Umsatzrendite weiter steigern kann. (4 Punkte)

Gewinn: 248.000\,€ - 219.000\,€ = 29.000\,€ (1 Punkt)

Umsatzrendite: \dfrac{29.000\,€}{248.000\,€} \cdot 100\,\% \approx \underline{\underline{11{,}694\,\%}} (1 Punkt)

Das Ziel von 10 % wird erreicht. (1 Punkt)

Maßnahme (1 Punkt), z. B.: Materialeinkauf bündeln, Stundensatz anpassen, Beratungszeit an der Theke für Zusatzverkäufe nutzen, Inspektionspakete mit Zusatzleistungen anbieten.

f) Nenne zwei Vorteile der Abholstation für die Kund*innen und zwei Nachteile oder Risiken für CSB-Rad. (4 Punkte)

Je Nennung 1 Punkt, z. B.:

  • Vorteile für Kund*innen: Abholung rund um die Uhr, auch nach Feierabend; keine Wartezeit an der Theke; Reparatur kann vorab online bezahlt werden.

  • Nachteile oder Risiken für CSB-Rad: weniger persönlicher Kontakt und damit weniger Zusatzverkäufe an der Theke; Ausfall von Technik oder Netzanbindung sperrt die Fächer; Vandalismus und Diebstahl an der Station; große Teile wie Lastenradrahmen passen nicht ins Fach.

g) Im Lager stehen Ladeschränke für E-Bike-Akkus. Erläutere ein Einsparpotenzial, das ein Einsatz von IoT-Technik (Internet der Dinge) im Lager oder in der Werkstatt bieten kann. (3 Punkte)

Nennung 1 Punkt, Erläuterung 2 Punkte, z. B.: Smarte Steckdosen in den Ladeschränken messen den Ladezustand und schalten ab, wenn die Akkus voll sind; das spart Strom und verhindert Überhitzung. Oder: Sensoren in den Lagerfächern melden den Bestand automatisch an die Warenwirtschaft; Nachbestellungen erfolgen rechtzeitig, teure Eilbestellungen und Inventurarbeit entfallen.

Aufgabe 2.2: Lokal, Cloud oder Abo? Kosten über mehrere Jahre vergleichen (Kernkompetenz)

(ca. 27 min Bearbeitungszeit)

Die Let’s Meet GmbH bietet ab 2027 Vereinskonten an: Sportvereine nutzen ein eigenes Vereinsmodul in der App und zahlen dafür monatlich. Du unterstützt Clara Neumann bei mehreren wirtschaftlichen Entscheidungen.

Für die monatlichen Rechnungen an die Vereine braucht Let’s Meet eine Lösung für elektronische Rechnungen. Es gibt zwei Varianten:

  • lokal: Rechnungsmodul für die eigene Buchhaltungssoftware, einmalig 3.200,00 € Lizenz und 800,00 € Einrichtung; ab dem zweiten Jahr 450,00 € Wartung im Jahr; beliebig viele Rechnungen.
  • Cloud: keine einmaligen Kosten, 0,90 € je Rechnung.

Im ersten Jahr rechnet Let’s Meet mit 1.400 Rechnungen.

a) Berechne die kumulierten Kosten beider Varianten für die Jahre 1 bis 5 bei gleichbleibend 1.400 Rechnungen je Jahr. (4 Punkte)

Jahr lokal (kumuliert) Cloud (kumuliert)
1 3.200\,€ + 800\,€ = 4.000\,€ 1.400 \cdot 0{,}90\,€ = 1.260\,€
2 4.450 € 2.520 €
3 4.900 € 3.780 €
4 5.350 € 5.040 €
5 5.800 € 6.300 €

Lokal 2 Punkte, Cloud 2 Punkte.

b) Ermittle das Break-even-Jahr und gib an, welche Variante bei fünf Jahren Nutzung günstiger ist. (2 Punkte)

Bis Jahr 4 ist die Cloud günstiger, im Jahr 5 liegt sie mit 6.300 € erstmals über der lokalen Lösung (5.800 €). Bei fünf Jahren Nutzung ist die lokale Lösung um 500 € günstiger.

c) Clara rechnet damit, dass die Zahl der Rechnungen ab dem zweiten Jahr jedes Jahr um 10 % gegenüber dem Vorjahr steigt. Berechne die kumulierten Kosten der Cloud-Variante für fünf Jahre (rechne mit den Jahreskosten, die Rechnungszahl wird nicht gerundet) und gib das neue Break-even-Jahr an. (4 Punkte)

