Übungsaufgaben zu Power over Ethernet

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https://oer-informatik.de/power-over-ethernet-uebungsaufgaben

Power over Ethernet, PoE, PoE-Budget, IEEE 802.3af, IEEE 802.3at, IEEE 802.3bt, PoE-Injektor, Leistungsklasse, Leitungsverlust, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 57 min, mehrere Aufgaben): Drei Übungsaufgaben zu Power over Ethernet: Du beurteilst für die Anzeige-Player einer Mitfahr-App Steckernetzteil und PoE und findest Fehler in einer geplanten Injektor-Verbindung, ordnest für eine Lagerhalle Geräten den passenden PoE-Standard zu, prüfst Ports, Erkennung und reservierte Leistung eines Switches bei einer Erweiterung und wählst die günstigste Switch-Kombination und entscheidest für ein Barcamp über die Versorgung einer Kamera und rechnest Leistungsbedarf, Leitungsverluste und Spannung am Gerät nach. Alle Beispiellösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 28.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Power over Ethernet: Strom über das Netzwerkkabel planen.

Wortwolke zu den Übungsaufgaben: Power over Ethernet, PoE-Budget, PoE-Injektor, PoE-Splitter, IEEE 802.3af/at/bt, Leistungsklasse, Leitungsverlust, Spannungsfall und weitere Begriffe (mit KI erstellt)

Hinweise zur Bearbeitung: Von ISE wird erwartet, dass ihnen Aufgaben auf Profilkompetenz-Ebene (Aufgabe 3.1, Aufgabe 3.2 und Aufgabe 3.3) keine Probleme bereiten. Bei „nennen“ genügen Stichworte, bei „beschreiben“, „erläutern“ und „beurteilen“ erwartet die Aufgabe ganze Sätze mit Bezug zur Situation. Bei Berechnungen gehören Formel und Rechenweg zur Lösung. Werte der PoE-Standards findest Du im Artikel. Schreib Deine Antwort zuerst vollständig auf, bevor Du die Beispiellösung aufklappst; andere sachlich richtige Antworten sind ebenfalls richtig.

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Kopiere den Text in ein KI-Sprachmodell Deiner Wahl und passe Kompetenzstufe, Anzahl, Bearbeitungszeit und Szenario bei Bedarf an. Wie die Aufgaben aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Wie sind die Aufgaben aufgebaut?. Prüfe die Ergebnisse mit dem Lehrartikel: KI-Sprachmodelle machen Fehler.

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Bauplan: Halte Dich an Aufbau, Kompetenzstufen, Operatoren,
Anforderungsbereiche, Punkte und Zeitschätzung, die im Artikel
https://oer-informatik.de/aufgaben-aufbau beschrieben sind.

Fachliche Grundlage:
- https://oer-informatik.de/power-over-ethernet
- Stilbeispiel: https://oer-informatik.de/power-over-ethernet-uebungsaufgaben

Die Aufgaben sollen Inhalte zu diesen Schlagwörtern abdecken:
- Power over Ethernet
- PoE
- PoE-Budget
- IEEE 802.3af
- IEEE 802.3at
- IEEE 802.3bt
- PoE-Injektor
- Leistungsklasse
- Leitungsverlust

Kompetenzstufe: Profilkompetenz (alternativ: Basiskompetenz, Kernkompetenz, Expertise)
Anzahl: 1 Aufgabe mit Teilaufgaben
Bearbeitungszeit in Minuten ca.: <5 bis 30 min>
Szenario: eines der Szenarien aus dem Bauplan

Vorgehen:
1. Lies zuerst die verlinkten Artikel. Kannst Du keine Webseiten
   abrufen, sag mir das, statt zu raten.
2. Steht bei einer Angabe noch ein Platzhalter in <…>, frag mich
   zuerst danach. Richte Punkte und Zahl der Teilaufgaben nach der
   Bearbeitungszeit (ca. 0,9 min je Punkt).
3. Gib je Aufgabe Titel mit Kompetenzstufe, Ausgangssituation und
   Teilaufgaben mit Operator und Punktzahl aus, dazu die geschätzte
   Bearbeitungszeit.
4. Gib die Beispiellösungen mit Punkteverteilung erst aus, wenn ich
   danach frage.

