Übungsaufgaben zu digitalen Geschäftsmodellen und Plattformen

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Digitale Geschäftsmodelle, Abo-Modell, In-App-Kauf, Zahlungsarten, Webshop, App-Store, Portallösung, Digitaler Reifegrad, Übungsaufgaben, Prüfungsvorbereitung

tl/dr; (Bearbeitungszeit insgesamt 56 min, mehrere Aufgaben): Zwei Übungsaufgaben: Für die Ortungs-App eines Fahrradherstellers vergleichst Du Abo-Modelle und In-App-Käufe, bewertest Zahlungsarten, berätst einen Fachhändler bei der Wahl seines Webshops und vergleichst die App-Stores. Für einen Schlosshersteller erläuterst Du eine Portallösung, grenzt herkömmliche und digitale Geschäftsmodellentwicklung ab, ordnest Ertragsmodelle zu, beschreibst Vorteile und Erfolgsfaktoren und beurteilst den digitalen Reifegrad im Branchenvergleich. Alle Lösungen sind ausgeblendet und mit Punkteverteilung versehen [AI-Assisted]. (Zuletzt geändert am 27.10.2026)

Diese Übungsaufgaben gehören zum Artikel Digitale Geschäftsmodelle und Plattformen.

Hinweise zur Bearbeitung: Als IKS oder IKD musst Du zur Teil-2-Prüfung Aufgaben auf Kernkompetenz-Ebene lösen können, das sind Aufgabe 2.1 und Aufgabe 2.2. Bei „nennen“ genügen Stichworte, bei „beschreiben“, „erläutern“ und „beurteilen“ erwartet die Aufgabe ganze Sätze mit Bezug zur Situation. Werden zwei Angaben verlangt, werden auch nur die ersten zwei bewertet. Andere sachlich richtige Antworten sind ebenfalls richtig.

Aufgabe 2.1: Abo, Zahlungsarten und Webshop für ein Ortungs-Set (Kernkompetenz)

(ca. 27 min Bearbeitungszeit)

Du bist Auszubildende*r bei der CSB-Rad GmbH in Bielefeld. Ab dem 01.04.2027 verkauft CSB-Rad das Set „CSB-Rad Connect Privat“: einen Tracker, der im Rahmenrohr eingebaut wird und alle 15 Minuten seine Position meldet, zusammen mit einem gleichschließenden Rahmenschloss. Das Set kostet 149 €; die Position zeigt eine Ortungs-App. Geschäftsführerin Sophie Bertram überlegt, wie die App abgerechnet werden soll:

  • Modell A „Connect Komplett“: nach einer 30-tägigen Testphase 4,99 € im Monat, alle Funktionen enthalten (Ortung, Diebstahlalarm, Fahrtenverlauf über 12 Monate, Freigabe für bis zu fünf Familienmitglieder).

  • Modell B „Connect Basis“: Ortung dauerhaft kostenlos, weitere Funktionen einzeln als In-App-Kauf.

a) Nenne zu jedem Modell je einen Vorteil und einen Nachteil aus Sicht der Kundinnen und Kunden. Übertrage dazu die Tabelle auf Dein Blatt. (4 Punkte)

Vergleich der Abrechnungsmodelle
Modell A „Connect Komplett“ Modell B „Connect Basis“
Vorteil
Nachteil

Je Feld 1 Punkt, z. B.:

Modell A „Connect Komplett“ Modell B „Connect Basis“
Vorteil alle Funktionen sofort verfügbar; feste, gut planbare Kosten die wichtigste Funktion (Ortung) kostet nichts; man bezahlt nur, was man wirklich braucht
Nachteil auch wer nur orten will, zahlt 4,99 € im Monat (59,88 € im Jahr) wer viele Funktionen kauft, zahlt am Ende eventuell mehr; Kosten schwerer zu überblicken

b) Nenne zwei konkrete Beispiele für In-App-Käufe in Modell B. (2 Punkte)

Je Beispiel 1 Punkt, z. B.: Diebstahlalarm bei Bewegung des abgestellten Rads; Fahrtenverlauf über 12 Monate; Freigabe für Familienmitglieder; Ortung im Minutentakt bei Diebstahl; Export der Fahrten als Datei; Akku-Warnung für den Tracker per Push-Nachricht.

c) Beschreibe zwei kaufmännische Vorteile, die Modell B für CSB-Rad als Anbieter haben kann. (4 Punkte)

Je beschriebenem Vorteil 2 Punkte, z. B.:

  • Niedrige Einstiegshürde: Weil die Ortung kostenlos ist, entscheiden sich mehr Kundinnen und Kunden für das Set; das steigert den Absatz der Sets zu 149 €.