Jahr Kosten im Jahr Cloud (kumuliert) lokal (kumuliert)
1 1.260,00 € 1.260,00 € 4.000 €
2 1.260{,}00\,€ \cdot 1{,}1 = 1.386{,}00\,€ 2.646,00 € 4.450 €
3 1.524,60 € 4.170,60 € 4.900 €
4 1.677,06 € 5.847,66 € 5.350 €
5 1.844,77 € 7.692,43 € 5.800 €

Jahresbeträge 2 Punkte, kumuliert 1 Punkt. Das Break-even-Jahr rückt auf Jahr 4 vor. (1 Punkt)

d) Nenne je einen Nachteil der Cloud-Lösung aus Sicht von Let’s Meet und einen Vorteil, den die Skalierbarkeit der Cloud bietet. (2 Punkte)

Nachteil (1 Punkt), z. B.: Kosten steigen mit jeder Rechnung; Abhängigkeit vom Anbieter; Internetverbindung nötig; Rechnungsdaten liegen bei einem Dritten (Auftragsverarbeitung prüfen).

Vorteil der Skalierbarkeit (1 Punkt), z. B.: Bei mehr oder weniger Rechnungen passt sich die Leistung automatisch an; es muss keine eigene Technik vorgehalten werden, gezahlt wird nur die tatsächliche Nutzung.

e) Die Entwicklung des Vereinsmoduls kostet einmalig 64.000,00 €. Ein Vereinskonto kostet 29,00 € im Monat; für Betreuung und Hosting fallen je Vereinskonto 6,00 € im Monat an.

Ermittle, wie viele Vereinskonto-Monate verkauft werden müssen, bis die Entwicklungskosten gedeckt sind. (3 Punkte)

Deckungsbeitrag je Konto und Monat: 29{,}00\,€ - 6{,}00\,€ = 23{,}00\,€ (1 Punkt)

\dfrac{64.000{,}00\,€}{23{,}00\,€} \approx 2.782{,}61, also \underline{\underline{2.783\ \text{Vereinskonto-Monate}}} (2 Punkte)

f) Erster Kunde ist der Sportbund Teutoburger Wald e. V. mit 48 Vereinen. Ermittle, nach wie vielen Monaten Let’s Meet mit diesem Kunden allein Gewinn erzielt, und beurteile das Ergebnis. (4 Punkte)

48 \cdot 23{,}00\,€ = 1.104{,}00\,€ Deckungsbeitrag je Monat (1 Punkt)

\dfrac{64.000{,}00\,€}{1.104{,}00\,€/\text{Monat}} \approx 57{,}97; Gewinn ab dem \underline{\underline{58.\ \text{Monat}}} (2 Punkte)

Beurteilung (1 Punkt): Fast fünf Jahre bis zum Gewinn sind lang; Let’s Meet braucht weitere Vereine, um die Entwicklungskosten schneller hereinzuholen.

g) Ein Vereinsvorstand fragt, warum er das Modul nicht einfach kaufen kann. Beschreibe zwei Vorteile des Abo-Modells aus Sicht des Vereins und einen Vorteil aus Sicht von Let’s Meet. (4 Punkte)

Verein (je 1,5 Punkte), z. B.: keine hohe Anschaffung, die Vereinskasse bleibt flüssig; Updates und Support sind enthalten; monatlich kündbar und gut planbar.

Let’s Meet (1 Punkt), z. B.: regelmäßige, planbare Einnahmen; dauerhafte Kundenbindung.

h) Durch Desk-Sharing braucht Let’s Meet ab Januar 2027 nur noch 300 statt 420 m² Bürofläche; den Rest übernimmt ein Nachbarunternehmen. Die Miete beträgt 2027 14,50 € je m² und Monat und steigt 2028 vertragsgemäß auf 15,20 €. Das Projekt (Buchungssystem für Arbeitsplätze, Umbau) kostet 18.500,00 €.

Berechne die Mietersparnis für 2027 und 2028 sowie die Amortisationsdauer des Projekts in Monaten. (5 Punkte)

Ersparnis 2027: 120\,\text{m}^2 \cdot 14{,}50\,€ \cdot 12 = \underline{\underline{20.880{,}00\,€}} (1,5 Punkte)

Ersparnis 2028: 120\,\text{m}^2 \cdot 15{,}20\,€ \cdot 12 = \underline{\underline{21.888{,}00\,€}} (1,5 Punkte)

Amortisation: \dfrac{18.500{,}00\,€}{20.880{,}00\,€ : 12} = \dfrac{18.500{,}00\,€}{1.740{,}00\,€/\text{Monat}} \approx 10{,}63, also im \underline{\underline{11.\ \text{Monat}}} (2 Punkte)

i) Begründe, warum die Miete für das Büro in der Kalkulation zu den Gemeinkosten gehört. (2 Punkte)

Die Büroräume werden von allen Bereichen und für alle Produkte gemeinsam genutzt. Die Miete lässt sich keinem einzelnen Auftrag oder Produkt direkt zuordnen und wird deshalb über einen Schlüssel (z. B. Fläche) verteilt.