Aufgabe 3.1: Strom für die Flurmonitore von RatzFahrt (Profilkompetenz)

(ca. 16 min Bearbeitungszeit)

Die Mitfahr-App RatzFahrt des Ratz und Rübe Berufskollegs zeigt offene Fahrten auf vier Flurmonitoren an. Jeder Monitor wird von einem kleinen Anzeige-Computer (Mini-Player) angesteuert, der hinter dem Monitor an der VESA-Halterung sitzt und über das Netzwerk die Daten holt. Der Player nimmt höchstens 9 W auf und hat nur eine Netzwerkbuchse und einen USB-C-Eingang für 5 V, keinen PoE-Eingang. Svenja Krämer von der Schul-IT OWL bittet Dich, die Energieversorgung der Player zu planen. Im Etagenverteiler steht bisher ein Switch ohne PoE.

a) Der Hausmeister schlägt vor, alle Player mit Steckernetzteilen zu versorgen, weil hinter den Monitoren im Foyer und auf den Fluren ohnehin eine Doppelsteckdose sitzt. Der vierte Monitor hängt unter dem Vordach am Parkplatzausgang; dort gibt es bisher keine Steckdose, wohl aber eine Netzwerkdose. Beurteile den Vorschlag getrennt für die drei Player im Gebäude und für den Player am Parkplatzausgang. Berücksichtige dabei Installationsaufwand, Verhalten bei Stromausfall und Wartung. (4 Punkte)

  • Player im Gebäude (2 P): Die Steckdose ist schon da, der Anschluss kostet also kaum Aufwand – das spricht für den Vorschlag. Dagegen spricht der Betrieb: Fällt im Flur der Strom aus, gehen die Player sofort aus, während PoE-Player über eine USV im Verteiler weiterlaufen und nach der Störung nicht einzeln geprüft werden müssen. Hängt ein Player, startet die Schul-IT ihn bei PoE aus der Ferne neu, indem sie den Port kurz abschaltet; mit Netzteil muss jemand hingehen. Beide Lösungen sind vertretbar, wenn diese Nachteile in Kauf genommen werden.

  • Player am Parkplatzausgang (2 P): Hier müsste eine Elektrofachkraft erst eine Steckdose auf einem abgesicherten Stromkreis setzen, im Außenbereich zusätzlich mit passender Schutzart. Die Netzwerkdose ist schon da; mit PoE (9 W liegen innerhalb von 802.3af) und einem Splitter am Player entfällt die Neuinstallation. Für diesen Player ist PoE die bessere Wahl, sofern der Kanal höchstens 100 m lang ist.

b) Für Player 3 hat ein Praktikant die folgende Verbindung notiert. Sie soll über einen PoE-Injektor am vorhandenen Switch laufen:

Player 3 – geplante Verbindung
1. Switch, Port 14  --Patchkabel 1 m-->  Injektor, Buchse "Data + Power"
2. Injektor, Buchse "Data"  --Patchkabel 1 m-->  Patchfeld, Port 23
3. Patchfeld, Port 23  --Verlegekabel Cat 7A, 96 m-->  Anschlussdose F2-07
4. Anschlussdose F2-07  --Patchkabel 2 m-->  Netzwerkbuchse des Players
5. Netzteil des Injektors  -->  Steckdosenleiste im Rack

Die Notiz enthält drei Fehler. Benenne jeden Fehler, begründe, warum die Verbindung so nicht funktioniert oder nicht normgerecht ist, und gib die Korrektur an. (6 Punkte)

Je Fehler 1 P für Benennen und Begründen, 1 P für die Korrektur:

  • Injektor-Buchsen vertauscht: Die Buchse „Data + Power“ führt die PoE-Spannung und muss in Richtung Endgerät zeigen; so läge die Spannung am Switchport, und beim Player käme keine Energie an. Korrektur: Switch an „Data“, „Data + Power“ an das Patchfeld.