  • Zusätzliche, dauerhafte Einnahmen: Wer die App nutzt, kauft nach und nach Funktionen hinzu (Upselling); so entstehen über die ganze Nutzungsdauer weitere Umsätze.

  • Daten über die Nachfrage: CSB-Rad sieht, welche Funktionen gekauft werden, und kann das Angebot und die Preise danach ausrichten.

d) Für die Bezahlung des Sets und der App sollen im Onlineshop verschiedene Zahlungsarten geprüft werden. Erläutere für Kauf auf Rechnung, Kreditkarte und einen Online-Zahlungsdienstleister jeweils einen Vorteil und einen Nachteil für CSB-Rad. Gib anschließend eine begründete Empfehlung. (8 Punkte)

Je Vorteil und Nachteil 1 Punkt (6 Punkte), Empfehlung mit Begründung 2 Punkte, z. B.:

Zahlungsart Vorteil für CSB-Rad Nachteil für CSB-Rad
Kauf auf Rechnung hohe Akzeptanz, Kundschaft kann die Ware erst prüfen; kaum Kosten für die Abwicklung Risiko, dass nicht gezahlt wird; Zahlungseingänge überwachen und mahnen (Aufwand)
Kreditkarte weit verbreitet, auch bei Kundschaft aus dem Ausland; Zahlung wird sofort bestätigt, geringes Ausfallrisiko Gebühren je Umsatz; ein Zahlungsdienstleister für die Abwicklung ist nötig
Online-Zahlungsdienstleister sehr bekannt, schneller Bezahlvorgang ohne Eingabe von Kontodaten; Zahlung sofort bestätigt; gut für monatliche Abo-Zahlungen geeignet Gebühren je Zahlung; Kunden- und Zahlungsdaten liegen beim Dienstleister; Abhängigkeit von dessen Regeln

Empfehlung (Beispiel): Für Set und Abo Kreditkarte und einen Online-Zahlungsdienstleister anbieten, weil beide wiederkehrende Zahlungen unterstützen und die Zahlung sofort bestätigen; Kauf auf Rechnung nur für Fachhändler, bei denen CSB-Rad das Ausfallrisiko kennt. Zusätzlich muss Privatkundschaft mindestens eine gängige Zahlungsart ohne Aufschlag nutzen können. Andere begründete Empfehlungen sind ebenfalls richtig.

e) Die Fachhändlerin Katarzyna Nowak vom Radhaus Bielefeld-Süd möchte die Sets auch über einen eigenen Webshop verkaufen. Ihre Website läuft bereits mit einem Content-Management-System. Zur Wahl stehen eine Shop-Erweiterung (Plugin) für dieses System oder ein gemieteter Cloud-Webshop.

ea) Nenne für jede der beiden Lösungen zwei Vorteile. (4 Punkte)

Je Vorteil 1 Punkt, z. B.:

  • Plugin: Shop fügt sich nahtlos in die vorhandene Website ein; Inhalte und Shop werden an einer Stelle gepflegt; Basislösung oft kostengünstig; individuell anpassbar.

  • Cloud-Webshop: kein eigenes technisches Know-how nötig, der Anbieter übernimmt Betrieb, Wartung und Updates; schnell startklar; einfach skalierbar bei hoher Nachfrage; Sicherheit und Verfügbarkeit liegen beim Anbieter.

eb) Das Radhaus hat keine eigene IT-Abteilung. Empfiehl Katarzyna Nowak eine der beiden Lösungen und begründe Deine Empfehlung. (2 Punkte)

Beispiel: Empfehlung Cloud-Webshop (1 Punkt), weil das Radhaus ohne eigene IT-Abteilung Updates, Sicherheitslücken und Ausfälle eines Plugins kaum selbst beheben kann; beim Cloud-Webshop übernimmt der Anbieter Betrieb und Sicherheit (1 Punkt). Eine Empfehlung für das Plugin ist ebenfalls richtig, wenn sie schlüssig begründet ist (z. B. Betreuung durch die Agentur, die schon die Website pflegt).

f) Die Ortungs-App soll als native App angeboten werden. Nenne die zwei wesentlichen Plattformen, über die CSB-Rad die App bereitstellt, und vier Merkmale, in denen sich diese Plattformen unterscheiden. (6 Punkte)

  • Plattformen (je 1 Punkt): Google Play Store (Android) und Apple App Store (iOS/iPadOS).