Aufgabe 2.3: Ein Papierarchiv digitalisieren – selbst oder extern? (Kernkompetenz)

(ca. 24 min Bearbeitungszeit)

Die Schul-IT OWL soll das Papierarchiv des Ratz und Rübe Berufskollegs digitalisieren: 8.400 alte Schülerakten mit durchschnittlich 40 Seiten. In einer Vorlage für den Schulträger steht unter der folgenden Grafik der Satz: „Die Kosten des Archivs steigen immer schneller.“ Schulleiterin Petra Schulze-Albers bittet Dich, die Vorlage zu prüfen und die Varianten durchzurechnen.

Säulendiagramm „Kosten des Papierarchivs (Raum, Regale, Ablage)“: sieben gleich weit auseinanderstehende Säulen für die Jahre 2010, 2014, 2018, 2022, 2024, 2025 und 2026 mit 6.480 €, 8.400 €, 10.500 €, 12.600 €, 13.650 €, 14.175 € und 14.700 €; die Werteachse beginnt bei 0 € (mit KI erstellt)
Aktenbestand des Papierarchivs
Jahr 2010 2014 2018 2022 2024 2025 2026
Akten im Archiv 3.600 4.800 6.000 7.200 7.800 8.100 8.400

a) Prüfe die Aussage „Die Kosten des Archivs steigen immer schneller“ anhand der Werte in der Grafik. Erkläre, wodurch die Grafik diesen Eindruck erweckt. (3 Punkte)

Anstieg je Jahr: 2010 bis 2014: \dfrac{8.400\,€ - 6.480\,€}{4} = 480\,€; 2014 bis 2018 und 2018 bis 2022: je \dfrac{2.100\,€}{4} = 525\,€; 2022 bis 2024: \dfrac{1.050\,€}{2} = 525\,€; danach je 525 € von Jahr zu Jahr. (1,5 Punkte)

Die Aussage stimmt nicht: Seit 2014 steigen die Kosten gleichmäßig um 525 € im Jahr. (0,5 Punkte)

Ursache des Eindrucks (1 Punkt): Die Säulen stehen in gleichen Abständen, obwohl zwischen ihnen zuerst vier, dann zwei und zuletzt nur ein Jahr liegen. Die Zeitachse ist am Ende gestaucht; die Säulen werden dort scheinbar steiler höher.

b) Berechne die Archivkosten je Akte für 2010 und 2026 und beurteile, was die Zahlen über die Ursache der Kostensteigerung aussagen. (3 Punkte)

2010: \dfrac{6.480\,€}{3.600} = 1{,}80\,€ je Akte; 2026: \dfrac{14.700\,€}{8.400} = 1{,}75\,€ je Akte (je 1 Punkt)

Beurteilung (1 Punkt): Die Kosten je Akte sind sogar leicht gesunken. Die Gesamtkosten steigen, weil das Archiv wächst (seit 2014 jedes Jahr um 300 Akten), nicht weil die Ablage teurer wird.

c) Skizziere das Diagramm so, dass die Entwicklung richtig erkennbar ist, und gib an, was Du gegenüber der Vorlage änderst. (2 Punkte)

Die Jahre werden auf einer maßstabsgerechten Zeitachse eingetragen; fehlende Jahre bleiben als Lücke sichtbar (oder die Werte werden als Punkte mit Linie gezeichnet). (1 Punkt) Dann liegen die Säulenspitzen ab 2014 auf einer Geraden. (1 Punkt)

Säulendiagramm der Archivkosten auf maßstabsgerechter Zeitachse von 2010 bis 2026: Die Säulen für 2010, 2014, 2018, 2022, 2024, 2025 und 2026 stehen an ihrer richtigen Stelle; eine gestrichelte Linie durch die Säulenspitzen ist ab 2014 eine Gerade mit +525 € je Jahr (mit KI erstellt)

d) Die Schul-IT plant für die Digitalisierung im eigenen Haus sieben Monate ein. Zwei Fachkräfte schaffen zusammen mit Vorbereitung (Heftklammern lösen, sortieren) und Kontrolle 160 Seiten je Stunde und Person. Sie arbeiten 7,5 Stunden an 20 Arbeitstagen im Monat; jede Person nimmt während des Projekts 10 Tage Urlaub.