  • Verlegekabel zu lang: Der Kanal hält mit 1 m + 1 m + 96 m + 2 m = 100 m die Grenze von 100 m zwar gerade noch ein, das fest verlegte Kabel darf aber höchstens 90 m lang sein. Korrektur: kürzeren Kabelweg bzw. eine Anschlussdose näher am Verteiler wählen oder einen näher gelegenen Verteiler nutzen.

  • Player ohne PoE-Eingang: Die Netzwerkbuchse des Players nimmt keine PoE-Energie auf, der Player bliebe dunkel. Korrektur: Direkt am Player einen PoE-Splitter einsetzen, der die Daten über ein kurzes Patchkabel an die Netzwerkbuchse und 5 V über USB-C an den Player gibt.

Beispiellösung: korrigierte Verbindung für Player 3 – Switch ohne PoE an „Data“ des Injektors, Injektor-Netzteil an der Steckdosenleiste im Rack, „Data + Power“ über Patchkabel 1 m zum Patchfeld Port 23, Verlegekabel höchstens 90 m zur Anschlussdose F2-07, Patchkabel 2 m zum PoE-Splitter, der den Mini-Player über RJ45 mit Daten und über USB-C mit 5 V versorgt (mit KI erstellt)

Wie die korrigierte Kette aussieht, zeigt die Abbildung im Artikel Power over Ethernet (Kamera am Injektor, Mini-Player am Splitter).

c) Svenja Krämer überlegt, ob sie einen neuen PoE-Switch kauft oder für die vier Player einzelne Injektoren am vorhandenen Switch einsetzt. Nenne vier Unterschiede zwischen beiden Lösungen. (4 Punkte)

Je Unterschied 1 P, z. B.:

  • Ein PoE-Switch versorgt mehrere Geräte gleichzeitig; je Injektor wird ein Gerät versorgt.

  • Der PoE-Switch teilt sein Budget auf alle Ports auf; jeder Injektor liefert seine Leistung nur für seinen Port.

  • Der PoE-Switch braucht einen Netzanschluss; jeder Injektor belegt eine eigene Steckdose.

  • Der PoE-Switch lässt sich zentral verwalten (Ports abschalten, Neustart aus der Ferne, Verbrauch anzeigen); einfache Injektoren nicht.

  • Einzelne Injektoren sind günstiger als ein neuer PoE-Switch und erlauben das Nachrüsten am vorhandenen Switch.

d) Ein Kollege hat noch einen günstigen „passiven 24-V-PoE-Injektor“ und möchte ihn für einen der Player nutzen. Beurteile den Vorschlag. (3 Punkte)

Ein passiver Injektor legt dauerhaft 24 V auf die Leitung, ohne vorher zu prüfen, ob ein passendes Gerät angeschlossen ist (keine Erkennung und Klassifizierung nach IEEE 802.3) (1 P). Der PoE-Splitter am Player erwartet genormtes PoE mit etwa 48 V: Er liefert dann keine 5 V oder wird beschädigt; ein versehentlich angeschlossener Laptop oder Switch könnte ebenfalls Schaden nehmen (1 P). Der Vorschlag ist abzulehnen; es sollte ein normgerechter Injektor nach 802.3af/at verwendet werden (1 P).

Aufgabe 3.2: PoE-Budget in der Lagerhalle (Profilkompetenz)

(ca. 23 min Bearbeitungszeit)

Im Technikraum der Lagerhalle der CSB-Rad GmbH in Bielefeld-Sennestadt versorgt der Switch „NetPro 24P-4X“ (24 × 1 Gbit/s mit PoE+, 4 × SFP+) bisher 6 Access Points nach 802.3at (Klasse 4) und 8 Kameras nach 802.3af (Klasse 2). Geschäftsführer Cem Sarıkaya plant für 2027 vier weitere Access Points (802.3at) und zwei schwenkbare Kameras (PTZ) für den Hof, die laut Datenblatt „802.3bt, Class 6“ benötigen. Du sollst prüfen, ob der Switch reicht. Laut Datenblatt hat der Switch ein PoE-Budget von 410 W.

a) Im Datenblatt der vorhandenen Kameras steht unter „Power supply“ die Angabe „PoE (IEEE 802.3af)“. Erläutere diese Angabe. (4 Punkte)

  • Die Kamera wird über das Netzwerkkabel mit Energie versorgt (Power over Ethernet) und braucht keine eigene Steckdose bzw. kein Netzteil (1 P).