  • Unterscheidungsmerkmale (je 1 Punkt), z. B.: Betreiber; Betriebssystem der Kundschaft; Marktanteil bzw. Zielgruppe; Prüfung der App vor der Veröffentlichung (Dauer, Strenge); Gebühren für Entwickelnde (einmalig oder jährlich); Provision auf Verkäufe und In-App-Käufe; Anteil kostenloser Apps; Installation außerhalb des Stores.

Aufgabe 2.2: Ein Portal und ein digitales Geschäftsmodell für einen Schlosshersteller (Kernkompetenz)

(ca. 29 min Bearbeitungszeit)

Die Lipper SchließTec KG in Lemgo stellt gleichschließende Bügel- und Rahmenschlösser her. Ihre Kundschaft sind Fahrradhersteller wie die CSB-Rad GmbH, Fachhändler und Schlüsseldienste. Bisher kommen Bestellungen und Nachbestellungen zu einem Schließungscode per Telefon, Fax und E-Mail; Zeichnungen, Prüfzeugnisse und Lieferscheine werden als E-Mail-Anhang verschickt. Vertriebsleiterin Birgit Haas möchte das ändern: Ein Lipper-Portal soll Kundschaft, Fachhandel und Beschäftigte zusammenbringen. Später soll ein neues Angebot folgen: ein digitaler Schlüssel, mit dem sich Schlösser per Smartphone öffnen lassen.

a) Erläutere den Begriff „Portallösung“. (3 Punkte)

Eine Portallösung ist eine webbasierte Anwendung (1 Punkt), über die alle an einem Prozess Beteiligten (Kundschaft, Händler, Beschäftigte) an einer zentralen Stelle nach Anmeldung digital zusammenarbeiten (1 Punkt). Jede Gruppe sieht die für sie freigegebenen Informationen und Funktionen und erledigt Aufgaben selbst, ohne Telefon, Fax oder E-Mail (1 Punkt).

b) Erläutere anhand von zwei Beispielen, wie das Lipper-Portal genutzt werden kann. (6 Punkte)

Je ausformuliertem Beispiel mit Nutzen 3 Punkte, z. B.:

  • Nachbestellung im Self-Service: Ein Fachhändler meldet sich an, gibt den Schließungscode ein und bestellt ein weiteres Schloss zur vorhandenen Schließanlage. Die Bestellung landet ohne Abtippen in der Auftragsbearbeitung, und der Händler sieht jederzeit den Lieferstatus.

  • Dokumentenlenkung: Zeichnungen, Prüfzeugnisse und Lieferscheine liegen im Portal an der Bestellung. Alle Beteiligten greifen auf die aktuelle Fassung zu, statt mit veralteten E-Mail-Anhängen zu arbeiten.

  • Kommunikation am Auftrag: Rückfragen (z. B. zu Farbe oder Lieferdatum) werden direkt am Auftrag gestellt und beantwortet; alle Beteiligten sehen denselben Stand.

c) Beschreibe am Beispiel des digitalen Schlüssels den wesentlichen Unterschied zwischen der Entwicklung eines herkömmlichen und eines digitalen Geschäftsmodells. (4 Punkte)

Unterschied (2 Punkte): Ein digitales Geschäftsmodell setzt die konsequente Nutzung digitaler Ressourcen (Software, Daten, Plattform) voraus und wäre ohne sie nicht möglich; ein herkömmliches Modell beruht auf physischen Produkten und Ressourcen.

Beispiel (2 Punkte): Bisher verkauft Lipper mechanische Schlösser und Schlüssel, die in der Fabrik gefertigt und verschickt werden. Der digitale Schlüssel besteht dagegen aus einer App und einer Berechtigung auf einem Server: Er kann sofort vergeben, geteilt und wieder entzogen werden, und Lipper kann ihn als Abo verkaufen. Ohne Smartphone, Software und Server wäre dieses Angebot nicht möglich. Er wird zudem zuerst als einfache Version an wenige Kundinnen und Kunden ausgegeben und mit ihren Rückmeldungen schrittweise erweitert.

d) Ordne die folgenden geplanten Angebote jeweils einem Ertragsmodell zu: E-Commerce, Plattform mit Provision, Abonnement, Pay-per-Use. (4 Punkte)

Geplante Angebote der Lipper SchließTec KG
Nr. geplantes Angebot Ertragsmodell
1 Privatkundschaft bestellt Ersatzschlüssel zum Festpreis im Onlineshop.
2 Hausverwaltungen zahlen 2 € je Wohnung und Monat für die Verwaltung digitaler Schlüssel.
3 Schlüsseldienste aus ganz Deutschland bieten im Lipper-Portal ihren Montage-Service an; Lipper erhält 8 % jeder vermittelten Montage.
4 Ein Carsharing-Anbieter zahlt 0,05 € für jedes Öffnen eines Fahrradschlosses mit dem digitalen Schlüssel.