Beurteile rechnerisch, ob sieben Monate ausreichen. (5 Punkte)

Seiten: 8.400 \cdot 40 = 336.000 Seiten; Arbeitsstunden: \dfrac{336.000}{160\ \text{Seiten/h}} = 2.100\,\text{h} (2 Punkte)

Je Person: \dfrac{2.100\,\text{h}}{2} = 1.050\,\text{h}; \dfrac{1.050\,\text{h}}{7{,}5\,\text{h}} = 140 Arbeitstage; mit Urlaub 140 + 10 = 150 Tage (2 Punkte)

\dfrac{150\ \text{Tage}}{20\ \text{Tage je Monat}} = 7{,}5 Monate. Sieben Monate reichen nicht; die Schul-IT sollte siebeneinhalb Monate einplanen. (1 Punkt)

e) Eine Fachkraft kostet die Schul-IT einschließlich aller Nebenkosten 3.872,00 € im Monat. Für das Projekt wird ein Dokumentenscanner für 13.200,00 € gekauft, der danach für 6.000,00 € an ein anderes Berufskolleg weitergegeben wird. Die Erfassungssoftware kostet als Projektlizenz 3.600,00 €, Material (Kartons, Trennblätter) 900,00 €; alle Beträge einschließlich Umsatzsteuer.

Berechne die Kosten der Eigenleistung für die Projektdauer aus d). (4 Punkte)

Personal: 3.872{,}00\,€ \cdot 2 \cdot 7{,}5 = 58.080{,}00\,€ (1,5 Punkte)

Scanner (nur der Wertverlust zählt): 13.200{,}00\,€ - 6.000{,}00\,€ = 7.200{,}00\,€ (1,5 Punkte)

Eigenleistung: 58.080{,}00\,€ + 7.200{,}00\,€ + 3.600{,}00\,€ + 900{,}00\,€ = \underline{\underline{69.780{,}00\,€}} (1 Punkt)

f) Ein Scan-Dienstleister verlangt 0,13 € je Seite und eine Pauschale von 1.400,00 € für Abholung und Rücktransport, jeweils zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Die Schul-IT ist als öffentliche Einrichtung nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Vergleiche beide Varianten insgesamt und je Akte. (4 Punkte)

Extern netto: 336.000 \cdot 0{,}13\,€ + 1.400{,}00\,€ = 45.080{,}00\,€; brutto: 45.080{,}00\,€ \cdot 1{,}19 = 53.645{,}20\,€. Weil die Schul-IT die Umsatzsteuer nicht erstattet bekommt, zählt der Bruttobetrag. (2 Punkte)

Je Akte: extern \dfrac{53.645{,}20\,€}{8.400} \approx 6{,}39\,€, Eigenleistung \dfrac{69.780{,}00\,€}{8.400} \approx 8{,}31\,€ (1 Punkt)

Der Dienstleister ist um \underline{\underline{16.134{,}80\,€}} günstiger. (1 Punkt)

g) Nach der Digitalisierung wird der Archivraum frei; die Kosten aus der Grafik für 2026 entfallen künftig jedes Jahr. Für die Speicherung und Sicherung der Scans rechnet die Schul-IT mit 1.500,00 € im Jahr.

Berechne, nach wie vielen Monaten sich die Beauftragung des Dienstleisters amortisiert hat. (3 Punkte)

Einsparung: 14.700{,}00\,€ - 1.500{,}00\,€ = 13.200{,}00\,€ je Jahr, also 1.100{,}00\,€ je Monat (1 Punkt)

t_A = \dfrac{53.645{,}20\,€}{1.100{,}00\,€/\text{Monat}} \approx 48{,}77, also im \underline{\underline{49.\ \text{Monat}}} (2 Punkte)

h) Nenne zwei Gründe, die trotz der höheren Kosten für die Digitalisierung im eigenen Haus sprechen können. (2 Punkte)

Je Nennung 1 Punkt, z. B.: Schülerakten enthalten besonders schützenswerte personenbezogene Daten und verlassen das Haus nicht; kein Transportrisiko; die Akten bleiben während des Projekts für Anfragen greifbar; die Fachkräfte bauen Wissen für künftige Digitalisierungsprojekte auf; Ordnungskriterien und Dateinamen lassen sich unterwegs flexibel anpassen.


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Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zur Wirtschaftlichkeit von IT-Lösungen” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/wirtschaftlichkeit-it-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/betriebswirtschaft/kosten-wirtschaftlichkeit. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 28.10.2026.

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