  • IEEE 802.3af ist der erste PoE-Standard (Typ 1) (1 P): Gleichspannung um 48 V über zwei Aderpaare (1 P).

  • Der Switchport muss bis zu 15,4 W bereitstellen, an der Kamera kommen höchstens 12,95 W an (1 P).

b) Für das Lager sollen weitere Geräte angeschafft werden. Ermittle für jedes Gerät den kleinsten PoE-Standard (bei 802.3bt mit Typ), der es zuverlässig versorgt, und begründe Deine Wahl mit der Leistung am Endgerät. (4 Punkte)

  • Zutrittsleser am Rolltor: höchstens 5,8 W

  • Wärmebildkamera an der Laderampe: höchstens 14,1 W

  • Wi-Fi-7-Access-Point für die Hochregalgasse: höchstens 48 W

  • Großanzeige für die Kommissionierung: höchstens 68 W

Je Gerät 1 P:

  • Zutrittsleser: 802.3af – 5,8 W liegen unter 12,95 W (sogar Klasse 2 mit 6,49 W reicht).

  • Wärmebildkamera: 802.3at – 14,1 W sind mehr als die 12,95 W von 802.3af, aber weniger als 25,5 W.

  • Access Point: 802.3bt Typ 3 – 48 W übersteigen 25,5 W, liegen aber unter 51 W (Klasse 6).

  • Großanzeige: 802.3bt Typ 4 – 68 W sind mehr als 51 W und weniger als 71,3 W (Klasse 8).

c) Beschreibe, wie der Switch beim Einstecken einer neuen Kamera erkennt, dass sie PoE-fähig ist, und was danach ausgehandelt wird. (3 Punkte)

  • Erkennung (1 P): Der Switch legt eine kleine Prüfspannung an und misst den Widerstand; ein PoE-Gerät hat eine passive Eingangsschaltung mit einem Signaturwiderstand von etwa 25 kΩ. Ohne diese Signatur bleibt der Port stromlos.

  • Klassifizierung (1 P): Mit einer etwas höheren Spannung misst der Switch den Strom und ermittelt daraus die Leistungsklasse des Geräts; beide müssen eine passende Klasse bzw. denselben Standard beherrschen.

  • Einschalten und Aushandeln (1 P): Reicht das Budget, schaltet der Switch die Betriebsspannung von etwa 48 V auf; per LLDP kann danach der tatsächliche Leistungsbedarf genauer ausgehandelt werden.

d) Prüfe die Erweiterung.

da) Prüfe zuerst, ob die neuen Geräte überhaupt an den Ports dieses Switches betrieben werden können. (2 Punkte)

  • Die zusätzlichen Access Points brauchen 802.3at; das liefern alle Ports (1 P).

  • Die PTZ-Kameras melden Klasse 6, brauchen also 802.3bt mit bis zu 60 W über vier Aderpaare. Die Ports liefern höchstens 30 W nach 802.3at; die PTZ-Kameras können hier nicht angeschlossen werden, egal wie viel Budget frei ist (1 P).

db) Der Switch reserviert je Port die Leistung der Klasse, die das Gerät beim Einschalten meldet. Berechne die reservierte Leistung nach der Erweiterung ohne die PTZ-Kameras und beurteile, ob das Budget auch mit 20 % Reserve für spätere Geräte reicht. (4 Punkte)

Geg.: Access Points 6 + 4 = 10 (Klasse 4, 30 W an der PSE); Kameras 8 (Klasse 2, 7 W an der PSE); P_B = 410 W

Ges.: reservierte Leistung P_{res} und Bedarf mit Reserve P_{R}

P_{res} = n_{AP} \cdot P_{Kl4} + n_{Kam} \cdot P_{Kl2} = 10 \cdot 30\ \mathrm{W} + 8 \cdot 7\ \mathrm{W} = \underline{\underline{356\ \mathrm{W}}}

P_{R} = 1{,}2 \cdot 356\ \mathrm{W} = \underline{\underline{427{,}2\ \mathrm{W}}}