Je richtige Zuordnung 1 Punkt: 1 E-Commerce, 2 Abonnement, 3 Plattform mit Provision, 4 Pay-per-Use.

e) Einige Beschäftigte im Vertrieb sind skeptisch: „Bisher lief es doch auch mit Telefon und Fax.“ Erläutere drei Vorteile, die die Digitalisierung des Geschäftsmodells der Lipper SchließTec KG gegenüber dem bisherigen Vorgehen bietet. (6 Punkte)

Je erläutertem Vorteil mit Bezug zur Situation 2 Punkte, z. B.:

  • Effizienz: Bestellungen aus dem Portal gehen ohne Abtippen in die Auftragsbearbeitung; Übertragungsfehler bei Schließungscodes und Rückfragen entfallen.

  • Entlastung der Beschäftigten: Routineanfragen („Wann wird geliefert?“) beantwortet das Portal selbst; der Vertrieb hat mehr Zeit für Beratung und Neukundschaft.

  • Bessere Kundenerfahrung: Händler bestellen rund um die Uhr und sehen den Status ihrer Aufträge, statt während der Bürozeiten anzurufen.

  • Bessere Entscheidungen: Bestelldaten zeigen, welche Schlösser und Farben gefragt sind; Fertigung und Einkauf können besser planen.

  • Größere Reichweite: Über Portal und digitalen Schlüssel erreicht Lipper Kundschaft in ganz Deutschland und neue Kundengruppen (Hausverwaltungen, Carsharing).

f) Beschreibe zwei Erfolgsfaktoren, auf die Birgit Haas bei der Einführung des Portals und des digitalen Schlüssels achten sollte. (4 Punkte)

Je beschriebenem Erfolgsfaktor 2 Punkte, z. B.:

  • Unterstützung über alle Ebenen: Geschäftsleitung und Vertrieb müssen das Portal mittragen und selbst nutzen; nehmen Beschäftigte weiter Faxbestellungen an, laufen zwei Wege nebeneinander.

  • Echter Kundennutzen: Das Portal muss für die Händler schneller und bequemer sein als ein Anruf, z. B. durch Nachbestellung mit wenigen Klicks.

  • Sicherheit und Vertrauen: Schließungscodes und digitale Schlüssel sind sicherheitskritisch; ein Datenleck würde das Vertrauen in das ganze Geschäftsmodell zerstören.

  • Einfache Bedienung: Auch Schlüsseldienste ohne IT-Kenntnisse müssen das Portal ohne Schulung bedienen können.

g) Ein Branchenverband hat den digitalen Reifegrad seiner Mitglieder auf einer Skala von 0 (gar nicht erfüllt) bis 4 (hervorragend erfüllt) erhoben:

Digitaler Reifegrad im Branchenvergleich
Kriterium Durchschnitt der Branche Lipper SchließTec KG
Digitale Auftragsannahme 2,4 0,8
Digitaler Kundenservice 2,1 1,0
Vernetzte Fertigung 1,9 3,1
IT-Sicherheit 2,5 2,6
Digitale Kompetenzen der Beschäftigten 2,2 1,6

Beurteile den digitalen Reifegrad der Lipper SchließTec KG im Vergleich zur Branche. (5 Punkte)

Bewertet werden Stärken (1 Punkt), Schwächen mit Abständen (2 Punkte), Gesamturteil und Handlungsbedarf (2 Punkte), z. B.:

  • Stärken: Die Fertigung ist deutlich weiter vernetzt als in der Branche (3,1 statt 1,9); bei der IT-Sicherheit liegt Lipper knapp über dem Durchschnitt (2,6 statt 2,5).

  • Schwächen: Bei der digitalen Auftragsannahme (0,8 statt 2,4, also 1,6 Punkte darunter) und beim digitalen Kundenservice (1,0 statt 2,1) liegt Lipper weit zurück; auch die digitalen Kompetenzen der Beschäftigten sind unterdurchschnittlich (1,6 statt 2,2).

  • Gesamturteil: Lipper ist intern in der Fertigung gut digitalisiert, an der Schnittstelle zur Kundschaft aber deutlich im Rückstand. Das Lipper-Portal setzt genau dort an und hat daher Vorrang; begleitend sind Schulungen nötig, damit die Beschäftigten das Portal annehmen und nutzen.


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