Rechnung 2 P. Beurteilung 2 P: Die 356 W passen in das Budget von 410 W (frei bleiben 54 W). Mit 20 % Reserve wären 427,2 W nötig; für spätere Erweiterungen reicht der Switch also nicht. (Vor der Erweiterung waren es 6 \cdot 30\ \mathrm{W} + 56\ \mathrm{W} = 236\ \mathrm{W}.)

dc) Der Switch kann den Ports die Leistung auch nach dem Verbrauch zuteilen, den die Geräte per LLDP melden: je Access Point höchstens 16 W, je Kamera 5 W. Nenne einen Vorteil und ein Risiko dieser Zuteilung für die Lagerhalle und schlage eine Lösung für die PTZ-Kameras vor. (3 Punkte)

  • Vorteil (1 P): Statt 356 W sind nur 10 \cdot 16\ \mathrm{W} + 8 \cdot 5\ \mathrm{W} = 200\ \mathrm{W} belegt; selbst mit 20 % Reserve (240 W) bleibt viel Budget frei.

  • Risiko (1 P): Steigt der Verbrauch (mehr Clients, Kameraheizung im Winter), muss der Switch nachregeln; im Engpass schaltet er Ports ab. Wichtige Geräte brauchen deshalb eine hohe Port-Priorität.

  • PTZ-Kameras (1 P): zwei Injektoren nach 802.3bt (60 W) mit eigener Steckdose im Technikraum oder ein Switch mit 802.3bt-Ports.

e) Cem Sarıkaya überlegt, den Switch zu ersetzen. Gebraucht werden 20 Ports mit PoE+ (10 Access Points, 8 Kameras, 2 Reserve) und 6 Ports ohne PoE (Leitstand-PC, zwei Etikettendrucker, zwei Ladestationen, Reserve); die PTZ-Kameras erhalten Injektoren. Folgende Modelle mit ausreichendem PoE-Budget stehen zur Auswahl:

Switch-Modelle zur Auswahl
Modell Ports PoE Nettopreis
S-24P 24 × 1 Gbit/s PoE+ an allen Ports 1.450,00 €
S-48P 48 × 1 Gbit/s PoE+ an allen Ports 2.290,00 €
S-24 24 × 1 Gbit/s ohne 690,00 €
S-8 8 × 1 Gbit/s ohne 190,00 €

Ermittle die kostengünstigste Kombination, die alle Anforderungen erfüllt. Stelle dazu mindestens drei Kombinationen mit Anzahl der Ports, Anzahl der PoE-Ports und Preis in einer Tabelle gegenüber. (5 Punkte)

Switch-Kombinationen im Vergleich
Kombination Ports gesamt (Soll 26) PoE-Ports (Soll 20) Preis
1 × S-24P + 1 × S-8 32 24 1.640,00 €
1 × S-24P + 1 × S-24 48 24 2.140,00 €
1 × S-48P 48 48 2.290,00 €
2 × S-24P 48 48 2.900,00 €
2 × S-24 bzw. S-24 + S-8 48 bzw. 32 0 erfüllt die Anforderung nicht

Tabelle mit drei sinnvollen Kombinationen 3 P, richtige Auswahl 2 P: 1 × S-24P und 1 × S-8 für 1.640,00 €; alle PoE-Geräte hängen am S-24P, die übrigen Geräte am S-8 (beide über einen Uplink verbunden). Wer mehr Reserve und nur ein Gerät im Schrank möchte, kann begründet den S-48P wählen.

Aufgabe 3.3: Access Points und Kamera für die Aula (Profilkompetenz)

(ca. 18 min Bearbeitungszeit)

Für das Barcamp am Ratz und Rübe Berufskolleg sollen in der Aula sechs zusätzliche Access Points (je höchstens 18 W, Klasse 4) installiert werden. Außerdem soll eine Streaming-Kamera an der Bühnenrückwand befestigt werden; ihr Montageort liegt nach dem Kabelweg 123 m vom Etagenverteiler entfernt; an der Bühnenrückwand gibt es keine Steckdose. Emre Aksoy aus dem Technikteam der Schüler*innen arbeitet mit Dir. Der Switch SW-A0 im Etagenverteiler hat ein PoE-Budget von 150 W und versorgt bereits sechs Access Points (je 18 W) und eine PoE-Kamera mit 13 W.

a) Im Datenblatt der vorgesehenen Streaming-Kamera steht unter „Power“: „12 V DC ±10 % or PoE (IEEE 802.3at, Class 4); max. 19 W“. Erläutere die Angabe und entscheide begründet, wie Du die Kamera an der Bühne versorgst. Ziehe dazu mindestens drei Kriterien heran. (4 Punkte)

  • Angabe (1 P): Die Kamera lässt sich wahlweise mit einem 12-V-Netzteil (10,8 bis 13,2 V) oder über das Netzwerkkabel versorgen. Sie braucht bis zu 19 W; das ist mehr als die 12,95 W von 802.3af, deshalb ist ein Port nach 802.3at nötig, für den der Switch 30 W reserviert.

  • Entscheidung (1 P): Versorgung über PoE.

  • Kriterien (2 P, je Kriterium 1 P, höchstens 2), z. B.: Der Livestream läuft bei einem Stromausfall in der Aula weiter, wenn der PoE-Switch an einer USV hängt; die Kamera lässt sich bei einem Hänger über den Port neu starten, ohne auf die Bühne zu steigen; an der Bühnenrückwand muss keine Steckdose gesetzt werden. Zu beachten ist, dass die 30 W ins Budget des versorgenden Switches passen müssen.

b) Erkläre, warum die Kamera trotzdem nicht mit einer einzigen Leitung an SW-A0 angeschlossen werden darf, und nenne zwei Lösungen, die ohne Steckdose an der Bühne auskommen. (3 Punkte)

Ein Kupfer-Kanal darf höchstens 100 m lang sein; mit 123 m wäre die Strecke für Daten und PoE zu lang (1 P). Lösungen, je 1 P: ein PoE-Extender auf der Strecke, der selbst per PoE versorgt wird und Daten und Energie für weitere bis zu 100 m weitergibt; ein kleiner PoE-Switch in der Aula, der über Lichtwellenleiter (oder eine Kupferstrecke unter 100 m) an den Etagenverteiler angebunden ist und die Kamera über eine kurze Leitung versorgt.

c) Die vorhandene PoE-Kamera nimmt 13 W auf. Emre meint, ein Port nach 802.3af reiche dafür aus. Nimm Stellung. (2 Punkte)

Nach 802.3af kommen am Gerät höchstens 12,95 W an; 13 W liegen knapp darüber (1 P). Die Kamera braucht deshalb einen Port nach 802.3at (PoE+, Klasse 4), sonst startet sie nicht zuverlässig oder fällt unter Last aus (1 P).

d) Prüfe rechnerisch, ob das PoE-Budget von SW-A0 für die sechs zusätzlichen Access Points reicht, (da) wenn der Switch je Gerät die Leistung seiner Klasse reserviert, und (db) wenn er nur den tatsächlichen Verbrauch zuteilt. (4 Punkte)

Geg.: P_B = 150 W; Access Points 6 + 6 = 12 (Klasse 4, je 18 W); Kamera 1 (Klasse 4, 13 W)

Ges.: Bedarf nach Klasse P_{Kl} (2 P)

P_{Kl} = 13 \cdot 30\ \mathrm{W} = \underline{\underline{390\ \mathrm{W}}} > 150\ \mathrm{W}

Schon heute (7 \cdot 30\ \mathrm{W} = 210\ \mathrm{W}) reicht das Budget nur, weil der Switch nach Verbrauch zuteilt.

Ges.: Bedarf nach Verbrauch P_{V} (2 P)

P_{V} = 12 \cdot 18\ \mathrm{W} + 13\ \mathrm{W} = \underline{\underline{229\ \mathrm{W}}} > 150\ \mathrm{W}

In beiden Fällen reicht SW-A0 nicht. Die Aula-APs brauchen einen eigenen PoE-Switch (z. B. in der Aula, siehe b) oder Injektoren.

e) (ea) Über der Bühne soll ein Wi-Fi-7-Access-Point mit 80 m Kanal an einen Port nach 802.3bt Typ 3 angeschlossen werden. Der Port liefert höchstens 60 W über alle vier Aderpaare; je Aderpaar-Satz fließen 0,6 A, der Schleifenwiderstand je Aderpaar-Satz beträgt 10 Ω. Berechne die Verlustleistung auf der Leitung und die Leistung, die am Access Point ankommt. (eb) Ein anderer Access Point hängt an einem Port nach 802.3at (0,6 A). Durch lange dünne Patchkabel (AWG 26) steigt der Schleifenwiderstand seines Kanals von 12,5 Ω auf 14 Ω. Der Port gibt 50 V aus. Berechne die Spannung, die am Access Point ankommt, und beurteile, ob die für 802.3at am Gerät geforderten mindestens 42,5 V eingehalten werden. (5 Punkte)

Geg.: P_PSE = 60 W; 2 Aderpaar-Sätze mit je I = 0,6 A und R_1 = 10 Ω

Ges.: Verlustleistung P_{V1} und Leistung am AP P_{PD1} (2 P)

Der Verlust entsteht in beiden Aderpaar-Sätzen:

P_{V1} = 2 \cdot I^2 \cdot R_1 = 2 \cdot (0{,}6\ \mathrm{A})^2 \cdot 10\ \Omega = \underline{\underline{7{,}2\ \mathrm{W}}}

P_{PD1} = P_{PSE} - P_{V1} = 60\ \mathrm{W} - 7{,}2\ \mathrm{W} = \underline{\underline{52{,}8\ \mathrm{W}}}

Das ist mehr als die 51 W, die ein Gerät nach 802.3bt Typ 3 höchstens aufnehmen darf; auf dem kürzeren Kanal bleibt also Reserve.

Ges.: Spannungsfall \Delta U und Spannung am AP U_{PD} (2 P)

Geg.: U_PSE = 50 V; I = 0,6 A; R_2 = 14 Ω

\Delta U = I \cdot R_2 = 0{,}6\ \mathrm{A} \cdot 14\ \Omega = \underline{\underline{8{,}4\ \mathrm{V}}}

U_{PD} = U_{PSE} - \Delta U = 50\ \mathrm{V} - 8{,}4\ \mathrm{V} = \underline{\underline{41{,}6\ \mathrm{V}}}

Beurteilung (1 P): 41,6 V liegen unter den geforderten 42,5 V. Bei voller Last ist der Betrieb nicht mehr normgerecht; mit den 12,5 Ω des ursprünglichen Kanals wären es genau 50\ \mathrm{V} - 0{,}6\ \mathrm{A} \cdot 12{,}5\ \Omega = 42{,}5\ \mathrm{V}. Die langen dünnen Patchkabel müssen kürzer werden oder durch Kabel mit größerem Querschnitt ersetzt werden.

f) Für das Barcamp werden die zwölf Aula-Leitungen gemeinsam mit Leitungen für Streaming und Infomonitore in einem engen Bündel über die Decke geführt, viele davon mit PoE. Nenne zwei Maßnahmen gegen eine zu starke Erwärmung. (2 Punkte)

Je 1 P, z. B.: kleinere Bündel bilden bzw. Leitungen locker und aufgeteilt führen; belüftete Kabelwege statt geschlossener Kanäle; Leitungen mit größerem Querschnitt (AWG 23 oder 22) und höherer Kategorie (Cat 6A/7A) verwenden; Grenzwerte der Normen zur Fernspeisung (z. B. DIN EN 50174-2) bei der Planung beachten.


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Dieser Artikel und seine Texte, Bilder, Grafiken, Code und sonstiger Inhalt sind - sofern nicht anders angegeben - lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: “Übungsaufgaben zu Power over Ethernet” von oer-informatik.de (H. Stein), Lizenz: CC BY 4.0. Der Artikel wurde unter https://oer-informatik.de/power-over-ethernet-uebungsaufgaben veröffentlicht, die Quelltexte sind in weiterverarbeitbarer Form verfügbar im Repository unter https://gitlab.com/oer-informatik/netzwerk/infrastruktur. Erstellt mit KI-Assistenz; von mir umfassend redaktionell überarbeitet, geprüft und freigegeben. Stand: 28.10.2026.

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